Zu Empfehlung 6.76 

Die EAU-Leitlinie 2024 rät von einer adjuvanten Hormontherapie nach radikaler 

Prostatektomie bei Patienten ohne Lymphknoten ab („Do not prescribe adjuvant 

androgen deprivation therapy (ADT) to pN0 patients.“ [307]). Daneben nennt die EAU-

Leitlinie bei Patienten mit maximal 2 histopathologisch nachgewiesenen 

Lymphknotenmetastasen bei ausgedehnter Lymphadenektomie und einem PSA-Wert 

unter der Nachweisgrenze die Beobachtung ohne adjuvante Therapie als Option 

[307]. Als Referenzen für die adjuvante Strahlentherapie nennt die EAU-Leitlinie 

verschiedene retrospektive Studien, eine randomisierte Studie wird für die adjuvante 

Hormontherapie bei positiven Lymphknoten bei radikaler Prostatektomie zitiert [827]. 

Dabei wird aber darauf verwiesen, dass die Ergebnisse dieser Studie [827] nicht 

notwendigerweise auf Patienten mit geringerer Tumorlast anwendbar sind [307]. 

Unklar ist die Bedeutung des Zeitpunktes des Therapiebeginns (frühzeitige 

Salvagetherapie gegenüber adjuvanter Therapie) und die Rolle neuartiger 

Hormontherapiesubstanzen wie Abiraterone oder Enzalutamid bei Patienten mit 

histopathologisch nachgewiesenen Lymphknotenmetastasen. Die EAU-Leitlinie 2024 

gibt dazu keine Empfehlungen [307]. 

6.7 Fokale Therapie 

6.7.1 Einleitung 

6.77  Konsensbasiertes Statement neu 2021 

EK 

Bei der fokalen Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms wird nur ein Teil 

der Prostata behandelt. 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 6.77 

Prinzipiell sind fokale Therapien beim lokal begrenzten Prostatakarzinom minimal-

invasive Verfahren, die im Gegensatz zu den Standardtherapien (radikale 

Prostatektomie, perkutane Strahlentherapie und LDR-Brachytherapie) dem 

Therapiekonzept der Teildrüsenbehandlung folgen, also der Therapie nur der 

Karzinom-tragenden Region in der Prostata mit einem gewissen Sicherheitsabstand. 

Behandelt wird also ein Karzinomherd oder mehrere dicht beieinanderliegende 

Karzinomherde. 

Wie die Standardtherapien verfolgen auch die fokalen Therapien das Ziel einer 

kurativen Behandlung. Dem Konzept der Teildrüsentherapie steht die häufige 

Multifokalität und Heterogenität des Prostatakarzinoms entgegen. Die sachgerechte 

6.7 Fokale Therapie 

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191

Anwendung der fokalen Therapie setzt deshalb eine genaue Diagnostik der 

Karzinomherde innerhalb der Prostata voraus und die Beschränkung der Anwendung 

auf Fälle, in denen eine lokale Begrenzung des Karzinoms tatsächlich gegeben ist. 

Zusätzlich sind nach der Behandlung bioptische Kontrollen der behandelten 

Prostataareale sowie der restlichen, nicht behandelten Prostata notwendig. Da die 

fokalen Therapien als minimal-invasive Verfahren potentiell weniger Nebenwirkungen 

als die Standardtherapien haben können, werden sie von Patienten nachgefragt. 

Die Datenlage zu den Ergebnissen der fokalen Therapien ist, verglichen mit der zu 

den Standardtherapien (perkutane Strahlentherapie, radikale Prostatektomie, LDR-

Brachytherapie) vergleichsweise schlecht. Mit wenigen Ausnahme existieren keine 

prospektiven, randomisierten Studien, sondern überwiegend retrospektive 

Kohortenstudien und Fallserien mit oft kleinen Patientenzahlen. Lediglich für die 

vaskulär-gezielte photodynamische Therapie existieren Daten aus einer randomisiert-

kontrollierten Phase III-Studie (siehe Kapitel 6.7.4). 

Deshalb kann die langfristige onkologische Effektivität der verschiedenen fokalen 

Therapien noch nicht abschließend beurteilt werden. Diese Umstände sind Bestandteil 

der Patientenaufklärung (siehe Empfehlung Empfehlung 6.81) und die Indikation zur 

Anwendung fokaler Therapien beschränkt sich auf lokalisierte Prostatakarzinome mit 

niedrigem Risiko, die nach geltenden Qualitätsstandards diagnostiziert wurden (siehe 

Empfehlung Empfehlung 6.80). 

6.7.2 Statement 

6.78  Konsensbasiertes Statement neu 2021 

EK 

Ziel der fokalen Therapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom ist die 

Eradikation aller signifikanten Tumoren. 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 6.78 

Bei der Anwendung einer fokalen Therapieform wird eine kurative Behandlung 

angestrebt. Dies bedeutet, dass die Anwendung alle signifikanten Karzinomherde 

erfassen und effektiv behandeln soll. Dazu muss der Karzinomanteil in der Prostata 

lokal begrenzt sein, um einer fokalen Therapie mit kurativer Intention überhaupt 

zugänglich zu sein. Dies setzt eine umfassende Diagnostik voraus sowie die 

Einhaltung klarer Indikationskriterien (siehe Empfehlung 6.79). 

 

6.7 Fokale Therapie 

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192

6.7.3 Einsatz Fokaler Therapien 

6.79  Konsensbasierte Empfehlung neu 2021 

EK 

Patienten mit einem unilateralen, lokal begrenzten Prostatakarzinom niedrigen 

Risikos kann eine fokale Therapie angeboten werden, wenn diese sowohl 

Standardtherapien als auch eine Active Surveillance (AS) ablehnen sowie die 

folgenden Voraussetzungen erfüllen: 

• Gleason Score 6 

• PSA < 10 ng/ml 

• unauffälliger Tastbefund 

• maximal 50 % positive Stanzen nur auf einer Seite in der systematischen 

Biopsie 

• Diagnose durch mpMRT, Fusionsbiopsie und systematische Biopsie. 

 

Konsens 

 

6.80  Konsensbasierte Empfehlung neu 2021 

EK 

a. Patienten, die eine fokale Therapie erwägen, sollen eine mpMRT, eine mpMRT-

Fusionsbiopsie und eine systematische Biopsie erhalten. 

b. Wenn eine MRT-Fusionsbiospie nicht möglich ist, kann alternativ eine 

templatebasierte Biopsie erfolgen. 

 

Konsens 

 

6.81  Konsensbasierte Empfehlung neu 2021 

EK 

a. Die Aufklärung über eine fokale Therapie soll beinhalten, dass der Nachweis 

einer Gleichwertigkeit der Therapie mit den Standardtherapien nicht vorliegt. 

b. Die Aufklärung über eine fokale Therapie soll für den Falle, dass eine 

Salvagetherapie erforderlich wird, zusätzlich zu den unter Empfehlung a. 

beschriebenem, den Hinweis auf möglicherweise schlechtere funktionelle und 

onkologische Ergebnisse einer Salvagetherapie beinhalten. 

 

Starker Konsens 

 

 

6.7 Fokale Therapie 

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193

6.82  Konsensbasierte Empfehlung neu 2021 

EK 

In Anlehnung an die Active Surveillance Strategie soll 6 bis 12 Monate nach einer 

fokalen Therapie eine gezielte und eine systematische Biopsie erfolgen 

(behandeltes Areal gezielt und die restliche Drüse zusätzlich systematisch). 

 

Konsens 

 

6.83  Konsensbasiertes Statement neu 2021 

EK 

Es liegen keine vergleichenden Daten zwischen den verschiedenen Technologien 

zur fokalen Therapie vor, die eine Beurteilung der Effektivität, der 

Nebenwirkungen und der Sicherheitsparameter zulassen würde. 

 

Starker Konsens 

 

6.84  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2021 

Empfehlungsgrad 

Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom sollen keine fokale 

Therapie – egal mit welcher Technologie - erhalten. 

Evidenzlevel 

[856], [857] 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 6.79 und Empfehlung 6.80 

Aufgrund der fehlenden Datenlage zur Anwendung fokaler Therapien beim lokal 

fortgeschrittenen wie auch beim lokalisierten Prostatakarzinom mit intermediärem 

Risiko beschränkt sich die Anwendung fokaler Therapien ausschließlich auf die in 

Empfehlung Empfehlung 6.79 benannten Patientengruppen. Das befallene Areal soll 

relativ klein sein (maximal die Hälfte der Stanzen einer Prostataseite befallen). Die 

Diagnostik des Prostatakarzinoms hat dem modernen Standard zu entsprechen 

(mpMRT-Fusionsbiopsie plus systematische Biopsie), um sicherzustellen, dass 

tatsächlich nur ein fokales, begrenztes Prostatakarzinom vorliegt (siehe auch Kapitel 

4.2 und Kapitel 4.3). 

Zu Empfehlung 6.81 

Bei der Anwendung fokaler Therapien zur Behandlung des lokalisierten 

Prostatakarzinoms kommt der Patientenaufklärung besondere Bedeutung zu, da die 

Datenlage zur Wirksamkeit der fokalen Therapien im Vergleich zu den 

6.7 Fokale Therapie 

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194

Standardtherapien unzureichend ist. Die Patienten sind deshalb darüber aufzuklären, 

dass eine onkologische Gleichwertigkeit der fokalen Therapien im Vergleich zu den 

Standardtherapien nicht bewiesen ist. Zweitens müssen die Patienten auch darüber 

aufgeklärt werden, dass gegebenenfalls erforderliche Salvagetherapien nach primärer 

fokaler Therapie schlechtere funktionelle und onkologische Ergebnisse haben 

können. 

Zu Empfehlung 6.82 

Die post-interventionelle Kontrollbiopsie nach fokaler Therapie ist notwendig, um den 

Therapieerfolg oder –misserfolg festzustellen und zu dokumentieren. Ein PSA-

Monitoring allein ist dafür unzureichend. Die Kontrollbiopsie soll nach Durchführung 

eines Kontroll-mpMRTs gezielt das behandelte Areal, aber auch systematisch die 

übrige, nichtbehandelte Prostata erfassen; dies schließt auch die gezielte Biopsie von 

im mpMRT verdächten Arealen mit ein. Damit soll der lokale Behandlungserfolg 

erfasst und mögliche heterotope weitere Karzinomherde erfasst oder ausgeschlossen 

werden. 

Bei Nachweis von signifikantem Karzinom im behandelten Areal nach 6-12 Monaten 

liegt ein Versagen der fokalen Therapie vor. Die Aufklärung über weitere 

Konsequenzen soll sich am Ausmaß (Tumorvolumen) und dem individuellen Risiko 

(Gleason-Score, Alter, Komorbidität) ausrichten. Dies gilt ebenfalls, falls das 

behandelte Areal tumorfrei ist, aber zusätzliche Karzinomherde außerhalb des 

therapierten Areals festgestellt werden. 

Zu Statement 6.83 

Die Vielzahl an angebotenen und propagierten fokalen Therapien erschwert die 

Beurteilung der verschiedenen Verfahren. Hinzu kommt, dass die Datenlage zu jeder 

einzelnen fokalen Therapie ungenügend ist und in verschiedenen Publikationen von 

den Autoren nicht systematisch zwischen Teildrüsen- und Ganzdrüsenbehandlung, 

fokaler Primär- und Salvage-Therapie sowie lokalisiertem Niedrig-Risiko-

Prostatakarzinom und lokal fortgeschrittenem sowie solchen mit intermediärem oder 

teilweise auch hohem Risiko unterschieden wurde. Auch sind die Kriterien für die 

Durchführung des Follow-ups und die Dokumentation des Behandlungserfolgs in der 

Literatur sehr heterogen. Schließlich wurden in unterschiedlichen Studien 

Behandlungsziele untersucht, die nur eingeschränkt vergleichbar sind (u. a. zum 

Beispiel ‚bioptisch rezidivfrei‘, ‚bioptisch frei von signifikanten Tumoren‘, ‚frei von 

Folgetherapien‘). Diese Datenlage erschwert deshalb gegenwärtig eine zuverlässige 

Beurteilung des Stellenwertes fokaler Therapieverfahren. Die Empfehlungen dieser 

Leitlinie sollen deshalb dazu dienen, dass einzelne fokale Therapieverfahren nur nach 

klaren Indikationskriterien und biopsiekontrolliert durchgeführt werden. 

Eine vergleichende Beurteilung der Wirksamkeit und Nebenwirkungsraten der 

verschiedenen fokalen Therapieverfahren ist aus den gleichen Gründen ebenfalls 

nicht möglich. Es existieren lediglich retrospektive, narrative Vergleichspublikationen 

zu einzelnen Verfahren, sodass zum gegenwärtigen Zeitpunkt insgesamt aufgrund 

der Evidenz kein fokales Therapieverfahren besser als ein anderes angesehen werden 

kann. 

 

6.7 Fokale Therapie 

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195

Zu Empfehlung 6.84 

Alle fokalen Therapieformen stellen vergleichsweise neue ablative Therapien zur 

Behandlung des Prostatakarzinoms dar. Die Datenlage unterscheidet dabei in vielen 

Serien nicht zwischen lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen 

Prostatakarzinomen. 

So gilt für den Hochintensiven Fokussierter Ultraschall (HIFU), dass der Großteil der 

Evidenz auf Fallserien von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom basiert. 

Auch die vorliegenden systematischen Übersichtsarbeiten [858], [859] differenzieren 

in ihren Auswertungen nicht nach T-Kategorie; der Anteil von Patienten mit ≥T3-

Stadium in den zugrunde liegenden Primärstudien war jeweils gering. In den 

ergänzenden großen Fallserien wurden ebenfalls keine oder nur wenige Patienten mit 

lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingeschlossen (3,6 % von 918 [860]; 18,7 

% von 359 [861]). 

Nur in einer älteren Fallserie werden spezifische Ergebnisse für T3-Patienten 

dargestellt. In der Studie von Uchida et al. 2009 betrug die Rate von cT3-Patienten (n 

= 32) mit biochemisch definiertem rezidivfreien Überleben (PSA-Nadir plus 2 ng/ml) 

nach fünf Jahren 33 % [862]. Insgesamt kann auf der Grundlage der identifizierten 

Studien zum Nutzen und den Nebenwirkungen von HIFU beim lokal fortgeschrittenen 

Prostatakarzinom keine belastbare Aussage getroffen werden [863]. 

Das Gleiche gilt nach Einschätzung der Autoren für die irreversible Elektroporation 

(IRE) und die Kryotherapie. In Anbetracht der sehr begrenzten Datenlage, der 

möglichen Nebenwirkungen und dem Vorhandensein etablierter Therapiealternativen 

kann HIFU zur Zeit nicht zur Therapie des lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms 

empfohlen werden. 

6.7.4 Einzelne Verfahren der fokalen Therapie 

6.85  Evidenzbasiertes Statement neu 2021 

Evidenzlevel 

1- 

Die fokale, vaskuläre gezielte photodynamische Therapie (VTP) unter Verwendung 

von Padeliporfin ist die einzige fokale Technologie, für die Ergebnisse aus einer 

prospektiven randomisierten kontrollierten Studie zum Vergleich der fokalen 

Therapie beim Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom mit der Active Surveillance 

vorliegen. 

[864] 

 

Starker Konsens 

 

 

6.7 Fokale Therapie 

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196

6.86  Evidenzbasiertes Statement neu 2021 

Evidenzlevel 

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung der onkologischen 

Effektivität und Sicherheit der fokalen, hochintensiven, fokussierten 

Ultraschallablation (HIFU) vor. 

Expertenmeinung 

 

Konsens 

 

6.87  Evidenzbasiertes Statement neu 2021 

Evidenzlevel 

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung der onkologischen 

Effektivität und Sicherheit der fokalen Kryotherapie vor. 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

6.88  Evidenzbasiertes Statement neu 2021 

Evidenzlevel 

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung der onkologischen 

Effektivität und Sicherheit der fokalen irreversiblen Elektroporation (IRE) vor, 

insbesondere zu den Langzeitergebnissen. 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

6.89  Konsensbasiertes Statement neu 2021 

EK 

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung der onkologischen 

Effektivität und Sicherheit für die fokale Laserablation, die fokale Brachytherapie, 

die fokale Radiofrequenzablation (RFA), die fokale stereotaktische Bestrahlung 

(SBRT) die fokale Mikrowellentherapie sowie die fokale transurethrale 

Ultraschallablation vor. 

 

Starker Konsens 

 

 

6.7 Fokale Therapie 

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197

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 6.85 

Die vaskulär-gezielte photodynamische Therapie (VTP) mit Padeliporfin (TOOKAD©) 

ist durch die EMA zugelassen für die Behandlung des unbehandelten, lokalisierten 

Niedrig-Risiko Prostatakarzinoms (T1c oder T2a, Gleason Score 6, PSA 50 % Befall 

oder einer PSA-Dichte ≥0,15 ng/ml/mm3). 

Bei der VTP aktiviert Laserlicht einer spezifizierten Wellenlänge in Gegenwart von 

Sauerstoff die photosensitivierende Substanz Padeliporfin, was zu lokaler 

Gewebenekrose führt. Padeliporfin wird intravenös verabreicht, die Prostata wird dann 

sofort über zuvor in das zu behandelnde Areal eingeführte optische Laserfasern für 

22 Minuten beleuchtet (753 nm, 150 mW/cm, 200 J/cm). Die Positionierung und 

Einführung der optischen Fasern erfolgt mittels einer Planungssoftware und 

Template-basiert transperineal unter Ultraschall-Kontrolle. Die Anwendung ist durch 

die Zulassung auf Krankenhäuser beschränkt und erfolgt unter Narkose. Nach der 

Anwendung ist für einige Stunden eine direkte Lichtexposition zu vermeiden. 

Grundlage der Zulassung war das Vorliegen einer randomisierten, kontrollierten 

Phase III Studie. Diese in Europa durchgeführte prospektive, randomisierte open-label 

Multicenterstudie (PCM301) verglich VTP mit der Aktiver Überwachung an insgesamt 

413 Patienten mit unilateralem Niedrig-Risiko Prostatakarzinom [864]. Der primäre 

Endpunkt ‚negative Biopsie nach 12 Monaten‘ lag im VTP-Arm bei 47,6 % und im AS-

(Kontroll)-Arm bei 19,8 %, die Odds Ratio bei 3,67 zugunsten der VTP Therapie 

(p<0,001) [864]. 

Die Vier-Jahres-Ergebnisse dieser Studie wurden für 266/413 Patienten mit dem 

Endpunkt ‚Konversion auf Radikale Therapie‘ berichtet [865]. Diese Konversionsrate 

betrug in der VTP-Gruppe im Vergleich zur Gruppe mit Aktiver Überwachung nach 2 

Jahren 7 % versus 32 %, nach 3 Jahren 15 % versus 44 % und nach 4 Jahren 24 % 

versus 53 % (jeweils p<0,001) [865]. 

In einer einarmigen, open-label Multizenterstudie aus Mittelamerika wurden 81 

Patienten mit einem lokalisierten, kleinen Prostatakarzinom, einem PSA-Wert bis 20 

ng/ml und einem Gleason Score bis 7a mit VTP behandelt [866]. Die Rate an negativer 

Kontrollbiopsie nach 12 Monaten wurde mit 74 % (intention to treat) und 79 % (per 

protocol) angegeben [866]. 

Die berichteten Nebenwirkungen der VTP-Therapie in der kontrollierten Phase III 

Studie waren im Vergleich zum Aktiven Überwachungsarm-Arm: Dysurie (26 % versus 

2 %), Hämaturie (28 % versus 3 %), Drangsymptomatik (11 % versus <1 %), 

Harnverhaltung (17 % versus <1 %), Inkontinenz (10 % versus 4 %), Harnwegsinfekte 

(10,7 % versus 4,3 %) erektile Dysfunktion (38 % versus 11 %) sowie Prostata- oder 

Perinealschmerzen (18 % versus <1 %) [864]. Diese Nebenwirkungen waren passagerer 

Natur. 

Zu Statement 6.86 

Bei der „Hochintensiven Fokussierten Ultraschallablation" (HIFU) werden 

hochenergetische Schallwellen über eine im Rektum platzierte Ultraschallsonde auf 

die Prostata fokussiert, um dort an einem einzigen Punkt zu konvergieren. Der 

Ultraschallstrahl führt im Fokuspunkt zu Vibrationen im Gewebe. Dadurch kommt es 

zu einem mechanischen Kavitationseffekt und zu einem thermischen Effekt mit 

6.7 Fokale Therapie 

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198

Hitzebildung. Die Energiequelle ist ein piezoelektrischer Transducer, der 

spannungsabhängig Ultraschallwellen verschiedener Frequenz erzeugt. Bei der HIFU-

Therapie werden Frequenzen von 3-4 MHz benutzt, die Energie am Fokuspunkt liegt 

zwischen 1300 und 2200 W/cm3. Die Absorption der Ultraschallenergie führt nach 1 

Sekunde Anwendung zu einer Erhitzung auf 75-90ºC mit Entstehung elliptisch-

konfigurierter koagulativer Nekrosezonen von 50-300 mm2 Ausdehnung. Größere 

Behandlungszonen werden durch die Kombination von Einzelanwendungen erzeugt. 

Die Behandlung erfolgt in Regionalanästhesie oder Vollnarkose. Die Therapie wird 

individualisiert durch Variation der Größe der Behandlungszone, der 

Ultraschallfrequenz, der Dauer des Einzelimpulses und der Wartezeit zwischen den 

Einzelimpulsen. Nach der Therapie sind die Behandlungszonen im konventionellen 

Ultraschall in der Regel hyperechogen, mit einem Kontrastmittel zur Verbesserung 

der Darstellung der Vaskularisierung hingegen echofrei. Ähnliches gilt für die MRT 

mit Kontrastmittel. 

Unterschieden wird zwischen der Behandlung der ‚Indexläsion‘ und einer 

Hemiablation der Prostata. Als Indexläsion wird dabei das vermeintlich 

prognoserelevante Areal bezeichnet. Diese Bezeichnung birgt jedoch erhebliche 

Unschärfen. Das Volumen der Läsion, der Gleason Score und die Lage spielen eine 

wesentliche Rolle, sodass nicht immer klar zu unterscheiden ist, welcher Herd die 

tatsächliche Indexläsion ist. Bei einer Hemiablation wird ein ganzer Seitenlappen der 

Prostata behandelt, wobei dennoch die Harnröhre ausgespart wird. 

In etlichen Studien wurde abhängig von der eingesetzten Technik vor der HIFU-

Behandlung eine transurethrale Resektion der Prostata (TURP) durchgeführt [867]. Die 

Rationale dafür war, die Rate an Blasenausgangsstenosen und postoperativen 

Harnretentionen zu senken [868]. Dies ist in den meisten Fällen jedoch nicht 

notwendig. Je nach Lage und Ausdehnung des zu behandelnden Areals und 

vorbestehender Obstruktion ist in Einzelfällen eine transurethrale Resektion (TUR-P) 

im Vorfeld notwendig. 

Nutzen und Schaden der Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms mit HIFU 

wurde bisher nicht ausreichend in kontrollierten Studien im Vergleich zu anderen 

etablierten Therapieoptionen untersucht. Zu diesem Verfahren konnten Fallserien 

bzw. systematische Übersichtsarbeiten von Fallserien und eine Studie zum Vergleich 

mit Kryotherapie identifiziert werden. Übersichtsarbeiten mit metaanalysierten 

Endpunkten [719], [869] sind aufgrund der unterschiedlichen 

Nachbeobachtungszeiträume und Endpunkt-Definitionen und meist kleiner 

Datenbasis (Studien-Anzahl) wenig aussagekräftig. 

Eine systematische Übersichtsarbeit ohne Qualitätsbewertung der eingeschlossenen 

Studien und ohne Metaanalyse analysierte 13 Studien mit insgesamt 543 Patienten (8 

mit Hemiablation, 3 mit Indexläsionstherapie, und zwei vergleichende Studien 

zwischen Ganzdrüsenablation vs. Urethra-Schonung bzw. Ganzdrüsen- vs. 

Teildrüsenablation) [870]. Einige Studien hatten auch Salvage Patienten inkludiert. Bei 

den in den verschiedenen Studien sehr unterschiedlichen Ergebnisdefinitionen 

variierte das mediane Follow-up zwischen 6 und 125 Monaten, die eingeschlossenen 

Patientenzahlen zwischen 4 und 111 [870]. Das in nur zwei Studien angegeben 

biochemische Rezidiv-freie Überleben wurde mit 87,7 % [871] und 83,3 % nach zwei 

Jahren für Niedrig Risiko Karzinome und mit 53,6 % [872] für Karzinome mit 

intermediärem Risiko angegeben [870]. Die in dieser Übersichtsarbeit berichteten 

Nebenwirkungen variierten stark, am häufigsten berichtet wurden 

6.7 Fokale Therapie 

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199

Harnröhrenstrikturen mit 0-8 %, erektile Dysfunktion mit 0-48 % und Harninkontinenz 

mit 0-50 % [870]. 

In einer weiteren Übersichtsarbeit wurden 16 Serien mit mindestens 100 Patienten 

bewertet, mit einer Gesamtzahl von 5.094 Patienten [873]. 0-66 % der Patienten 

erhielten eine neoadjuvante Hormonablation, 0-100 % vor der HIFU-Therapie eine 

TURP [873]. Das Follow-up variierte von 11-76 Monaten [873]. Das Krankheits-freie 

Überleben wurde in 11 Studien berichtet, überwiegend anhand des PSA-Wertes nach 

den PHOENIX Kriterien der ASTRO. Dies variierte zwischen 53 % nach 3 Jahren und 97 

% nach 10 Jahren [873]. Nicht alle Nebenwirkungen wurden in allen Studien bewertet. 

Erektile Dysfunktion nach der Therapie wurde mit 13-90 % berichtet (11 Studien), 

Harninkontinenz verschiedener Ausprägung mit 4-34 % (alle Studien), 

Harnwegsinfektionen mit 0,8-26 %, akute Harnverhaltung mit 3,9-28 %, die 

Entstehung rekto-urethraler Fisteln mit 0-1,6 %, die einer Harnröhrenstriktur mit 0-30 

% [873]. 

Die ergänzend identifizierten Primärstudien [856], [874], [875], [876], [857], [877] 

berichten für teils große Kohorten und verhältnismäßig lange 

Nachbeobachtungszeiträume (bis 10 Jahre) onkologische Endpunkte. Für den jeweils 

längsten Beobachtungszeitraum sind die gesamt- und Krebs-spezifischen 

Überlebensraten sowie die Raten an nachfolgenden Salvage-Therapien in der Tabelle 

18 zusammengefasst. 

Der routinemäßige Einschluss von HIFU-behandelten Patienten in ein prospektives 

Register (bspw. AT-REGISTRY) wird von der Autorengruppe befürwortet. 

Ein systematischer Review zum Vergleich von HIFU und Standardtherapien (radikaler 

Prostatektomie (RP) und Strahlentherapie (RT)) mit der Evaluierung der Daten von 

über 4.000 Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom in 21 Studien ergab für HIFU 

ein signifikant schlechteres 1-Jahres Krankheits-freies Überleben. Dieser Unterschied 

war nach 3 Jahren nicht mehr signifikant [719]. 

Zu Statement 6.87 

Das Ziel der lokalen Kryotherapie ist die kurative fokale Behandlung mit Zerstörung 

des/der lokalisierten Karzinomherde durch Gewebenekrosen, die durch lokalisierte 

Kühlung auf -40ºC erzeigt werden. Die Kryonadeln werden TRUS-gesteuert über ein 

perineales Template in die Prostata eingeführt, zusätzliche Thermosensornadeln 

registrieren fortlaufend die Temperatur in der Umgebung sowie die Temperatur der 

Rektumwand. 

Mit dem verfügbaren System werden Argon- und Heliumgas unter hohem Druck über 

die Kryonadeln abwechselnd in das Gewebe eingespritzt. Dies erzeugt sehr rasche 

Temperaturwechsel, die über intra- und extrazelluläre Eiskristallbildung zu 

Zellschädigungen sowie über Mikrothrombenbildung zu koagulativen Nekrosen 

führen. Die Thermosensoren und ein zusätzlich eingeführter urethraler 

Wärmekatheter sollen die Urethra schützen. 

Der intraprostatische Eisball ist im Ultraschall gut sichtbar und erlaubt die Kontrolle 

des Ausmaßes der induzierten Nekrose. Durchgeführt werden zwei Gefrier-/ 

Auftauzyklen. Der Eingriff wird unter Narkose durchgeführt [878]. Der PSA Nadir nach 

Kryotherapie wird meistens nach 3 Monaten erreicht [878]. 

6.7 Fokale Therapie 

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200

In einer randomisierten, kontrollierten Studie zu Kryotherapie vs. Radiotherapie mit 

insgesamt 244 Patienten und einem medianen Follow-up von 100 Monaten betrug die 

biochemische Progressionsrate nach 36 Monaten nach Kryotherapie 23,9 % (PSA Nadir 

plus 2 ng/ml, 17,1 %) und nach perkutaner Strahlentherapie 23,7 % (PSA Nadir plus 2 

ng/ml, 13,2 %) [879]. Es bestanden keine Unterschiede im Gesamt- oder 

Krankheitsspezifischen Überleben. Die Rate an positiven Biopsien nach 36 Monaten 

lag bei 28,9 % in der Radiotherapiegruppe und bei 7,7 % in der Gruppe nach 

Kryoablation [879]. 

Ein Cochrane Review zur Kryotherapie als Primärtherapie des lokalisierten 

Prostatakarzinoms inkludierte nur Studien mit mindestens 50 Patienten und einem 

Follow-up von mindestens einem Jahr [880]. Die 8 ermittelten Kohortenstudien 

umfassten eine Gesamtzahl von 1.483 Patienten [880]. Vier der acht Studien zeigten 

eine positive Biopsie in 17–28 % der Patienten nach Kryotherapie bei einem mittleren 

PSA-Nadir von 0,55–1,75 ng/ml (Median 0,4–1,85 ng/ml) [880]. Die anderen vier 

Studien berichteten von einem Progressions-freien Überleben von 71– 89 % und 

positiven Biopsien bei 1,4–13 % der Patienten [880]. Nach 5 Jahren lag das 

Gesamtüberleben bei 89–92 % (zwei Studien), und das krankheits-spezifische 

Überleben in einer Studie bei 94 % [880]. 

In einem Update des Cochrane Reviews von 2018 wurde nur ein Vergleich der 

Ganzdrüsen-Kryotherapie mit der perkutanen Strahlentherapie basierend auf zwei 

randomisierten Studien [881], [879] vorgenommen, mit einer Gesamtzahl von 307 

randomisierten Patienten. Das mediane Follow-up lag bei 100-105 Monaten [881], 

[882], [879]. Diese Metaanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass klare Aussagen zu 

Unterschieden in onkologischer Effektivität, Lebensqualität und dem Einfluss auf das 

Überleben aufgrund dieser Studien nicht möglich waren. Ein Bias der beiden 

evaluierten Studien war, dass die applizierte Strahlendosis nicht unbedingt den heute 

empfohlenen Standards entsprach. 

In einer anderen Metaanalyse von kontrollierten Studien, die Kryotherapie mit 

Radiotherapie und Kryotherapie mit radikaler Prostatektomie verglichen sowie 

einarmigen Studien, die Kryotherapie-Ergebnisse berichteten, wurden 10 

Publikationen aus sieben Studien mit einer Gesamtzahl von 1.252 Patienten 

identifiziert [883]. Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen 

Kryotherapie einerseits und Strahlentherapie sowie radikaler Prostatektomie 

andererseits bezüglich des Gesamtüberlebens und des tumor-spezifischen 

Überlebens, aber ein signifikant niedrigeres biochemisch-rezidiv-freies Überleben 

nach Kryotherapie [883]. 

Zu Statement 6.88 

Bei der irreversiblen Elektroporation handelt es sich um eine relativ neue ablative 

Technologie. Elektroporation bedeutet hierbei, dass Gewebenekrosen durch den 

zwischen zwei in die Prostata eingestochene Elektroden fließenden Strom 

hervorgerufen werden. Diese Nekrose erfolgt nicht durch Hitzeentwicklung, sondern 

durch Disruption von Zellmembranen. Es wird postuliert, dass eine bessere Schonung 

von sensiblen Strukturen (Urethra, neurovaskuläre Bündel) im Vergleich zu anderen 

ablativen Methoden, die auf Temperaturveränderung basieren, erreicht werden kann 

[884]. 

6.7 Fokale Therapie 

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201

Der Eingriff erfolgt in Narkose mit Muskelrelaxation, die Elektroden werden template-

basiert transperineal eingeführt. Typischerweise werden 2-6 Elektroden platziert, und 

ca. 90 Pulse von 70-100 µsek Pulslänge und einer Energie von 1.500 V/cm appliziert. 

Bislang liegen für diese ablative Technik beim lokalisierten Prostatakarzinom nur sehr 

wenige Daten vor. 

In einer prospektiven Kohortenstudie wurden 30 Patienten mit low risk oder 

intermediate-risk Prostatakarzinom (PSA ≤15 ng/ml, Gleason Score ≤3 + 4, ≤T2c, 

Tumorherd im mpMRT ≤20 mm) behandelt [885]. Das PSA sank vom medianen 

Ausgangswert von 8,6 ng/ml auf im Median 2,3 ng/ml nach 12 Monaten. 6 Monate 

post-interventionell wurden 28/30 Patienten rebiopsiert. Ein persistierender 

Karzinomnachweis im Behandlungsfeld war bei 5/28 Männern (17,9 %) gegeben 

[885]. 23 von 25 prä-interventionell potenten Männer waren nach der IRE potent. Die 

Kontinenzrate lag nach 12 Monaten bei 90 % [885]. 

In einer prospektiven Registerstudie wurden 12-Monatsdaten (medianer Follow-up 36 

Monate) für 123 Patienten mit IRE gesammelt (91 % intermediate risk, 9 % low risk) 

[886]. Tumorpersistenz im Behandlungsareal lag nach 12 Monaten bei 2,7-9,8 % 

[886]. 18 Patienten bekamen eine Salvagetherapie [886]. 80/123 Patienten 

beantworteten Nachsorgefragebögen [886]. Dabei gaben 99 % komplette Kontinenz 

und 76 % keine Veränderung der erektilen Funktion an [886]. 

In einer systematischen Übersichtsarbeit zur publizierten Evidenz zur IRE beim 

lokalisierten Prostatakarzinom wurden 10 Publikationen mit insgesamt 433 Patienten 

identifiziert [887]. 265/433 Patienten hatten ein Prostatakarzinom mit intermediärem 

Risiko, die Nachbeobachtung lag bei 6-36 Monaten [887]. Alle Patienten wurden im 

Verlauf nachbiopsiert: Die Rate an Karzinompersistenz im behandelten Areal lag 

dabei bei 0 %-39 % und die Rate an neu diagnostiziertem Karzinom außerhalb des 

Behandlungsareals bei 6,4 %-24 % [887]. 

Zu Statement 6.89 

Neben den oben genannten Verfahren (VTP, Radiofrequenzablation (RFA), HIFU und 

Kryotherapie) sind weitere Verfahren fokal-ablativer Technologien beschrieben. Neben 

den Methodenbeschreibungen liegen für diese Verfahren keine 

Wirksamkeitsnachweise und keine Sicherheitsdaten vor. Daher wird keines dieser 

Verfahren (fokale Brachytherapie, fokale Radiofrequenzablation, fokale 

stereotaktische Bestrahlung, fokale Mikrowellentherapie) zur allgemeinen 

Patientenbehandlung empfohlen. Eine Anwendung bleibt daher nur prospektiven, 

kontrollierten Studien vorbehalten. 

 

6.8 Watchful Waiting 

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202

Tabelle 18: Onkologische Endpunkte der großen Kohortenstudien (n>300) zu HIFU bei lokal 

begrenztem Prostatakarzinom 

Studie / Kohorte n Pat. Weitere PCa-Therapie über Follow-up Zeitraum 

Crouzet et al. 2014 [856] 1.002 8 Jahre: 32 % (low risk), 47 % (intermediate risk), 62 % 

(high risk) 

Uchida et al. 2015 [874] 918 6,5 Jahre: 27,7 % 

Thüroff et al. 2013 [875] 704 10 Jahre: 2 % (low risk), 28 % (intermediate risk) 32 % 

(high risk) 

Dickinson et al. 2016 [876] 569 

 

Ganzer et al. 2013 [857] 538 8 Jahre: 18 % (Subgruppen: low risk 10,9 %, 

intermediate risk 19,4 %, high risk 34 %) 

Berge et al. 2014 [877] 359 weitere PCa-Therapie: 26,4 % (einmalige HIFU) bzw. 

44,8 % (weitere HIFU-Behandlung) 

 

6.8 Watchful Waiting 

6.90  Konsensbasiertes Statement neu 2025 

EK 

Watchful Waiting ist eine Strategie zur Vermeidung einer Therapie bei nicht 

symptomatischen Patienten mit Prostatakarzinom und mutmaßlich limitierter 

Lebenserwartung (z. B. aufgrund hohen Lebensalters und/oder größerer 

Komorbidität). 

 

Starker Konsens 

 

6.91  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Während einer Watchful Waiting-Strategie sollen keine anlassfreien 

krebsspezifischen Kontrolluntersuchungen wie z. B. Prostata-spezifische Antigen-

Wert-Bestimmungen oder eine Bildgebung durchgeführt werden. 

 

Starker Konsens 

 

6.8 Watchful Waiting 

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203

6.92  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Watchful Waiting sollte gewählt werden, wenn die Lebenserwartung des 

Betroffenen bei unter 10 Jahren liegt. Zur Abschätzung der Lebenserwartung 

sollte das Lebensalter, die Komorbidität, die Gebrechlichkeit und der mentale 

Status herangezogen werden. 

 

Starker Konsens 

 

6.93  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Kommt es während des Watchful Waiting zu einer symptomatischen Progression, 

soll eine palliative Therapie erfolgen. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 6.90 bis Empfehlung 6.93 

Wird die Diagnose Prostatakrebs im hohen Lebensalter als Zufallsbefund oder auf 

Wunsch des Patienten gestellt und es zeigt sich weder eine Symptomatik, die für ein 

fortgeschrittenes Tumorstadium spricht, noch bestehen Anzeichen einer 

ausgedehnten Metastasierung, handelt es sich in den allermeisten Fällen um eine 

nicht lebensbedrohliche, sogenannte indolente Erkrankung [888], [889]. 

In einem solchen Fall soll dem Betroffenen die Belastung einer unnötigen 

Krebstherapie erspart werden. 

Regelmäßige Verlaufsuntersuchungen wie PSA-Bestimmungen, eine anlassfreie 

Bildgebung oder Ähnliches sind nicht indiziert. Sie können dazu führen, die Angst des 

Betroffenen als Trigger einer unnötigen onkologischen Therapie zu steigern. 

Eine psychoonkologische Evaluation, z. B. mit dem NCCN-Distress-Score [890] und 

ggf. eine psychoonkologische Betreuung sind in solchen Fällen wichtig. 

Eine verkürzte Lebenserwartung wird in der Regel angenommen, wenn ein hohes 

Lebensalter besteht. Naturgemäß gibt es keine absoluten Altersgrenzen. In anderen 

Leitlinien wird eine Lebenserwartung von deutlich unter 10 Jahren als „kurz“ 

angesehen [891]. 

Eine Abschätzung ermöglichen in Deutschland die Sterbetafeln des Statistischen 

Bundesamtes [892]. 

Die Komorbidität ist zu berücksichtigen. Der Charlson Comorbidity Index gibt ein 

gutes Bild zur Abschätzung der Begleiterkrankungsschwere [483]. 

Weiterhin spielt Abschätzung der Gebrechlichkeit sowohl mittels der CISR-G-Skala als 

auch mittels der Clinical Frailty Scale eine Rolle [893]. 

6.8 Watchful Waiting 

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204

Der mentale Status ist bei der Entscheidung für oder gegen eine aktive Therapie 

ebenfalls zur berücksichtigen. Eine unnötige Androgendeprivation kann 

beispielsweise eine bestehende Demenz erheblich verschlechtern. Zur schnellen 

Abschätzung, ob Anzeichen für eine Demenz vorliegen, ist der Mini-COG-Test sehr 

gut geeignet [894]. 

Im Laufe einer Aktiven Überwachung ist der Wechsel zu einer Watchful Waiting- (WW-) 

Strategie zu erwägen, wenn die o. g. Kriterien (Alter, Komorbidität usw.) eingetreten 

sind. 

Kommt es im Verlauf einer WW-Strategie zu einer symptomatischen Progression der 

Erkrankung, ist eine Androgendeprivation sinnvoll. Ob es sich dabei um eine 

chirurgische Kastration, eine Therapie mit einem LHRH-Analogon, einem LHRH-

Antagonisten oder um eine Kombination mit einem Androgenrezeptor-Signalweg-

Inhibitor (ARPI) handelt, ist auf Basis der Schwere der Symptome zu entscheiden. Im 

Übrigen sind die Therapiegrundsätze wie im Kapitel 7.9 (Versorgung in der nicht-

kurativen Therapiesituation) beschrieben, einzuhalten. 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

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205

7 Diagnostik und Therapie des 

rezidivierten oder metastasierten 

Prostatakarzinoms 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

7.1  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Bei asymptomatischen Patienten nach kurativ intendierter Therapie soll die 

Bestimmung des Serum-PSA zur Nachsorge eingesetzt werden. 

Evidenzlevel 

[895] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.2  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

Nach radikaler Prostatektomie kennzeichnet ein in mindestens zwei Messungen 

bestätigter PSA-Wert auf >0,2 ng/ml ein biochemisches Rezidiv. 

[895], [896], [897], [898] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.3  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

Nach alleiniger Strahlentherapie kennzeichnet ein in mindestens zwei Messungen 

bestätigter PSA-Anstieg von >2 ng/ml über den postinterventionellen PSA-Nadir 

ein biochemisches Rezidiv. 

[464], [899] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

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206

7.4  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

Eine bioptische Sicherung eines biochemischen Rezidivs nach RPE ist nicht 

erforderlich. 

[900], [901], [902] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.5  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2025 

Empfehlungsgrad 

Eine bioptische Sicherung eines biochemischen Rezidivs sollte bei Patienten nach 

Strahlentherapie mit der Option einer lokalen Rezidivtherapie angestrebt werden. 

Evidenzlevel 

[900], [903], [904], [905] 

 

Starker Konsens 

 

7.6  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2025 

Empfehlungsgrad 

Für Patienten mit biochemischem Rezidiv (nach RP ab PSA ≥ 0,2 ng/ml oder nach 

RT Nadir +2 ng/ml) nach primär kurativer Therapie, (s. Empfehlung Statement 7.2 

und Statement 7.3) soll primär eine PSMA-PET Hybrid-Bildgebung zur Beurteilung 

der Tumorausbreitung erfolgen, falls sich aus dem Befund eine therapeutische 

Konsequenz ergibt. 

Evidenzlevel 

2+, 3 

[906], [907], [908], [909], [910], [911], [912], [913] 

 

Starker Konsens 

 

 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

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207

7.7  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Bei Patienten mit biochemischem Rezidiv nach primärer kurativ intendierter 

Therapie und lokaler Rezidivtherapieoption soll eine Differenzierung zwischen 

lokalem und systemischem Rezidiv angestrebt werden. 

Zu diesem Zweck sollen 

• die PSA-Verdopplungszeit; 

• die Latenzzeit zur primären kurativ intendierten Therapie und 

• der Gleason-Score 

herangezogen werden. 

Evidenzlevel 

[914] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.8  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Bei asymptomatischen Patienten mit biochemischem Rezidiv sollte bei einem PSA-

Wert <10 ng/ml keine Knochenszintigraphie durchgeführt werden. 

Evidenzlevel 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.1 

Die Diagnose eines Rezidivs erfolgt primär durch den Nachweis eines PSA-Anstiegs, d. 

h. biochemisch. Ein PSA-Anstieg nach radikaler Prostatektomie oder kurativ 

intendierter Radiotherapie kann entweder durch ein Lokalrezidiv oder durch 

Metastasen bedingt sein. Die Lokalisation des Rezidivs ist nur dann von 

entscheidender Bedeutung, wenn eine lokale Rezidivtherapie für den Patienten in 

Frage kommt. Scheidet diese wegen eines hohen Komplikationsrisikos, gravierender 

Begleiterkrankungen oder der Ablehnung des Patienten zu dieser Maßnahme aus, ist 

wegen der fehlenden Konsequenz keine Diagnostik notwendig. Im weiteren 

Krankheitsverlauf sollten Untersuchungen symptomorientiert erfolgen. 

 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

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208

Zu Statement 7.2 

Mehrere Studien haben sich mit der Frage beschäftigt, ab welchem PSA-Wert nach 

radikaler Prostatektomie eindeutig ein Rezidiv vorliegt. Untersucht wurde, ab 

welchem PSA-Wert ein weiteres Ansteigen im Verlauf, das Auftreten eines 

Lokalrezidivs oder von Metastasen wahrscheinlich ist. Da PSA-Werte im Bereich der 

Nachweisgrenze nicht zwingend weiter ansteigen müssen (z. B. bei noch verbliebenen 

benignen Drüsen) und Messungenauigkeiten im Niedrig-PSA-Bereich auftreten 

können, wurde als geeignete Definition des relevanten PSA-Rezidivs ein in mindestens 

zwei Messungen bestätigter ansteigender PSA-Wert von >0,2 ng/ml, gemessen im 

Abstand von mindestens zwei Wochen, herausgearbeitet. Diese Empfehlung ist 

identisch zur aktuellen Version der Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für 

Urologie. Allerdings können auch zwei ansteigende Werte <0,2 ng/ml ein 

biochemisches Rezidiv bedeuten [896], [915], [916]. 

Bei der Interpretation der PSA-Befunde ist neben der biologischen, präanalytischen 

und analytischen Variabilität vor allem die methodenabhängige Variabilität zu 

berücksichtigen. Verschiedene zertifizierte Labormethoden können sich um bis zu 30 

% unterscheiden. Zusätzlich werden bei Ringversuchen Abweichungen innerhalb einer 

Methode von ± 25 % akzeptiert [109]. Für Verlaufsuntersuchungen ist grundsätzlich 

dieselbe Methode (Hersteller, Analyseplattform) zu verwenden. Nicht zertifizierte, 

semiquantitative und Point-of-Care-Testing-Methoden (z. B. Lateralflow-Tests) sind für 

Verlaufsuntersuchungen nicht geeignet. 

Zu Statement 7.3 

Die frühere ASTRO-Definition eines PSA-Rezidivs nach Radiotherapie - drei 

konsekutive Anstiege - wurde vielfach kritisiert: Weder war sie von ausreichender 

Prädiktion hinsichtlich weiterer klinischer Progression oder für das Gesamtüberleben, 

noch war sie bei Patienten unter/nach hormonablativer Therapie von verlässlicher 

Aussagekraft. Überdies bestand die Möglichkeit einer Verfälschung von nach Kaplan-

Meier berechneten krankheitsfreien Überlebensraten durch die Rückdatierung des 

Zeitpunktes einer PSA-Progression [917]. Unter den alternativ untersuchten Modellen, 

die retrospektiv in großen Kollektiven evaluiert wurden, zeigte sich die nunmehrige 

ASTRO-Definition: Nadir plus 2 ng/ml („Phoenix-Definition“) als sensitiver und 

spezifischer in der Erfassung eines PSA-Rezidivs nach primärer Radiotherapie [918]. 

Die Datierung des Rezidivs wird dabei „at call“, d. h. zum dokumentierten Zeitpunkt 

des Überschreitens des Grenzwertes festgelegt. (Die zweite Messung ist im Abstand 

von ca. drei Monaten vorzunehmen). Diese Definition ist nach Tele- und 

Brachytherapie anwendbar und erwies sich auch als valide im Falle einer zusätzlichen 

(neo-)adjuvanten kurzfristigen hormonablativen Therapie und/oder kürzerer 

Nachbeobachtungszeiten [919], [920]. Gegenüber der vorherigen Definition ist die 

„Phönix-Definition“ deutlich weniger empfindlich bezüglich falsch positiver Befunde, 

die beispielsweise durch den sogenannten „PSA-Bounce“ (= reversibler PSA-Anstieg 

nach Strahlentherapie) hervorgerufen werden können [921]. 

Zu Statement 7.4 

Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine Biopsie der vesico-urethralen Anastomose 

eine ungenaue Methode zum Nachweis eines Lokalrezidivs darstellt [922], [923]. Da 

dies insbesondere für den niedrigen PSA-Bereich (Therapie des PSA-Rezidivs). 

Zu Empfehlung 7.5 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

209

Vor lokaler Therapie sollte die Diagnose eines Lokalrezidivs mittels transrektaler oder 

transperinealer Stanzbiopsie gesichert werden. Das histologische Präparat sollte von 

einem Pathologen befundet werden, der mit den pathomorphologischen 

Veränderungen nach Strahlentherapie vertraut ist, um falsch positive Befunde zu 

vermeiden [924]. Die Biopsie sollte nach Ausschluss des PSA-Bounce-Phänomens (= 

reversibler PSA-Anstieg nach Strahlentherapie) [925], [926], d. h. nur bei Vorliegen 

eines gesicherten PSA-Rezidivs (siehe Kapitel 7.1) erfolgen. 

Zu Empfehlung 7.6 

Die PSMA-PET Bildgebung ist aufgrund ihrer Sensitivität der Standard für die 

Rezidivdiagnostik [927] und die Nachbeobachtungszeit [928], [912], [913], [929], 

[930]. Positive PSMA-PET-Ergebnisse korrelieren mit dem PSA-Wert [931]. 

Gemäß der EAU-Leitlinie können Patienten mit einem biochemischen Rezidiv nach 

kurativ intendierter Primärtherapie in die Risikogruppen low vs. high risk unterteilt 

werden. Im Niedrigrisiko-Setting ist keine sofortige Therapie notwendig (siehe 

Salvagetherapie, insb. Strahlentherapie, Kapitel 7.2) [932], sodass auch mangels 

klinischer Konsequenz auf eine PET-Bildgebung verzichtet werden kann. Im 

Hochrisiko-Setting nach radikaler Prostatektomie wiederum ist es nicht sinnvoll, mit 

einer Salvagebestrahlung zu warten, bis ein PSA-Cut-off erreicht wird, ab dem die 

PSMA-PET/CT-Rezidive mit höherer Wahrscheinlichkeit detektieren kann. Gemäß 

Empfehlung 7.8 ist die Salvage-Radiotherapie möglichst frühzeitig zu beginnen. 

Deshalb sprechen sich die Autoren dafür aus, bei negativer PSMA-PET und 

gleichzeitiger Indikation zur kurativ intendierten Salvagetherapie diese unverzüglich 

durchzuführen und nicht abzuwarten, bis eine wiederholte PET-Bildgebung positiv 

wird. 

Die PET-Bildgebung beeinflusst die nachfolgende Salvagetherapie. Eine der 

Primärstudien [908] berichtet, dass bei 63 % der Patienten der Therapieplan nach der 

PET-Diagnostik geändert wurde, bei 54 % ausschließlich aufgrund der PSMA-

Ergebnisse. Es wurde in dieser Studie nicht analysiert, ob aus dem geänderten 

therapeutischen Vorgehen auch ein nachweisbarer überlebensrelevanter Nutzen für 

die betroffenen Patienten folgte. Zwischenzeitlich gesammelte Endpunktdaten zeigen 

jedoch einen positiven Trend, der die Hypothese, dass eine genauere Bildgebung 

prognostische Vorteile bietet, unterstützt [912], [913]. 

Tabelle 19: Korrelation PSA-Werte und 68Ga-PMSA PET Positivität (nach EAU 2024, eigene 

Übersetzung) 

PSA (ng/ml) 68 Ga-PSMA PET-Positivität 

< 0,2 33 % (KI 16-51) 

0,2-0,49 45 % (KI 39-52) 

0,5-0,99 59 % (KI 50-68) 

1,0-1,99 75 % (KI 66-84) 

2,0 + 95 % (KI 92-97) 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

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PSA (ng/ml) 68 Ga-PSMA PET-Positivität 

PSA = Prostata-Spezifisches Antigen, 68Ga-PMSA PET= Gallium-68 Prostataspezifisches Membran Antigen Positronen Emissions-

Tomographie, KI = Konfidenzintervall Quelle: [932] 

 

7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs 

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211

Tabelle 20: Risikoeinteilung eines biochemischen Rezidivs (nach EAU 2024, eigene 

Übersetzung) 

 

EAU niedriges Risiko Biochemisches 

Rezidiv 

EAU hohes Risiko 

Biochemisches Rezidiv 

Nach radikaler 

Prostatektomie 

PSA-Verdopplungszeit >1 Jahr UND 

pathologischer ISUP-Grad < 4 

PSA-Verdopplungszeit ≤1 Jahr 

ODER pathologischer ISUP-Grad 4-

Nach 

Strahlentherapie 

Zeit bis zum biochemischen Rezidiv >18 

Monate UND Biopsie ISUP-Grad <4 

Zeit bis zum biochemischen 

Rezidiv ≤18 Monate ODER Biopsie 

ISUP-Grad 4-5 

Quelle: [932] 

 

Zu Empfehlung 7.7 

Wenn mittels PSMA-PET/CT kein Rezidiv lokalisiert werden kann, sind die wichtigsten 

Faktoren zur Differenzierung eines Lokalrezidivs von einem systemischen Rezidiv die 

PSA-Verdopplungszeit, der Gleason-Grad des Prostatektomiepräparates und das 

Zeitintervall zwischen Operation und Rezidivnachweis. Auf eine systemische 

Progression weist eine kurze PSA-Verdopplungszeit (z. B. 7 macht im Rezidivfall eine 

systemische Progression wahrscheinlich. Je kürzer das Zeitintervall zwischen PSA-

Rezidiv und nachweisbarem PSA-Wert, desto wahrscheinlicher liegt eine systemische 

Progression vor [933], [934]. 

Zu Empfehlung 7.8 

Die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung in Relation zum PSA-Wert bei Rezidiven 

nach primär kurativ intendierter lokaler Therapie ist nicht genau bekannt. Bei Zustand 

nach primärer Strahlentherapie und/oder Brachytherapie und nachgewiesenem 

Rezidiv sollte vor möglicher Salvageoperation deshalb eine Metastasierung mit den 

bestehenden Möglichkeiten als unwahrscheinlich ausgeschlossen werden. Mangels 

klarer Daten zu dieser Frage wird ein PSA-Grenzwert von 10 ng/ml für die 

Durchführung einer Knochenszintigraphie angesehen. 

Bei Zustand nach radikaler Prostatektomie und intendierter Salvageradiotherapie wird 

diese ohnehin bei niedrigen PSA-Werten indiziert werden. Die vorliegenden Daten 

zeigen, dass eine ossäre Metastasierung bei PSA <7 ng/ml praktisch nicht vorkommt, 

bei PSA <10 ng/ml sehr selten ist und erst bei einem PSA-Wert von 20 ng/ml oder 

mehr die nuklearmedizinische Untersuchung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit 

positive Befunde ergibt. Die Empfehlung eines Grenzwertes von 10 ng/ml ist deshalb 

ein realistischer Kompromiss, der vor allem unnötige Untersuchungen vermeiden soll 

[935]. 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

212

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

7.2.1 Systemische Therapie bei PSA-Rezidiv oder PSA-Progression 

7.9  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2025 

Evidenzlevel 

2++ 

Bei Patienten mit PSA-Rezidiv und günstigen prognostischen Kriterien (PSA 

Verdopplungszeit von >12 Monaten, Gleason-Score <8 (ISUP <4)) ist das 

abwartende Verhalten eine Option. 

[936], [937] 

 

Starker Konsens 

 

7.10  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

Die hormonablative Therapie ist beim PSA-Rezidiv oder bei PSA-Progression keine 

Standardtherapie. 

[900] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.11, 7.12, 

7.13 

Verknüpfte Empfehlungen: Evidenzbasiert neu 2025 

7.11 Patienten mit high-risk biochemischem Rezidiv nach EMBARK 

sollte Enzalutamid als Monotherapie oder in Kombination 

mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) angeboten 

werden. 

1+ 

[938] 

7.12 Vor Therapieeinleitung sollen die Patienten über Vor- und 

Nachteile einer Mono- bzw. Kombinationstherapie aufgeklärt 

werden. 

1+ 

[938] 

7.13 Zuvor soll mit Patienten, die noch keine Strahlentherapie 

erhalten haben, eine potentiell kurative Strahlentherapie 

diskutiert werden (siehe Kapitel 7.2.2). 

1+ 

[938] 

Konsensstärke Konsens: 7.11, 7.13 

Starker Konsens: 7.12 

 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

213

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 7.9 

Der natürliche Verlauf bei PSA-Progression nach radikaler Prostatektomie (RP) kann 

auch ohne jede Therapieintervention langfristig sein, ohne dass Patienten klinisch 

relevante Symptome entwickeln. In einer großen retrospektiven Serie wurden ca. 

2.000 Patienten nach RP im Median 5,3 Jahre (0,5-15 Jahre) nachbeobachtet [914]. 15 

% der Patienten (n=315) entwickelten ein PSA-Rezidiv [914]. Von diesen traten bei 103 

(34 %) während der Studienperiode Fernmetastasen auf [914]. Der zeitliche Median 

zwischen PSA-Rezidiv und der Diagnose von Fernmetastasen betrug 8 Jahre. Bei den 

Patienten mit Fernmetastasen führten diese median nach 5 Jahren zum Tod [914]. 

Anhand der erhobenen Daten wurde die voraussichtliche Rate an Patienten mit 

metastasenfreiem Verlauf nach 15 Jahren mit 82 % berechnet [914]. Insgesamt 

handelt es sich hierbei jedoch um ein günstiges Patientenkollektiv mit einem relativ 

geringen Anteil von Patienten mit hohem Progressionsrisiko [914]. Nur 6 % hatten 

einen Lymphknotenbefall, 5 % eine Samenblaseninfiltration und 93 % der Patienten 

hatten einen Gleason-Score von max. 7 [914]. Es ist daher davon auszugehen, dass in 

Kollektiven mit fortgeschritteneren Tumoren deutlich höhere Raten an PSA-

Progressionen auftreten. 

Die Salvage-Strahlentherapie ist eine Therapieoption mit kurativem Potenzial. Sie ist 

jedoch als invasive Maßnahme auch mit möglichen unerwünschten Nebenwirkungen 

verbunden. Hierbei ist zu bedenken, dass die Rate an schweren Spätfolgen > RTOG 2 

(Radiation Morbidity Scoring Criteria) mit moderner RT-Technik (intensitätsmodulierte 

Strahlentherapie – IMRT) vergleichsweise niedrig ist [845], [939]. In der beschriebenen 

Serie [914] wiesen Patienten mit günstigen Prognosekriterien (PSA-Verdopplungszeit 

>10 Monate, Auftreten des PSA-Rezidivs später als 2 Jahre nach RP, primärer Gleason-

Score <8) signifikant weniger PSA-Progressionen auf als diejenigen mit ungünstigen 

Prognosekriterien. 

Zu Statement 7.10 

Zur hormonablativen Therapie bei PSA-Rezidiv bzw. PSA-Progression wurden drei 

Primärstudien identifiziert. Die einzige randomisierte kontrollierte Studie zum Thema 

(endokrine Therapie bei PSA-Rezidiv nach Prostatektomie, [940]) untersuchte 

Surrogatparameter und hat zudem für die Fragestellung eine geringe Fallzahl 

(Interventionsgruppe n=47). Des Weiteren liegen zwei retrospektive Fallserien vor. 

Moul et al. 2004 [941] zeigten einen Effekt in Bezug auf das metastasenfreie 

Überleben bei PSA-Rezidiv nach Prostatektomie (T1-T2) nur für Patienten mit Tumoren 

des Hoch-Risiko-Profils (Gleason-Score >7 oder PSA-Verdopplungszeit 7 Monate) 

versus später hormonablativer Therapie bei PSA-Progress nach perkutaner 

Strahlentherapie. Die Gruppe mit früher Therapie zeigte eine statistisch signifikante 

Verbesserung sowohl für das Gesamtüberleben als auch für das krankheitsspezifische 

Überleben und die hormonelle Kontrolle. 

Für die obenstehende Empfehlung wurde aufgrund der dünnen Studienlage auf die 

NICE-Leitlinie [942] rekurriert, die für diese Indikationsstellung die indirekte Evidenz 

aufgrund eines systematischen Reviews von Wilt et al. 2001 [943] zur frühen versus 

späten Hormonbehandlung bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom angibt. 

 

Zu Empfehlung 7.11 bis Empfehlung 7.13 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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214

In der Phase-III-EMBARK-Studie [938] wurden Patienten mit biochemischem 

Hochrisiko-Rezidiv eines Prostatakarzinoms (PSA ≥1 ng/ml nach radikaler 

Prostatektomie, PSA ≥2 ng/ml über dem Nadir nach Strahlentherapie, PSA-

Verdopplungszeit ≤9 Monate, Testosteron ≥150 ng/dL) in die folgenden Gruppen 

randomisiert (1: 1: 1): Enzalutamid + Leuprolid (n=355); Placebo + Leuprolid (n=358); 

Enzalutamid-Monotherapie (n=355). Primärer Endpunkt war das metastasenfreie 

Überleben (MFS) für Enzalutamid + Leuprolid vs. Placebo + Leuprolid. Ein wichtiger 

sekundärer Endpunkt war das MFS in der Enzalutamid Monotherapiegruppe im 

Vergleich zu Placebo + Leuprolid. Weitere sekundäre Endpunkte waren die von den 

Patientinnen-berichteten Ergebnisse (patient-reported outcomes) und die Sicherheit. 

Die mediane Beobachtungszeit lag bei 60,7 Monaten. Nach 5 Jahren betrug das MFS 

87,3 % (95 % KI, 83,0-90,6) für Enzalutamid+Leuprolid, 71,4 % (95 % KI 65,7 bis 76,3) 

für Placebo + Leuprolid und 80,0 % (95 % KI 75,0 bis 84,1) für Enzalutamid als 

Monotherapie. Enzalutamid + Leuprolid war bzgl. des MFS gegenüber Placebo + 

Leuprolid überlegen (HR für Metastasierung oder Tod: 0,42 [95 % KI 0,30-0,61; 

p<0,001]). Gleiches galt für Enzalutamid als Monotherapie vs. Placebo+Leuprolid (HR 

0,63 [95 % KI 0,46-0,87; p=0,005]). Es wurden keine neuen Sicherheitsaspekte 

beobachtet und es gab keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen 

hinsichtlich der Lebensqualität. EMBARK führte zur Zulassung von Enzalutamid mit 

oder ohne Androgendeprivation bei Patienten mit Hochrisiko-biochemisch 

rezidivierendem (BCR), nicht-metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom 

(nmHSPC), die für eine Salvage-Radiotherapie ungeeignet sind. 

 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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215

7.2.2 Salvage-Strahlentherapie des PSA-Rezidivs und der PSA-

Persistenz nach radikaler Prostatektomie 

7.14  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2021 

Empfehlungsgrad 

Die perkutane Salvage-Strahlentherapie (SRT) (mind. 66 Gy) soll als 

Therapieoption nach radikaler Prostatektomie bei PSA-Anstieg aus dem 

Nullbereich in der Kategorie pN0/NX angeboten werden. 

Evidenzlevel 

2++ 

[944], [945], [946], [939], [947] 

 

Konsens 

 

7.15  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2021 

Empfehlungsgrad 

Patienten mit hohem Progressionsrisiko (PSA vor SRT >0,7 ng/ml) soll zusätzlich 

zur perkutanen Salvage-Strahlentherapie (SRT) eine Androgendeprivationstherapie 

(ADT) oder Bicalutamid angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1- 

[946] 

 

Starker Konsens 

 

7.16  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2021 

Empfehlungsgrad 

Die perkutane Salvage-Strahlentherapie (SRT) (mind. 66 Gy) soll in Kombination 

mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) als Therapieoption nach radikaler 

Prostatektomie bei PSA-Anstieg aus dem Nullbereich und ungünstigen 

prognostischen Kriterien (PSA Verdopplungszeit <12 Monate, Gleason 8-10 (ISUP 

4-5)) in der Kategorie pN0/NX angeboten werden. 

Evidenzlevel 

2++ 

[937], [946], [939], [948] 

 

Starker Konsens 

 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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216

7.17  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2021 

Empfehlungsgrad 

Bei einer zusätzlichen Androgendeprivationstherapie (ADT) zur perkutanen 

Strahlentherapie (SRT) kann sich die Dauer der ADT an dem Progressionsrisiko 

orientieren (hohes Progressionsrisiko: 24 Monaten bzw. erhöhtes 

Progressionsrisiko: 6 Monate). 

Evidenzlevel 

2- 

[949], [946], [950], [939] 

 

Starker Konsens 

 

7.18  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2021 

Empfehlungsgrad 

a. Die Salvage-Strahlentherapie soll möglichst frühzeitig beginnen (PSA vor SRT 

<0,5 ng/ml). 

b. Bei initialem Stadium pN0 und frühzeitigem Bestrahlungsbeginn sollten die 

Lymphabflusswege nicht mitbestrahlt werden. 

Evidenzlevel 

2++, 3 

[944], [945], [951], [952] 

2++: Empfehlung a 

3: Empfehlung b 

 

Starker Konsens 

 

7.19  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2021 

Empfehlungsgrad 

Die Behandlung des persistierenden PSA-Werts (oberhalb des definierten 

Nullbereichs) nach radikaler Prostatektomie sollte nach den oben genannten 

Prinzipien der Behandlung des PSA-Rezidivs erfolgen. 

Evidenzlevel 

2++ 

[953], [954], [955], [956], [957] 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Einleitend sei zudem auf das Kapitel 7.1 Definition und Diagnostik des 

Tumorrezidivs, insbesondere auf die Empfehlung Empfehlung 7.6 zur 

Rezidivdiagnostik für den Einsatz des PSMA-PET-CT in der Diagnostik der PSA-

Progression hingewiesen 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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217

Zu Empfehlung 7.14 

Es liegt ein kürzlich publizierter systematischer Review vor [937]. Randomisierte 

Studien zur Strahlentherapie bei Progression nach radikaler Prostatektomie 

(sogenannten Salvage-Strahlentherapie, SRT) inkl. des Vergleichs mit einer 

Kontrollgruppe existieren nicht. Für die SRT liegt eine kontrollierte Studie vor [958], 

hierbei wurde retrospektiv die SRT mit einer „wait and see“-Strategie verglichen. Es 

zeigte sich ein karzinomspezifischer Überlebensvorteil für die SRT, jedoch kein 

Überlebensvorteil [958]. Methodische Mängel mindern jedoch den Wert dieser 

Untersuchung. Darüber hinaus liegen zwei randomisierte Studien vor, in denen eine 

alleinige SRT verglichen wurde mit einer SRT + Kurzzeit-Hormonentzugstherapie 

(GETUG-AFU 16) [939] sowie einer SRT verglichen mit einer SRT + Langzeittherapie 

mit Bicalutamid 150 mg/d (RTOG 96-02) [946]. In diesen beiden randomisierten 

Studien wurden in der RTOG-Studie ein signifikanter Überlebensvorteil (primärer 

Endpunkt) für die Kombinationstherapie gezeigt, sowie bei der GETUG-Studie mit der 

Kurzzeit-ADT über 6 Monate eine Verbesserung des metastasenfreien Überlebens 

[946], [939]. Somit kann der Wert der SRT als kurative Therapie als gesichert 

angesehen werden. 

In dem zitierten systematischen Review zur Salvage-Strahlentherapie [937] hatten 

Patienten mit einer PSA-Verdopplungszeit von 8 ein signifikant schlechteres 

Gesamtüberleben bei biochemischer Progression ohne Therapie als solche mit einer 

Verdopplungszeit von >12 Monaten und einem Gleason-Score <8 [937]. 

Dementsprechend wurden zwei Risikogruppen (European Association of Urology 

biochemical recurrence risk groups) definiert. Diese Klassifizierung wurde an einer 

retrospektiven Untersuchung von 1.125 Patienten aus der Martini-Klinik in Hamburg 

extern validiert, die zwischen 1992 und 2006 behandelt wurden [936]. Hierbei zeigte 

sich, dass sowohl das karzinomspezifische Überleben als auch das metastasenfreie 

Überleben unabhängige Prädiktoren für den weiteren Verlauf darstellten [936]. Dieser 

systematische Review und die externe Validierung bilden die Grundlage der 

Empfehlungen des EAU-Prostate Cancer Guidelines Panel für die Salvage-

Strahlentherapie [959]. 

Diese Arbeiten bilden den Hintergrund des formulierten Statements. Wichtig ist 

hierbei, dass in diese Entscheidung viele zusätzliche Punkte einbezogen werden 

müssen wie z. B. das Patientenalter, die Höhe des PSA-Wertes vor einer möglichen 

Salvage-Strahlentherapie sowie die Begleiterkrankungen und die Lebenserwartung des 

Patienten. Es muss immer bedacht werden, dass ab einem PSA-Wert von >0,5 ng/ml 

vor Einleitung einer SRT das kurative Potenzial deutlich geringer ist bzw. verloren 

geht. 

Die Empfehlung zur perkutanen Salvage-Strahlentherapie (SRT) beruht auf einer 

Vielzahl zumeist retrospektiver Untersuchungen, teilweise Vergleichsuntersuchungen 

mit einem abwartenden Verhalten sowie zwei randomisierten Phase-III-Studien, in 

denen allerdings die SRT als Standard verglichen wurde mit einer zusätzlichen 

antihormonellen Therapie zur SRT [939], [946], [944], [945], [947]. In der RTOG 96-

02-Studie wurde ein verbessertes Überleben durch die kombinierte Hormon- und 

Strahlentherapie im Vergleich zur alleinigen Salvage-Therapie nachgewiesen [946]; 

insofern wird auch von einer Überlegenheit der alleinigen SRT gegenüber einer „wait 

and see“-Strategie ausgegangen. Die Salvage-Strahlentherapie entweder mit oder 

ohne antihormonelle Therapie ist in dieser Situation die einzige kurative 

Therapieoption. 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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218

Die optimale Dosierung der SRT ist nicht geklärt. Die Mindestempfehlung von 66 Gy 

reflektiert die vorhandenen sowohl retrospektiven Studien [944], [945], [947] als auch 

die Dosierung der prospektiv randomisierten Phase-III-Studien der RTOG- und der 

GETUG-Gruppe [939], [946]. Dabei ist zu bedenken, dass mit 64,8 Gy die Dosis der 

RTOG-Studie geringgradig niedriger lag, jedoch anders spezifiziert wurde [946]. Aus 

diesen Gründen wurde in der Empfehlung die SRT mit einem Empfehlungsgrad A 

definiert, verbunden mit einer minimalen Gesamtdosis von 66 Gy. In einer 

Metaanalyse aller größeren Fallserien zur SRT (inkl. Patienten mit persistierendem 

PSA-Wert) wurde gezeigt, dass bei einer Erhöhung der Gesamtdosis um 1 Gy 

rechnerisch ein Vorteil der biochemischen Progressionsfreiheit von 2 % zu erwarten 

ist [952]. Auch ein früher Beginn der SRT (jeweils pro 0,1 ng/ml des PSA-Wertes) ließ 

eine verbesserte biochemische Progressionsfreiheit von ca. 2 % erwarten [952]. Diese 

Ergebnisse stützen die Minimaldosisanforderung. Die Fragestellung wird in einer 

aktuellen Phase-III-Studie geprüft, deren Rekrutierung abgeschlossen ist und in der 64 

Gy gegenüber 70 Gy randomisiert getestet werden [948], [960]. Die abschließenden 

Ergebnisse stehen noch aus. 

Zu Empfehlung 7.15 

Die Empfehlung zu einer Kombinationstherapie der SRT mit einer 

Androgendeprivation beruht auf zwei bereits zuvor beschriebenen randomisierten 

Studien [946], [939]. In der RTOG 96-02-Studie wurden Patienten nach RP mit PSA-

Persistenz oder PSA-Anstieg aus dem Nullbereich randomisiert in eine alleinige SRT 

(GD 64,8 Gy) sowie einen experimentellen Arm, bei dem zusätzlich zur SRT bei 

gleicher Gesamtdosis eine antihormonelle Therapie mit Bicalutamid 150 mg/d über 2 

Jahre appliziert wurde [946]. Es handelte sich insgesamt um 771 Patienten im 

primären Tumorstadium pT3N0 oder pT2R+. Der mediane PSA-Wert vor SRT betrug 

0,6 ng/ml, war also hoch. Die mediane Nachbeobachtungszeit in der Publikation im 

Jahre 2017 betrug 13 Jahre. In der Bicalutamid-Gruppe fand sich nach 12 Jahren 

gegenüber der Vergleichsgruppe eine Halbierung der karzinomspezifischen 

Sterblichkeit (5,4 % vs. 13,4 %; Hazard Ratio (HR) 0,49, (95 % Konfidenzintervall (KI) 

0,32-0,74); p<0,001). Das Gesamtüberleben (OS) nach 12 Jahren war in der 

Bicalutamid-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe höher (OS: 76,3 % vs. 71,3 %; HR 

0,77 (95 % KI 0,59-0,99; p=0,04)) [946]. In der präspezifizierten Subgruppenanalyse 

zeigte sich, dass Patienten mit einem prä-SRT-PSA-Wert >0,7 ng/ml einen 

signifikanten Überlebensvorteil des 12-Jahres-Überlebens gegenüber PSA-Werten <0,7 

ng/ml aufwiesen [946]. In einer ungeplanten Re-Analyse dieser Studie wurde das 

Gesamtüberleben der Patienten nochmals untersucht [957]. Sekundäre Endpunkte der 

Untersuchung waren kardiovaskuläre und neurologische Spätfolgen RTOG-Grad 3-4. 

In der Subgruppe mit einem prae-SRT-PSA-Wert von <0,6 ng/ml (n=389) zeigte sich 

kein Überlebensvorteil durch die zweijährige Gabe von Bicalutamid 150 mg/d über 2 

Jahre. Darüber hinaus ergaben sich signifikante Hinweise auf eine gesteigerte 

Mortalität in dieser Gruppe (HR: 1,94) durch die höhergradigen neurologischen und 

kardiovaskulären Spätfolgen. Auch bei eingeschränkter Beurteilbarkeit durch das 

Design dieser Studie gibt sie doch klare Hinweise, die zusätzliche antihormonelle 

Therapie nur unter strenger Indikationsstellung einzusetzen. Diese potenziellen 

schweren Nebenwirkungen der antihormonellen Therapie sind in der Therapie des 

Prostatakarzinoms gut dokumentiert [845]. 

In der französischen randomisierten Phase-III-Studie GETUG-AFU-16 mit insgesamt 

742 Patienten war das Risikoprofil gegenüber der RTOG-Studie wesentlich günstiger: 

Der mediane prä-SRT-PSA lag bei 0,3 ng/ml [939]. Nur 27 % der Patienten hatten eine 

PSA-Verdopplungszeit kürzer als 6 Monate, nur 11 % einen Gleason-Score >8. Hier 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

219

zeigte sich nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von knapp 10 Jahren kein 

signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, jedoch ein (geringer) signifikanter 

Unterschied im metastasenfreien Überleben von 75 % in der Gruppe SRT + 6 Monate 

LHRH-Analogon vs. 69 % in der Gruppe mit SRT allein (p= 0,034, HR 0,73) [939]. In 

der Gesamtbewertung der vorliegenden randomisierten Studien stützen die 

Ergebnisse der RTOG 96-02-Studie und geringer der GETUG-16-Studie auf Level 1-

Niveau den Einsatz einer antihormonellen Therapie bei Patienten mit einem hohen 

Progressionsrisiko nach RP, in der RTOG-Studie definiert mit einem PSA-Wert >0,7 

ng/ml [939]. 

Zu Empfehlung 7.16 

Diese Empfehlung ist in Ergänzung zur voranstehenden Empfehlung zu sehen. In der 

randomisierten RTOG-Studie 96-02 war ein prä-SRT-PSA-Wert von >0,7 ng/ml 

verbunden mit einem verbesserten Überleben der Patienten bei einer kombinierten 

Hormon- und Strahlentherapie [946]. Die Voraussetzung für eine optimale Salvage-

Therapie nach RP besteht also in der Identifizierung der sogenannten 

Hochrisikopatienten, deren PSA-Wert aus dem Nullbereich ansteigt oder oberhalb des 

PSA-Nullbereichs persistiert. In einem systematischen Review [937] wurden zwei 

Risikogruppen klassifiziert (European Association of Urology biochemical recurrence 

risk groups) von denen die zweite Gruppe ein signifikant höheres Risiko bei einer 

PSA-Verdopplungszeit von <12 Monaten und einem Gleason-Score ≥8 hatte, früher zu 

versterben. Diese Patienten bedürfen einer intensivierten Therapie. Es handelt sich 

hier um eine Empfehlung für die Patientengruppe, die in dem benannten 

systematischen Review, der extern validiert wurde, dargestellt ist [937]. Deshalb 

erfolgt die zitierte Empfehlung mit einem Empfehlungsgrad A. Sie ist jedoch aus 

randomisierten Studien bisher nicht belegt, sodass derEvidenzlevel bei 2++ liegt. 

Entsprechend hat dieser Score Eingang in die EAU-Leitlinie gefunden [959]. 

Unabhängig von dieser Empfehlung besteht eine erhebliche Diskussion, welche 

antihormonelle Therapie (LH-RH Analogon, LH-RH Antagonist oder einem 

Androgenrezeptorinhibitor) einzusetzen ist, als auch in Bezug auf die Dauer der ADT 

[939], [946], [950]. 

Zu Empfehlung 7.17 

Von den beiden zitierten randomisierten Phase-III-Studien [946], [939] legt die RTOG 

96-02-Studie die Wirksamkeit einer 24 Monate andauernden antihormonellen 

Therapie mit dem Androgenrezeptorinhibitor Bicalutamid an einem ungünstigen 

Patientenkollektiv (medianer PSA-Wert prä-SRT von 0,6 ng/ml) nahe. Bei der zweiten 

Studie (GETUG-16) handelte es sich um eine Patientenkohorte mit einem deutlich 

günstigeren Risikoprofil (prä-SRT-PSA im median 0,3 ng/ml, lediglich 11 % der 

Patienten hatten einen Gleason-Score ≥8 und ebenfalls nur 11 % der Patienten eine 

Samenblaseninfiltration) [939]. Es bestand hier eine Patientengruppe mit einem zwar 

erhöhten Progressionsrisiko (gemessen an dem Risikoscore der EAU [937] jedoch mit 

einem niedrigeren Progressionsrisiko als die Patienten der RTOG-96-02-Studie) [946]. 

Diese Patienten wurden mit 6 Monaten einer LH-RH-Analogon Therapie, also einer 

Kurzzeit-ADT therapiert [939]. Das Ergebnis ergab keine Überlebensverbesserung, 

sondern eine (moderate) Verbesserung des metastasenfreien Überlebens [939]. Um 

die Schwierigkeit der Frage des optimalen Einsatzes der ADT zu überwinden, liegen 

zwei systematische Reviews [949], [950] vor, in denen versucht wurde, 

evidenzbasierte Lösungsansätze durch die Analyse auch nicht randomisierter Studien 

zu erarbeiten. 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

220

In der Summe resultiert aus dem Review von Spratt et al. der Vorschlag, in 

Abhängigkeit vom Schnittrand (negativ vs. positiv), vom Gleason-Score/ISUP-Grad 

(ISUP 1 vs. ISUP 2,3 vs. ISUP 4,5) sowie vom prä-SRT-PSA (0,1-0,5 vs. 0,6-1,0 vs. >1,0) 

drei therapeutische Optionen zu empfehlen. Diese erfassen die alleinige SRT ohne 

eine zusätzliche antihormonelle Therapie, die SRT in Verbindung mit einer Kurzzeit-

ADT sowie die SRT in Verbindung mit einer Langzeit-ADT. Aus Sicht der Autoren ist 

eine alleinige SRT in einem PSA-Bereich von 0,1 ng/ml bis 0,6 ng/ml jeweils in 

Abhängigkeit der Risikofaktoren möglich, bei PSA-Werten >1,0 ng/ml wird die SRT 

grundsätzlich in Verbindung mit einer Langzeit ADT empfohlen. Einschränkend ist zu 

bemerken, dass bei diesem systematischen Review die Langzeitergebnisse der GETUG 

16-Studie noch nicht inkludiert werden konnten [950]. Analog zu diesen Daten wurde 

die vorliegende evidenzbasierte Empfehlung formuliert, (erhöhtes Progressionsrisiko: 

Kurzzeit ADT – 4 bis 6 Monate sowie hohes Progressionsrisiko: 24 Monate). Aufgrund 

der dargestellten Evidenzlage wurde eine „kann“ Empfehlung ausgesprochen. Von 

besonderer Bedeutung ist, dass die individuellen Patientencharakteristika wie das 

Alter und der Allgemeinzustand sowie das Progressionsrisiko idealerweise in einem 

interdisziplinären Tumorboard mit einer gemeinschaftlichen Empfehlung festgelegt 

werden. 

Zu Empfehlung 7.18 

Zu der Frage des zeitlichen Beginns der SRT liegt eine Vielzahl retrospektiver 

Kohortenstudien vor [944], [945]. In diesen wird berichtet, dass durch eine frühe SRT 

(Beginn bei einem PSA-Wert <0,5 ng/ml) ohne zusätzlichen Einsatz einer 

antihormonellen Therapie die biochemische Progressionsfreiheit nach 5 und 10 

Jahren signifikant verbessert wird. Dieser Effekt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht 

auf den zeitlich früheren Beginn gegenüber dem späteren hervorgerufen („lead time 

bias“), sondern ein Effekt der früheren Tumorvernichtung [951]. Dieser Effekt betrifft 

auch (allerdings retrospektiv) das metastasenfreie Überleben und das 

Gesamtüberleben [944], [945]. In einer großen Studie mit 2.460 Patienten [944] und 

einer medianen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten zeigte sich dieser Effekt auch 

bei Patienten, die mit einem PSA-Wert vor SRT <0,2 ng/ml (n=441) bestrahlt wurden, 

gegenüber einem Wert von 0,2-0,5 ng/ml (n=822). Die 5-jährige biochemische 

Progressionsfreiheit betrug hier 75 % versus 65 % (p<0,05) [944]. Daher geht der 

Trend weiter zu einem möglichst frühen Beginn der SRT, idealerweise, wenn der PSA-

Wert aus dem Nullbereich heraus ansteigt und durch zwei Kontrollen bestätigt wurde 

[845]. 

Aus den oben zitierten Studien [845], [945], [951] wird die Empfehlung abgeleitet, 

dass die alleinige SRT der Prostataloge bei initialem pN0-Stadium ohne den pelvinen 

Lymphabfluss erfolgen sollte und der Behandlungsbeginn frühzeitig bei einem prä-

SRT PSA-Wert <0,5 ng/ml) sein soll. Aus den publizierten Daten lässt sich kein 

signifikanter Vorteil für die Mitbestrahlung der pelvinen Lymphabflussgebiete 

belegen. Randomisierte Studien zu dieser Fragestellung sind nicht publiziert. 

Zu Empfehlung 7.19 

Prostoperativ nach radikaler Prostatektomie sind zwei klinische Situationen zu 

unterscheiden: Ein persistierender PSA-Wert nach RP, das bedeutet der PSA-Wert 

erreicht nach der Operation nicht den definierten Nullbereich (in der Regel bei einem 

PSA-Wert >0,1 ng/ml) [845] oder der PSA-Wert erreicht den definierten Nullbereich 

und steigt später aus dem Nullbereich konsekutiv als Zeichen einer Progression der 

Grunderkrankung wieder an. Ein persistierender PSA-Wert ist in der Regel verbunden 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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221

mit einem fortgeschritteneren Tumorstadium, einem höheren Gleason-Grad, einem 

höheren präoperativen PSA-Wert und/oder positiven Schnitträndern, damit verbunden 

ist eine ungünstigere Prognose [955]. Grundsätzlich konnte durch eine retrospektive 

monozentrische Auswertung des Hamburger Kollektivs gezeigt werden, dass 

Patienten mit einem persistierenden PSA-Wert per se eine schlechtere Prognose 

aufwiesen. Dies betraf sowohl das metastasenfreie Überleben, das 

karzinomspezifische Überleben und das Gesamtüberleben [953]. Es handelt sich um 

eine retrospektive Kohortenanalyse von insgesamt 11.604 Männern, von denen 1.025 

einen persistierenden PSA-Wert nach RP aufwiesen [953]. Von den Patienten mit 

persistierendem PSA-Wert erhielten 570 (55,6 %) eine Salvage-Strahlentherapie. Diese 

Salvage-Strahlentherapie erwies sich als signifikanter Einflussfaktor einer 

Verbesserung des Gesamtüberlebens [953]. Weitere retrospektive Kohortenstudien 

zeigten, dass eine analoge Behandlung von Patienten mit persistierendem PSA-Wert 

und ansteigendem PSA-Wert aus dem Nullbereich vergleichbare biochemische 

Progressionsraten nach SRT aufweisen, insbesondere im niedrigen prä-SRT-PSA-

Bereich (<0,5 ng/ml) [956]. Die Leitliniengruppe geht aufgrund der vorliegenden 

Datenlage davon aus, dass die Salvage-Strahlentherapie sowohl mit als auch ohne 

zusätzliche ADT eine valide Behandlungsoption bei Patienten mit persistierendem 

PSA-Wert nach RP darstellt. Die fehlenden randomisierten Studien erlauben jedoch 

keine Empfehlung, die über einen Empfehlungsgrad B hinausgeht. 

7.2.3 Salvage-Therapie der PSA-Progression nach Strahlentherapie 

7.20  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

2++ 

Die Salvageprostatektomie ist eine Therapieoption beim PSA-Rezidiv nach 

primärer perkutaner Strahlentherapie oder Brachytherapie, wenn die PSA-

Progression mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch eine Metastasierung 

bedingt ist. 

Die funktionellen Ergebnisse in Bezug auf Potenz und Kontinenz sind deutlich 

schlechter als bei primärer Operation. 

[904], [961] 

 

Starker Konsens 

 

7.21  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Vor einer Salvageprostatektomie sollte eine bioptische Sicherung angestrebt 

werden. 

Evidenzlevel 

[904] 

 

Starker Konsens 

 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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222

7.22  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

Die Salvageprostatektomie ist nur von erfahrenen Operateuren durchzuführen. 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

7.23  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2018 

Empfehlungsgrad 

a) Die HIFU-Therapie kann zur Therapie des histologisch gesicherten isolierten 

Lokal-rezidivs nach perkutaner Strahlentherapie eingesetzt werden. 

b) Der Patient soll über den experimentellen Charakter dieses Verfahrens als 

Salvage-Therapie und über die Therapiealternativen informiert werden. 

Evidenzlevel 

3, 4 

[962], [963], [964] 

3: Empfehlung a 

4: Empfehlung b (Expertenkonsens) 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 7.20 

Für die Behandlung des PSA-Rezidivs nach primärer Strahlentherapie gibt es derzeit 

keine Standardstrategie. Die Therapieplanung ist wesentlich von der Einschätzung 

abhängig, ob das vorliegende Rezidiv lokal begrenzt ist (vgl. Kapitel 7.1, 

insbesondere Empfehlung Empfehlung 7.6). 

Folgende Faktoren sind in der Literatur positiv mit einem Therapieansprechen auf 

lokale Interventionen assoziiert, d. h. sprechen für das Vorliegen eines Lokalrezidivs 

[904], [961]: 

• initial „Low-Risk“-Tumor: klinische T1c- oder T2a-Kategorie, Gleason-Score 

• Intervall bis zum PSA-Rezidiv >3 J; 

• PSA-Verdopplungszeit nach Primärtherapie >12 Mo; 

• PSA-Anstieg <2,0 ng/ml/J; 

• Anzahl pos. Biopsien <50 %; 

• Art der vorangegangenen Strahlentherapie (vorangegangene Seeds-

Implantation) [947]. 

Bei Einschätzung des Rezidivs als lokal begrenzt, ist die Salvageprostatektomie die 

Therapieoption, die international bereits am längsten praktiziert wird (erste Berichte 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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223

liegen aus den 1960er Jahren vor). 1990-2009 wurden zu diesem Verfahren 15 

Fallserien mit insgesamt 563 Patienten publiziert [904], [965]. 

Für die Salvageprostatektomie werden Inkontinenzraten von im Mittel 41 % 

angegeben (17-67 %), rektale Verletzungen zwischen 0 und 10 % (im Mittel 4,7 %) und 

Blasenhalsstrikturen zwischen 0 und 41 % (im Mittel 24 %). Diese Komplikationsraten 

sind weit höher als die Nebenwirkungen, die nach radikaler Prostatektomie als 

Primärtherapie auftreten. Dabei kann aus den Studien eine Verringerung vorwiegend 

der rektalen Komplikationsraten über die Zeit beobachtet werden [904]. Aktuelle 

Serien zeigen eine durchschnittliche OP-Zeit von ca. zwei Stunden und einen 

Blutverlust von etwa 360-500 ml im Mittel [961], [965]. 

Neben der Salvageprostatektomie gibt es seit den späten 1990er Jahren Fallserien 

zum Einsatz der Kryotherapie (neun Studien mit insgesamt 540 Patienten). Der 

Einsatz der Kryotherapie wird in dieser Leitlinie grundsätzlich nicht empfohlen (siehe 

Empfehlung Statement 6.87 im Kapitel 6.7.4 Einzelne Verfahren der fokalen 

Therapie). 

Für die Salvagebrachytherapie wies der systematische Review – seit 2003 – kleine 

Fallserien (fünf Studien mit 124 Patienten) aus, ebenso für die Salvage-HIFU-Therapie 

(drei Studien mit n=71). Eine weitere Studien zu Salvage-HIFU mit n=167 Patienten 

wurde 2008 publiziert [966]. 

Die EAU-Leitlinie von 2011 nennt die Kryotherapie und die Brachytherapie als 

mögliche Verfahren zur Salvagetherapie, wenn eine Salvageprostatektomie nicht zur 

Anwendung kommen kann [967]. Laut EAU-Leitlinie kann HIFU ebenfalls als Option 

angesehen werden, wobei die Patienten auf den experimentellen Charakter dieses 

Verfahrens hingewiesen werden sollen. 

Zu Empfehlung 7.21 

Vor Salvageprostatektomie als lokaler Therapie sollte die Diagnose eines 

Lokalrezidivs mittels transrektaler Stanzbiopsie gesichert werden. Das histologische 

Präparat sollte von einem Pathologen befundet werden, der mit den 

pathomorphologischen Veränderungen nach Strahlentherapie vertraut ist, um falsch 

positive Befunde zu vermeiden [904]. Die Biopsie sollte nach Ausschluss des PSA-

Bounce-Phänomens (reversibler PSA-Anstieg nach Strahlentherapie) [925], [926], d. h. 

nur bei Vorliegen eines gesicherten PSA-Rezidivs (siehe Kapitel 7.1) erfolgen. Die 

Biopsie sollte nach Diagnose des PSA-Rezidivs so früh wie möglich erfolgen, da die 

Heilungschancen durch eine Salvageprostatektomie eng mit dem PSA-Wert zum 

Zeitpunkt der Operation korrelieren [903], [968]. Die Komplikationsrate der 

transrektalen Stanzbiopsie nach Strahlen- oder Brachytherapie ist nicht höher als bei 

der herkömmlichen Biopsie [969]. 

Eine bildgebende Technik (Cholin-PET/CT) kann aufgrund der fehlenden Datenlage 

noch nicht als Alternative zur Biopsie empfohlen werden. 

Ist die Biopsie negativ, deuten jedoch der PSA-Verlauf und die klinischen 

Charakteristika auf ein lokales Rezidiv hin, ist das therapeutische Vorgehen 

(Abwarten versus radikale Prostatektomie) mit dem Patienten individuell zu 

besprechen. 

 

7.2 Therapie des PSA-Rezidivs 

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224

Zu Statement 7.22 

Aufgrund der schwierigeren operativen Bedingungen bei vorbestrahltem Gewebe 

sollte die Salvageprostatektomie nur von erfahrenen Operateuren vorgenommen 

werden. Dies entspricht einem auch in anderen Ländern getroffenen 

Expertenkonsens: in der niederländischen Leitlinie wird eine Zentralisation dieses 

Operationsverfahrens gefordert. Die publizierten Serien stammen bisher 

ausschließlich aus Zentren [904], [961], [965]. 

Zu Empfehlung 7.23 

Zur HIFU in der Salvage-Situation wurden eine systematische Übersichtsarbeit [962] 

sowie zwei ergänzende Primärstudien [963], [964] identifiziert. In allen Kohorten 

wurden Patienten mit Rezidiv nach Strahlentherapie behandelt. 

Die Übersichtsarbeit beinhaltet überwiegend kleine Patientenkollektive mit kurzem 

follow-up und keine gesamt- oder Krebs-spezifischen Überlebensraten. Für beide 

Endpunkte berichtet die größere der Primärstudien (n=418) Werte nach 7 Jahren von 

72 % bzw. 82 %. Eine weitere Salvage-Behandlung war in dieser Studie bei 63 % aller 

Patienten notwendig, mit Abstufungen zwischen den Risikogruppen (geringes Risiko: 

46 %, hohes Risiko: 77 %). Wenngleich die Wirksamkeit der HIFU-Behandlung in der 

Salvage-Situation verglichen mit den vorliegenden Daten in der Primärtherapie 

deutlich schlechter ist, kann das Verfahren nach Abwägung der verfügbaren 

Therapiealternativen durchgeführt werden. Bis auf weiteres bleibt sein Charakter 

experimentell. 

 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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225

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten 

Prostatakarzinoms (mHSPC) 

7.24  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Bei Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom soll 

zeitnah nach Diagnosestellung eine Androgendeprivation zur Reduktion des 

Risikos typischer Komplikationen (z. B. pathologische Frakturen, 

Rückenmarkskompression, Harnleiterobstruktion) und ggf. zur palliativen 

tumorspezifischen Therapie eventueller tumor- bzw. metastasenbedingter 

Symptome (z. B. Knochenschmerzen) eingeleitet werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.25  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2024 

Empfehlungsgrad 

Eine Androgendeprivation kann durch chirurgische Kastration, durch subkutan 

oder intramuskulär zu verabreichende Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-

Agonisten oder durch subkutan oder oral zu verabreichende GnRH-Antagonisten 

durchgeführt werden. 

Evidenzlevel 

1++ 

[889], [970] 

 

Starker Konsens 

 

7.26  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Bei Patienten mit ausgeprägten tumor- bzw. metastasenbedingten Schmerzen 

oder drohenden Komplikationen (z. B. Rückenmarkskompression) sollte die 

Androgendeprivation mit einem Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-

Antagonisten und/oder mit einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI: 

Apalutamid, Enzalutamid, Darolutamid) eingeleitet werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.27  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Eine Monotherapie mit einem nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten 

der ersten Generation (z. B. Bicalutamid, Flutamid) soll bei Patienten mit 

metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom nicht durchgeführt werden. 

 

Starker Konsens 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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226

 

7.28  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

Empfehlungsgrad 

Bei Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) 

soll eine Einteilung nach high- und low-volume, high- und low-risk, sowie de novo 

und metachron metastasiert erfolgen. 

Evidenzlevel 

1+, 1- 

[971], [972], [973] 

 

Starker Konsens 

 

7.29  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom sollen mit 

Einleitung der Androgendeprivation, spätestens innerhalb von 3 Monaten danach, 

über eine Kombinationstherapie (gemäß Empfehlung 7.30) aufgeklärt werden, 

sowie über: 

• Die zu erwartende Überlebenszeit trotz des nicht-kurativen Charakters der 

Therapie; 

• Die unerwünschten Wirkungen; 

• Den Einfluss auf die Lebensqualität. 

 

Starker Konsens 

 

 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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227

7.30  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2025 

Empfehlungsgrad 

A/B/0 

a. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) soll zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Apalutamid oder Enzalutamid 

angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: A) 

b. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) sollte zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Darolutamid angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: B) 

c. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit neu diagnostiziertem (de 

novo), metastasiertem (M1), hormonsensitivem, high-risk Prostatakarzinom 

(mHSPC) soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit 

Abirateron (plus Prednison / Prednisolon) angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: A) 

d. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom, die für eine Docetaxel-Chemotherapie 

geeignet sind, soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit 

Darolutamid in Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: A) 

e. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit neu-diagnostiziertem (de 

novo), metastasiertem (M1), hormonsensitivem Prostatakarzinom und hohem 

Tumorvolumen („high volume disease“), die für eine Docetaxel-Chemotherapie 

geeignet sind, kann zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit 

Abirateron (plus Prednison/Prednisolon) in Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel 

angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: 0) 

Evidenzlevel 

1+ 

1- 

2+ 

[974], [975], [976], [971], [972], [977], [978], [979], [980], [981] 

1+: Empfehlung a, c & d 

1-: Empfehlung b 

2+: Empfehlung e 

 

Starker Konsens 

 

7.31  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2025 

Empfehlungsgrad 

a. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Androgendeprivation 

und Apalutamid, soll die Apalutamid-Gabe innerhalb von 3 Monaten nach Beginn 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

228

7.31  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2025 

der Androgendeprivation beginnen. Die Therapie soll in einer Dosierung von 240 

mg/Tag gegeben werden. 

b. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Androgendeprivation 

und Enzalutamid, soll die Enzalutamid-Gabe innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation beginnen. Die Therapie soll in einer Dosierung 

von 160 mg/Tag gegeben werden. 

 

c. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Androgendeprivation 

und Darolutamid, soll die Darolutamid-Gabe innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation beginnen. Die Therapie soll in einer Dosierung 

von 600 mg zweimal täglich gegeben werden. 

 

d. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Androgendeprivation 

und Abirateron, soll die Abirateron-Gabe innerhalb von 3 Monaten nach Beginn 

der Androgendeprivation beginnen. Die Therapie soll in einer Dosierung von 

1000 mg/Tag in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (5 mg/Tag) 

gegeben werden. 

 

e. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Darolutamid, Docetaxel-

Chemotherapie und Androgendeprivation, soll die Darolutamid-Gabe in einer 

Dosierung von 2 x 600 mg/Tag innerhalb von 3 Monaten nach Einleitung der 

Androgendeprivation beginnen. Die Chemotherapie soll innerhalb von 6 Wochen 

nach erster Darolutamid-Gabe beginnen; Docetaxel soll über 6 Zyklen alle 3 

Wochen in einer Dosierung von 75 mg/m 2 Körperoberfläche verabreicht werden. 

 

f. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Abirateron, Docetaxel-

Chemotherapie und Androgendeprivation, soll die Abirateron-Gabe in einer 

Dosierung von 1000 mg/Tag (plus Prednison/Prednisolon) innerhalb von 6 

Wochen nach Einleitung der Androgendeprivation beginnen. Die Chemotherapie 

soll ab 6 Wochen nach Einleitung der Androgendeprivation beginnen; Docetaxel 

soll über 6 Zyklen alle 3 Wochen in einer Dosierung von 75 mg/m 2 

Körperoberfläche verabreicht werden. 

Evidenzlevel 

1+ 

1- 

2+ 

[975], [976], [971], [972], [977], [978], [979], [981] 

1+: Empfehlung a, b, d & e 

1-: Empfehlung c 

2+: Empfehlung f 

 

Starker Konsens 

 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

229

7.32  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Gründe für einen Therapieabbruch sollen sein: Patientenwunsch, Progress oder 

intolerable Nebenwirkungen. Wird die Behandlung mit einem Medikament aus der 

Kombination wegen intolerabler Nebenwirkungen abgebrochen, dann soll die 

übrige Therapie wie vorgesehen weitergeführt werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.33  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

Empfehlungsgrad 

Patienten, die nicht für eine Kombinationsbehandlung in Frage kommen, soll eine 

Androgendeprivation angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1++ 

[982], [983] 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Die Therapie des metastasierten (M1), hormonsensitiven Prostatakarzinoms hat sich 

in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Nachdem die CHAARTED-Studie 

einen Vorteil für die frühe Chemohormontherapie gezeigt hat [973], konnte dies 

später auch für Kombinationstherapien aus Androgendeprivationstherapie (ADT) mit 

Hormonpräparaten der neuen Generation (Abirateron und Androgenrezeptor-

Signalweg-Inhibitoren, ARPI: Enzalutamid, Apalutamid) gezeigt werden [974], [971], 

[984], [976], [975]. Die ARASENS-Studie zeigt darüber hinaus Vorteile für die Dreifach-

Kombination aus Darolutamid, Docetaxel und ADT gegenüber Docetaxel plus ADT 

[977]. 

Entsprechend der Situation bei der einfachen ADT legen einzelne Studien, bei denen 

auch lokal fortgeschrittene Hochrisikotumoren eingeschlossen wurden (z. B. 

STAMPEDE [985]), nahe, dass Patienten bereits in früheren Tumorstadien in ähnlicher 

Weise von den Kombinationstherapien profitieren könnten. 

Grundsätzlich können unter der Entität hormonsensitives metastasiertes 

Prostatakarzinom (mHSPC) alle Erkrankungen mit bildgebend oder histopathologisch 

nachgewiesenen Absiedlungen zusammengefasst werden, unabhängig von deren 

Lokalisation. 

In den Zulassungsstudien der zur Behandlung des mHSPC in Frage kommenden 

Medikamente wurden unterschiedliche Ein- bzw. Ausschlusskriterien genutzt, die 

neben der Lokalisation von Metastasen auch die zum Nachweis angewendete 

Bildgebungsmodalität berücksichtigen und bestimmte Metastasierungsmuster 

ausschließen ([986], [987], [988], [989]). Untenstehende Tabelle 21 gibt einen 

Überblick. Diese sind in den jeweiligen Protokollen sowie in den Fachinformationen 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

230

ausgewiesen. Auch wenn grundsätzlich eine Wirksamkeit der jeweiligen 

Kombinationen in der zugelassenen Indikation angenommen werden kann, ist die 

Evidenz nur für die in den Studien behandelten Patientengruppen gegeben. Eine 

Einteilung der Patienten erfolgt nach Empfehlung Empfehlung 7.28. 

Tabelle 21: Auszug aus den Ein- und Ausschlusskriterien der Zulassungsstudien der 

Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) sowie Abirateron 

Präparat Ein-/Ausschlusskriterien der Zulassungsstudien 

Abirateron (LATITUDE) 

[984] , [988], 

• Neu diagnostiziertes metastasiertes Prostatakarzinom innerhalb 

von 3 Monaten vor Randomisierung 

• Histologisch oder zytologisch bestätigtes Adenokarzinom der 

Prostata ohne neuroendokrine Differenzierung oder kleinzellige 

Histologie 

• Fernmetastasen (dokumentiert durch Knochenszintigraphie, CT 

oder MRT) 

• Hochrisiko-Prognose war definiert als Vorliegen von mindestens 2 

der folgenden 3 Risikofaktoren: 

1. Gleason-Score von ≥8; 

2. Vorliegen von ≥3 Läsionen in der Knochenszintigraphie; 

3. Vorliegen von messbaren viszeralen Metastasen 

• Ausschluss von Patienten mit Hirnmetastasen 

Apalutamid (TITAN) 


[975] , [986], 

• Adenokarzinom der Prostata (ausgeschlossen: kleinzelliges, 

duktales oder neuroendokrines Karzinom) 

• Metastasierende Erkrankung, nachgewiesen durch ≥1 

Knochenläsion(en) in der Technetium-99m (99mTc)- 

Skelettszintigraphie (bei Vorliegen einer einzigen 

Knochenmetastase; Bestätigung durch CT oder MRT) 

• Patienten wurden ausgeschlossen, wenn nur Lymphknoten- oder 

nur Viszeralmetastasen (z. B. Leber oder Lunge) vorlagen. 

• Ausschluss von Patienten mit Hirnmetastasen 

Darolutamid (ARANOTE) 

[981] 

Darolutamid (ARASENS) 

in Kombination mit 

Docetaxel: 

[977], [989] 

• Histologisch oder zytologisch bestätigtes Adenokarzinom der 

Prostata 

• Metastasierte Erkrankung, nachgewiesen durch positiven Befund 

im Knochenszintigramm (bei Knochenläsionen) oder durch CT 

oder MRT (bei viszeralen oder Weichteilmetastasen) 

• Teilnahmeberechtigt waren Patienten mit: 

o Nicht-regionalen Lymphknotenmetastasen (M1a) und/oder 

o Knochenmetastasen (M1b) und/oder 

o Anderen Metastasen mit oder ohne Knochenbeteiligung 

(M1c). 

• Ausgeschlossen waren Patienten mit 

o Ausschließlich regionalen Lymphknotenmetastasen (N1, 

unterhalb der iliakalen Bifurkation) 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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231

Präparat Ein-/Ausschlusskriterien der Zulassungsstudien 

o ARASENS: KEIN Ausschluss von Patienten mit 

Hirnmetastasen (jedoch wurden tatsächlich keine Patienten 

mit Hirnmetastasen eingeschlossen) 

o ARANOTE: bekannte Hirn-/Leptomeningealmetastasen als 

Ausschlusskriterium (CT/MRT im Fall von Symptomen 

gefordert) 

Enzalutamid (ARCHES) 

[976], [987] 

• Histologisch oder zytologisch bestätigtes Adenokarzinom der 

Prostata ohne neuroendokrine Differenzierung, Siegelzell- oder 

kleinzellige Histologie 

• Metastasierte Erkrankung, nachgewiesen durch positiven Befund 

im Knochenszintigramm (bei Knochenläsionen) oder durch CT 

oder MRT (bei viszeralen oder Weichteilmetastasen) 

• Ausgeschlossen waren Patienten, bei denen die Ausbreitung der 

Erkrankung auf regionale Beckenlymphknoten begrenzt war 

• Ausschluss von Patienten mit Hirnmetastasen 

 

Zu Empfehlung 7.24 

Der frühzeitige Start einer ADT vor dem Auftreten von Symptomen wird bei der 

Mehrheit der Patienten mit mHSPC empfohlen, obwohl es in diesem speziellen Setting 

keine randomisierten Phase-III-Daten gibt, insbesondere nicht mit den 

Kombinationstherapien, die heute Standard sind. 

Eine Cochrane-Analyse aus dem Jahr 2019 zu diesem Thema kam zu dem Schluss, 

dass eine frühe ADT wahrscheinlich das Gesamtüberleben sowie die Zeit bis zum Tod 

durch das Prostatakarzinom verlängert [970]. Alle Studien, in denen 

Kombinationstherapien beim mHSPC untersucht wurden, schlossen auch 

asymptomatische Patienten ein. 

Die einzigen Kandidaten mit metastasierter Erkrankung, die für eine aufgeschobene 

ADT in Frage kommen, sind asymptomatische Patienten, die den starken Wunsch 

haben, behandlungsbedingte Nebenwirkungen zu vermeiden [990], [991]. 

Patienten mit aufgeschobener Behandlung bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

müssen für eine engmaschige Nachsorge geeignet sein. Eine weitere potenzielle 

Ausnahme sind Patienten mit rezidivierender, oligometastatischer Erkrankung, die 

den Beginn der ADT unbedingt aufschieben möchten (siehe Kapitel 7.5). 

Zu Empfehlung 7.25 

Die Empfehlung zitiert die Substanzen, die in randomisierten, kontrollierten Studien 

wirksam zur ADT eingesetzt wurden. Der systematische Review von Kunath et al. 

(2019) [970] beinhaltet Studien zu Orchiektomie und Gonadotropin-Releasing-

Hormon (GnRH)-Agonisten. Zusätzlich sind in den „historischen“ Studien der VACURG 

[992] noch Östrogene bzw. Diethylstilbestrol (DES) eingesetzt worden. In der Studie 

von Studer et al. (2006) [889] wurden GnRH-Agonisten oder eine Orchiektomie 

eingesetzt. Der Einsatz von GnRH-Antagonisten wird im Wesentlichen aus der ebenso 

guten Absenkung des Testosteronspiegels wie durch GnRH-Agonisten abgeleitet. Von 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

232

den GnRH-Antagonisten sind die Substanzen Abarelix seit 2005 und Degarelix seit 

Februar 2007 für die Indikation der hormonablativen Therapie des fortgeschrittenen 

Prostatakarzinoms zugelassen [993]. Der orale GnRH-Antagonist Relugolix ist seit 

2022 zugelassen. 

Zu Empfehlung 7.26 

Es gibt keine hochwertige Evidenz hinsichtlich der onkologischen Ergebnisse 

zugunsten einer bestimmten Art von ADT, weder für die Orchiektomie noch für einen 

GnRH-Agonisten oder -Antagonisten. Der Testosteronspiegel wird bei der 

Orchiektomie und bei GnRH-Antagonisten jedoch sehr schnell gesenkt, während es 

bei GnRH-Agonisten erst zu einem Anstieg des Testosteronwerte kommt; letzterer 

macht bei den Agonisten eine effektive Androgenrezeptorblockade von Beginn an 

erforderlich. Daher sollte bei Patienten mit drohender Rückenmarkskompression oder 

anderen drohenden Komplikationen durch den Tumor entweder der 

Testosteronentzug mit einem GnRH-Antagonisten oder einer bilateralen Orchiektomie 

schnell erfolgen oder durch einen ARPI die Testosteron-Wirkung blockiert werden. 

Zu Empfehlung 7.27 

Auf der Grundlage eines Cochrane Reviews, in dem eine Monotherapie mit einem 

nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten der ersten Generation (z. B. 

Bicalutamid, Flutamid) mit einer (medikamentösen oder chirurgischen) ADT 

verglichen wurde, wurden erstere als weniger wirksam in Bezug auf das Überleben, 

die klinische Progression, das Versagen der Behandlung und den Abbruch der 

Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen eingestuft [994]. Generell kann die 

Monotherapie mit einem nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten der ersten 

Generation vor allem deshalb nicht mehr empfohlen werden, weil ADT-basierte 

Kombinationstherapien zum Standard of Care geworden sind. 

Zu Empfehlung 7.28 

In den randomisierten Phase-III-Studien, die Empfehlung 7.30 (a-d) zugrunde liegen, 

wurden die Patienten in verschiedene Risikogruppen eingeteilt. Subgruppenanalysen 

aus diesen Studien sowie der CHAARTED Studie legen nahe, dass sich die Prognose 

von mHSPC Patienten nach den in Empfehlung 7.28 aufgeführten Parametern einteilen 

bzw. abschätzen lässt. 

In den Studien, die einen Vorteil für eine kombinierte Hormontherapie mit Docetaxel 

oder Abirateron (plus Prednison/Prednisolon) beim hormonsensitiven, metastasierten 

Prostatakarzinom nachweisen konnten, wurden die Studienpopulationen anhand des 

Metastasierungsmusters bzw. des Gleason-Scores auf unterschiedliche Art definiert. 

Bei der kombinierten Chemohormontherapie (ADT + Docetaxel) wurden die Patienten 

in high und low volume eingeteilt (CHAARTED) [973]. High volume umfasst diejenigen 

Patienten, bei denen 

• mindestens vier Knochenmetastasen, davon mindestens eine außerhalb des 

Achsenskeletts bzw. Beckens 

• und/oder viszerale Metastasen 

vorlagen. 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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233

In die zulassungsrelevante Studie von Abirateron wurden nur Patienten 

eingeschlossen, die de novo metastasiert waren und folgende high-risk-Kriterien 

erfüllten (LATITUDE) [984], [971]: 

mindestens zwei der drei Parameter 

• Gleason 8 – 10 

• mindestens drei Knochenmetastasen 

• viszerale Metastasen. 

Untersuchungen, in denen Patienten sowohl nach high und low volume sowie high 

und low risk eingeteilt wurden, zeigen eine etwas mehr als 80%ige Übereinstimmung 

zwischen high volume und high risk. 

Zu Empfehlung 7.29 

Die Empfehlung zur Patientenaufklärung steht vor dem Hintergrund der informierten 

Entscheidung, wie sie guter klinischer Praxis sowie den Anforderungen des 

Patientenrechte-Gesetzes entspricht. Patienten sollen gemeinsam mit dem 

aufklärenden Arzt die schwierige Frage der Risikoabwägung entscheiden. Mit den 

modernen, in Empfehlung 7.30 empfohlenen Kombinationstherapien werden deutlich 

längere Überlebenszeiten gegenüber der ADT allein erzielt. Trotz des nicht-kurativen 

Charakters der Therapie leben Patienten mit mHSPC im Median zwischen 53,3 und 79 

Monaten [971], [985]. In einigen Studien ist das mediane Überleben noch nicht 

erreicht. Demgegenüber stehen die unerwünschten Wirkungen der 

Kombinationstherapien im Vergleich zur ADT allein. Die in Tabelle 22, Tabelle 23, 

Tabelle 25, Tabelle 26, Tabelle 27 sowie Tabelle 32 (siehe Kapitel 7.8) aufgeführten 

typischen und häufigen Nebenwirkungen von Androgendeprivation und ggf. 

kombinierter neuer Hormontherapie ± Chemotherapie sowie deren potenzielle 

Auswirkungen auf die Lebensqualität soll Bestandteil des Aufklärungsgesprächs sein. 

Zu Empfehlung 7.30 a-e und Empfehlung 7.31 a-f 

Der nachfolgende Absatz fasst die Datenlage für die Kombinationen aus ADT und den 

Inhibitoren des Androgenrezeptor-Signalwegs (Apalutamid, Enzalutamid und 

Darolutamid) oder Abirateron bzw. die Dreifach-Kombination ADT, den ARPI 

Darolutamid oder Abirateron, und Docetaxel (Tripeltherapie) beim mHSPC zusammen. 

Eine Übersicht in Form eines Flussdiagramms findet sich in der Abbildung 8. Die 

Empfehlungen beruhen auf den jeweiligen Zulassungsstudien und den daraus 

resultierenden Zulassungstexten (außer ADT, Abirateron und Docetaxel sowie ADT 

und Darolutamid, da in Europa nicht zugelassen); diese berücksichtigen die 

eingeschlossenen Patientenpopulationen, die sich in den Studien teils unterschieden 

und deshalb nachfolgend jeweils detailliert dargestellt werden. Zusätzlich zur 

medikamentösen Therapie können beim oligometastasierten Prostatakarzinom lokale 

Therapiemaßnahmen, insbesondere eine lokale Strahlenbehandlung der Prostata 

sinnvoll sein; diesbezüglich wird auf Kapitel 7.5 der Leitlinie verwiesen. 

Obwohl z. B. die Daten der STAMPEDE-Studie [985] nahelegen, dass Abirateron und 

ADT über die Patientengruppe mit high-risk-Kriterien hinaus wirksam ist, wurde von 

den Leitlinienexperten angesichts der zahlreichen Therapiealternativen keine 

Notwendigkeit gesehen, eine über die Zulassung hinausgehende Empfehlung 

auszusprechen. Entsprechend berücksichtigen die Empfehlung 7.30 und Empfehlung 

7.31 die Indikationsstellung und Therapiekonstellation der Zulassungsstudien, für die 

dementsprechend Daten aus RCTs vorliegen. 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

234

Die Empfehlung Empfehlung 7.31 a (Apalutamid), Empfehlung 7.31 b (Enzalutamid) 

und Empfehlung 7.31 c (Darolutamid) berücksichtigen jeweils eine Zeitdauer von 3 

Monaten zwischen Beginn der ADT und der Einleitung der Apalutamid-, Darolutamid- 

bzw. Enzalutamid-Therapie. In den Studien zu Apalutamid und Enzalutamid [975], 

[976] war aber ein Zeitraum für die ADT von 6 Monaten erlaubt, sofern die Patienten 

vor Studientherapiebeginn noch eine Docetaxel-Chemotherapie (bis zu 6 Zyklen) 

erhielten. Der Anteil der Patienten mit vorheriger Docetaxel-Chemotherapie betrug 11 

% [975] und 18 % [976], sodass die Subgruppenanalysen keine Aussage erlauben, ob 

eine zusätzliche Chemotherapie vor Beginn des ARPI sinnvoll ist. 

Die Therapiedauer ist für alle Hormon-Kombinationstherapien langfristig angesetzt, 

jedoch gemäß guter klinischer Praxis bei Krankheitsprogress oder dem Auftreten 

intolerabler Nebenwirkungen abzubrechen oder zu modifizieren. 

Die Empfehlungen richten sich entsprechend der Einschlusskriterien der 

zulassungsrelevanten Studien an Patienten mit ECOG 0-1 (Einschlusskriterium bzw. 

sehr wenige Patienten mit ECOG 2 eingeschlossen, z. B. LATITUDE [971]: 40/1199 

(3,3 %), ARANOTE [981]: 20/669 (3%) Patienten). Die Zulassung der Therapien ist 

jedoch nicht auf diese Patienten beschränkt. Es obliegt der Entscheidung des Arztes 

nach Abwägung von Nutzen und Risiken, auch Patienten mit ECOG 2 bzw. 3 zu 

behandeln. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Patienten mit unkontrollierter 

Hypertonie oder klinisch signifikanten, kardialen Erkrankungen (z. B. Myokardinfarkt, 

schwere oder instabile Angina pectoris Herzinsuffizienz, ventrikuläre Arrhythmien) 

ausgeschlossen waren (s. Fachinformation für die jeweiligen Ausschlusskriterien). 

Yanagisawa et al. führten einen systematischen Review mit Netzwerk-Metaanalyse 

über 18 randomisierte kontrollierte Studien zur Bewertung der Wirksamkeit 

systemischer Kombinationstherapien bei Patienten mit Prostatakrebs (nicht-

metastasierender Hochrisiko-Prostatakrebs, mHSPC, nicht-metastasiertes, 

kastrationsresistentes Prostatakarzinom (nmCRPC)/metastasiertes 

kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC)) durch. Auch diejenigen Studien 

waren inkludiert, die zur Zulassung der unter Empfehlung Empfehlung 7.30 

aufgeführten Kombinationen geführt haben. Die Autoren legen nahe, dass neuartige 

systemische Therapien das Gesamtüberleben von Patienten mit Prostatakrebs 

unabhängig vom Leistungsstatus verbessern (innerhalb der Einschlusskriterien der 

Studien). Ein schlechter Performance-Status sollte nach Ansicht der Autoren daher 

nicht von einer Intensivierung der Behandlung in allen Krankheitsstadien abhalten 

[995]. In einem weiteren systematischen Review mit Netzwerk-Metaanalyse wurde für 

Patienten mit mHSPC und Docetaxel + ADT oder ARPI-/Abirateron-basierten 

Kombinationen berichtet, dass diese unabhängig vom Alter von den genannten 

Therapien profitieren. Die Wirksamkeit war zwar bei jüngeren Patienten stärker 

ausgeprägt, das chronologische Alter allein scheint jedoch kein Auswahlkriterium für 

die Verabreichung von Kombinationstherapien in diesem Setting zu sein [996]. 

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235

 

Abbildung 8: Flussdiagramm zur Darstellung der gemäß 7.30 und 7.31 empfohlenen 

Therapieoptionen zur systemischen Therapie des mHSPC. 

 

Vergleichende Studien zwischen den empfohlenen Kombinationen liegen nicht vor. 

Die Dreifach-Kombinationen kommen nur bei Eignung für eine Docetaxel-

Chemotherapie in Betracht. Die Kombination aus ADT + Abirateron + Docetaxel ist in 

Europa nicht zugelassen. Zum Stellenwert der lokalen Strahlenbehandlung beim 

oligometastasierten Prostatakarzinom vgl. Kapitel 7.5. 

Zu Empfehlung 7.30 a und Empfehlung 7.31 a (ADT + Apalutamid) 

Die Kombination aus Apalutamid in Ergänzung zu einer ADT wurde in TITAN, einer 

randomisierten, doppelt-verblindeten, placebokontrollierten Phase-III-Studie mit 

insgesamt 1.052 Patienten untersucht [975]. Eingeschlossen wurden Patienten mit 

dokumentiertem mHSPC mit einem ECOG Performance-Status von 0 oder 1, die eine 

vorherige ADT von bis zu 3 Monaten oder bis zu sechs Zyklen Docetaxel mit ADT von 

bis zu 6 Monaten erhalten haben [975]. In die Studie wurden auch Patienten mit 

Metastasierung nach kurativ intendierter lokaler Therapie (z. B. Prostatektomie, lokale 

Strahlenbehandlung) eingeschlossen, sofern diese mindestens ein Jahr vor der 

Randomisierung abgeschlossen war [975]. 

Patienten der Interventionsgruppe erhielten Apalutamid ergänzend zur ADT, 

Patienten der Kontrollgruppe Placebo ergänzend zur ADT [975]. Primärere Endpunkte 

waren radiographisches progressionsfreies Überleben (rPFS) sowie Gesamtüberleben 

(OS); als sekundäre Endpunkte wurden die Zeit bis zu einer Chemotherapie, die Zeit 

bis zu einer Verschlechterung von Schmerz, die Zeit bis zur Langzeitanwendung von 

Opioiden sowie die Zeit bis zu skelettassoziierten Ereignissen benannt [975] 

Insgesamt zeigt sich ein signifikanter Vorteil für die Kombination aus Apalutamid + 

ADT in den primären Studienendpunkten rPFS und OS. Die Gesamtzahl der 

unerwünschten Ereignisse (AEs) sowie die Grad 3-5 AEs unterschieden sich nur gering 

mit insgesamt höheren Raten in der Interventions- gegenüber der Kontrollgruppe. 

Hautausschläge wurden mit Apalutamid deutlich häufiger beobachtet. Eine 

Zusammenfassung der Ergebnisse einschließlich Nebenwirkungen findet sich in der 

Tabelle 22, [975], [974], [997]. 

Apalutamid in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a 

SGB V durch das IQWIG unterzogen. In diesem Verfahren wurde vom G-BA als 

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zweckmäßige Vergleichstherapie (zVT) die Chemohormontherapie mit Docetaxel oder 

für Patienten mit high-risk-Kriterien Abirateron festgelegt. Da eine direkte 

vergleichende Studie zwischen zVT und Apalutamid nicht vorliegt, erfolgte ein 

adjustierter indirekter Vergleich (ADT als „Brückenkomparator“), um Apalutamid mit 

den Docetaxel-Daten aus der STAMPEDE-Studie zu vergleichen. Insgesamt fand sich 

kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, aber es konnte ein 

positiver Effekt für Apalutamid in Bezug auf die Nebenwirkungen gezeigt werden. Das 

IQWIG sah insgesamt daher einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren 

Zusatznutzen [998], [999]. Der G-BA sah dagegen einen Zusatznutzen als nicht belegt 

an, da lediglich für den Endpunkt schwerwiegende unerwünschte Ereignisse ein 

Vorteil für Apalutamid im indirekten Vergleich gesehen wurde und dies nicht mit 

hinreichender Sicherheit erlaube, einen Zusatznutzen abzuleiten [1000]. 

Tabelle 22: Ergebnisse der RCT TITAN zur Kombinationstherapie mit Apalutamid 

Patientenzahl: n=1.052 ADT + 

Apalutamid 

ADT + Placebo Hazard Ratio 

(HR) 

(Konfidenzinter

vall), Signifikanz 

Nutzen:  Medianes rPFS 

(Monate) (95 % KI) 

68,2 (62,9–72,9) 47,5 (42,1-52,8) HR 0,48 (0,39-

0,60), p<0,001 

Medianes 

Gesamtüberleben 1 

(Monate) (95 % KI) 

NE (NE – NE) 52,2 (41,9 – NE) HR 0,65 (0,53-

0,79), p<0,0001 

Schaden:  Nebenwirkungen 2  49,4 % 41,7 % Grad 3-4 

Ereignisse 

20,2 % 4,4 % Hautausschlag 

23,1 % 16,5 % Hitzewallungen 

20,4 % 16,9 % Fatigue 

19,5 % 15,9 % Hypertonie 

20,6 % 21,1 % Rückenschmerz 

19,7 % 15,6 % Arthralgie 

10,5 % 17,5 % Gewichtszunahm

13,4 % 12,7 % Schmerzen in 

Extremitäten 

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Patientenzahl: n=1.052 ADT + 

Apalutamid 

ADT + Placebo Hazard Ratio 

(HR) 

(Konfidenzinter

vall), Signifikanz 

7,4 % 10,2 % Knochenschmerz 

11,1 % 4,7 % Juckreiz 

11,3 % 11,0 % Obstipation 

10,7 % 6,6 % Diarrhoe 

13,2 % 13,7 % Anämie 

Todesfälle 

(unerwünschte 

Ereignisse Grad 5) 

20 (3,8 %) 17 (3,2 %) 

 

Mediane Beobachtungszeit 22,7 Monate (rPFS) [975], [974] bzw. 44,0 Monate (OS, Nebenwirkungen, Todesfälle) 

[997] 

NE: nicht ermittelbar 

1 39,5 % Crossover nach Entblindung der Studie; 2 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der 

Patienten eines der Behandlungsarme 

 

Zu Empfehlung 7.30 a und Empfehlung 7.31 b (ADT + Enzalutamid) 

Die Kombination aus Enzalutamid in Ergänzung zu einer ADT gegenüber einer 

alleinigen ADT wurde in ARCHES, einer randomisierten, doppelt-verblindeten, 

placebokontrollierten Phase-III-Studie mit insgesamt 1.150 Patienten mit pathologisch 

bestätigtem mHSPC untersucht [976]. Eingeschlossen wurden erwachsene Patienten 

mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, die eine vorherige ADT von bis zu 

3 Monaten oder bis zu sechs Zyklen Docetaxel mit ADT von bis zu 6 Monaten in der 

Vorbehandlung erhalten haben [976]. Ebenso wie in der TITAN-Studie (Apalutamid) 

war Patienten mit Metastasierung nach kurativ intendierter lokaler Therapie (z. B. 

Prostatektomie, lokale Strahlenbehandlung) eine Studienteilnahme möglich. Als 

primärer Endpunkt wurde das rPFS untersucht [976]. Sekundäre Endpunkte waren die 

Zeit bis zur PSA-Progression, die Zeit bis zur Aufnahme einer neuen 

antineoplastischen Therapie, die PSA-Rate unter der Nachweisgrenze, die objektive 

Ansprechrate, die Zeit bis zur Verschlechterung von Symptomen bezogen auf den 

Harntrakt, OS, die Zeit bis zu skelettbezogenen Symptomen, die Zeit bis zur 

Kastrationsresistenz, die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität sowie die 

Zeit bis zur Verschlechterung einer Schmerzsymptomatik [976]. 

Nach einer medianen Beobachtungszeit von 14,4 Monaten zeigte sich ein 

signifikanter Vorteil für die Kombination aus Enzalutamid+ADT für den primären 

Studienendpunkt rPFS [976], welcher bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 

44,6 Monaten bestehen blieb (HR 0,63, 95 % KI 0,52-0,76). Auch ein Vorteil im OS 

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konnte in diesem späteren Datenschnitt gezeigt werden (HR 0,66, 95 % KI 0,53-0,81; 

p<0,001) [1001]. Die Gesamtzahl der unerwünschten Ereignisse (AEs) sowie die Grad 

3-5 AEs unterschieden sich nur gering, mit insgesamt höheren Raten in der 

Interventions- gegenüber der Kontrollgruppe. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse 

einschließlich weiterer Nebenwirkungen findet sich in Tabelle 23. 

Für die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität, einem der sekundären 

Endpunkte, werden median 11,3 Monate für die Interventionsgruppe sowie median 

11,1 Monate für die Kontrollgruppe berichtet (HR 0,96, 95 % KI 0,81-1,14; p=0,6548) 

[976]. 

Enzalutamid in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a 

SGB V durch das IQWIG unterzogen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom 

G-BA die konventionelle ADT jeweils in Kombination mit Apalutamid (nur für Patienten 

mit ECOG 0-1) oder in Kombination mit Docetaxel mit oder ohne Predniso(lo)n (nur 

für Patienten mit Fernmetastasen und ECOG 0-1) oder in Kombination mit 

Abirateronacetat und Predniso(lo)n (nur für Patienten mit de novo Hochrisiko-mHSPC) 

bestimmt. Da eine direkte vergleichende Studie zwischen zVT und Enzalutamid nicht 

vorliegt, erfolgte ein adjustierter indirekter Vergleich (ADT als „Brückenkomparator“), 

um Enzalutamid mit den Docetaxel-Daten aus der STAMPEDE-Studie zu vergleichen. 

Insgesamt fand sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, 

aber es konnte ein positiver Effekt für Enzalutamid in Bezug auf die Nebenwirkungen 

gezeigt werden. Das IQWIG sah insgesamt daher einen Anhaltspunkt für einen nicht 

quantifizierbaren Zusatznutzen [1002]. Der G-BA sah dagegen einen Zusatznutzen als 

nicht belegt an [1003], da lediglich für den Endpunkt schwerwiegende unerwünschte 

Ereignisse ein Vorteil für Enzalutamid und dies auch nur für die ersten 6-7 Monate 

nach Therapiebeginn mit einer hinreichend sicher interpretierbaren Effektschätzung 

im indirekten Vergleich gesehen wurde und dies nicht mit hinreichender Sicherheit 

erlaube, einen Zusatznutzen abzuleiten [1000]. 

 

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Tabelle 23: Ergebnisse der RCT ARCHES zur Kombinationstherapie mit Enzalutamid 

Patientenzahl: n=1.150 ADT + 

Enzalutamid 

ADT + Placebo HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

Nutzen:  Medianes rPFS 

(Monate) (95 % KI) 1 

49,8 (47,3 – NE) 38,9 (28,2 - 

46,2) 

HR 0,63 (0,52-0,76) 

Medianes 

Gesamtüberleben 1,2 

(Monate) (95 % KI) 

NE (NE – NE) NE (49,7 – NE) HR 0,66 (0,53-0,81), 

p<0,001 

Schaden:  Nebenwirkungen 3  39,2 % 

29,9 % 

25,0 % 

18,2 % 

13,3 % 

13,1 % 

10,1 % 

27,9 % 

22,8 % 

16,0 % 

11,3 % 

12,0% 

6,1 % 

3,3 % 

Grad 3-4 Ereignisse 

Hitzewallungen 

Fatigue 

Arthralgie 

Rückenschmerz 

Bluthochdruck 

Stürze 

Todesfälle 

(unerwünschte 

Ereignisse Grad 5) 

30 (5,2 %) 12 (2,1 %) 

 

Mediane Beobachtungszeit 44,6 Monate [1001] 

NE: nicht ermittelbar 

1 31,3 % Crossover nach Entblindung der Studie (nach im Median 21,5 Monaten) 

2 Sekundärer Studienendpunkt 

3 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme 

 

Zu Empfehlung 7.30 b und Empfehlung 7.31 c (ADT + Darolutamid) 

Die Kombination aus Darolutamid in Ergänzung zu einer ADT gegenüber einer 

alleinigen ADT wurde in ARANOTE, einer randomisierten, doppelt-verblindeten, 

placebokontrollierten Phase-III-Studie mit insgesamt 669 Patienten mit pathologisch 

bestätigtem mHSPC untersucht. Die Randomisierung erfolgte 2: 1 in den Darolutamid- 

(n=446) bzw. den Placebo-Arm (n=223) [981]. Eingeschlossen wurden erwachsene 

Patienten mit einem ECOG-Performance-Status von 0 bis 2, die eine vorherige ADT 

von bis zu 3 Monaten erhalten hatten. Als primärer Endpunkt wurde das rPFS 

untersucht. Sekundäre Endpunkte waren OS, die Zeit bis zur Aufnahme einer neuen 

antineoplastischen Therapie, bis zum mCRPC, bis zur PSA-Progression, bis zur 

Schmerzprogression und die Rate an Patienten mit einem PSA-Wert von <0,2 ng/ml 

bei einem Baseline-PSA-Wert von ≥0,2 ng/ml. 

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Nach einer medianen Beobachtungszeit von 25,3 Monaten im Darolutamid-Arm und 

25,0 Monaten im Placebo-Arm zeigte sich ein signifikanter Vorteil für die 

Kombination aus Darolutamid + ADT für den primären Studienendpunkt rPFS. Für das 

Gesamtüberleben konnte in diesem Datenabschnitt kein Vorteil im OS gezeigt werden 

(HR 0,81, 95 % KI 0,59-1,12). Alle anderen sekundären Endpunkte zeigten einen 

Vorteil für Darolutamid. Die unerwünschten Ereignisse waren in beiden Gruppen 

ähnlich. Ein geringerer Anteil der Patienten im Darolutamid- als im Placebo-Arm brach 

die Behandlung aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab (6,1 % vs. 9,0 %) [981]. 

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse einschließlich spezifischer Nebenwirkungen 

findet sich in Tabelle 24. 

Eine Nutzenbewertung von Darolutamid + ADT nach §35a SGB V liegt aktuell noch 

nicht vor. 

Tabelle 24: Ergebnisse der RCT ARANOTE zur Kombinationstherapie mit Darolutamid 

Patientenzahl: n=669 ADT + 

Darolutamid 

ADT + Placebo HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

Nutzen:  Medianes rPFS 

(Monate) (95 % KI) 

NE (NE – NE) 25,0 (19,0 - NE) HR 0,54 (0,41-0,71), 

p<0,0001 

Medianes 

Gesamtüberleben 1 

(Monate) 

NE NE HR 0,81 (0,59-1,12) 

Schaden:  Nebenwirkungen 2  30,8 % 30,3 % Grad 3-4 Ereignisse 

20,4 % 17,6 % Anämie 

12,4 % 11,3 % Arthralgie 

11,7 % 7,7 % Harnwegsinfektion 

9,7 % 10,4 % Rückenschmerz 

7,4 % 12,2 % Knochenschmerz 

Todesfälle 

(unerwünschte 

Ereignisse Grad 5) 

21 (4,7 %) 12 (5,4 %) 

Mediane Beobachtungszeit 25,3 Monate (Darolutamid-Arm) und 25,0 Monate (Placebo-Arm) [981] 

NE: nicht ermittelbar 

1 Sekundärer Studienendpunkt 

2 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme 

 

Zu Empfehlung 7.30 c und Empfehlung 7.31 d (ADT + Abirateron + 

Prednison/Prednisolon) 

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241

Zur Kombinationstherapie von Abirateron und ADT liegen Daten aus zwei 

randomisierten klinischen Studien, STAMPEDE und LATITUDE, vor [984], [1004]. 

In die STAMPEDE-Studie wurden nur Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) 

eingeschlossen (dagegen in LATITUDE auch ECOG 2). Ähnlich wie im Docetaxel-Arm 

von STAMPEDE [1004] so wurde auch im Abirateron-Arm kein Unterschied bezüglich 

der Metastasenlast in der Gruppe der metastasierten Patienten gemacht. Im OS zeigte 

sich ein statistisch signifikanter Vorteil für die Kombinationstherapie mit einer HR von 

0,63 (95 % KI 0,52-0,76) in der initialen Analyse (Population: M0 und M1, any risk) 

[1004] bzw. 0,60 (95 % KI 0,50-0,71) bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 

73 Monaten (Population: M1, any risk) [985]. Auch bezüglich des progressionsfreien 

Überlebens fand sich ein deutlicher Vorteil zwischen der Therapie- und Placebo-

Gruppe (HR 0,58; p<0,0001) [985] (siehe Tabelle 25). 

In die zulassungsrelevante LATITUDE-Studie wurden Patienten mit neu 

diagnostiziertem, pathologisch bestätigtem mHSPC (high risk) und ECOG 0-2 

eingeschlossen, die mindestens zwei von drei benannten Risikofaktoren aufwiesen 

(Gleason-Score von 8-10, mindestens drei Knochenläsionen, messbare viszerale 

Metastasen) [984], [971]. 

Ausgeschlossen wurden Patienten, die zuvor eine Chemotherapie, eine 

Strahlentherapie oder einen operativen Eingriff zur Behandlung eines metastasierten 

Prostatakarzinoms erhielten, mit Ausnahme einer ADT mit GnRH-Analoga von weniger 

als 3 Monaten, einer Orchiektomie oder palliativer Strahlentherapie beziehungsweise 

palliativen operativen Eingriffen zur symptomatischen Behandlung [984], [971]. 

Als primärer Endpunkt wurden das OS sowie radiographisches, progressionsfreies 

Überleben (rPFS) betrachtet [984], [971]. Die Auswertung erfolgte im Rahmen einer 

ersten Interimsanalyse im Oktober 2016, aus deren Ergebnissen eine Entblindung 

sowie eine Protokollanpassung zu einer offenen Verlängerungsphase der Studie mit 

der Möglichkeit eines Wechsels der Behandlungsgruppe im Februar 2017 resultierte 

[984], [971] Bei der Endauswertung ist der Wechsel von Patienten der Kontrollgruppe 

in die Interventionsgruppe nach der Entblindung (cross-over, n=72) zu 

berücksichtigen [984]. 

Die Endauswertung erfolgte zum 15. August 2018 mit einer medianen 

Beobachtungszeit von 51,8 Monaten [984]. Es bestätigte sich der Vorteil bezüglich 

des Gesamtüberlebens (HR 0,66, s. Tabelle 17). Die Auswertung des rPFS erfolgte nur 

zur ersten Interimsanalyse mit einem deutlichen Vorteil für die Kombinationstherapie 

von 33,0 vs. 14,8 Monaten, HR 0,47 [984], [971]. 

Die Nebenwirkungen in der Tabelle 25 stammen exemplarisch aus der LATITUDE-

Studie. 

Dem Behandlungsschema der Studien [984], [1004] entsprechend wird Abirateron in 

der Dosierung von 1000 mg/Tag plus Prednison oder Prednisolon 5 mg/Tag 

beginnend innerhalb von 3 Monaten nach Einleitung der Androgendeprivation 

empfohlen. 

Abirateron in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a 

SGB V durch das IQWIG unterzogen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom 

G-BA die konventionelle ADT, gegebenenfalls in Kombination mit einem nicht-

steroidalen Antiandrogen (Flutamid oder Bicalutamid) oder die konventionelle ADT in 

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Kombination mit Docetaxel und Predniso(lo)n bestimmt. In die Nutzenbewertung 

wurden die Patienten der LATITUDE-Studie sowie die M1-Patientenpopulation der 

STAMPEDE-Studie eingeschlossen. Grundsätzlich wurden die Ergebnisse der 

LATITUDE- und STAMPEDE-Studien gemeinsam betrachtet. Bei maßgeblicher 

Heterogenität der Ergebnisse wurde jedoch primär die LATITUDE-Studie für 

Nutzenaussagen herangezogen, da die Patientenpopulation der LATITUDE-Studie der 

Zielpopulation ähnlicher war. Es fand sich ein statistisch signifikanter Unterschied im 

Gesamtüberleben zugunsten von Abirateron+Predniso(lo)n+ADT vs. ADT. Außerdem 

fand sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen hinsichtlich skelettbezogener 

Ergebnisse, hinsichtlich des stärksten Schmerzes (BPI-SF Item 3) sowie der 

gesundheitsbezogenen Lebensqualität (FACT-P). Allerdings fanden sich auch 

Anhaltspunkte für negative Effekte in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen, Das 

IQWIG sah insgesamt für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-mHSPC einen 

Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen [1005]. Dieser Bewertung schloss sich 

auch der G-BA an [1006]. 

Tabelle 25: Ergebnisse der RCT zur Kombinationstherapie mit Abirateron: 

STAMPEDE: Patientenzahl: n=1.003 

LATITUDE: Patientenzahl: n=1.199 

ADT + 

Abirateron 

ADT (Studie) HR 

(Konfidenzintervall); 

Signifikanz 

Nutzen:  STAMPEDE 

Gesamtüberleben nach 5 

Jahren (M1, any risk) 

60 % (55–64) 41 % (37-45) 0,60 (0,50-0,71); 

p<0,0001 

Gesamtüberleben nach 5 

Jahren (M1, high-risk) 

49 % (43-55) 28 % (22-34) 0,54 (0,43-0,69); 

p<0,0001 

Progressionsfreies 

Überleben nach 5 Jahren 

(95% KI) (M1, any risk) 

54 % (50-59) 37 % (33–42) 0,58; p<0,0001 

Progressionsfreies 

Überleben nach 5 Jahren 

(95% KI) (M1, high-risk) 

39 % (33-46) 25 % (19-31) 0,56 (0,46-0,72); 

p<0,0001 

LATITUDE 

Medianes Überleben 

final, Monate (95 % KI) 

53,3 (48,8–NE) 36,5 (33,5-

40,0) 

0,66 (0,56-0,78), 

p<0,0001 

Progressionsfreies 

Überleben, Monate 

(Interimsanalyse) 

33,0 14,8 1  0,47 (0,39 – 0,55); 

p<0,001 

Schaden:  Nebenwirkungen 62 % 47 % Grad 3-4 Ereignisse 

21 % 21 % Rückenschmerzen 

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STAMPEDE: Patientenzahl: n=1.003 

LATITUDE: Patientenzahl: n=1.199 

ADT + 

Abirateron 

ADT (Studie) HR 

(Konfidenzintervall); 

Signifikanz 

(exemplarisch aus 

LATITUDE-Studie) 2 

38 % 22 % Hypertonie 

15 % 13 % Hitzewallungen 

16 % 14 % Arthralgie 

23 % 4 % Hypokaliämie 

14 % 15 % Fatigue 

17 % 13 % ALAT erhöht 

11 % 11 % Obstipation 

12 % 12 % Schmerzen in 

Extremitäten 

15 % 11 % ASAT erhöht 

10 % 9 % Periphere Ödeme 

14 % 15 % Knochenschmerzen 

14 % 12 % Hyperglykämie 

10 % 15 % Anämie 

Todesfälle 

(unerwünschte Ereignisse 

Grad 5) 

9 (1 %) 3 (<1 %) 

(STAMPEDE) 

 

38 (6 %) 25 (4 %) 

(LATITUDE) 

 

STAMPEDE (mediane Beobachtungszeit 40 Monate (Todesfälle [1004]) bzw. 73 Monate (OS, PFS 

[985])) und LATITUDE (mediane Beobachtungszeit 30,4 Monate (PFS [984]) bzw. 51,8 Monate 

(OS, Nebenwirkungen, Todesfälle [971])) 

NE: nicht ermittelbar LATITUDE und STAMPEDE unterschieden sich in den Einschlusskriterien; 

1 Daten der Interimsanalyse, 2 Unerwünschte Ereignisse jeglicher Ursache Art in der „Safety“-

Population in ≥10% der Patienten eines der Behandlungsarme 

 

Zu Empfehlung 7.30 d und Empfehlung 7.31 e (ADT + Darolutamid + Docetaxel) 

Die vormals bestehende Empfehlung, Patienten mit high-volume-mHSPC unter 

Aufklärung über die im Vergleich zu ARPI höhere Toxizität zusätzlich zur ADT eine 

Chemotherapie mit Docetaxel anzubieten, basierte auf den Studien GETUG AFU-15, 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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244

CHAARTED und STAMPEDE [973], [1007], [1008], [1009], [982]. Auch für Patienten 

mit low-volume-Erkrankung wurde eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen, 

allerdings mit Empfehlungsgrad 0 („kann“). Auf der Grundlage der Daten aus 

ARASENS und PEACE-1 konnten beide Empfehlungen jedoch nicht weiter 

aufrechterhalten werden. Die Dreierkombination aus ADT, Docetaxel und einem ARPI 

(Abirateron oder Darolutamid) ist eine neue Behandlungsoption für das mHSPC. 

Derzeit ist unklar, ob alle mHSPC-Patienten davon profitieren, wenn Docetaxel zu 

einer ADT- und ARPI-Kombination hinzugefügt wird. Bislang ist Darolutamid das 

einzige Medikament, das von der EMA in Kombination mit Docetaxel und ADT 

zugelassen ist. 

In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie ARASENS 

[977] wurde die Dreierkombination aus ADT, Docetaxel und Darolutamid mit ADT, 

Docetaxel und Placebo verglichen. Insgesamt wurden 1.306 erwachsene Patienten mit 

bestätigtem mHSPC und ECGO-Performance-Status von 0 oder 1 randomisiert. 

Ausgeschlossen wurden Patienten mit ausschließlich regionärem Lymphknotenbefall 

(N1, unterhalb der iliakalen Bifurkation). Primärer Endpunkt war das 

Gesamtüberleben, sekundäre Endpunkte waren die Zeit bis zum Auftreten eines 

mCRPC, die Zeit bis zum Schmerzprogress, das symptomatische skelettale 

ereignisfreie Überleben, die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen 

Ereignis, die Zeit bis zum Beginn einer nachfolgenden systemischen 

antineoplastischen Therapie, die Zeit bis zur Verschlechterung krankheitsbedingter 

körperlicher Symptome, die Zeit bis zum Beginn einer Opioidbehandlung an sieben 

oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen, sowie die Nebenwirkungen. 

Alle Patienten erhielten innerhalb von 12 Wochen vor der Randomisierung eine ADT 

(GnRH-Agonisten oder -Antagonisten) oder unterzogen sich einer Orchiektomie und 

erhielten sechs Zyklen Docetaxel (75 mg/m² Körperoberfläche an Tag 1 in einem 

Drei-Wochen-Zyklus), wobei Prednison oder Prednisolon nach Ermessen des 

Prüfarztes verabreicht und innerhalb von 6 Wochen nach der Randomisierung 

begonnen wurde. Die empfohlene Prämedikation zur Vorbeugung von Docetaxel-

bedingten Überempfindlichkeitsreaktionen und Flüssigkeitsretention war orales 

Dexamethason (8 mg 12 Stunden, 3 Stunden und 1 Stunde vor der Infusion). 

Der primäre Endpunkt Gesamtüberleben wurde erreicht (Nachbeobachtungszeit für 

OS: 43,7 Monate [Darolutamid-Gruppe] vs. 42,4 Monate [Placebo-Gruppe]), wobei das 

Sterberisiko signifikant um 32,5 % gesenkt wurde (HR 0,68, 95 % KI 0,57-0,80; 

p<0,001). Die zusätzliche Gabe von Darolutamid war auch mit Vorteilen in 

sekundären Endpunkten und in vordefinierten Untergruppen verbunden (siehe Tabelle 

26). Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen war in beiden Gruppen ähnlich. Die 

Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen des Grades 3 oder 4 lag in der 

Darolutamid-Gruppe bei 66,1 %, und Neutropenie war das häufigste unerwünschte 

Ereignis des Grades 3 oder 4 (33,7 %) [977], [978]. 

Darolutamid in Kombination mit einer ADT und Docetaxel in der Indikation mHSPC 

wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a SGB V durch das IQWIG unterzogen. 

Als zVT wurde vom G-BA die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit 

Apalutamid, Enzalutamid, Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon (nur für 

Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder Docetaxel mit 

oder ohne Prednison/Prednisolon bestimmt. Es fand sich ein statistisch signifikanter 

Unterschied im Gesamtüberleben zum erheblichen Vorteil von 

Darolutamid+Docetaxel+ADT im Vergleich zu Docetaxel+ADT. Bei den 

schwer(wiegend)en Nebenwirkungen zeigten sich sowohl positive als auch negative 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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245

Effekte. Es ist hierbei fraglich, ob der positive Effekt für den Endpunkt schwere 

Knochenschmerzen nicht eher die Symptome der Erkrankung abbildet. Vorteile in den 

Gesamtraten der schwer(wiegend)en Nebenwirkungen zeigten sich lediglich bei 

Patienten mit viszeralen Metastasen mit oder ohne Lymphknotenmetastasen oder mit 

oder ohne Knochenmetastasen. Bei den Vorteilen hinsichtlich der schwer(wiegend)en 

Nebenwirkungen ist zu berücksichtigen, dass diese ggf. auf einer Mischung aus 

Nebenwirkungen und Symptomen bzw. Folgekomplikationen der Erkrankung 

beruhen. Demgegenüber stehen zwei Anhaltspunkte für negative Effekte bzgl. 

schwerer Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (beträchtliches Ausmaß) 

bzw. bzgl. schwerer Hypertonien (geringes Ausmaß). Zusammenfassend konstatiert 

das IQWIG für Patienten mit mHSPC einen Hinweis auf einen erheblichen 

Zusatznutzen von Darolutamid+Docetaxel+ADT gegenüber Docetaxel+ADT [1010]. 

Der G-BA sah einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von 

Darolutamid+Docetaxel+ADT gegenüber Docetaxel+ADT [1011]. 

 

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246

Tabelle 26: Ergebnisse der RCT ARASENS zur Dreifachtherapie aus ADT, Docetaxel und 

Darolutamid 

Patientenzahl: n=1.305 ADT + 

Docetaxel + 

Darolutamid 

ADT + 

Docetaxel + 

Placebo 

HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

Nutzen:  Medianes 

Gesamtüberleben (OS) 

[Monate] 

NE 48,9 (95 % KI 

44,4-NE) 

0,68 (95 % KI 0,57-

0,80), p<0,001 

Medianes OS, High 

Volume Erkrankung 

[Monate] 

NE (95 % KI 

50,3-NE) 

42,4 (95 % KI 

39,7-46,0) 

0,69 (95 % KI 0,57-

0,82) 

Medianes OS, Low 

Volume Erkrankung 

[Monate] 

NE (95 % KI 

NE-NE) 

NE (95 % KI NE-

NE) 

0,68 (95 % KI 0,41-

1,13) 

Medianes OS, High Risk 

Erkrankung [Monate] 

NE (95 % KI 

NE-NE) 

43,2 (95 % KI 

40,0-48,9) 

0,71 (95 % KI 0,58-

0,86) 

Medianes OS, Low Risk 

Erkrankung [Monate] 

NE (95 % KI 

NE-NE) 

NE (95 % KI NE-

NE) 

0,62 (95 % KI 0,42-

0,90) 

Mediane Zeit bis zum 

Auftreten eines mCRPC 

[Monate] 

NE 19,1 (95 % KI 

16,5-21,8) 

0,36 (95 % KI 0,30-

0,42), p<0,001 

Mediane Zeit bis zum 

Schmerz-progress 

[Monate] 

NE (30,5-NE) 27,5 (95 % KI 

22,0-36,1) 

0,79 (95 % KI 0,66-

0,95), p=0,01 

Schaden:  Nebenwirkungen 1  66 % 64 % Grad 3-4 Ereignisse 

40 % 41 % Alopezie 

39 % 39 % Neutropenie 

33 % 33 % Fatigue 

28 % 25 % Anämie 

27 % 27 % Arthralgie 

27 % 26 % Periphere Ödeme 

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247

Patientenzahl: n=1.305 ADT + 

Docetaxel + 

Darolutamid 

ADT + 

Docetaxel + 

Placebo 

HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

26 % 24 % Diarrhoe 

23 % 20 % Obstipation 

19 % 19 % Hitzewallungen 

19 % 19 % Rückenschmerz 

19 % 13 % Reduzierter Appetit 

18 % 16 % Gewichtszunahme 

18 % 20 % Übelkeit 

16 % 13 % ALAT erhöht 

15 % 12 % Schmerz in 

Extremitäten 

14 % 10 % ASAT erhöht 

13 % 14 % Pyrexie 

13 % 9 % Hypertonie 

13 % 11 % Husten 

12 % 13 % Knochenschmerz 

12 % 10 % Periphere Neuropathie 

11 % 12 % Schlaflosigkeit 

11 % 9 % Hyperglykämie 

11 % 10 % Muskelschmerz 

11 % 12 % Geschmacksstörung 

10 % 10 % Asthenie 

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Patientenzahl: n=1.305 ADT + 

Docetaxel + 

Darolutamid 

ADT + 

Docetaxel + 

Placebo 

HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

10 % 9 % Stomatitis 

10 % 10 % Periphere sensorische 

Neuropathie 

9 % 10 % Harnwegsinfektion 

9 % 11 % Dyspnoe 

9 % 10 % Malaise 

Todesfälle 

(unerwünschte Ereignisse 

Grad 5) 

27 (4,1 %) 26 (4,0 %) 

 

NE: nicht ermittelbar 

1 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der 

Behandlungsarme 

Quellen: [977] , [978] 

 

Zu Empfehlung 7.30 e und Empfehlung 7.31 f (ADT + Abirateron + 

Prednison/Prednisolon + Docetaxel) 

Eine weitere Dreierkombination, bestehend aus ADT+Abirateron+Docetaxel wurde in 

der offenen, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien PEACE-1 [979] 

untersucht. Die Kombination ist in den USA durch die FDA zugelassen, eine Zulassung 

in Europa liegt nicht vor. 

PEACE-1 hatte ein 2 x 2 faktorielles Design. Eingeschlossen wurden Patienten mit 

bestätigtem, de novo metastasierten Adenokarzinom der Prostata und einem ECOG-

Status von 0-1 (oder 2 aufgrund von Knochenschmerz). Co-primäre Endpunkte waren 

rPFS und OS, sekundäre Endpunkte beinhalteten u.a. die Zeit bis zum Auftreten eines 

mCRPC, das Prostatakarzinom-spezifische Überleben, die Zeit bis zu einem 

skelettbezogenen Ereignis, die Zeit bis zum Schmerzprogress und die Toxizität. 

Patienten mit de novo mHSPC wurden 1: 1: 1: 1 randomisiert und erhielten entweder 

Standard of Care (SOC: ADT±Docetaxel), SOC + Bestrahlung, SOC+Abirateron oder 

SOC+Bestrahlung+Abirateron. Docetaxel wurde wie folgt verabreicht: 75 mg/m² 

Körperoberfläche (max. 150 mg) i. v., in einem Drei-Wochen-Zyklus. G-CSF-Injektionen 

wurden empfohlen. Abirateron wurde wie folgt eingenommen: 1000 mg oral als 

tägliche Einzeldosis plus täglich zwei orale Dosen Prednison 5 mg, beginnend 

innerhalb von 6 Wochen nach Start der ADT. Während der Rekrutierungszeit änderte 

sich der Standard of Care in Bezug auf die Docetaxel-Indikation: Die Studie begann in 

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249

2013 mit ADT als SOC, von Oktober 2015 an war Docetaxel zusätzlich zur ADT 

erlaubt und ab August 2017 obligat Teil der Standardtherapie [979]. 

PEACE-1 hat gezeigt, dass die Dreierkombination aus ADT, Docetaxel und Abirateron 

das OS und das rPFS verbessert (siehe Tabelle 27), während die Toxizität, vor allem 

Bluthochdruck, leicht zunimmt. In der Gesamtpopulation hatten Patienten, die 

Abirateron erhielten (n=583), ein längeres rPFS (HR 0,54, 99,9 % KI 0,41-0,71; 

p<0,0001) und OS (HR 0,82, 95 % KI 0,69-0,98; p=0,030) als Patienten, die kein 

Abirateron erhielten (n=589). In der Population mit ADT und Docetaxel (n=355 in den 

Gruppen mit und ohne Abirateron) waren die HRs konsistent (rPFS 0,50, 99,9 % KI 

0,34-0,71; p<0,0001; OS 0,75, 95,1 % KI 0,59-0,95; p=0,017) [979]. 

Subgruppenanalysen legen nahe, dass vor allem Patienten mit high-volume-

Erkrankung profitieren (PFS: HR 0,47 [99,9 % KI 0,30-0,72], p<0,0001; OS: HR 0,72 

[95,1 % KI 0,55-0,95], p=0,019), während sich für low volume zwar ein (wenn auch 

geringerer) Vorteil im PFS, nicht jedoch im OS ergab (PFS: HR 0,58 [99,9 % KI 0,29-

1,15], p=0,0061; OS: HR 0,83 [95,1 % KI 0,50-1,39], p=0,66). Jüngste Daten deuten 

darauf hin, dass Männer ≥70 Jahre von der Zugabe von Abirateron zur SOC (mit oder 

ohne Docetaxel) möglicherweise weniger profitieren als Männer <70 Jahre. Dieser 

Trend war bei älteren Patienten, die fit genug waren, um Docetaxel als Teil des SOC 

zu erhalten, weniger ausgeprägt. Die Autoren vermuten, dass Komorbiditäten und 

Toxizität die Schlüsselelemente zur Erklärung dieser Daten sind [980]. 

Aufgrund der fehlenden Zulassung in Europa, des wechselnden SOC in Bezug auf 

Docetaxel im Studienverlauf und der zugelassenen Dreifach-Kombination aus 

Darolutamid, Docetaxel und ADT wird Abirateron in Kombination mit einer 

Chemohormontherapie als mögliche („kann“) Option beim de novo metastasierten 

high volume mHSPC angesehen. 

 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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Tabelle 27: Ergebnisse der RCT PEACE-1 zur Dreifachtherapie aus ADT, Docetaxel und 

Abirateron 

 

ADT + 

Docetaxel + 

Abirateron ± 

Bestrahlung 

ADT + 

Docetaxel ± 

Bestrahlung 

HR 

(Konfidenzintervall)

, Signifikanz 

Nutzen:  Radiografisches 

progressionsfreies 

Überleben [Jahre] 

4,5 2,0 0,50 (99,9 % KI 0,34-

0,71), p<0,0001 

Medianes 

Gesamtüberleben (OS) 

[Jahre] 

NE 4,4 0,75 (95,1 % KI 0,59-

0,95), p=0,017 

Medianes OS, Low 

Volume Erkrankung 

[Jahre] 

NE NE 0,83 (95,1 % KI 0,50-

1,39), p=0,66 

Medianes OS, High 

Volume Erkrankung 

[Jahre] 

5,1 3,5 0,72 (95,1 % KI 0,55-

0,95), p=0,019 

Schaden:  Nebenwirkungen 1  63 % 52 % ≥ Grad 3 Ereignisse 

70 % 73 % Fatigue 

40 % 36 % Periphere 

Neuropathie 

22 % 13 % Hypertonie² 

10 % 9 % Neutropenie² 

6 % 1 % Hepatotoxizität² 

5 % 5 % Febrile Neutropenie² 

5 % 4 % gGT erhöht² 

2 % 1 % erektile Dysfunktion² 

4 % 3 % alkalische 

Phosphatase (im 

Blut) erhöht² 

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251

 

ADT + 

Docetaxel + 

Abirateron ± 

Bestrahlung 

ADT + 

Docetaxel ± 

Bestrahlung 

HR 

(Konfidenzintervall)

, Signifikanz 

Todesfälle 

(unerwünschte Ereignisse 

Grad 5) 

7 (2 %) 3 (1 %) 

 

NE: nicht ermittelbar 

1 häufige unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population 

² häufige schwere unerwünschte Ereignisse ≥ Grad 3 in ≥5 % der Patienten eines der Behandlungsarme Quelle: 

[979], 

 

Mittlerweile gibt es zahlreiche Kombinationstherapien beim mHSPC, für die eine 

Überlegenheit gegenüber der reinen ADT nachgewiesen worden ist. Die 

verschiedenen Therapien unterscheiden sich u. a. bezüglich Zulassungsstatus bzw. 

Indikation sowie Nebenwirkungsspektrum. Zu den Vorteilen der einen oder der 

anderen Variante der Kombinationstherapie für spezifische Patientengruppen kann 

keine Aussage getroffen werden, da es keine direkt vergleichenden Studien gibt. 

Lediglich in der mehrarmigen STAMPEDE-Studie gab es einen Docetaxel- und einen 

Abirateron-Arm [985], und es wurde ein stärkerer Effekt hinsichtlich der Zeit bis zum 

Therapieversagen unter Abirateron als unter Docetaxel berichtet, ebenfalls jedoch 

nicht im direkten Vergleich. Ein Unterschied im Gesamtüberleben oder 

tumorspezifischen Überleben bestand dagegen nicht. Auch für Apalutamid gibt es 

einen indirekten Vergleich zum Docetaxel-Arm der STAMPEDE-Studie (s. o.); in einer 

IQWIG-Bewertung dieses Vergleichs wurde ein Anhaltspunkt für einen nicht-

quantifizierbaren Zusatznutzen für Apalutamid aufgrund von Vorteilen in der 

Kategorie Nebenwirkungen gesehen. Insgesamt scheint bei den Hormonpräparaten 

der neuen Generation also ein günstigeres Nebenwirkungsprofil zu bestehen, 

andererseits ist die Therapiedauer länger und für Risikopatienten ist bei Abirateron, 

die ebenfalls langfristige Gabe von Glucocorticoiden zu bedenken. 

Aufgrund der Daten der ARASENS-Studie [977], die einen Überlebensvorteil für die 

Dreifach-Kombination Darolutamid, Docetaxel plus ADT gegenüber Docetaxel plus 

ADT gezeigt hat, wird die alleinige Chemohormontherapie nicht mehr als SOC 

angesehen. Da keine vergleichende Studie zwischen Darolutamid, Docetaxel plus ADT 

und einem ARPI plus ADT vorliegt, ist unklar, ob bzw. welche Patienten von der 

Addition von Docetaxel profitieren. Andererseits bleibt Docetaxel eine Therapieoption 

beim mCRPC mit nachgewiesenem OS-Vorteil. Insofern stellt sich die Frage, ob die 

Docetaxel-Chemotherapie Teil einer frühen Therapieintensivierung beim mHSPC oder 

erst später beim Progress zum mCRPC gegeben werden soll. Die aktuell verfügbaren 

Daten erlauben diesbezüglich keine Empfehlung, sodass die Therapieentscheidung 

individuell getroffen werden muss. Insgesamt sind daher bei der Wahl der Therapie 

bei entsprechender Indikation die Patientenpräferenzen, mögliche Nebenwirkungen 

sowie das bestehende Komorbiditätsprofil nach partizipativer Entscheidungsfindung 

zu berücksichtigen. Obwohl auch mit einer „einfachen“ ADT relativ lange 

Überlebenszeiten erreicht werden können, sodass z. B. bei mutmaßlich 

eingeschränkter Lebenserwartung nicht zwingend eine Kombinationsbehandlung 

7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC) 

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252

verabreicht werden muss, stellen die in Empfehlung 7.30 empfohlenen 

Kombinationen heute den SOC dar. Ob Patienten mit initial bereits schlechtem 

Performance-Status und fehlender Verbesserung unter einer initialen Hormontherapie 

innerhalb von 3 Monaten tatsächlich von einer frühen Kombinationsbehandlung 

profitieren, ist unklar, sodass eine Einschränkung der Empfehlungen auf Patienten mit 

gutem Performance-Status (ECOG 0-1) erfolgte. Dennoch ist ein ECOG-Score von 2 

oder 3 nicht zuletzt auch indikationsgemäß nicht als Ausschlusskriterium für die 

beschriebenen Therapien zu verstehen. 

Zu Empfehlung 7.32 

In allen Zulassungsstudien wurde die Therapie bei Progress oder intolerablen 

Nebenwirkungen abgebrochen. Unabhängig davon wurde die ADT in der Regel 

weitergeführt. Muss z. B. Docetaxel als Teil einer Dreifach-Kombination aufgrund 

einer Chemotherapie-bedingten Toxizität abgebrochen werden, dann soll die übrige 

Therapie unabhängig davon weitergeführt werden. Andersherum soll bei intolerablen 

Nebenwirkungen, die z. B. auf Darolutamid zurückzuführen sind, die Docetaxel-

Chemotherapie möglichst wie geplant durchgeführt werden. Schließlich kann bei 

typischen Nebenwirkungen eines bestimmten ARPI auch der Versuch sinnvoll sein, 

eine Kombinationsbehandlung mit einem anderen ARPI fortzusetzen. 

Zu Empfehlung 7.33 

Eine sofortige hormonablative Therapie ist mit einer Verlängerung des 

progressionsfreien Überlebens verbunden [983]. Wie im Kapitel 6.7 beim nicht-

metastasierten Prostatakarzinom ausgeführt, sind die Ergebnisse jedoch im nicht-

metastasierten und ebenso im metastasierten Stadium für das Gesamtüberleben nicht 

eindeutig. Aufgrund der guten Ansprechraten und der Verlängerung des 

progressionsfreien Überlebens im symptomatischen metastasierten Stadium wird 

jedoch eine starke Empfehlung zur sofortigen hormonablativen Therapie 

ausgesprochen. Die kausale Therapie ist einer symptomatischen Behandlung 

eindeutig vorzuziehen. Neben einer Verlängerung des progressionsfreien Überlebens 

gibt es Hinweise darauf, dass eine frühzeitig eingeleitete Androgendeprivation 

Komplikationen infolge einer Progression der Grunderkrankung (z. B. durch eine 

pathologische Fraktur) reduziert [1012]. 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

253

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder 

kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

7.34  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Zur Definition eines kastrationsresistenten Prostatakarzinoms unter 

Androgensuppression sollen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

• Testosteronspiegel <50 ng/dl und gleichzeitig 

o Biochemischer Progress mit drei konsekutiven Anstiegen des PSA-

Wertes im mindestens wöchentlichen Abstand, Anstieg des PSA-

Wertes um mindestens 50 % gegenüber dem Nadir und PSA-Wert >2 

ng/ml; 

und/oder 

o Progress in der Bildgebung. 

 

Starker Konsens 

 

7.35  Konsensbasierte Empfehlung geprüft 2024 

EK 

Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom sollen über folgende 

Inhalte aufgeklärt werden: 

• Eine Heilung kann nicht erreicht werden. 

• Für die weitere Behandlung stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. 

 

Starker Konsens 

 

7.36  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Bei Patienten mit progredienter Erkrankung unter medikamentöser Kastration 

sollten die therapeutischen Optionen und das therapeutische Vorgehen 

interdisziplinär im Tumorboard beraten und festgelegt werden. 

 

Starker Konsens 

 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

254

7.37  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Die folgenden, für eine Therapieentscheidung ausschlaggebenden Faktoren sollen 

berücksichtigt werden: 

• Symptomatik 

• Prädiktive histologische, bildgebende und genetische Diagnostik 

(Darstellung der Parameter im Hintergrundtext) 

• Vortherapien und Therapieansprechen 

• Progressionsdynamik 

• Lokalisation von Metastasen und Tumorlast 

• Komorbidität, Lebenserwartung und Lebensqualität 

• Nebenwirkungen der Therapieoptionen 

• Patientenpräferenz 

 

Starker Konsens 

 

7.38  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Bei geriatrischen Patienten (über 70 Jahre und multimorbid, oder über 80 Jahre) 

sollte zur Entscheidungsfindung vor Einleitung einer tumorspezifischen Therapie 

ein geriatrisches Assessment (z. B. ISAR, G8) durchgeführt werden. 

 

Konsens 

 

7.39  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom soll die 

Androgendeprivationstherapie fortgesetzt werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.34 

Nur bei adäquater kastrationsäquivalenter Testosteronsuppression kann von einer 

androgenunabhängigen bzw. kastrationsresistenten Erkrankung ausgegangen 

werden. Der Begriff des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) wurde im 

Jahr 2008 von der Prostate Cancer Working Group 2 geprägt. Er beschreibt den 

klinischen und/oder biochemischen Progress eines Prostatakarzinoms bei sehr 

niedriger Serumtestosteronkonzentration. Entsprechend dem Vorgehen in klinischen 

Studien zur Wirksamkeit neuer Arzneimittel beim metastasierten CRPC (mCRPC) und 

den Kriterien der Zulassungsbehörden folgend, wurde in den vorgehenden Versionen 

der S3-Leitlinie und in der aktuellen EAU Guideline [597] der tradierte Grenzwert für 

die Suppression des Testosteronspiegels bei <50 ng/dl (<1,7 nmol/L) übernommen. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

255

Dieser Wert wurde vor mehr als 40 Jahren festgelegt, als die Testosteronmessung 

weniger empfindlich war [1013]. Der Mittelwert nach chirurgischer Kastration liegt bei 

15 ng/dL liegt [1014]. Möglicherweise sollte längerfristig ein angemessenerer Wert 

bei <20 ng/dL (<0,7 nmol/L) definiert werden, da niedrigere Spiegel mit einer 

besseren Prognose assoziiert sind [1015], [1016], [1017]. 

Der klinische Progress wird durch radiologische und/oder nuklearmedizinische 

Bildgebung dokumentiert. In der EAU-Guideline wird ein Progress in der Bildgebung 

als das Auftreten neuer Metastasen wie folgt definiert: mind. zwei neue 

Knochenmetastasen im Knochenscan oder Weichteilläsionen nach Response 

Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST)-Kriterien [1018]. Bei Verfügbarkeit 

vergleichender Aufnahmen sind auch Methoden wie die 

Positronenemissionstomographie (PET) für die Definition eines bildgebenden 

Progresses geeignet. Symptomatischer Progress ist für die Definition eines CRPC nicht 

ausreichend. 

Zu Empfehlung 7.35 

Die Behandlung des CRPC erfolgt nicht in kurativer Intention. Basis der Betreuung ist 

die optimale palliativmedizinische und supportive Therapie, siehe die AWMF S3-

Leitlinien „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ 

[1019] und „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen – interdisziplinäre 

Querschnittsleitlinie“ [1020], siehe auch Empfehlung 7.37 Neue Arzneimittel und 

Arzneimittelkombinationen haben in den letzten Jahren zu einer signifikanten 

Verlängerung der medianen Überlebenszeit von Patienten mit CRPC geführt, siehe 

Empfehlungen 7.35 ff. 

Zu Empfehlung 7.36 

Die therapeutischen Optionen betreffen verschiedene Fachdisziplinen. Zu einer 

interdisziplinären Tumorkonferenz beim CRPC gehören Urologie, internistische 

Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie, in Abhängigkeit von 

Symptomatik und zu diskutierender Therapieoption auch Nuklearmedizin, 

Orthopädie, Neurochirurgie, Palliativmedizin oder andere Fachdisziplinen. 

Interdisziplinäre Tumorkonferenzen ermöglichen die Abwägung der Komplexität von 

Therapieoptionen und die rasche Integration neuer Diagnostik- und 

Therapieverfahren. 

Ziele der Therapie sind die Verlängerung der Überlebenszeit, die Linderung von 

Symptomen, die Verbesserung oder der Erhalt der Lebensqualität, sowie die 

Vermeidung von Komplikationen. Therapieassoziierte Nebenwirkungen sind kritisch 

gegen die Resultate der Therapie abzuwägen. Die Entscheidungsfindung bedarf einer 

umfassenden Aufklärung des Patienten. Die Aufklärung soll alle für eine 

Therapieentscheidung abzuwägenden Aspekte enthalten. 

Zu Empfehlung 7.37 und Empfehlung 7.38 

Die individuelle Lebensdauer ist von vielen Faktoren abhängig. Von besonderer 

Bedeutung sind Alter und Komorbidität. Empfohlen für Patienten im Alter über 80 

Jahre und für Patienten über 70 Jahre mit Multimorbidität wird ein formales, 

geriatrisches Screening. Geeignet sind die leicht handhabbaren, validierten 

Fragebögen ISAR „Identification of Seniors at Risk“ und G8 [1021]. Zur umfassenden 

Darstellung des geriatrischen Assessment verweisen wir auf die Living Guideline der 

AWMF „Geriatrisches Assessment der Stufe 2“ [1022]. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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256

Zu Empfehlung 7.39 

Das CRPC ist biologisch heterogen. Neben kastrationsresistenten Tumorzellen 

können hormonsensitive Tumorzellen persistieren. In den Zulassungsstudien zur 

Untersuchung der Wirksamkeit, Sicherheit und des klinischen Nutzens neuer 

Arzneimittel wurde die Androgendeprivationstherapie fortgeführt. Diese umfasst 

GnRH-Agonisten, GnRH-Antagonisten oder einen Zustand nach bilateraler 

Orchiektomie. 

7.4.1 Therapie des nicht-metastasierten, kastrationsresistenten 

Prostatakarzinoms (nmCPRC) 

7.40  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

Empfehlungsgrad 

Patienten mit einem in der konventionellen Bildgebung nicht-metastasierten, 

kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) und einem hohen Risiko für 

Metastasierung (PSA-Verdopplungszeit von <10 Monaten) soll zusätzlich zur 

Androgendeprivationstherapie (ADT) die Therapie mit einem Androgenrezeptor-

Signalweg-Inhibitor (ARPI) (alphabetische Reihenfolge: Apalutamid, Darolutamid 

oder Enzalutamid) angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1+, 1- 

[1023], [1024], [1025], [1026], [1027], [1028], [1029], [1030], [1031] 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.40 

Prostatakarzinompatienten mit Anstieg des PSA unter suffizienter 

Androgendeprivation bilden eine heterogene Gruppe. Das klinische Bild reicht von 

initialer klinischer Symptomatik (z. B. Schmerzen) mit synchronem Nachweis 

bildgebender Metastasen über einen verzögerten Nachweis bildgebender Metastasen 

bis zu lang protrahierten Verläufen mit ausschließlicher „PSA-Krankheit“. Ungünstige 

prognostische Faktoren sind [914], [1032]: 

• kurzes Intervall zwischen radikaler Prostatektomie und biochemischem 

Progress 

• Gleason-Score >8 

• Basis PSA-Wert >2 ng/ml 

• PSA-Verdopplungszeit <10 Monate. 

Für die systemische Therapie des nicht-metastasierten, kastrationsresistenten 

Prostatakarzinom (nmCRPC) bei Patienten mit einer PSA-Verdopplungszeit von <10 

Monaten sind drei Androgenrezeptor-Pathway-Inhibitoren (ARPI) zugelassen. Wir 

verwenden in diesem Kapitel explizit den Begriff ARPI für diese Substanzklasse und 

vermeiden Überbegriffe wie „New Hormonal Agents“. Letzterer würde auch Abirateron 

umfassen (s. u.), einen selektiven CYP17A1-Inhibitor. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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257

Basis der Zulassungsstudien für die ARPI in der Therapie des nmCRPC war die 

konventionelle Bildgebung. Hierbei waren vergrößerte pelvine Lymphknoten <2 cm 

kein Ausschlusskriterium. Die Ergebnisse der drei Substanzen sind vergleichbar. Die 

Ergebnisse werden in alphabetischer Reihenfolge der zugelassenen Arzneimittel 

diskutiert: 

Apalutamid wurde im Januar 2019 für die Europäische Union (EU) zugelassen. 

Grundlage war SPARTAN, eine internationale, multizentrische, randomisierte, 

placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 1.207 Patienten [1023], [1031], [1024], 

[1025], [1033]; [1034]. Die Randomisierung erfolgte 2: 1 zugunsten des Verum-Arms. 

Das mediane Alter lag bei 74 Jahren. Nach Erreichen des primären Studienendpunktes 

wurde die Studie im Juli 2017 entblindet und ein Cross-over ermöglicht. 76 Patienten 

(19 %) wechselten vom Kontroll- in den Interventionsarm. 

Apalutamid+Androgendeprivation (ADT) führte zu einer signifikanten Verlängerung 

der Gesamtüberlebenszeit (Median 14 Monate; HR 0,78; p=0,016). Durch Cross-over 

von 19 % der Patienten in den Apalutamid-Arm wird der Einfluss von Apalutamid auf 

die Überlebenszeit möglicherweise unterschätzt. Das radiologisch erfasste, 

metastasenfreie Überleben war primärer Endpunkt der Zulassungsstudie. Bildgebung 

wurde alle 16 Wochen durchgeführt. Apalutamid führte zu einer deutlichen 

Verzögerung des Auftretens bildgebend nachweisbarer Metastasen mit einer 

medianen metastasenfreien Überlebenszeit von 40,5 vs. 16,2 Monaten, HR 0,28. Die 

Zeit bis zur symptomatischen Progression war im Apalutamid-Arm signifikant mit 

einer H R von 0,45 verlängert, ebenso die mediane Zeit bis zur PSA-Progression, HR 

0,06. Die Rate schwerer Nebenwirkungen im Common Terminology Criteria for 

Adverse Events (CTCAE) Grad 3/4 lag im ADT/Apalutamid-Arm bei 45,1 %, im 

ADT/Placebo-Arm bei 34,2 %. Häufiger unter Apalutamid wurden Hypertonie (14,3 %), 

Hautausschlag (Rash, 5,2 %), Gewichtsverlust (1,1 %), Fallneigung (1,7 %) und 

Frakturen (2,7 %) beobachtet. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag im 

Apalutamid-Arm bei 10,6 % versus 7,0 % im Placebo-Arm. 

Darolutamid wurde im März 2020 für die EU zugelassen. Grundlage der Zulassung 

war ARAMIS, eine internationale, multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte 

Phase-III-Studie mit 1.509 Patienten [1026], [1027], [1035], [1036]. Die 

Randomisierung erfolgte 2: 1 zugunsten des Verum-Arms. Das mediane Alter lag bei 

73,6 Jahren. Nach Abschluss der Behandlungsphase konnte die Behandlung 

entblindet werden. Patienten im Placebo-Arm wurde ein Wechsel in den Verum-Arm 

ermöglicht (Cross-over, Switching). Die Gesamtüberlebenszeit wurde durch 

Darolutamid signifikant verlängert, HR 0,69 (p=0,003). Der Median der 

Überlebenszeit war zum letzten Datenschnitt in beiden Studienarmen nicht erreicht. 

Durch Cross-over von 170 Patienten (30,6 %) vom Kontroll- in den Interventions-Arm 

wird der Einfluss von Darolutamid auf die Überlebenszeit möglicherweise 

unterschätzt. Das radiologisch erfasste, metastasenfreie Überleben war primärer 

Endpunkt der Zulassungsstudie. Bildgebung wurde alle 16 Wochen durchgeführt. 

Darolutamid führte zu einer deutlichen Verzögerung des Auftretens bildgebend 

nachweisbarer Metastasen mit einer medianen metastasenfreien Überlebenszeit von 

40,4 vs. 18,4 Monaten, HR 0,41. Die mediane Zeit bis zur PSA-Progression wurde 

durch Darolutamid von 7,3 auf 33,2 Monate verlängert, HR 0,13. Die Zeit bis zur 

Schmerzprogression war im Darolutamid-Arm signifikant mit einer HR von 0,65 

verlängert, ebenso die Zeit bis zur zytotoxischen Therapie (HR 0,43) und die Zeit bis 

zum symptomatischen ossären Ereignis (HR 0,43). Die Rate schwerer 

Nebenwirkungen war in den beiden Studienarmen vergleichbar. Die Rate 

unerwünschter Ereignisse im CTCAE Grad 3/4 lag im ADT/Darolutamid-Arm bei 24,7 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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%, im ADT/Placebo-Arm bei 19,5 %. Häufiger unter Darolutamid wurden arterielle 

Hypertonie, koronare Herzkrankheit und Rhythmusstörungen beobachtet. Die 

Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag im Darolutamid-Arm bei 8,9 % vs. 8,7 

% im Placebo-Arm. 

Enzalutamid war bereits im Oktober 2018 in dieser Indikation zugelassen worden. 

Grundlage war PROSPER, eine internationale, multizentrische, randomisierte, 

placebokontrollierte Phase-III-Studie [1028], [1029], [1030], [1037], [1038]. Die 

Patienten wurden 2: 1 zugunsten des Verum-Arms randomisiert. Das mediane Alter 

lag bei 74 Jahren. Nach Erreichen des primären Studienendpunktes wurde die Studie 

für alle Patienten entblindet und ging in eine Open-Label-Periode über. Innerhalb 

dieser Periode erhielten alle geeigneten Patienten Enzalutamid nach Ermessen des 

Prüfarztes. Zum Zeitpunkt des dritten Datenschnitts waren 87 Patienten aus dem 

Kontroll- in den Enzalutamid-Arm gewechselt. Enzalutamid führte gegenüber Placebo 

zu einer Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit um 10,7 Monate (67,0 vs. 

56,3 Monate; HR 0,73; p=0,001). Das radiologisch erfasste, metastasenfreie 

Überleben war primärer Endpunkt der Zulassungsstudie. Bildgebung wurde alle 16 

Wochen durchgeführt. Enzalutamid führte zu einer deutlichen Verzögerung des 

Auftretens bildgebend nachweisbarer Metastasen mit einer medianen 

metastasenfreien Überlebenszeit von 36,6 vs. 14,7 Monaten, HR 0,29. Die PSA-

Ansprechrate (Abnahme >50 %) lag im Enzalutamid-Arm bei 76,3 % versus 2,4 % im 

Placebo-Arm, p<0,0001. Bei Lebensqualität und Patient-Reported-Outcome zeigten 

sich wenige Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Die Rate schwerer 

Nebenwirkungen im CTCAE-Grad 3/4 lag im ADT/Enzalutamid-Arm bei 48 %, im 

ADT/Placebo-Arm bei 27 %. Bei Korrektur auf die Expositionszeit waren die 

Unterschiede nicht signifikant (17 % versus 20 %). Häufiger unter Enzalutamid als im 

Kontrollarm traten auf (alle Schweregrade): Fatigue (46 %), muskuloskelettale 

Ereignisse (34 %), Hypertonie (18 %), Stürze (18 %), Beeinträchtigung von Kognition 

und Gedächtnis (8 %), kardiovaskuläre Ereignisse (6 %), ischämische Herzerkrankung 

(6 %) und Zweitneoplasien (5 %). Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag 

im Enzalutamid-Arm bei 17 % versus 9 % im Placebo-Arm. 

Da es keine Daten aus direkten Vergleichen der drei zugelassenen Androgenrezeptor-

Pathway-Inhibitoren gibt, wird auf die Empfehlung für ein spezifisches Präparat 

verzichtet. 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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259

7.4.2 Therapie des metastasierten, kastrationsresistenten 

Prostatakarzinoms (mCPRC) 

7.41  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Die systemische Therapie soll bei Bedarf in Kombination mit symptomatischen 

und supportiven Maßnahmen durchgeführt werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.42  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2024 

Empfehlungsgrad 

Falls keine positiven Ergebnisse einer früher durchgeführten Keimbahntestung 

vorliegen, soll vor Einleitung einer systemischen Therapie des metastasierten, 

kastrationsresistenten Prostatakarzinom die Sequenzierung (Keimbahn, 

somatisch) von Genen, die in der Reparatur der homologen DNS-Rekombination 

(homologen Rekombinationsreparatur (HRR)) eine Rolle spielen, durchgeführt 

werden. 

Evidenzlevel 

1- 

[426] 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.41 

Zu Details der supportiven Therapie verweisen wir auf die AWMF S3-

Leitlinie„Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen – interdisziplinäre 

Querschnittsleitlinie“ [1020]. 

Zu Empfehlung 7.42 

Das mCRPC ist biologisch heterogen. Bei bis zu einem Drittel der Patienten werden in 

den Tumorzellen genetische Aberrationen gefunden, die den physiologischen 

Mechanismus der DNS-Reparatur beeinflussen [281]. Hierzu gehören vor allem (in 

alphabetischer Reihenfolge): ATM, BRCA1, BRCA2, BRIP1, CDK12, CHEK2, FANCA, 

HDAC2 und PALB2 [1039], [1040], [426]. BRCA1/2-Mutationen machen etwa ein 

Drittel der Aberrationen aus. Sie können sowohl hereditär bei Trägern von 

Keimbahnmutationen sein als auch einen somatischen Ursprung mit einer 

erworbenen, auf das Tumorgewebe beschränkten Alteration haben. Relevant ist die 

Testung auf HRR-Defekte durch die Verfügbarkeit von Inhibitoren der Poly(ADP-

ribose) Polymerasen (PARP-Inhibitoren, PARPI) geworden. 

Zur Testung empfohlen wird Tumorgewebe aus einer Metastase. Alternativ kann 

(weniger invasiv) auch das Material des Primärtumors untersucht werden. Letzteres 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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260

birgt allerdings die Gefahr, dass molekulare Veränderungen, die erst während der 

metastatischen Tumorprogression auftreten, verpasst werden. 

7.4.2.1 Therapie des mCRPC bei Nachweis einer BRCA1/2-Mutation 

7.43  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

Empfehlungsgrad 

Bei Nachweis einer BRCA1/2-Mutation und Progress nach Vortherapie mit einem 

Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron soll eine 

Monotherapie mit Olaparib angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1- 

[426], [425] 

 

Starker Konsens 

 

7.44  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2024 

Empfehlungsgrad 

Bei Nachweis einer BRCA1/2-Mutation soll, falls eine Chemotherapie klinisch nicht 

indiziert ist, eine der folgenden Kombinationstherapien angeboten werden 

(alphabetische Reihenfolge): 

• Niraparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) 

• Olaparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) 

• Talazoparib + Enzalutamid 

Evidenzlevel 

1++, 

1+ 

[1041], [1042], [1043] 

1++: Olaparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) 

1+: Niraparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) & 

Talazoparib + Enzalutamid 

 

Konsens 

 

7.45  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Da keine Ergebnisse direkt vergleichender Studien vorliegen, sollen bei der 

Therapieentscheidung insbesondere die Charakteristika der jeweiligen 

Zulassungsstudien berücksichtigt werden. 

 

Konsens 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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261

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.43 

Olaparib ist ein PARP-Inhibitor. Es wurde im November 2020 in der EU als 

Monotherapie für Patienten mit einem metastasierten kastrationsresistenten 

Prostatakarzinom und BRCA1/2-Mutation (in der Keimbahn und/oder somatisch) 

zugelassen, deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle 

Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist. Olaparib wird oral 

eingenommen. 

Basis der Zulassung war die PROfound-Studie. In PROfound wurden 387 Patienten mit 

metastasiertem Prostatakarzinom, nach Progress unter Abirateron oder Enzalutamid, 

und mit Nachweis von Mutationen in BRCA1, BRCA2 oder ATM (Kohorte A) oder in 12 

selteneren HRR-Mutationen (Kohorte B) eingeschlossen [426], [425]. Dabei hatten ca. 

60 % der Patienten bei Studieneinschluss bereits eine Taxan-haltige Chemotherapie 

erhalten, ca. 20 % der Patienten waren mit beiden Androgenzezeptor-gerichteten 

Medikamenten vorbehandelt. Randomisiert wurde zwischen Olaparib oder 

Abirateron/Enzalutamid im Verhältnis 2: 1 zugunsten des Olaparib-Arms. Olaparib 

führte gegenüber Abirateron/Enzalutamid in der Kohorte A (BRCA1/2; ATM) zur 

Steigerung der Ansprechrate (33 vs. 2 %, Odds Ratio (OR) 20,86; p<0,001)), zur 

signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (7,4 vs. 3,6 Monate; 

HR 0,34; p<0,001) und zur Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit (19,1 

vs. 14,7 Monate; HR 0,69; p=0,02). Der Effekt von Olaparib auf die Überlebenszeit 

wird möglicherweise unterschätzt, weil Cross-over im Studiendesign vorgesehen war. 

69 % der Patienten im Kontrollarm wechselten bei Progress aus dem Kontrollarm zu 

Olaparib. Ebenfalls verlängert wurde die Zeit bis zum Progress von Schmerzen (HR 

0,44; p=0,02). Eine Subgruppenanalyse zu den einzelnen Genalterationen zeigte 

einen Vorteil von Olaparib v. a. für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen. Entsprechend 

wurde die Zulassung von Olaparib auf diese Gruppe beschränkt. Nebenwirkungen im 

Schweregrad CTCAE 3/4 traten unter Olaparib bei 51 vs. 38 % im Kontrollarm auf 

[426], [425]. Häufigste Nebenwirkungen aller Schweregrade mit stärkerer Ausprägung 

als im Kontrollarm waren Anämie (46 %), Übelkeit (41 %), Fatigue (41 %), 

Appetitverlust (30 %), Diarrhoe (21 %), Erbrechen (18 %), Obstipation (18 %), Husten 

(11 %) und Dyspnoe (10 %) [426], [425]. Bei 22 % der Patienten wurde die Dosierung 

von Olaparib aufgrund von Nebenwirkungen reduziert, bei 18 % der Patienten wurde 

die Therapie abgebrochen. 

Zu Empfehlung 7.44 und Empfehlung 7.45 

Für Patienten mit mCRPC und Nachweis einer BRCA1/2-Mutation sind Kombinationen 

von PARPI mit Abirateron oder Enzalutamid zugelassen, falls eine Chemotherapie 

klinisch nicht indiziert ist. Die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) 

festgelegte Zulassungsbedingung „Chemotherapie nicht indiziert“ war in den 

Zulassungsstudien nicht oder nicht einheitlich definiert. Das führt zu einer Unschärfe 

bei Übertragung der Studienergebnisse auf die Versorgung. Aufgrund dieser 

Zulassungsbestimmung wird bei der Verordnung eine Dokumentation in der 

Patientenakte dahingehend empfohlen, warum aus ärztlicher Sicht die Therapie mit 

Cabazitaxel oder Docetaxel nicht indiziert ist. Klinisch ist eine Differenzierung 

zwischen „Chemotherapie nicht indiziert aufgrund der Grundkrankheit“ und 

„Chemotherapie nicht indiziert aufgrund von Kontraindikationen“ sinnvoll. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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262

Die Daten zu den drei zugelassenen Kombinationstherapien zeigen durchgehend 

einen positiven Einfluss der PARPI auf das radiologische progressionsfreie Überleben. 

Die Daten zum Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit sind teilweise noch unreif. Die 

Ergebnisse zu Kombinationstherapien mit PARPI werden nachfolgend detailliert 

dargestellt: 

Olaparib ist in Kombination mit Abirateron (und Prednison/Prednisolon) zur 

Behandlung von Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert 

ist, zugelassen. Basis der Zulassung war PROpel, eine internationale, multizentrische, 

randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 796 Patienten zum Vergleich 

von Abirateron + Olaparib gegenüber Abirateron + Placebo. Darüber hinaus stehen 

Daten aus der vorhergehenden, randomisierten, ebenfalls placebokontrollierten 

Phase-II-Studie „Studie 8“ zur Verfügung (n=142); hier wurden Patienten nach 

Docetaxel-Vortherapie im Stadium des mHSPC eingeschlossen [1044], [1045], [1046], 

[1041], [1047], [1048]. In PROpel waren Patienten nicht vorselektiert im Hinblick auf 

homologe Rekombinationsdefizienz (HRD). In der Gesamtpopulation von PROpel 

führte Abirateron + Olaparib gegenüber Abirateron + Placebo zur statistisch 

signifikanten Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit 

25,0 vs. 16,4 Monaten (HR 0,67; p<0,0001) und zur Tendenz einer Verlängerung der 

Gesamtüberlebenszeit mit 42,1 vs. 34,7 Monaten (HR 0,81; p=0,054). Die starke 

Empfehlung zum Einsatz von Olaparib in Kombination mit Abirateron bei Patienten 

mit BRCA1/2-Mutation basiert auf der Analyse einer Subpopulation von 85 Patienten. 

Hier führte Olaparib + Abirateron gegenüber Abirateron zu einer sehr deutlichen 

Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit mit einer HR von 0,29 (KI 0,14-0,56). Bei 

separater Analyse der Subpopulation von Patienten ohne BRCA-Mutation lag die HR 

bei 0,91 (KI 0,73-1,13). Das radiologische progressionsfreie Überleben wird sowohl 

bei Patienten mit HRR-Mutation (HR 0,50; KI 0,34-0,73) als auch ohne nachgewiesene 

HRR-Mutation (HR 0,76; KI 0,60-0,97) verlängert. In PROpel wurden Lebensqualität 

und Patient-Reported-Outcome mittels der validierten Instrumente FACT-P, BPI-SF und 

EQ-5D VAS erhoben. In allen drei Instrumenten zeigten sich keine statistisch 

signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Studienarmen. In der Gesamtstudie 

PROpel lag die Rate schwerer unerwünschter Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 bei 47,2 

% im Olaparib- und bei 38,4 % im Placebo-Arm. Häufigste schwere Nebenwirkungen, 

die häufiger unter Olaparib auftraten, waren Anämie (15,1 %), Herzinsuffizienz (1 %) 

und venöse Thrombembolien (7,3 %). Die Rate von Therapieabbrüchen aufgrund von 

Nebenwirkungen lag bei 13,8 % im Olaparib- versus 7,8 % im Placebo-Arm. 

Talazoparib wurde in Kombination mit Enzalutamid getestet. Es ist zugelassen zur 

Behandlung von Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert 

ist. Basis der Zulassung war die multizentrische, internationale, randomisierte Phase-

III-Studie TALAPRO-2 zum Vergleich von Talazoparib + Enzalutamid vs. Placebo + 

Enzalutamid [1043], [1049], [1033], [1050]. In der ersten Analyse der Gesamtstudie 

mit 805 Patienten zeigte sich für Talazoparib eine signifikante Verlängerung des 

radiologischen progressionsfreien Überlebens mit einem noch nicht erreichten 

Median vs. 21,9 Monate im Placebo-Arm (HR 0,63; p<0,0001). Die Analyse der 

präspezifizierten Kohorte von 399 Patienten mit Defekten der homologen 

Rekombinationsreparatur einschließlich BRCA1/2-Mutationen zeigte ebenfalls eine 

signifikante Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit 

einem noch nicht erreichten Median vs. 13,8 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,45; 

p<0,0001). Bei Analyse der Subgruppe von Patienten mit einer BRCA1/2-Mutation war 

der Unterschied deutlicher mit einem nicht erreichten Median vs. 11,0 Monate (HR 

0,20; p<0,0001). In der Analyse der Gesamtüberlebenszeit für die Gesamtpopulation 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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263

zeigte sich kein Unterschied zwischen den Behandlungsarmen (HR 0,89; 95 % KI 0,69-

1,14). In der HRR-defizienten Kohorte war das mediane Gesamtüberleben im 

Talazoparib-Arm nicht erreicht vs. 33,7 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,69; p=0,07). 

Die HR für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen lag bei 0,61 (p=0,16), für HRR-

defiziente Patienten ohne BRCA1/BRCA2-Mutationen bei 0,66 (p=0,11). Schwere 

unerwünschte Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 traten in TALAPRO-2 in der 

Gesamtpopulation bei 75,0 % der Patienten im Talazoparib- und bei 45 % im Placebo-

Arm auf. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen Anämie, Fatigue, Neutropenie, 

Thrombozytopenie und Appetitlosigkeit. Die häufigste schwere Nebenwirkung war 

eine Anämie (46 %). 39,2 % der Patienten erhielten >1 Erythrozytenkonzentrat [1051]. 

Die Zeit bis zur klinisch bedeutsamen Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

wurde durch Talazoparib im Median um 5,8 Monate verlängert (HR 0,78; p=0,0384), 

bei anderen Parametern des Patient-Reported-Outcome zeigten sich keine 

signifikanten Unterschiede zwischen den Studienarmen. Daten zum Einfluss von 

Talazoparib auf die Gesamtüberlebenszeit sind noch unreif. 

Niraparib wird in einer Fixkombination mit Abirateron angeboten. Niraparib + 

Abirateron (und Prednison/Prednisolon) ist zugelassen zur Behandlung von Patienten 

mit mCRPC und BRCA1/2-Mutationen, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert 

ist. Basis der Zulassung war MAGNITUDE, eine internationale, multizentrische, 

randomisierte placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 765 Patienten in drei Kohorten 

[1042], [1052], [1053], [1054]. Kohorte I umfasste Patienten mit mCRPC und 

Mutationen in HRR-Genen, Kohorte II Patienten ohne Nachweis von Mutationen in 

HRR-Genen, Kohorte III Patienten zur Behandlung mit der Fixkombination. Die 

folgenden Ausführungen betreffen Patienten mit BRCA1/2-Mutation. Niraparib + 

Abirateron führte gegenüber Abirateron zur signifikanten Verlängerung des 

radiologischen, progressionsfreien Überlebens von 19,5 vs. 10,9 Monate (HR 0,55; 

p=0,0007). Die Zeit bis zum symptomatischen Progress wurde ebenfalls signifikant 

verlängert (HR 0,54; p=0,0071). Die Gesamtüberlebenszeit wurde durch Niraparib mit 

29,3 vs. 28,6 Monaten nicht signifikant verlängert (HR 0,88; n. s.). Die mediane Zeit 

bis zum PSA-Progress war im Niraparib-Arm länger als in der Kontrolle mit 18,4 vs. 

9,2 Monaten. Bei Analyse von Parametern der Lebensqualität und Patienten-relevanten 

Endpunkten ergab sich unter Niraparib eine Tendenz zur Verlängerung in der Zeit bis 

zur stärksten Schmerzintensität (HR 0,70; p=0,1338). Schwere unerwünschte 

Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 traten in MAGNITUDE bei 72,2 % der Patienten im 

Niraparib- und bei 49,3 % im Placebo-Arm auf. Die häufigsten schweren 

Nebenwirkungen betrafen Anämie (30,2 %), Hypertonie (15,6 %) und 

Thrombozytopenie (7,5 %) und Neutropenie (6,6 %). 

Der vierte in der EU zugelassene PARPI ist Rucaparib. Die Zulassung gilt für das 

fortgeschrittene Ovarialkarzinom. In der internationalen, multizentrischen, 

randomisierten Phase-III-Studie TRITON-3 wurden 405 Patienten mit mCRPC und 

Nachweis einer BRCA1/2-Mutation im Verhältnis 2: 1 für Rucaparib vs. Therapie nach 

ärztlicher Maßgabe (Docetaxel, Abirateron oder Enzalutamid) randomisiert. Rucaparib 

führte zur Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit 11,2 

vs. 6,4 Monaten (HR 0,50; p<0,001) [1055]. In einer weiteren Subgruppenanalyse 

fand sich kein signifikanter Unterschied bei Patienten mit ATM-Mutationen. Rucaparib 

ist von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, nicht für die EU. 

Auch der Einsatz von Cabazitaxel ist in dieser Indikation möglich und vom 

Zulassungstext abgedeckt, z. B. bei Patienten nach Chemohormontherapie im 

Stadium des mHSPC. Da diese Patientengruppe bisher klein ist, wurde Cabazitaxel 

nicht explizit in die Empfehlung aufgenommen. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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265

7.4.2.2 Therapie des mCRPC bei Nachweis eines HRR-Defektes (außer BRCA1/2) 

7.46  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Patienten mit Nachweis eines Defektes der homologen Rekombinationsreparatur 

(HRR) außer BRCA1/2, die in der Vortherapie keinen Androgenrezeptor-Signalweg-

Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben, soll die Therapie mit einer dieser 

Optionen angeboten werden (alphabetische Reihenfolge): 

• Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) 

• Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) + Olaparib (falls 

eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist) 

• Docetaxel 

• Enzalutamid 

• Enzalutamid + Talazoparib (falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert 

ist) 

 

Konsens 

 

7.47  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Bei Entscheidung für eine Kombinationstherapie soll insbesondere die 

zugrundeliegende homologen Rekombinationsreparatur (HRR)-Alteration 

berücksichtigt werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.46 und Empfehlung 7.47 

Aufgrund des Wirkmechanismus der PARPI und aufgrund vorhergehender 

Erfahrungen bei anderen Krebserkrankungen waren Zulassungsstudien nicht allein für 

Patienten mit BRCA1/2-Mutationen, sondern übergreifend für Patienten mit HRR-

Defekten konzipiert. Details der Studien und Ergebnisse sind im Hintergrundtext zu 

Empfehlung 7.44 dargestellt. Nach aktuellem Wissensstand wird dieses Vorgehen der 

Vielfalt der zugrundeliegenden, genetischen Aberrationen nicht gerecht. 

Metaanalysen werden zeigen, ob und welche weiteren Genmutationen prädiktiv für 

die Wirksamkeit und den Einsatz von PARPI sind. Deshalb beschränkt sich die 

Empfehlung allgemein auf den Einsatz zugelassener Therapien, ohne eine spezifische 

Empfehlung für ein spezifisches Arzneimittel oder eine spezifische, genetisch 

definierte Subgruppe. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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7.4.2.3 Therapie des mCRPC ohne Nachweis eines HRR-Defektes 

7.48  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2024 

Empfehlungsgrad 

Patienten ohne Nachweis einer BRCA1/2-Mutation oder eines anderen Defektes 

der homologen Rekombinationsreparatur (HRR), die in der Vortherapie keinen 

Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben, soll 

die Therapie mit einer dieser Optionen angeboten werden (alphabetische 

Reihenfolge): 

• Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) 

• Docetaxel 

• Enzalutamid 

Evidenzlevel 

1+ 

[1056], [1057], [1058] 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.48 

Die Empfehlungen werden in alphabetischer Reihenfolge diskutiert: 

Der CYP-17-Hemmer Abirateron bewirkt eine extragonadale Hormonsuppression. Die 

COU-AA-302 Studie (n=1.088) zeigte einen Überlebensvorteil für Abirateron in 

Kombination mit Prednison im Vergleich zu Placebo mit Prednison (medianes 

Gesamtüberleben: 34,7 vs. 30,3 Monate, HR 0,81, 95 % KI 0,70-0,93; p=0,0033) 

[1056], [1059], [1060]. Das vordefinierte Signifikanzniveau (0,001) wurde in dieser 

Studie nicht erreicht. Da bei Progredienz der Erkrankung ein Cross-over vom Placebo- 

zum Abirateron-Arm erlaubt war, ist die Aussagefähigkeit des Endpunktes 

Überlebenszeit eingeschränkt. Darüber hinaus war die weiterführende Therapie bei 

Progredienz nach Abirateron nicht definiert. In der Zulassungsstudie wird zum 

Zeitpunkt der zweiten Interimsanalyse eine Verlängerung der progressionsfreien 

Überlebenszeit von etwa 8 Monaten berichtet. Im Vergleich zu Placebo zeigte 

Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) in der Interimsanalyse einen 

signifikanten Effekt auf verschiedene Endpunkte (progressionsfreies Überleben, 

biochemische und bildgebende Remission, Symptomatik und Lebensqualität). In der 

finalen Analyse werden dagegen keine Angaben zum progressionsfreien Überleben 

und den weiteren o. g. Endpunkten gemacht. Eingeschlossen wurden nur Patienten 

mit gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1). Patienten mit viszeralen Metastasen wurden 

nicht in die Studie eingeschlossen. In der Zulassungsstudie hatten 33 % (n=178) der 

Patienten mit Abirateron plus Prednison und 26 % (n=142) der Patienten mit Placebo 

plus Prednison mindestens eine schwerwiegende Nebenwirkung. Häufigste 

schwerwiegende Nebenwirkungen waren Herzerkrankungen (8 vs. 4 %), erhöhte ALT-

Werte (6 vs. 10 %) unter Abirateron sind Harnwegsinfektionen, Hypokaliämie, 

Hypertonie und periphere Ödeme; Herzerkrankungen, Hepatotoxizität und Frakturen 

sind weitere wichtige Nebenwirkungen. 

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Docetaxel gehört zu den Taxanen. Docetaxel wurde zuerst in Kombination mit 

Prednison/Prednisolon zur Behandlung des metastasierten, kastrationsresistenten 

Prostatakarzinoms zugelassen, wird jetzt aber auch bei Hochrisikopatienten bereits in 

einem früheren Krankheitsstadium eingesetzt. Die Empfehlung zur Therapie beim 

mCRPC basiert auf der TAX-327-Studie mit 1.006 Patienten [1058]. Hier zeigte sich 

ein Überlebensvorteil im Median von 2,9 Monaten bei dreiwöchentlicher Gabe von 

Docetaxel im Vergleich zu den beiden anderen Armen (wöchentlich Docetaxel 

niedriger dosiert, dreiwöchentlich Mitoxantron; Randomisierung 1: 1: 1) für die 

Gesamtgruppe. 45 % der Patienten waren zu Beginn der Studie symptomatisch 

(Schmerzen definiert als ein Wert ≥ 2 auf der Present Pain Intensity (PPI)-Skala oder 

ein Wert ≥10 auf dem Analgesic-Score). 13 % der Patienten hatten einen Karnofsky 

Performance-Status ≤70 %. Schwere Nebenwirkungen (Grad 3/4), die bei mehr als 20 

% der Patienten in den Zulassungsstudien auftraten, waren Alopezie (65 %), Fatigue 

(53 %), Übelkeit/Erbrechen (42 %), Neutropenie (32 %), Diarrhoe (32 %), sensorische 

Neuropathie (30 %), Onychodystrophie (30 %). Der Anteil therapieassoziierter 

Todesfälle lag bei 0,3 %. Signifikant mehr Patienten, die Docetaxel erhalten haben, 

berichteten von einer Verbesserung der Lebensqualität im Vergleich zu Mitoxantron, 

die medianen Veränderungen waren aber gering. In der TAX-327-Studie war neben 

der dreiwöchigen Gabe auch die wöchentliche Gabe mit einer medianen Verlängerung 

des Gesamtüberlebens (0,9 Monate; n. s.) im Vergleich zu Mitoxantron verbunden. 

Neben den Zulassungsstudien berichten „Real-World"-Daten über eine Docetaxel-

„Rechallenge“. Diese Daten legen nahe, dass eine „Rechallenge" nach initialem 

Ansprechen mit einem PFS von mindestens 6 Monaten effektiv sein kann [1061]. 

Enzalutamid inhibiert den Androgenrezeptor-Signalweg auf unterschiedlichen Ebenen. 

Neben der Hemmung des Androgenrezeptors verhindert Enzalutamid dessen 

Translokation in den Zellkern, die DNA-Bindung sowie die Aktivierung von 

Kofaktoren. In der Zulassungsstudie zur Erstlinientherapie [1057], [1062], [1063] 

zeigte sich ein Überlebensvorteil für Enzalutamid gegenüber Placebo (Ergebnisse der 

geplanten Interimsanalyse – medianes Gesamtüberleben: 32,4 vs. 30,2 Monate, HR 

0,71, 95 % KI 0,60-0,84; p<0,001). Das als koprimärer Endpunkt definierte 

radiologisch progressionsfreie Überleben wurde nicht in die Nutzenbewertung für die 

Zulassung einbezogen. Unter den sekundären Endpunkten wurden patientenrelevante 

signifikante Unterschiede zwischen Enzalutamid- und Placebo-Arm gefunden (Zeit bis 

zum ersten skelettassoziierten Ereignis (SRE), Dauer bis zu einer Verschlechterung 

der Lebensqualität oder Beginn einer Opiat-Therapie als Surrogat-Parameter für 

Schmerz). Es wurden nur Patienten mit gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) 

eingeschlossen. Im Gegensatz zur COU-AA302-Studie mit Abirateron war der 

Einschluss von Patienten mit einer viszeralen Metastasierung in der PREVAIL-Studie 

erlaubt. Bei Studienbeginn wiesen 11,2 % der Patienten im Enzalutamid- und 12,5 % 

der Patienten im Placebo-Arm eine viszerale Metastasierung mit pulmonalen und/oder 

hepatischen Metastasen auf. Sehr häufige Nebenwirkungen unter Enzalutamid sind 

Hitzewallungen (HR 2,29) und Kopfschmerzen. Zu den häufigen Nebenwirkungen 

zählen Neutropenie, visuelle Halluzinationen, Angst, kognitive Störung, 

Gedächtnisstörung, Hypertonie, trockene Haut, Juckreiz, Frakturen und Stürze. In der 

Arzneimittelinformation wird außerdem auf Interaktionen mit CYP2C8- und CYP3A4-

Inhibitoren und -Induktoren hingewiesen. Ein möglicher Einfluss von Enzalutamid auf 

andere Arzneimittel wird für 14 Arzneimittelgruppen gelistet. Enzalutamid ist 

zugelassen zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem 

kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit asymptomatischem oder mild 

symptomatischem Verlauf nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen 

eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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268

Auch der Einsatz von Cabazitaxel ist in dieser Indikation möglich und vom 

Zulassungstext abgedeckt, z. B. bei Patienten nach Chemohormontherapie im 

Stadium des mHSPC. Da diese Patientengruppe bisher klein ist, wurde Cabazitaxel 

nicht explizit in die Empfehlung aufgenommen. 

Unsicherheit herrscht derzeit zur Sequenztherapie, da keine Daten aus 

randomisierten Studien mit kombiniert vorbehandelten Patienten vorliegen. 

7.4.2.4 Therapie des mCRPC in Abhängigkeit von Vortherapien 

7.49  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2024 

Empfehlungsgrad 

Patienten, die in der Vortherapie kein Taxan erhalten haben und für die eine 

Chemotherapie geeignet ist, soll die Therapie mit Docetaxel in zwei- oder 

dreiwöchigen Dosierungsschemata angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1+ 

[1058], [1064] 

 

Starker Konsens 

 

7.50  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2024 

Empfehlungsgrad 

Patienten ohne Nachweis einer BRCA1/2-Mutation oder eines anderen Defektes 

der homologen Rekombinationsreparatur (HRR), die in der Vortherapie keinen 

Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben, 

kann, falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist, eine 

Kombinationstherapie mit einer dieser Optionen angeboten werden 

(alphabetische Reihenfolge): 

• Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) + Olaparib 

• Enzalutamid + Talazoparib 

Evidenzlevel 

1++, 

1+ 

[1041], [1043] 

1++: Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) + Olaparib 

1+: Enzalutamid + Talazoparib 


Starker Konsens 

 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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269

7.51  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2025 

Empfehlungsgrad 

Patienten mit metastasierter, kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung 

nach Therapie mit Abirateron oder einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor 

(Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid), die keine Chemotherapie bekommen 

können, kann Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1- 

[1065] 

 

Starker Konsens 

 

7.52  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

Empfehlungsgrad 

Patienten mit metastasierter, kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung 

und gutem Allgemeinzustand nach Chemotherapie mit Docetaxel sowie 

Abirateron oder einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (Apalutamid, 

Darolutamid, Enzalutamid) soll eine der folgenden Therapieoptionen angeboten 

werden (alphabetische Reihenfolge): 

• Cabazitaxel 

• Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan (Kriterien für die Bildgebung im 

Hintergrundtext) 

Evidenzlevel 

1+, 1- 

[1066], [1067], [1068], [1069] 

 

Starker Konsens 

 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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270

7.53  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Statt eines Wechsels des Therapieprinzips (siehe Empfehlungen 8.44-8.48) kann 

Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom, 

progredienter Erkrankung, gutem Allgemeinzustand nach Chemotherapie mit 

Docetaxel sowie Abirateron oder einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor 

(ARPI) (Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid) eine der folgenden 

Therapieoptionen angeboten werden: 

• Nach Vortherapie mit ARPI (Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid): 

Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) 

• Nach Vortherapie mit Abirateron: Enzalutamid 

• Nach Vortherapie mit Abirateron, ARPI oder Docetaxel und längerem 

Therapieintervall: Retherapie mit Abirateron (in Kombination mit 

Prednison/Prednisolon), Enzalutamid oder Docetaxel. 

 

Konsens 

 

7.54  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2021 

Empfehlungsgrad 

Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom, 

progredienter Erkrankung, gutem Allgemeinzustand und symptomatischen 

ossären Metastasen und gleichzeitig ohne bekannte viszerale Metastasen, kann 

Radium-223 angeboten werden, wenn keine andere verfügbare systemische 

Therapie für das metastasierte, kastrationsresistente Prostatakarzinom geeignet 

ist. 

Evidenzlevel 

1+ 

[1070] 

 

Konsens 

 

7.55  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2024 

Empfehlungsgrad 

Radium-223 soll nicht in Kombination mit Abirateron und Prednison/Prednisolon 

angewandt werden. 

Evidenzlevel 

1+ 

[1071] 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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271

Zu Empfehlung 7.49 

Eine weitere randomisierte Studie zeigte einen Überlebensvorteil einer zweiwöchigen 

im Vergleich zu einer dreiwöchigen Gabe von Docetaxel und eine niedrigere Rate 

schwerwiegender Nebenwirkungen, insbesondere von Neutropenien bei 

Chemotherapie-naiven Patienten [1064]. Da die Studie im Vergleich zu anderen 

Studien mit Docetaxel eine relativ kurze Überlebenszeit für die dreiwöchentliche Gabe 

von Docetaxel gezeigt hat und zudem methodische Schwächen hat (z. B. Per-

Protokoll-Analyse), werden zweiwöchige und dreiwöchige Gaben beim mCRPC 

gleichermaßen empfohlen. 

Zu Empfehlung 7.50 

Die Zulassungsbestimmungen für Olaparib in Kombination mit Abirateron und für 

Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid umfassen auch Patienten ohne Nachweis 

einer BRCA1/2-Mutation oder eines anderen Defektes der homologen 

Rekombinationsreparatur (HRR), wenn sie in der Vortherapie keinen 

Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben und falls 

eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist [1041], [1043]. Allerdings ist bisher für 

diese Patientenpopulation kein positiver Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit oder 

auf progressionsfreies Überleben in der Kombination mit Linderung von Symptomen 

und Verbesserung von weiteren Parametern der Lebensqualität durch die 

Kombinationstherapie mit PARPI belegt. 

Zu Empfehlung 7.51 

In der multizentrischen Phase-III-PSMAfore-Studie wurde Lutetium (177Lu) 

Vipivotidtetraxetan gegenüber einem Wechsel des Androgenrezeptor-Signalweg-

Inhibitors oder Abirateron bei Patienten, die noch keine taxanhaltige Chemotherapie 

hatten, untersucht [1065]. In dieser Studie mit 468 Patienten führte Lutetium (177Lu) 

Vipivotidtetraxetan im Vergleich zum Kontrollarm zur signifikanten Verlängerung des 

radiologischen progressionsfreien Überlebens (rPFS) als primärer Endpunkt. Der 

Unterschied im medianen rPFS betrug 6,01 Monate mit einer HR von 0,49. Das 

Gesamtüberleben als sekundärer Endpunkt war in beiden Gruppen vergleichbar (23,7 

vs. 23,6 Monate, HR 0,98), wobei Patienten im Placebo-Arm beim Progress in den 

Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm wechseln konnten (Cross-over). Patienten 

mit Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan zeigten eine höhere radiologische 

Ansprechrate (50 % vs. 15 %). Die Rate schwerer Nebenwirkungen im CTCAE-Grad 3-5 

lag bei 36 % im Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan- und 48 % im Kontrollarm. 

Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan ist aktuell in dieser Indikation nicht zugelassen. 

Die Zulassung beschränkt sich auf die Behandlung von Patienten mit mCRPC, die 

zuvor mittels Inhibition des AR-Signalwegs und taxanbasierter Chemotherapie 

behandelt wurden (siehe Empfehlung Empfehlung 7.52). 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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272

Tabelle 28: Ergebnisse der RCT PSMAfore zu Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan 

Patientenzahl: n=468 Lutetium (177Lu) 

Vipivotid-

tetraxetan 

ARPI-Wechsel 

oder 

Abirateron 

HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

Nutzen:  Medianes rPFS 

(Monate) (95 % KI) 1 

11,60 (9,30-14,19) 5,59 (4,21-

5,95) 

HR 0,49 (0,39-0,61) 

Medianes 

Gesamtüberleben 1,2 

(Monate) (95 % KI) 

23,66 (19,75 – NE) 23,85 (20,60 – 

26,55) 

HR 0,98 (0,75-1,28), 

p=0,44 

Schaden:  Nebenwirkungen 2,3  36 % 48 % Grad ≥3 Ereignisse 

58 % 3 % Trockener Mund 

33 % 29 % Asthenie 

32 % 12 % Übelkeit 

27 % 19 % Anämie 

23 % % 25 % Fatigue 

22 14 % Obstipation 

22 % 19 % Verminderter Appetit 

20 % 23 % Arthralgie 

17 % 9 % Diarrhoe 

16 % 12 % Covid-19 

14 % 20 % Rückenschmerz 

11 % 5 % Erbrechen 

8 % 12 % Periphere Ödeme 

7 % 11 % Schmerz in 

Extremitäten 

7 % 14 % Gewichtsverlust 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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273

Patientenzahl: n=468 Lutetium (177Lu) 

Vipivotid-

tetraxetan 

ARPI-Wechsel 

oder 

Abirateron 

HR 

(Konfidenzintervall), 

Signifikanz 

Todesfälle 

(unerwünschte 

Ereignisse Grad 5) 

4 (2 %) 5 (2 %) 

 

Mediane Beobachtungszeit 7,26 Monate (8,77 Monate in Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm, 4,27 Monate 

im „ARPI-Change“-Arm). NE: nicht ermittelbar 1 57 % Cross-over nach Progress im „ARPI-Change“-Arm in 

den Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm 2 Sekundärer Studienendpunkt 3 unerwünschte 

Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme 

Quelle: [1065], 

 

Zu Empfehlung 7.52 

Cabazitaxel gehört ebenfalls zu den Taxanen. Zum Einsatz von Cabazitaxel liegen 

Daten von drei randomisierten Studien vor. Grundlage der Zulassung war TROPIC, 

eine randomisierte, kontrollierte Studie zum Vergleich von Cabazitaxel vs. 

Mitoxantron [1066], [1072], [1073]. Eingeschlossen wurden 755 Patienten mit 

ausgeprägter Metastasierung in einer 1: 1-Randomisierung. Das mittlere Alter der 

Patienten lag bei 67,5 Jahren, und es wurden überwiegend (ca. 92 %) Patienten mit 

ECOG 0-1 aufgenommen. Im Vergleich zu Mitoxantron als Chemotherapeutikum 

wurde unter Cabazitaxel eine mittlere Lebenszeitverlängerung um 2,4 Monate (15,1 

Monate vs. 12,7 Monate, HR 0,70; 95 % KI 0,59-0,83; p<0,0001) und eine 

Verlängerung des progressionsfreien Überlebens um 1,4 Monate (2,8 Monate vs. 1,4 

Monate, HR 0,74, 95 % KI 0,64-0,86; p<0,0001) erreicht. Signifikante Effekte auf 

weitere Endpunkte (Tumor-Response und PSA-Response) konnten gezeigt werden, 

wohingegen die Unterschiede in der Symptomatik nicht signifikant waren. Daten zur 

Lebensqualität liegen nicht vor. Häufigste schwere Nebenwirkung ist eine 

Neutropenie im Grad 3/4, mit dem Risiko von Fieber in Neutropenie und erhöhter 

Mortalität. In der deutschen Behandlungsrealität ist die therapieassoziierte Mortalität 

niedriger als in der Zulassungsstudie [1074]. In der PROSELICA-Studie mit 1.200 

Patienten wurde eine niedrigere Dosierung von 20 mg/m 2 mit der bislang 

empfohlenen Cabazitaxel-Dosierung von 25 mg/m 2 randomisiert verglichen [1075]. 

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt und konnte zeigen, dass die niedrigere 

Dosierung weder bezüglich des Gesamtüberlebens noch bezüglich des 

progressionsfreien Überlebens unterlegen ist. Gleichzeitig wies die reduzierte 

Dosierung von 20 mg/m 2 ein deutlich günstigeres Nebenwirkungsprofil als die 

bislang eingesetzte Standarddosierung auf. So konnte insbesondere die Rate febriler 

Neutropenien deutlich gesenkt werden (2,1 % vs. 9,2 %). Ebenso wurden deutlich 

weniger Hämaturie, Diarrhoe und Fatigue beobachtet. 

In der CARD-Studie wurden insgesamt 255 Patienten randomisiert mit Cabazitaxel 25 

mg/m 2 alle 3 Wochen oder Abirateron (+ Prednion/Prednisolon) bzw. Enzalutamid 

behandelt [1076]. Voraussetzung für den Einschluss in die Studie war eine 

Vortherapie mit Docetaxel und dem jeweils anderen AR-gerichteten Medikament mit 

einer Ansprechdauer von weniger als 12 Monaten. Die Cabazitaxel-Therapie führte zu 

einer Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit mit 13,6 Monaten versus 11 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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274

Monaten unter dem zweiten Androgenrezeptor (AR)-gerichteten Medikament (HR 

0,64; p=0,008). Auch die mediane Zeit bis zum radiologischen Progress (8,8 vs. 4,4 

Monate, HR 0,54; p<0,001) und das progressionsfreie Überleben (4,4 vs. 2,7 Monate, 

HR 0,52; p<0,001) wurde durch Cabazitaxel signifikant verlängert. In einer zusätzlich 

durchgeführten post-hoc-Analyse wurde der Einfluss des jeweils eingesetzten AR-

Medikaments auf die Studienergebnisse untersucht. Der Vorteil von Cabazitaxel blieb 

jedoch unabhängig davon bestehen, ob die Patienten als zweites orales 

Therapeutikum Abirateron (HR 0,44) oder Enzalutamid (HR 0,57) erhielten. 

177Lu-PSMA-617 ist ein niedrigmolekularer Ligand des Prostata-spezifischen 

Membranantigens (PSMA), welcher mit dem therapeutischen Isotop 177Lu gekoppelt 

ist. PSMA ist ein transmembranöses Protein, das konstitutiv in verschiedenen 

Geweben exprimiert wird: Prostataepithel, Dünndarm, den Nierenkanälchen, den 

Tränen- und Speicheldrüsen sowie im zentralen Nervensystem. Der Ligand PSMA-617 

bindet über das PSMA-spezifische Glu-Urea-Lys-Bindemotiv an die katalytische 

Domäne des PSMA-Moleküls. Über einen Linker ist PSMA-617 mit dem Chelator DOTA 

verbunden, der die stabile Komplexbildung mit Radionukliden wie 68Ga oder 177Lu 

ermöglicht. 177Lu emittiert niedrig-energetische β-Partikel. Es hat eine Halbwertszeit 

von 6,7 Tagen. 177Lu-PSMA-617 wird intravenös injiziert. Die Therapie in der 

Zulassungsstudie bestand aus vier Infusionen mit einer Standardaktivität von 7,4 GBq 

im Abstand von 6 Wochen. Zwei zusätzliche Infusionen waren möglich. 

Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit 

mCRPC, die zuvor mittels Inhibition des AR-Signalwegs und taxanbasierter 

Chemotherapie behandelt wurden. Die Therapie mit Lutetium (177Lu) 

Vipivotidtetraxetan wird in Kombination mit ADT, mit oder ohne Inhibition des AR-

Signalwegs durchgeführt. Basis der Zulassung war VISION, eine internationale, 

multizentrische, randomisierte, offene Phase-III-Studie mit 831 Patienten zum 

Vergleich von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan gegenüber Standard of Care 

[1067]. Ebenfalls stehen Daten aus TheraP, einer in Australien durchgeführten, 

offenen, randomisierten Phase-II-Studie zum Vergleich von 177Lu-PSMA-617 

gegenüber Cabazitaxel zur Verfügung [1068], [1077]. Voraussetzung für den Einsatz 

von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan ist die qualitätsgesicherte PSMA-PET [1078], 

[331], [1079]. Die Einhaltung der Qualitätskriterien ist kritisch für die Indikation zum 

Einsatz von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan [1069]. 

In VISION führte Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan gegenüber der 

Standardtherapie zur signifikanten Verlängerung des radiologischen 

progressionsfreien Überlebens (rPFS) mit einem Unterschied im rPFS von 5,3 Monaten 

und einem HR von 0,40. Die radiologische Ansprechrate lag bei 51 %. Zum 

Datenschnitt der Zulassung fand sich in VISION eine statistisch signifikante 

Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit zwischen den beiden Studienarmen 

zugunsten von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan mit einem Median von 4,0 

Monaten und einem HR von 0,62 [1067]. In TheraP lag die radiologische Ansprechrate 

unter 177Lu-PSMA-617 bei 49 % vs. 24 % im Cabazitaxel-Arm. Das rPFS wurde 

signifikant verlängert, mit einem Median von 2,1 Monaten und einer HR von 0,62 

[1067], [1057]. Die Gesamtüberlebenszeit wurde durch 177Lu-PSMA-617 gegenüber 

Cabazitaxel nicht verlängert. Parameter der Lebensqualität waren durch 177Lu-PSMA-

617 gegenüber Cabazitaxel verbessert. 

In VISION und TheraP haben Patienten mit einer hohen Standard Uptake Value (SUV) in 

der PSMA-PET/CT ein besseres Ansprechen. Dabei versteht man unter SUV ein 

semiquantitatives Maß für die Tracer-Aufnahme in einer Region von Interesse (ROI) 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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275

[1069]. Zur Patientenselektion vor der Therapie mittels PET empfehlen sich die 

Kriterien aus der Zulassungsstudie für Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan (VISION) 

bei Einsatz von 68Ga-PSMA-11 [1078] bzw. die Kriterien der Prostate Cancer 

Molecular Imaging Standardized Evaluation (PROMISE) Version 2 bei Einsatz von 

diagnostischen mit F18-markierten PSMA-Liganden [331]. Wenn eine PSMA-PET nicht 

verfügbar ist, kommt eine PSMA-Bildgebung mittels Tc-99m PSMA-SPECT/CT in 

Betracht. Hierbei ist der Mindeststandard die Durchführung einer SPECT/CT (Kopf bis 

proximaler Oberschenkel). 

In VISION lag die Rate schwerer Nebenwirkungen im CTCAE-Grad 3/4 bei 52,7 % im 

Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan- und 38,0 % im Kontrollarm. Häufigste 

Nebenwirkungen von Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan im CTCAE-Grad 3/4 waren 

Anämie (12,9 %), Thrombozytopenie (7,9 %), Lymphozytopenie (7,8 %) und Fatigue 

(5,9 %). Die Rate von Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen lag bei 11,9 

% im Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm. In TheraP lag die Rate schwerer 

unerwünschter Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 bei 33 % und signifikant niedriger als 

im Cabazitaxel-Arm (53 %). In VISION trat Nephrotoxizität der CTCAE-Grade 3/4 unter 

Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan häufiger auf als im Kontrollarm. Zu beachten 

sind auch seltene Nebenwirkungen wie Niereninsuffizienz auf dem Boden einer 

strahleninduzierten Nephropathie nach einer hohen Anzahl an Zyklen einer 177Lu-

PSMA Radioligandentherapie [1080]. 

Zu Empfehlung 7.53 

 Durch die Einführung neuer Arzneimittel in frühen Therapiephasen hat sich das 

Krankheitsbild des mCRPC in den letzten Jahren rasch gewandelt, siehe auch die 

nachfolgenden Empfehlungen zum neuroendokrinen Prostatakarzinom (NEPC). Das 

Patientenkollektiv ist sehr heterogen geworden. 

 

Eines der präferierten Konzepte in der Sequenztherapie von mCRPC-Patienten ist der 

Wechsel des „Mode of Action", siehe 7.44 – 7.47. Der sequenzielle Einsatz von ARPI 

und Abirateron ist ebenfalls eine Option und ist durch die Zulassungen abgedeckt. Er 

wurde vor allem in retrospektiven Kohortenstudien und in Datenbanken zur Real-

World-Evidenz mit Daten aus der Erstlinientherapie untersucht [597]. Bei Patienten mit 

kurzzeitigem Ansprechen ist ein Wechsel auf die jeweils andere Substanzklasse 

aufgrund von Kreuzresistenzen wenig erfolgversprechend. Daten zur Überlegenheit 

einer Kombinationstherapie mit PARPI in diesem Patientenkollektiv liegen bisher nicht 

vor. 

 

Grundlage der Betreuung von mCRPC-Patienten in allen, oben beschriebenen, 

palliativen Behandlungssituationen ist die optimale supportive Therapie [1081]. 

Zu Empfehlung 7.54 und Empfehlung 7.55 

Radium-223 wurde in der Europäischen Union im November 2013 zugelassen. Die 

EMA begrenzte 2018 die Zulassung von Radium-223 auf Patienten mit metastasiertem 

Prostatakarzinom, die mindestens zwei Vortherapien für die metastasierte 

Erkrankung erhalten haben oder die keine andere Therapie erhalten können. Der 

Einsatz von Radium-223 ist weiterhin begrenzt auf Patienten ohne viszerale 

Metastasen. Radium-223 soll nicht zusammen mit Abirateron und 

Prednison/Prednisolon gegeben werden. Daten randomisierter Studien zum Vergleich 

von Radium-223 versus Best Supportive Care (BSC) bei Patienten mit mindestens zwei 

Vortherapien beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom liegen nicht vor. 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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Die erste Zulassung beruhte auf der Studie ALSYMPCA [1070], [1082]. Eingeschlossen 

wurden 921 Patienten mit mCRPC (mit zwei oder mehr Metastasen im Knochen, aber 

keinen bekannten viszeralen Metastasen) , 614 Patienten in die Interventionsgruppe 

sowie 307 Patienten in die Kontrollgruppe. Das mediane Alter lag bei 71 Jahren. 526 

Patienten (57 %) wurden zuvor bereits mit Docetaxel behandelt. Für Patienten der 

Interventionsgruppe waren sechs Injektionen von Radium-223 im Abstand von 4 

Wochen zusätzlich zum BSC geplant. Patienten der Kontrollgruppe erhielten den 

besten verfügbaren Therapiestandard (Placebo-Gruppe). Die Therapie mit Radium-223 

führte zu einer signifikanten Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit mit einem 

Median von 14,9 vs. 11,3 Monaten (HR 0,69; p<0,001). Die Rate unerwünschter 

Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 lag bei 58 % vs. 65 % im Kontrollarm. Nur 

Thrombozytopenien traten mit 7 % häufiger unter Radium-223 auf. Bei einem 

Patienten wurde eine aplastische Anämie diagnostiziert. Sekundäre AML oder MDS 

wurden im Beobachtungszeitraum nicht dokumentiert. Relevant für 

Zulassungsbeschränkung durch die EMA war die Studie ERA-223 [1071], [1083]. In 

dieser internationalen, multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten Studie 

wurde die Kombination Abirateron + Radium-223 versus Abirateron bei Patienten mit 

kastrationsresistentem Prostatakarzinom getestet. Eingeschlossen wurden 

asymptomatische oder gering symptomatische Patienten, die vorher keine 

Chemotherapie erhalten hatten. Alle Patienten erhielten zusätzlich Prednison oder 

Prednisolon. Die Studie wurde vorzeitig entblindet nach Hinweisen auf eine erhöhte 

Todesfall- und Frakturrate im Radium-223-Arm. In der publizierten Auswertung war 

das mediane symptomatische, skelettale, ereignisfreie Überleben etwas kürzer im 

Radium-223- als im Placebo-Arm (22,6 vs. 26,0 Monate, p=0,2636). Die Frakturrate 

war mit 29 % im Radium-223-Arm mehr als doppelt so hoch als im Placebo-Arm mit 

11 %. Allerdings zeigt die differenzierte Auswertung auch, dass die Frakturrate zwar 

höher lag, die typischen Komplikationen eines ossär metastasierten CRPC (spinale 

Kompression, pathologische Fraktur) deutlich seltener waren. Osteoprotektive 

Substanzen waren nicht eingesetzt worden. Kombinationen von Radium-223 mit ARPI 

sind Gegenstand aktuell noch nicht abgeschlossener, randomisierter Studien wie 

PEACE III. Zwischenergebnisse zeigen eine signifikante Reduktion der Frakturrate bei 

Einsatz osteoprotektiver Substanzen [1084]. 

 

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7.4.2.5 Therapie des mCRPC bei reduziertem Allgemeinzustand 

7.56  Konsensbasierte Empfehlung geprüft 2024 

EK 

Patienten mit kastrationsresistenter, symptomatischer, progredienter Erkrankung 

und reduziertem Allgemeinzustand (ECOG ≥2, Karnofsky-Index <70) soll eine 

symptombezogene Therapie angeboten werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.57  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2024 

EK 

Patienten mit kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung und reduziertem 

Allgemeinzustand (ECOG ≥2, Karnofsky-Index <70) kann zusätzlich eine der in 

Empfehlung Empfehlung 7.39 bis Empfehlung 7.55 aufgeführten 

Therapieoptionen angeboten werden, wenn der reduzierte Allgemeinzustand vor 

allem auf das metastasierte Prostatakarzinom zurückzuführen ist und keine 

Therapie-begrenzenden Komorbiditäten vorliegen. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.56 und Empfehlung 7.57 

Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand (ECOG ≥2, Karnofsky-Index 2 aus. Daher 

wird für diese Patienten eine symptombezogene Therapie empfohlen. Des Weiteren 

können zusätzlich verschiedene Therapieoptionen angeboten werden. Hinweise bzw. 

Einschränkungen bei den Therapieoptionen werden in den Hintergrundtexten zu den 

Empfehlungen 7.35-7.50. 

Wenn der reduzierte Allgemeinzustand vor allem auf das metastasierte 

Prostatakarzinom zurückzuführen ist, kann eine Therapie wie bei Patienten in gutem 

Allgemeinzustand angeboten werden. 

 

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7.4.3 Therapie des neuroendokrinen Prostatakarzinoms (NEPC) 

7.58  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Bei Patienten mit mindestens einem der folgenden Kriterien sollte eine 

histologische Abklärung für ein neuroendokrines Prostatakarzinom angeboten 

werden: 

• Neu aufgetretenen Lebermetastasen 

• Multiple oder neu aufgetretenen lytische Knochenmetastasen mit und ohne 

Weichteilkomponente 

• Niedriger PSA-Wert bei Erstvorstellung oder bei Progression im Vergleich 

zur Tumorlast 

• Verlust oder Fehlen der PSMA-Expression zum Zeitpunkt der 

Krankheitsprogression oder FDG-positive, PSMA-negative Läsionen in der 

PSMA-PET/CT. 

• Erhöhung von NSE oder Chromogranin A im Serum 

 

Starker Konsens 

 

7.59  Konsensbasierte Empfehlung neu 2024 

EK 

Bei Nachweis eines de novo oder transdifferenzierten neuroendokrinen 

Prostatakarzinoms sollte eine Platin-basierte Chemotherapie in Kombination mit 

Etoposid durchgeführt werden. Eine Behandlung innerhalb einer klinischen Studie 

ist zu präferieren. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Das neuroendorkine Prostatakarzinome (NEPC) ist eine aggressive Verlaufsform des 

Prostatakarzinoms, das sich durch ein hohes Metastasierungspotenzial, ein 

Androgenrezeptor (AR)-unabhängiges Wachstum sowie eine schlechte Prognose 

auszeichnet [1085], [1086]. 

Obwohl die Inzidenz des NEPC auf bis zu 17 % der metastasierten, 

kastrationsresistenten Prostatakarzinome (mCRPC) geschätzt wird [1087], 

berücksichtigt die National Comprehensive Cancer Network (NCCN) Leitlinie als 

bislang einzige Leitlinie mit internationaler Wahrnehmung das NEPC im Rahmen der 

Therapieempfehlungen [1088]. Die 5. Edition der World Health Organisation (WHO) zu 

Tumoren der Harnwege und des männlichen Genitals hat 2022 neben den 

prostatischen neuroendokrinen Tumoren erstmalig das transdifferenzierte NEPC 

(tNEPC) im Rahmen der epithelialen Tumoren der Prostata aufgenommen. 

Ursächlich für die fehlende Berücksichtigung in den übrigen Leitlinien dürfte eine 

Uneinheitlichkeit der klinischen Nomenklatur der NEPC, die hohe Heterogenität der 

Erkrankung sowie die geringe Zahl prospektiver Daten mit meist kleinen Fallzahlen 

sein. Aufgrund der zunehmenden klinischen Bedeutung des NEPC mit einer 

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wachsenden, altersadaptierten Inzidenz [1089] sowie der Änderung der 

Behandlungsstrategie bei Diagnosestellung hat die deutsche S3-Leitlinie das 

neuroendokrine Prostatakarzinom unter Berücksichtigung der angesprochenen 

Defizite als Expertenmeinung aufgenommen. Eine wachsende Zahl prospektiver 

Studien wird künftig die Evidenzlage verbessern. 

NEPC können als de novo-Erkrankung bereits bei Diagnosestellung vorliegen. Sie 

machen weniger als 1 % der neu diagnostizierten Prostatakarzinome aus [1089]. Die 

meisten NEPC sind jedoch Ergebnis einer Resistenzentwicklung gegen aktuell zum 

Einsatz kommende Standardtherapien. Ihre Inzidenz wird auf 10-17 % der mCRPC 

geschätzt [1087], [1085]. Diese tNEPC entstehen aus Adenokarzinomen, die im 

Rahmen des Therapieverlaufs einen De- oder Transdifferenzierungsprozess 

durchlaufen [1090]. Zugrunde liegen komplexe zelluläre Veränderungen, deren 

Zusammenspiel und zeitliche Abfolge noch nicht vollständig verstanden ist. Ergebnis 

ist ein AR-unabhängiges Tumorwachstum. Charakteristische Genalterationen 

umfassen inaktivierende Veränderungen des Retinoblastoma Gens 1 (RB1) und des 

Tumorsuppressorproteins p53 (TP53). Ein Vorliegen von Defekten in beiden Genen 

begünstigt die Ausbildung eines neuroendokrinen Phänotyps [1085], [1090]. Einen 

wichtigen Einfluss auf die Ausbildung des NEPC haben zudem epigenetische 

Veränderungen (z. B. EZH2-Überexpression, DNA-Methylierung) sowie eine 

Dysregulation sog. Pionierfaktoren oder die lineäre Plastizität beeinflussender 

Transkriptionsfaktoren (z. B. SOX2, ASCL1, BRN2) [1085], [1090]. 

Die Prognose des NEPC ist schlecht. Dabei zeigt sich ein deutlich reduziertes 

medianes Gesamtüberleben der NEPC-Patienten im Vergleich zu Patienten mit 

Adenokarzinomen mit einem medianen Gesamtüberleben von 9-17 Monaten [1086], 

[1087], [1091]. Patienten mit einem rein neuroendokrinen Prostatakarzinom scheinen 

dabei eine schlechtere Prognose als Patienten mit Mischtumoren zu haben [1091]. 

Zu Empfehlung 7.58 

De novo-NEPCs weisen einen AR-negativen Phänotyp mit niedrigen PSA-Serumwerten 

auf. Häufig besteht eine viszerale Metastasierung. Der überwiegende Teil der de novo 

metastasierten NEPC ist kleinzellig (64,5 %) [1089]. Das Bild der tNEPC ist 

heterogener. Auch sie weisen ein häufig aggressives, AR-unabhängiges 

Tumorwachstum auf, mit einer erhöhten Inzidenz viszeraler Metastasen [1086]. In der 

Literatur wird insbesondere das tNEPC teils synonym mit der aggressiven Variante 

eines Prostatakarzinoms (AVPC) (früher anaplastisches Prostatakarzinom) verwandt. 

Allerdings werden mit den ursprünglich definierten Kriterien für ein AVPC (siehe 

Tabelle 29) histologisch, neben NEPC, auch sog. doppelnegative Prostatakarzinome 

(DNPC), ohne Adenokarzinom- oder neuroendokrine Marker-Expression, sowie 

doppelpositive Prostatakarzinome mit einer Koexpression beider 

Markerkonstellationen erfasst [1090]. Zur Vereinheitlichung sollten nur 

Prostatakarzinome als NEPC bezeichnet werden, die histologisch die entsprechenden 

Kriterien erfüllen. 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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Tabelle 29: Kriterien für die Diagnose eines AVPC (früher anaplatisches Prostatakarzinom) 

nach A. Aparicio et al. 2013 

C1 Histologischer Nachweis eines kleinzelligen Prostatakarzinoms (rein oder gemischt). 

C2 Ausschließlich viszerale Metastasen. 

C3 Radiologisch vorherrschende lytische Knochenmetastasen durch Röntgenbild oder CT-

Scan. 

C4 Großflächige (≥5 cm) Lymphadenopathie ODER ausgedehnte Tumormasse(≥5 cm) mit 

einem Gleason ≥8 in Prostata/Becken. 

C5 Niedriger PSA-Wert (≤10 ng/ml) bei Erstvorstellung (vor einer ADT oder bei 

symptomatischer Progression im kastrierten Setting) PLUS hochvolumige (≥20) 

Knochenmetastasen. 

C6 Vorhandensein von neuroendokrinen Markern in der HISTOLOGIE (positive Färbung von 

Chromogranin A oder Synaptophysin) ODER im SERUM (abnorm hohe Serumspiegel für 

Chromogranin A oder GRP) bei der Erstdiagnose oder bei Fortschreiten der Erkrankung 

PLUS einer der folgenden Punkte, wenn keine anderen Ursachen vorliegen: 

A. Erhöhte LDH-Werte im Serum (≥2 × IULN), 

B. Maligne Hyperkalzämie, 

C. Erhöhte CEA-Werte im Serum (≥2 × IULN). 

C7 Kurzes Intervall (≤6 Monate) bis zur androgenunabhängigen Progression nach Beginn 

einer Hormontherapie mit oder ohne Vorhandensein von neuroendokrinen Markern. 

Quelle: [1092] 

 

Basierend auf den AVPC-Kriterien wurden, unter Berücksichtigung weiterer 

Forschungsergebnisse zum NEPC sowie einer zunehmenden Implementierung des 

PSMA-PET-CTs im Therapiealltag klinische Kriterien definiert, die für das Vorliegen/die 

Entstehung eines NEPCs sprechen könnten. Aufgrund der therapeutischen 

Konsequenz (s. u.) sollte Patienten, die mindestens eines der genannten Kriterien 

erfüllen, eine histologische Abklärung bezüglich eines NEPCs angeboten werden. 

Wichtige klinische Hinweise für ein mögliches NEPC sind Art und Lokalisation der 

Metastasierung. Während die Inzidenz von Lebermetastasen bei 

Prostatakarzinompatienten insgesamt selten ist (10-25 %), weisen Patienten mit 

neuroendokrinem Prostatakarzinom häufig eine hepatische Metastasierung auf (65 

bis 83 %) [1091], [1093]. Zudem wurden bei Prostatakarzinompatienten mit 

hepatischer Metastasierung gehäuft neuroendokrine Merkmale nachgewiesen [1094]. 

Ebenso werden osteolytische Knochenmetastasen nur bei einer Minderheit der 

Prostatakarzinompatienten diagnostiziert [1095], [1096]. Ein Zusammenhang mit 

einer neuroendorkinen Differenzierung oder aggressiven Verlaufsformen des 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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Prostatakarzinoms wird, basierend auf kleinen Fallserien, vermutet [1097], [1098]. 

Systematische Analysen liegen nicht vor. 

NEPC weisen ein häufig AR-unabhängiges Wachstum und damit einen niedrigen PSA-

Wert auf. In einer retrospektiven Analyse von 87 NEPC-Patienten lag der 

durchschnittliche PSA-Wert trotz Metastasierung bei 1,20 ng/ml (0,14 ng/mL bei 

kleinzellig neuroendokrinen und 1,55 ng/mL bei gemischter Histologie). Ein niedriger 

PSA-Anstieg ≤0,7 ng/ml/Monat vor Diagnosestellung des NEPC war mit einem 

schlechteren Überleben assoziiert [1091]. In einer Untersuchung von 183 mCRPC 

wiesen Männer mit einem niedrigen PSA-Wert unter 5 ng/ml in der 

molekularpathologischen Analyse eine stärkere tNEPC- und „RB1-loss“-Signatur auf, 

bei gleichzeitig verminderter AR-Transkriptionssignatur als Patienten mit einem 

hohen PSA-Wert. Zudem war eine Deletion/Inaktivierung von RB1 und/oder TP53 bei 

Männern mit niedrigem PSA-Wert häufiger (80 % vs. 41 %). Das OS war bei Männern 

mit PSA <5 ng/ml kürzer (medianes OS 26,7 vs. 46,0 Monate, HR 2,465, 95 % KI 

0,982-6,183) [1099]. Bei Patienten mit einem lokalisierten Tumorgeschehen 

(clinicalT1 (cT1)-4N0M0) und hohem Gleason-Score (≥ 8) wurde in der Surveillance, 

Epidemiology, and End Results (SEER)-Datenbank ein Zusammenhang zwischen einem 

niedrigen PSA-Wert (≤4 ng/dl) und einem erhöhten Risiko für krebsspezifische 

Todesfälle nachgewiesen. Dies wurde als Zeichen für aggressive und schlecht 

differenzierte bzw. anaplastische, PSA-arme Tumoren gewertet [1100]. Darüber 

hinaus zeigte sich für Patienten mit Gleason-Score ≥8 und einem pathologischen 

Stadium von ≥T3a und einem niedrigen iPSA-Werten (<5,0 ng/ml) ein kürzeres 

radiologisch progressionsfreies Überleben (Log-Rank-Test, p=0,001) und ein höheres 

Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit (HR 12,2, 95 % KI 1,18-1260,99; p=0,036). 

NEPC verlieren häufig, zusammen mit der AR-Expression, die PSMA-Expression [1101] 

und können sich daher in der Bildgebung als PSMA-arme oder negative Läsionen 

zeigen. Dabei weisen Lebermetastasen eine häufig niedrigere PSMA-Expression auf 

als lymphonododuläre oder ossäre Metastasen. Dies trifft auch auf Patienten mit AR-

negativen CRPC oder NEPC zu [1101]. Ein Verlust oder Fehlen der PSMA-Expression 

zum Zeitpunkt der Krankheitsprogression oder FDG-positive, PSMA-negative Läsionen 

in der PSMA-PET/CT können daher ein Anhalt für eine neuroendokrine 

Transdifferenzierung sein. 

Chromogranin A (CgA) ist ein Hauptbestandteil der sekretorischen Granula 

neuroendokriner Zellen [1102]. Die neuronenspezifische Enolase (NSE) ist ein 

zytoplasmatisches Enzym, das bei Nervenschäden und bei Tumoren neuroendokrinen 

Ursprungs erhöht ist [1103]. 

Zur Einordnung der Bedeutung erhöhter CgA-Werte beim metastasierten 

Prostatakarzinom stehen zwei systematische Übersichtsartikel zur Verfügung. In der 

ersten Metaanalyse wurden acht Studien mit insgesamt 686 mCRPC-Patienten 

identifiziert. Dabei waren ein erhöhter CgA-Spiegel mit einem kürzeren 

progressionsfreien Überleben (PFS) und Gesamtüberleben assoziiert (PFS: HR 2,47, 95 

% KI 1,47-4,14; p=0,0006; OS: HR 1,47, 95 % KI 1,15-1,87; p=0,002). Der Einfluss auf 

das OS war in der Zweitlinientherapie noch ausgeprägter als in der 

Erstlinienbehandlung (HR (Zweitlinie) 2,33, 95 % KI 1,40-3,89; p=0,001; HR (Erstlinie) 

1,26, 95 % KI 1,09-1,45, p=0,001) [1104]. In einer zweiten Metaanalyse wurden 

insgesamt 234 Teilnehmer aus sechs Studien berücksichtigt. Erhöhte CgA-Werte zu 

Studienbeginn waren mit einem ungünstigen OS assoziiert (univariate Analyse: HR 

3,775, 95 % KI 1,469-9,698; p=0,006; multivariate Analyse: HR 3,838, 95 % KI 1,774-

8,304; p=0,001). Die Kombination mit erhöhten NSE-Werten verbesserte die 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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Einschätzung des Behandlungsergebnisses zusätzlich [1105]. Darüber hinaus zeigen 

Studien zum Einsatz AR-gerichteter Medikamente im mCRPC, dass erhöhte CgA-

Ausgangswerte über das Dreifache der oberen Norm mit einem frühen 

Krankheitsprogress innerhalb der ersten 3 Monate der Abirateron-Behandlung 

einhergehen [1106]. Fan et al. untersuchten die CgA- und NSE-Werte bei 40 Männern 

mit mCRPC; ein Anstieg der CgA- und/oder NSE-Werte in den ersten 3 Monaten einer 

Abirateron-Behandlung war ein unabhängiger Prädiktor für ein schlechtes Überleben 

[1107]. In einer Untersuchung mit 395 Patienten waren hohe CgA-Ausgangswerte in 

den Subgruppen mit Docetaxel-oder Abirateron/Enzalutamid-Behandlung ebenfalls 

mit einem schlechten OS assoziiert. Patienten mit hohen CgA-Ausgangswerten, die 

während der AR-gerichteten Therapie einen weiteren CgA-Anstieg erfuhren, hatten die 

schlechteste Prognose [1108]. Insgesamt deuten steigende CgA-Werte, insbesondere 

bei Männern mit hohen CgA-Werten zu Beginn der Behandlung, auf eine 

Behandlungsresistenz und wahrscheinlich eine neuroendokrine Differenzierung hin 

[1109]. 

Ein systematischer Review zur Bedeutung der NSE beim mCRPC untersuchte 1.772 

Patienten aus 19 Publikationen. Eine erhöhte Serum-NSE korrelierte mit einer 

schlechteren Prognose der fortgeschrittenen Prostatakarzinome, insbesondere bei 

Progress in der Kastrationsresistenz [1110]. Bei Patienten mit metastasiertem 

Prostatakarzinom und AR-gerichteter Behandlung ging ein hoher Serum-NSE-Spiegel 

zu Behandlungsbeginn mit einem verminderten krebsspezifischen Überleben einher 

[1111]. In einer retrospektiven Analyse von Patienten mit zweifacher PET-Bildgebung 

innerhalb von 4 Wochen ([68Ga]Ga-PSMA-11 und [18F]FDG PET/CT), die entweder für 

eine PSMA-Radioligandentherapie vorgesehen waren oder diese erhalten hatten, 

zeigte sich ein Mismatch (FDG+ PSMA-Läsionen) bei 62 % der Patienten. Patienten mit 

FDG+/PSMA-Läsionen wiesen eine signifikant höhere absolute Serumkonzentration 

und einen höheren relativen Anstieg der NSE auf. NSE wurde daher als potenzieller 

Biomarker für einen PSMA-FGD-Mismatch vorgeschlagen [1112]. In einer 

multinationalen prospektiven Studie zur Charakterisierung von t-NEPC (n=202 davon 

17 % NEPC) waren NSE und LDH zwar im Vergleich zu den Adenokrazinom-mCRPC-

Patienten deutlich erhöht, der positive Vorhersagewert der neuroendokrinen Marker 

NSE und CgA war allerdings gering [1087]. 

Zu Empfehlung 7.59 

Derzeit existiert keine allgemein anerkannte Standardtherapie zur Behandlung des 

NEPC. In einer Analyse der SEER-Datenbank war die Chemotherapie die effektivste 

Behandlungsoption und erhöhte das Überleben von Patienten von 5 auf 9 Monate 

[1089]. 

Die NCCN-Leitlinien empfehlen eine Platin-basierte Chemotherapie (Cisplatin oder 

Carboplatin) in Kombination mit Etoposid oder alternativ mit Docetaxel bzw. 

Cabazitaxel. Im Übrigen wird auf die Leitlinien zum kleinzelligen Bronchialkarzinom 

verwiesen. 

Die Empfehlungen der NCCN-Leitlinie basieren auf mehreren, kleinen, meist 

einarmigen Studien mit teils uneinheitlicher Patientenpopulation. So wurden sowohl 

NEPC als auch mCRPC mit Anzeichen einer neuroendokrinen Differenzierung oder 

erhöhten neuroendokrinen Markern eingeschlossen. Nach heutigen Kriterien werden 

die letzten beiden Gruppen a. e. als sog. „Doppel-Expremierer“ und nicht als NEPC im 

engeren Sinne klassifiziert (s. o.). Die Behandlungsschemata zeigen häufig ein 

anfängliches Therapieansprechen. Die Dauer des Ansprechens ist allerdings meist 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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kurz, mit einem medianen Gesamtüberleben von 7-19 Monaten (Tabelle 30) [1113], 

[1114], [1115], [1092], [1116], [1117]. In einer größeren Phase-I/II, randomisierten 

Studie mit mCRPC-Patienten, die für AVPC angereichert war, führte die Zugabe von 

Carboplatin zu Cabazitaxel zu einer höheren objektiven Ansprechrate (57,1 % vs. 

22,7 %) und verbesserte das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) von 4,5 auf 

7,3 Monate. Eine gesonderte Analyse für NEPC-Patienten erfolgte nicht [1118]. 

Bei rein oder überwiegend neuroendokriner Differenzierung sollte in Analogie zum 

kleinzelligen Bronchialkarzinom und basierend auf der aktuellen Datenlage die 

Therapie mit Carboplatin oder Cisplatin in Kombination mit Etoposid bevorzugt 

werden. Alternativ kann v.a. auch bei Vorliegen von Mischtumoren die Kombination 

mit einem Taxan erfolgen. Die Rolle der Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren 

als Monotherapie oder in Kombination mit einer Chemotherapie ist aktuell noch 

unklar und wird in Studien überprüft. Eine Monotherapie mit Avelumab erzielte eine 

Ansprechrate von nur 6,7 %, das radiologisch progressionsfreie Überleben lag bei 1,8 

Monaten. Die Studie wurde aufgrund einer langsamen Rekrutierung und geringer 

Effektivität frühzeitig abgebrochen [1119]. Weitere zielgerichtete Therapieoptionen 

beispielsweise mit bispezifischen T-Zellengagern (BiTEs) und zytotoxischen 

Antikörperkonjugaten befinden sich in der frühen klinischen Prüfung. Ein erstes 

positives Signal konnte mit dem trispezifischen DLL3-T-Zellengager HPN328 mit einer 

Krankheitskontrollrate von über 80 % im Rahmen einer Phase-I/II-Studie erzielt 

werden [1120]. Aufgrund der immer noch spärlichen Datenlage ist eine Therapie der 

NEPC-Patienten im Rahmen klinischer Studien dringend zu empfehlen. 

 

7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) 

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284

Tabelle 30: Klinische Studien zum neuroendokrinen Prostatakarzinom (NEPC) und zu 

aggressiven Varianten eines Prostatakarzinoms (AVPC) 

Autor/Jahr Studien-

design 

Patienten-

zahl (n) 

Patientenpopulati

on 

(Tumorsubtypen) 

Regime Therapieerg

ebnis 

Papandreou 

et al. 2002 

[1121], 

prospektiv 36 67 % NEPC 

33 % gemischte 

Histologie 

Cisplatin/Eto

posid/Doxoru

bicin 

RR 61 %; TTP 

5,8 m; 

OS 10,5 m 

Steineck et 

al. 2002 

[1116], 

retrospektiv 30 30 % NEPC, 43 % 

anaplastisch, 13 % 

gemischte 

Histologie 

Cisplatin oder 

Carboplatin/E

toposid 

RR 50 %; OS 

8-941 d 

Culine et al. 

2007 

[1113], 

prospektiv 

einarmig 

41 CRPC und 

serologische, 

neuroendokrine 

Marker 

Cisplatin/Doc

etaxel 

RR 41 %; OS 

12 m 

Flechon et 

al. 2011 

[1115], 

prospektiv 

einarmig 

55 CRPC + M (visz) 

Und/oder 

Nachweis 

serologischer, 

neuroendokriner 

Marker 

Carboplatin/E

toposid 

RR 8,9 %; PFS 

2,9 m, OS 9,6 

Aparicio et 

al. 2013 

[1092], 

prospektiv 

einarmig 

113; 

74 

mCRPC, 

stratifiziert für 

AVPC 

Erstlinie: 

Carboplatin/

Docetaxel 

Zweitlinie: 

Cisplatin/Eto

posid 

TTP1: 5,1 m, 

TTP2: 3,0 m; 

OS 16 m 

Corn et al. 

2019 

[1118], 

prospektiv 

randomisiert 

160 CRPC, stratifiziert 

für AVPC 

Carboplatin/

Cabazitaxel 

vs. 

Cabazitaxel 

AVPC: PFS: 

6,0 m vs. 2,2 

m; 

OS: 17,4 m 

vs. 9,9 m 

Apostolidis 

et al. 2019 

[1117], 

retrospektiv 46 45,7 % NEPC 

43,5 % gemischte 

Histologie 

Carboplatin/

Cisplatin + 

Etopsid 

RR 48,1 %; OS 

15,5 m 

 

 

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom 

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285

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem 

Prostatakarzinom 

7.5.1 Präambel 

7.60  Evidenzbasiertes Statement neu 2021 

Evidenzlevel 

1- 

Unter einem oligometastasierten Prostatakarzinom wird ein Tumor mit maximal 4 

in konventioneller Bildgebung (Skelettszintigraphie und CT oder MRT) 

nachweisbaren Knochenmetastasen ohne extraossäre viszerale Metastasen 

verstanden. 

[1122], [1123] 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 7.60 

Die Definition der oligometastasierten Erkrankung ist in der Literatur nicht einheitlich. 

Zumeist wurde dabei eine konventionelle Bildgebung genutzt. Klassifikationen, die in 

neuerer Zeit unter Einsatz der multiparametrischen MRT oder der PSMA-PET-

Hybridbildgebung erhoben werden, sind daher mit den älteren Klassifikationen nicht 

direkt vergleichbar. Die Zahl bis einschließlich 4 ossären Metastasen als Grenze zur 

Definition des oligometastasierten Prostatakarzinoms in dieser Empfehlung wurde 

aus pragmatischen Gründen festgelegt in Anlehnung an die Auswertung von Burdett 

et al. [1122]. 

Die Effektivitätsgrenzen lagen in den verschiedenen Studien bei bis zu 2- (LATITUDE-

Studie) [1124], bis zu 3 (CHAARTED- und STAMPEDE-Studie) [1123] oder bis zu 4 

Knochenmetastasen (HORRAD-Studie) [1125], daneben wurden weitere heterogene 

Kriterien zur Definition genutzt [1125], [1124], [1123]. Unter extraossären viszeralen 

Metastasen werden im Kontext dieser Empfehlung hämatogene Metastasen in Leber, 

Lunge, Hirn und anderen Organen verstanden, nicht jedoch lymphogene 

Fernmetastasen, die eine bessere Prognose haben. Ob letztere in eine mögliche lokal 

ablative Therapie von Oligometastasen mit einbezogen werden, ist individuell zu 

entscheiden. 

 

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom 

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286

7.5.2 Perkutane Strahlentherapie und radikale Prostatektomie 

7.61, 7.62, 

7.63 

Verknüpfte Empfehlungen: Evidenzbasiert modifiziert 2025 

: 7.61, 7.63 

neu 2025 : 7.62 

7.61 Patienten mit einem neu diagnostizierten, 

oligometastasierten Prostatakarzinom („low volume“ 

nach CHAARTED-Kriterien mit konventionellem 

Staging) kann zusätzlich zur systemischen Therapie 

(Androgendeprivation -ADT/ARPI- simultan, 

Docetaxel sequentiell) eine perkutane 

Strahlentherapie der Prostata angeboten werden. 

1- 

[1122], [1123], [1126], 

[1127] 

7.62 Patienten mit einem neu diagnostiziertem, 

hormonnaiven metastasierten Prostatakarzinom (mit 

konventionellem Staging) und hohem lokalen 

Progressionsrisiko kann zusätzlich zur systemischen 

Therapie eine perkutane Strahlentherapie der 

Prostata angeboten werden. 

1- 

[1127] 

7.63 Die externe Strahlentherapie (EBRT) sollte 

hypofraktioniert verabreicht werden, die 

Strahlendosis sollte eine Äquivalenzdosis von 74 Gy 

in 2 Gy-Standardfraktionierung nicht überschreiten. 

1- 

[1122], [1123], [1126], 

[1127] 

Konsensstärke Konsens: 7.61, 7.62 

Starker Konsens: 7.63 

 

7.64, 7.65 Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert: 7.64; 

Evidenzbasiert: 7.65 

neu 2021 

EK 7.64 Die radikale Prostatektomie ist als Therapieoption 

beim oligometastasierten Prostatakarzinom nicht 

hinreichend durch Evidenz belegt. 

 

7.65 Die radikale Prostatektomie kann beim 

oligometastasierten Prostatakarzinom nach 

Diskussion in einer interdisziplinären 

Tumorkonferenz im Rahmen einer multimodalen 

Therapie angeboten werden. 

2++ 

[1128] 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom 

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287

7.66, 7.67, 

7.68 

Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert: 7.66; 

Evidenzbasiert: 7.67,7.68 

neu 2021 

EK 7.66 Die metastasengerichtete lokal ablative Therapie 

beim oligometastasierten Prostatakarzinom ist nicht 

hinreichend durch Evidenz belegt, insbesondere in 

Bezug auf onkologische Endpunkte. 

 

7.67 Die metastasengerichtete lokal ablative Therapie 

beim oligometastasierten Prostatakarzinom kann zur 

Verzögerung einer Androgendeprivation und/oder 

Tumorprogression eingesetzt werden. 

2++ 

[1129], [1128], [1130] 

7.68 Eine externe Strahlentherapie (EBRT) als ablative 

Behandlung sollte hypofraktioniert erfolgen, 

vorzugsweise als stereotaktische Bestrahlung (SBRT). 

2++ 

[1129], [1128], [1130] 

Konsensstärke Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.61 bis Empfehlung 7.63 

In die randomisierte STAMEPE-Studie wurden 2.061 Männer mit mHSPC randomisiert, 

1.029 in die Kontrollgruppe mit Behandlungsstandard (engl. standard of care) (SOC) 

und 1.032 Männer in die Gruppe mit einer zusätzlichen RT der Prostata [1123]. In der 

Gesamtgruppe zeigte sich kein Überlebensvorteil, in der präspezifizierten Subgruppe 

mit „low metastatic burden" (n=819) allerdings war ein signifikanter Überlebensvorteil 

durch die zusätzliche RT der Prostata nachweisbar (p=0,0098; HR 0,68). Dieser initial 

bereits vorhandene Überlebensvorteil vergrößerte sich in der Langzeitanalyse dieser 

Studie (n=819 Patienten mit „low metastatic burden") (SOC+RT der Prostata versus 

SOC) mit einer medianen Nachbeobachtung von 61,3 Monaten auf ein medianes 

Überleben von 85,5 Monate vs. 63,6 Monate. Das entsprechende 5-Jahres-Überleben 

betrug 65 % vs. 53 % (p=0,00004; HR 0,64) [1131]. Allerdings war in dieser Studie der 

SOC definiert als ADT+/-Docetaxel, also ohne die erweiterte Systemtherapie mit ARPI, 

wie sie dem modernen Standard im Jahr 2024 entspricht. 

In einem systematischen Review (der randomisierten Studien STAMPEDE und 

HORRAD) zeigte sich in der Gesamtgruppe der Patienten mit hormonsensitiven 

oligometastasierten Prostatakarzinom wie auch in der STAMPEDE Studie kein 

Überlebensvorteil der zusätzlichen lokalen RT der Prostata (HR 0,92, 95 % KI 0,81–

1,04, p=0,195). Im Gegensatz dazu fand sich ein signifikanter Überlebensvorteil von 

absolut 7 % in der Gruppe der Patienten mit bis zu 4 Knochenmetastasen und lokaler 

RT der Prostata (p<0,05) [1122]. Ein vergleichbarer Effekt zeigte sich in einer, 

allerdings ungeplanten Re-Analyse der STAMPEDE-Studie [1132]. Die Autoren zeigten 

einen mit der Zunahme der Zahl an Knochenmetastasen abnehmenden 

Überlebensvorteil. In den Subgruppenanlysen konnte dieser Vorteil in der M1a-

Situation mit nicht-pelvinen Lymphknotenmetastasen sowie bei bis zu 3 

Knochenmetastasen nachgewiesen werden (HR 0,62 für Überleben, 95 % KI 0,46-

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

288

0,83). In der vierarmigen prospektiv randomisierten PEACE-1-Studie (SOC, SOC + 

Abirateron, SOC + RT sowie SOC + Abirateron + RT) [1127] mit 1.172 randomisierten 

Patienten zeigte sich durch die zusätzliche Bestrahlung der Prostata (Gesamtdosis 74 

Gy, 37 Fraktionen) eine signifikante Verbesserung des radiologischen 

progressionsfreien Überlebens (co-primärer Endpunkt der Studie neben dem 

Gesamtüberleben) von 4,4 (99,9 % KI 2,5-7,3 – 74/126) auf 7,5 Jahre (99,9 % KI 4,0-

nicht erreicht – 55/126) in der mit ARPI behandelten low-volume-metastasierten 

Gruppe (p=0,019, HR 0,65, 99,9 % KI 0,36-1,19). Zusätzlich verbesserte sich das 

Eintreten der Kastrationsresistenz von median 2,5 Jahre (95 % KI 2,1-2,9) auf median 

3,4 Jahre (2,8-4,5, p=0,0069; HR 0,74, 95 % KI 0,6-0,92). Eine Verbesserung des 

Gesamtüberlebens zeigte sich, möglicherweise wegen der insgesamt kleinen 

Gruppengrößen bei komplexem Studiendesign, nicht. 

In einer Netzwerk-Metaanalyse untersuchten Roy et al. [1126] anhand einer Re-

Evaluation die publizierten Daten aller randomisierten Studien, bei denen SOC + ARPI, 

SOC + RT der Prostata sowie SOC + ARPI + RT gegenüber SOC behandelt worden 

waren. Insgesamt wurden die Patienten von zehn RCTs untersucht. In der SOC-Gruppe 

fanden sich 2.043 Patienten, in der SOC + ARPI-Gruppe 1.629 Patienten, in der SOC + 

RT-Gruppe 625 Patienten und in der SOC + ARPI + RT-Gruppe 126 Patienten. Die 

mediane Nachbeobachtungszeit dieser RCTs betrug zwischen 42,4 und 73 Monaten. 

In der statistischen Analyse (paarweise Vergleiche der Behandlungsgruppen der 

randomisierten Studien) sowie anschließend ohne den Einsatz von Docetaxel zeigte 

sich eine 23 %ige Reduktion der HR für den Todesfall (HR 0,77) für den Einsatz der 

SOC + ARPI + RT. Diese war statistisch nicht signifikant, insofern ist dieses Ergebnis 

nicht als sicher zu betrachten. In der Summe schätzen die Autoren das Ergebnis so 

ein, dass die Daten der Metaanalyse bei SOC + ARPI + RT als beste der vier 

untersuchten Strategien einen Überlebensvorteil bei Patienten mit low volume de 

novo mHSPC gezeigt haben. Diese Ergebnisse müssten durch eine individuelle 

Analyse der Patientendaten der zehn RCTs überprüft werden. 

Neben der in der Regel prognosedeterminierenden Fernmetastasierung sind auch 

lokale Komplikationen durch den Primärtumor ein alltagsrelevantes Problem von 

Patienten mit mHSPC. Die Strahlentherapie ist hier – unabhängig von der 

Metastasenlast (also bei low- und high volume-Erkrankung) - eine sinnvolle 

Intervention. In der prospektiv randomisierten PEACE-1-Studie [1127] war die 

Vermeidung ernsthafter urogenitaler Komplikationen (z. B. Obstruktion, Blutung, 

Schmerz, Erfordernis eines Doppel-J-Katheters, TUR-P etc.) ein präspezifizierter 

sekundärer Endpunkt, der in dieser prospektiven Kohorte allerdings retrospektiv 

ausgewertet wurde. Die Ergebnisse sind deshalb hypothesengenerierend. Die 

zusätzliche Bestrahlung der Prostata führte bei Patienten mit low-volume-Erkrankung 

zu einer signifikanten Reduktion schwerer urogenitaler Komplikationen durch lokale 

Tumorprogression um 58 % (26 % versus 11,1 %), bei dem Gesamtkollektiv von high- 

und low volume-metastasierten Patienten betrug die Reduktion 46 % (22,3 % versus 

12,2 %) (p<0,0002 bzw. p<0,0001). Dieser Effekt war bei high-volume metastasierten 

Patienten vergleichbar. Analog zeigte auch die sekundäre Auswertung von 1.705 

Patienten der STAMPEDE-Studie (Vergleich der Arme A und H) durch die zusätzliche 

Radiotherapie der Prostata (bei in der Regel hypofraktionierter Bestrahlung) eine 

signifikante Reduktion der Rate ernster urogenitaler Komplikationen um 43 % 

(p=0,017, HR 0,57) bei low volume und high volume metastasierten Patienten [1133]. 

In beiden Studien zeigte sich durch die zusätzliche Bestrahlung der Prostata keine 

signifikant erhöhte Toxizität schwerer (≥Grad 3) Nebenwirkungen [1133]. 

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

289

Die zusätzliche Radiotherapie der Prostata kann bei Karzinomen eingesetzt werden, 

die ein erhöhtes lokales Progressionsrisiko wie z.B. ISUP 4-5 oder cT3/T4 haben. 

Dieses erhöhte Progressionsrisiko ist bei lokal begrenzten high risk – oder lokal 

fortgeschrittenen Karzinomen u.a. durch ungeplante Subgruppenanalysen 

randomisierter Studien [1134], [1135], [1136] belegt. 

In einer Subgruppenanalyse von 120/875 Patienten der SPCG-7 Studie mit high-risk-

Karzinomen wurden Probebiopsien im Median 45 Monate nach Radiotherapie 

entnommen. Die Patienten erhielten entweder eine alleinige endokrine Therapie oder 

zusätzlich eine perkutane Bestrahlung der Prostata. Ein Tumorrezidiv wurde in 66% 

(N= 63) der nur endokrin behandelten Patienten versus in 22% (N=57) der kombiniert 

behandelten Patienten gefunden (p<0,0001, HR 7,49 – 3,18-17,7)), die große 

Mehrzahl der Rezidive entsprach einem ISUP 4 oder 5 [1134]. Vergleichbare 

Ergebnisse wurden in der UK RR-07-Phase-3-Studie bei lokal fortgeschrittenem PCa 

erzielt. 1205 Patienten wurden randomisiert (1057 mit T3/4 Tumoren) in eine RT der 

Prostata (N=603) oder eine RT + eine lebenslange ADT (N=602). Die mediane 

Nachbeobachtung betrug 6 Jahre. Es zeigte sich ein signifikanter Überlebensvorteil 

für die kombinierte Gruppe (ÜL 7 Jahre 74% versus 66%, p<0,05. HR 0,77). 111 

Patienten zeigten eine lokale Tumorprogression als ersten Progressionsort, 97 

(87,4%) in der ADT Gruppe und 14 (12,6%) in der kombinierten Gruppe (p<0,05, keine 

nähere Angabe) [1135]. 

Darüber hinaus war das Lokalrezidivrisiko bei high-risk Karzinomen abhängig von der 

Gesamtdosis der Radiotherapie. In der LEVIATHAN-Studie (Metaanalyse von 18 Phase-

3-Studien mit u.a. 6288 high risk Karzinomen) betrug das Lokalrezidivrisiko bei einer 

Gesamtdosis von >74 Gy 8% versus 12% bei einer Gesamtdosis <74 Gy (p<0.0007) 

[1136]. 

In der Gesamtbewertung unter Berücksichtigung eines möglichen Überlebensvorteils 

sowie der signifikanten Senkung des Risikos schwerer tumorbedingter 

Komplikationen entspricht die Evidenz daher einer „kann“-Empfehlung für eine lokale 

RT der Prostata bei oligometastasiertem Prostatakarzinom („low volume“ nach 

CHAARTED-Kriterien mit konventionellem Staging). Der Effekt der signifikanten 

Senkung des Risikos schwerer tumorbedingter Komplikationen betraf in 

vergleichbarem Ausmaß auch die Patienten mit „high volume“ Metastasen nach 

CHAARTED-Kriterien. Die Evidenz entspricht auch für diese Patienten einer „kann“-

Empfehlung. Die lokale RT kann bei diesen Patienten mit hohem lokalen 

Progressionsrisiko (z.B. T3/4-Tumore, ISUP 4-5) eingesetzt werden. 

Zu Empfehlung 7.64 bis Empfehlung 7.65 

Zum Einsatz der radikalen Prostatektomie beim oligometastasierten Prostatakarzinom 

gibt es bisher keine abgeschlossenen randomisierten Studien [1137]. Retrospektive 

Vergleiche sind hier aufgrund des hohen Verzerrungsrisikos nur beschränkt 

aussagefähig. Es kann daher nicht sicher abgeschätzt werden, ob beim 

oligometastasierten Prostatakarzinom die radikale Prostatektomie hinsichtlich der 

Mortalitätsreduktion ähnlich wirksam ist wie die perkutane Strahlentherapie. Dennoch 

wurde durch die Leitliniengruppe eine offene Empfehlung für die radikale 

Prostatektomie ausgesprochen, diese aber unter den Vorbehalt einer Beratung in 

einem interdisziplinären Tumorboard gestellt. Zusätzlich wird der multimodale 

Charakter (Kombination mit Androgendeprivation, Strahlentherapie, erweiterter 

Systemtherapie) dieser Therapiestrategie betont. Nicht für eine radikale 

Prostatektomie beim oligometastasierten Prostatakarzinom geeignet sind Patienten, 

7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

290

bei denen eine ausgedehnte lokale Tumorinfiltration dies nicht sinnvoll erscheinen 

lässt oder Patienten, welche die mit der Operation möglicherweise verbundene 

Morbidität (z. B. Inkontinenz bei Kombination mit adjuvanter Strahlentherapie) nicht 

zu tolerieren bereit sind. Die radikale Prostatektomie beim oligometastasierten 

Prostatakarzinom wird erwogen, um lokalenprogressionsbedingten Komplikationen 

im Bereich des unteren Harntraktes vorzubeugen [1137], [1128]. 

Zu Empfehlung 7.66 und Empfehlung 7.67 und Empfehlung 7.68 

Die onkologische Wirksamkeit der metastasengerichteten Therapie beim 

oligometastasierten Prostatakarzinom ist bisher nicht hinreichend belegt. Dies gilt 

insbesondere für die Überlebensendpunkte. Eine Verzögerung der 

Androgendeprivation oder der Tumorprogression ist durch eine metastasengerichtete 

Therapie möglich [1128], [1130]. Weitere, insbesondere randomisierte Studien sind 

erforderlich, um zu prüfen, ob diese Effekte den Verlauf der Erkrankung günstig 

beeinflussen oder das Überleben verlängern [1130]. In der ORIOLE Studie wurde in 

einem randomisiert prospektiven Phase II Setting der Einfluss einer 

metastasengerichteten ablativen Bestrahlung bei Patienten mit (metachron) 

oligometastasiertem hormonsensitiven PCA untersucht. Die Eingangsdiagnostik 

verlangte dabei noch keine PSMA-Bildgebung, sodass protokollgemäß Läsionen, die 

nur in fakultativ durchgeführten PSMA-PETs darstellbar waren, nicht zwingend 

mitbehandelt wurden. Durch die metastasengerichtete Therapie wurde in der 

gesamten Interventionsgruppe der PSA Progress signifikant verlängert, höhergradige 

Nebenwirkungen (≥G3) wurden nicht beobachtet. In einer Subgruppenanalyse einer 

Kohorte, in der alle PSMA positiven Läsionen einer ablativen Bestrahlung zugeführt 

wurden, zeigte sich darüber hinaus auch ein längeres metastasenfreies Überleben 

[1129]. 

Im Falle einer metastasengerichteten Therapie bei oligometastasierter Erkrankung 

erscheint es aber sinnvoll, die Patienten zusätzlich über die Möglichkeit einer 

intensivierten systemischen Therapie aufgeklärt werden. Bis zum Beweis des 

Gegenteils ist davon auszugehen, dass die metastasengerichtete Therapie beim 

oligometastasierten Prostatakarzinom eine intensivierte systemische Therapie (d. h. 

mit Abirateron, Apalutamid, Docetaxel oder Enzalutamid) nicht dauerhaft ersetzen 

kann. 

 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

291

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

7.69  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2018 

Empfehlungsgrad 

Die Therapie symptomatischer ossärer Metastasen ist Bestandteil des 

onkologischen Gesamtkonzeptes (siehe Empfehlung 7.54, Empfehlung 7.55, 

Empfehlung 7.71). Patienten mit ossären Metastasen soll zusätzlich eine oder 

mehrere der folgenden Therapieoptionen angeboten werden: 

• medikamentöse Schmerztherapie 

• lokale Bestrahlung, siehe Empfehlung 7.70 

• operative Intervention (in der Regel in Kombination mit Bestrahlung). 

Evidenzlevel 

[1070], [1138], [1139] 

-: Evidenzlevel: siehe die jeweiligen Empfehlungen 

 

Mehrheitliche Zustimmung 

 

7.70  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Die lokale perkutane Bestrahlung soll bei Knochenmetastasen in folgenden 

Situationen eingesetzt werden: 

• Persistierende lokalisierte Knochenschmerzen 

• drohende spinale Kompression (ggf. nach operativer Intervention) 

• nach operativer Stabilisierung 

• erhöhtes Frakturrisiko 

Evidenzlevel 

1++ 

[1138] 

 

Starker Konsens 

 

7.71  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2021 

Empfehlungsgrad 

Radionuklide können bei multiplen Knochenmetastasen im kastrationsresistenten 

Stadium zur Schmerztherapie eingesetzt werden. Für die Indikation zu Radium-

223 wird auf die Empfehlung 7.54 und Empfehlung 7.55 verwiesen. 

Evidenzlevel 

1+ 

[1139] 

 

Starker Konsens 

 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

292

7.72  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2018 

Empfehlungsgrad 

Zur Prävention von Komplikationen bei Knochenmetastasen im Hormon-naiven 

Stadium sollten Bisphosphonate nicht eingesetzt werden. 

(Empfehlungsgrad: B) 

Die Wirkung von Denosumab in diesem Stadium kann derzeit nicht beurteilt 

werden. 

(Statement) 

Evidenzlevel 

1+, 4 

[1007], [1140], [1141], [1142], [1143], [1144], [1145] 

1+: Zoledronsäure 

4: andere Bisphosphonate, Denosumab 

 

Starker Konsens 

 

7.73  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Zur Prävention von Komplikationen bei Knochenmetastasen im 

kastrationsresistenten Stadium soll der monoklonale Antikörper Denosumab oder 

als Bisphosphonat Zoledronsäure unter Aufklärung von Nutzen und Schaden 

angeboten werden. 

Evidenzlevel 

1+ 

[1140], [1142] 

 

Starker Konsens 

 

7.74  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Zur Prävention von Kieferosteonekrosen soll vor der Gabe von Bisphosphonaten 

oder Denosumab 

• eine zahnärztliche Untersuchung und ggf. erforderliche zahnärztliche 

Sanierung sowie 

• eine Unterweisung und Motivation des Patienten zu überdurchschnittlicher 

Mundhygiene stattfinden. 

Evidenzlevel 

[1140], [1146] 

 

Starker Konsens 

 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

293

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.69 

Bei über 80 % der Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom liegen 

Knochenmetastasen vor [1147], [1148]. Typische Prädilektionsstellen sind die 

Wirbelsäule, das Becken und der Brustkorb [1149]. Beim Prostatakarzinom treten 

überwiegend osteoblastische Metastasen auf. Die mediane Überlebenszeit bei 

bekannten Knochenmetastasen beträgt ca. drei Jahre [1150]. Symptomatische 

Komplikationen sind vorwiegend Schmerzen, Hyperkalzämie, pathologische Frakturen 

und Rückenmarkskompression bei Wirbelkörperfrakturen. 

Für die genannten Behandlungsverfahren (perkutane Bestrahlung, systemische 

Applikation von Radionukliden) liegen randomisierte kontrollierte Studien zur 

Prävention skelettaler Ereignisse bei Knochenmetastasen vor [1151], [1152], [1153]. 

Die Indikationsstellungen werden in den folgenden Empfehlungen ausgeführt. 

Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind zu beachten. Aufgrund der 

vorliegenden Daten muss derzeit geschlossen werden, dass eine Lebensverlängerung 

bei der spezifischen Therapie von Knochenmetastasen auch bei Therapie singulärer 

Metastasen in der Regel nicht erreicht wird. Einzelnen Studien zum Nutzen der 

perkutanen Bestrahlung oder zur Gabe von Radionukliden, in denen positive 

Überlebenszeiteffekte erzielt wurden, stehen andere Studien gegenüber, in denen 

solche Effekte nicht nachweisbar waren [1154]. 

Standard der medikamentösen Schmerztherapie von Tumorpatienten ist das WHO-

Stufenschema. Zusammengefasst sieht dieses Schema in Stufe I ein Nicht-Opioid-

Analgetikum und/oder Adjuvantien, in Stufe II ein schwach wirkendes Opioid (nicht 

unter BtMVV) kombiniert mit einem Nicht-Opioid-Analgetikum, Koanalgetika und/oder 

Adjuvantien und in Stufe III ein stark wirkendes Opioid (BtMVV) kombiniert mit einem 

Nicht-Opioid-Analgetikum, Koanalgetika und/oder Adjuvantien vor [1155]. 

Zu Empfehlung 7.70 

Die lokale perkutane Bestrahlung von schmerzhaften singulären Knochenmetastasen 

ist eine palliative Maßnahme. Die vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien 

zeigen eine partielle oder komplette Schmerzlinderung nach ca. drei bis acht Tagen 

bei mehr als 80 % der Patienten. Bei mindestens 50 % der Patienten hält diese 

Schmerzlinderung sechs Monate oder länger an. Eine Einmal-Applikation von mind. 6 

Gy (in der Regel 8 Gy) vorausgesetzt, korrelieren der Grad und die Dauer der 

Schmerzlinderung in den Studien nicht signifikant mit dem eingesetzten 

Bestrahlungsschema (Einzeldosis versus fraktionierte Gabe) [1156], [1157], [1158]. 

Die Daten zeigen jedoch nach Einmal-Bestrahlung eine signifikant erhöhte Rate an 

späterer erneuter Behandlung im Vergleich zu einem fraktionierten Schema [1159], 

[1160]. 

Akute unerwünschte Wirkungen der Bestrahlung sind Übelkeit und Erbrechen in ca. 

einem Viertel der Fälle [1161]. Die Häufigkeit des Auftretens von Kompressionen des 

Rückenmarks oder pathologischen Frakturen im Bereich des Zielvolumens sind im 

weiteren Verlauf niedrig. Die Inzidenz liegt in randomisierten kontrollierten Studien 

bei 1-2 % für Spinalkanalstenosen und bei 1-4 % für pathologische Frakturen [1162]. 

Für die Einmal-Bestrahlung wird eine zwei- bis dreifach erhöhte Inzidenz von 

pathologischen Frakturen im Vergleich zu einer fraktionierten Bestrahlung bei 

Auswertung der Studien bis 2001 berichtet [1160]. Eine neuere Metaanalyse mit 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

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294

sieben zusätzlichen Studien bis Juli 2006 fand keine signifikanten Unterschiede im 

Hinblick auf pathologische Frakturen [1163]. Die Remineralisierung nach sechs 

Monaten ist bei fraktioniert bestrahlten Patienten signifikant besser im Vergleich zu 

Patienten mit Einmal-Bestrahlung (Daten aus einer Studie, [1164]). 

Zum Effekt einer Bestrahlung bei tumorbedingter Spinalkanalstenose bzw. bei 

Rückenmarkskompression liegen Daten aus einer retrospektiven und vier 

prospektiven Fallserien (mit insgesamt 545 Patienten) vor [1165]. Wegweisend für 

einen möglichen Erfolg der Therapie sind die frühe Diagnose und die 

Strahlensensibilität des Tumors. Die Studien zeigen eine Besserung der vorliegenden 

neurologischen Symptomatik bei etwa 25-64 % der Patienten ([1166], die Definitionen 

hierfür sind jedoch heterogen. 

Zum Vergleich einer primären kombinierten Therapie mit operativer Dekompression 

und perkutaner Strahlentherapie (10 x 3 Gy) vs. alleiniger Strahlentherapie liegt ein 

RCT von 2005 vor [1167]. Ein Cochrane Review zum Thema identifizierte bis 2008 

keine weiteren Studien zur operativen Dekompression kombiniert mit 

Strahlentherapie vs. Strahlentherapie allein [1168]. Auch die Recherche bis 3/2011 

erbrachte keinen neuen RCT zum Thema. Der RCT zeigte bei Patienten (n = 103) mit 

einer nachgewiesenen Spinalkanalkompression und neurologischen Symptomen <48 

Stunden signifikant bessere Ergebnisse in Bezug auf die Erhaltung oder 

Wiedererlangung der Gehfähigkeit bei kombinierter Therapie (84 % vs. 57 % und 62 % 

vs. 19 %). Die Interventionen wurden jeweils innerhalb von 24 h durchgeführt. 

Eingeschlossen wurden Patienten, deren Symptomatik durch eine unilokuläre 

komprimierende Metastase eines primär nicht hochstrahlensensiblen Tumors bedingt 

war. Der chirurgische Eingriff nach erfolgloser Strahlentherapie zeigte in diesem RCT 

weit schlechtere Ergebnisse als die primäre kombinierte Behandlung. Aufgrund des 

signifikanten Ergebnisses zugunsten der Kombinationstherapie wurde der RCT nach 

der Zwischenauswertung nicht weitergeführt. Unter den eingeschlossenen Patienten 

waren 19 Patienten mit Prostatakarzinom. Es wird nicht differenziert, ob dieses 

hormonnaiv oder kastrationsresistent war. 

Bei hormonnaiven Patienten mit Symptomen einer spinalen Kompression ohne 

pathologische Fraktur besteht auch die Möglichkeit einer (notfallmäßigen) 

Hormonentzugstherapie. 

Die Entscheidung zu einer operativen Intervention soll individuell getroffen werden. 

Eine operative Stabilisierung ist in der Regel bei drohender Frakturgefährdung oder 

nach pathologischer Fraktur, je nach Lokalisation, in Betracht zu ziehen. Die 

Indikation ist interdisziplinär unter Einbeziehung eines Facharztes für radiologische 

Diagnostik, eines Strahlentherapeuten und eines Vertreters eines operativen Fachs 

(Neurochirurg, Orthopäde oder Unfallchirurg) festzulegen. Häufig handelt es sich um 

eine Notfallsituation, die zumeist eine sofortige Steroidmedikation erfordert. 

Eine postoperative lokale Strahlentherapie (10 x 3 Gy) verringert die Rate von 

Reoperationen aufgrund von Prothesenlockerungen signifikant [1169]. 

Zu Empfehlung 7.71 

Radionuklide haben sich in randomisierten kontrollierten Studien als wirksam zur 

Schmerzreduktion bei multiplen diffusen Knochenmetastasen im hormonrefraktären 

Stadium erwiesen. 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

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295

Für die Indikation zugelassene Radionuklide sind die genannten Substanzen 

Strontium-89 (St-89), Samarium-153 (Sm-153) und Rhenium-186 (Re-186). Die 

Radionuklide Sr-89 in einer Dosierung von 150-200 MBq und Sm-153 in einer 

Dosierung von 1,0 mCi/kg sind für die Intervention am besten untersucht (jeweils 

Vorliegen mehrerer Phase-III-RCTs). Bei der Applikation von Sr-89 setzt die 

Schmerzentlastung mit zwei bis drei Wochen nach Therapiebeginn etwas später ein 

als bei der Applikation von Sm-153 [1170] mit ein bis zwei Wochen. Für Sr-89 ist das 

Auftreten weniger neuer Schmerzherde im Vergleich zu Sm-153 beschrieben. Für die 

Wirksamkeit der Substanz Re-186 liegt ein Phase-III-RCT vor. 

Für die Radionuklide Re-188 und Sn-117 liegen bisher nur Phase-II-Studien, jedoch 

keine Phase-III-Studien vor. 

Die in 60-80 % erzielte Schmerzlinderung hält bei dem überwiegenden Teil der 

Patienten im Median zwei bis vier Monate an. Darüber hinaus werden im Vergleich zu 

Placebo weniger neue schmerzhafte Herde angegeben [1171], [1172]. Bei der 

Indikationsstellung sind die zu erwartenden Nebenwirkungen zu beachten. Übelkeit 

und/oder Erbrechen tritt nur bei wenigen Patienten (bis zu 10 %) auf [1173]. Die 

Behandlung führt jedoch regelhaft zu einer milden bis moderaten Myleosuppression 

[1174], [1175]. Eine Erholung der Leukozytenzahl auf Ausgangswerte wird bei Sm-

153 nach ca. acht Wochen beobachtet [1176]. Dieser Zeitraum ist auch bei 

Applikation von Re-186 zu erwarten, während die Leukozyten nach Applikation von 

Sr-89 erst nach ca. zwölf Wochen wieder den Ausgangswert erreichen. Die Patienten 

sind darüber hinaus über eine möglicherweise auftretende vorübergehende Zunahme 

der Beschwerden (Flare-Phänomen) vor definitiver Schmerzlinderung aufzuklären 

(GCP). 

Die Datenlage zu Radium-223 wird bei der Empfehlung 7.49 diskutiert [Parker, C. et 

al. 2013]. 

Zu Empfehlung 7.72 bis Empfehlung 7.74 

Die Leitliniengruppe entschloss sich im Hinblick auf die Behandlung von 

Knochenmetastasen zur Verhinderung bzw. Verzögerung symptomatischer skelettaler 

Ereignisse, sowohl den RANKL Antikörper Denosumab als auch das Bisphosphonat 

Zoledronsäure zu empfehlen. Diese Empfehlung bezieht sich nur auf Patienten im 

kastrationsresistenten Stadium. Bei Hormon-naiven Patienten mit Knochenmetastasen 

wird dagegen von der Gabe osteoprotektiver Substanzen abgeraten: Die 

identifizierten Studien zeigen mehrheitlich keinen Vorteil des Einsatzes von 

Zoledronsäure bei hormonnaiven Patienten hinsichtlich der Zeit bis zum Auftreten 

skelettaler Ereignisse (SRE) und Überleben, zu anderen Bisphosphonaten und 

Denosumab konnten keine Studien für diese Patientengruppe identifiziert werden. Bei 

unsicherem bzw. nicht belegtem Nutzen gehen die Wirkstoffe mit potenziellen 

Risiken einher: Nierenfunktionsstörungen (Zoledronsäure [1177] bzw. 

Kieferosteonekrosen und Hypokalzämie (Denosumab [1178], [1179] (siehe auch 

Empfehlung 7.74)), Auf dieser Grundlage raten die Autoren der Leitlinie vom Einsatz 

osteoprotektiver Substanzen bei Hormon-naiven Patienten mit Knochenmetastasen 

ab. Sofern eine Behandlung aufgrund von Osteoporose indiziert ist, bleibt diese von 

der negativ-Empfehlung ausgeschlossen. Wie in der S3-Leitlinie zur supportiven 

Therapie (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html) 

[1081] generell empfohlen, sollen zu beiden Wirkstoffen tgl. oral mind. 500 mg 

Calcium und 400 I.E. Vitamin D gegeben werden. Die Evidenz für die Bisphophonate 

bzw. für den RANKL Antikörper bei Knochenmetastasen-Komplikationen ist im 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

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296

Folgenden dargestellt. Zu einem „Switch“ einer laufenden Therapie mit Zoledronsäure 

auf eine Therapie mit Denosumab liegen keine Daten vor. 

Evidenz zu Bisphosphonaten 

Die vorliegenden Studien zeigen in der gemeinsamen Auswertung einen grenzwertig 

signifikanten Effekt bei Einsatz verschiedener Bisphophonate im Hinblick auf das 

Auftreten von skeletalen Ereignissen bei Knochenmetastasen kastrationsrefraktärer 

Prostatakarzinome (Odds-Ratio: 0,79; 95 % KI: 0,62-1,0; p=0,05). In den vorhandenen 

Studien zur Auswertung für diese Fragestellung wurden die Substanzen Clodronat, 

Pamidronat und Zoledronat eingesetzt [1180]. Die meisten Bisphosphonate wirken 

nur bei Knochenmetastasen mit osteolytischen Anteilen, dies erklärt die teilweise 

fehlende Wirksamkeit beim osteoblastisch metastasierenden Prostatakarzinom. Zu 

den Risiken siehe Empfehlung 7.65 zu Kieferosteonekrosen. 

In der Einzelanalyse zeigte Zoledronsäure in der Kombination mit Vitamin D und 

Kalzium als einzige untersuchte Substanz für das Auftreten skelettaler Ereignisse eine 

signifikante Senkung im Vergleich zu einer Placebogabe (+ Vitamin D und Calcium), 

insbesondere für pathologische Frakturen [1181], [1150], [1182]. Daher wurde die 

Empfehlung zu Zoledronsäure als Bisphosphonat in der zweiten Leitlinien-

Aktualisierung 2014 in eine starke Empfehlung geändert. Dabei ist zu beachten, dass 

der Nachweis des Effekts von Zoledronsäure auf einer einzigen Studie beruht (n=634). 

Der absolute Unterschied im Vergleich zu Placebo für das Auftreten von skelettalen 

Ereignissen beträgt 11 % (44,2 % in der Placebogruppe, 33,2 % in der Gruppe mit 

Zoledronsäure). Der Zeitraum bis zum Auftreten der skelettalen Ereignisse war 

mehrere Monate länger, dies war statistisch signifikant (Placebo im Median 321 Tage, 

Zoledronsäure nach 15 Monaten Median noch nicht erreicht; p=0,01). Eine update-

Recherche zur dritten Aktualisierung identifizierte vier weitere RCT (drei open label, 

eine verblindete Studie) [1183], [1184], [1185], [1186]. Drei Studien finden keine 

signifikanten Effekte im Vergleich zu Placebo in Bezug auf das Zeitintervall bis zum 

Auftreten skelettaler Ereignisse (SRE). Die kleinste Studie (n=188) [1187] berichtet 

eine signifikante Verlängerung des SRE-freien Intervalls um 2,4 Monate (von 11,2 auf 

13,6 Monate, die eingeschlossenen Patienten in dieser Studie waren jedoch bereits 

kastrationsresistent. Weitere Endpunkte einschließlich progressionsfreies und 

Gesamtüberleben unterschieden sich auch hier nicht zwischen Zoledronsäure- und 

Placebo-Gruppen. Bisphosphonate einschließlich Zoledronsäure sind für die Indikation 

der Schmerztherapie nicht zugelassen, die Anwendung stellt einen Off-Label-Use dar. 

Evidenz zu Denosumab 

Der humane monoklonale Antikörper Denosumab richtet sich gegen RANKL und 

hemmt dadurch die osteoklastenvermittelte Knochendestruktion. 

Fizazi et al. publizierten im Frühjahr 2011 [1188] die Ergebnisse eines 

multizentrischen Nicht-Unterlegenheits RCT (n=1.904). Primärer Endpunkt dieser 

Studie war der Vergleich von Denosumab mit Zoledronsäure hinsichtlich der Dauer 

bis zum Auftreten des ersten skelettalen Ereignisses (definiert als pathologische 

Fraktur, perkutane ossäre Strahlentherapie, chirurgische ossäre Intervention oder 

Rückenmarkskompression) bei Patienten mit kastrationsresistentem 

Prostatakarzinom. Patienten mit einer Kreatininclearance von <0,5mL/s wurden nicht 

eingeschlossen, da Zoledronsäure dann nicht appliziert werden kann. Denosumab 

wird im Unterschied zu Zoledronsäure (i. v.) subkutan appliziert und kann auch bei 

eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden. Unter Denosumab trat das erste 

7.6 Therapie von Knochenmetastasen 

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297

skelettale Ereignis im Median 3,6 Monate später auf als unter Zoledronsäure (20,7 

Monate versus 17,1 Monate) bei einer Gesamtüberlebenszeit beider Gruppen von im 

Mittel 22 Monaten. Die Auswertung erfolgte nach Intention to treat. Der Unterschied 

war in Bezug auf die Hazard Ratio statistisch signifikant zugunsten von Denosumab – 

im Sinne der Nichtunterlegenheit, aber auch bei Prüfung auf Überlegenheit. Allerdings 

überlappen die Konfidenzintervalle der absoluten Ergebnisse in Monaten. Bei 

Denosumab (Median 17,1 Monate) liegt die untere Grenze des 95 % 

Konfidenzintervalle bei 18,8 Monaten (obere Grenze 24,9 Monate), bei Zoledronsäure 

liegt die obere Grenze des 95 % Konfidenzintervalls bei 19,4 Monaten (untere Grenze 

15 Monate). Das bedeutet, dass anhand der in den Konfidenzinter-vallen 

angegebenen Unter- und Obergrenzen für den „wahren Wert“ eine Unsicherheit 

hinsichtlich einer Überlegenheit von Denosumab besteht. Aus diesem Grund wird das 

Ergebnis so eingeschätzt, dass aus den Studienergebnissen die Gleichwertigkeit von 

Denosumab mit Zoledronsäure hinsichtlich der Zeitdauer bis zum Auftreten 

skelettaler Ereignisse sicher abgeleitet werden kann, nicht jedoch die Überlegenheit. 

Der Unterschied der absoluten Ereignisse im gesamten Beobachtungszeitraum liegt 

bei 5 % (36 % Denosumab, 41 % Zoledronsäure). Die mit der update-Recherche 

identifizierte weitere Studie [1189] mit gleichem Studiendesign berichtet ebenfalls 

eine absolute Risikoreduktion für skeletale Ereignisse von 4,7 % (35,9 % Denosumab, 

40,6 % Zoledronsäure). Bei dieser Studie ist zu beachten, dass sie erhebliche 

methodische Mängel hat (Patientencharakteristika nicht angegeben, Statistik 

intransparent) und vom Hersteller des monoklonalen Antikörpers bei der Manuskript-

Erstellung „unterstützt“ wurde. 

Im Hinblick auf einzelne unerwünschte Wirkungen zeigten sich unter Denosumab 

statistisch signifikant mehr Hypokalzämien (13 % Denosumab, 6 % Zoledronsäure). 

Signifikant höher sind v. a. dadurch Grad 3+4 adverse Ereignisse insgesamt (72 % vs. 

66 %) bei Verwendung der Einteilung nach CTCAE (Common Terminology Criteria for 

Adverse Events Version 3.0). In einem Rote-Hand-Brief der Herstellerfirma [1155] 

wurde bei Patienten, die mit Denosumab behandelt wurden, über schwere 

symptomatische Hypokalzämien, einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang, 

berichtet. Zur Minimierung des Risikos wurde von der Herstellerfirma bei Patienten 

mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) oder 

bei dialysepflichtigen Patienten eine Überwachung der Kalziumspiegel empfohlen. Die 

S3-Leitlinie zur supportiven Therapie (http://leitlinienprogramm-

onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html) [1081] empfiehlt präventiv die 

gleichzeitige Gabe von tgl. oral mind. 500 mg Calcium und 400 I.E. Vitamin D. 

Unter Denosumab traten 2 % und unter Zoledronsäure 1 % Kieferosteonekrosen und 

jeweils genau so häufig sekundäre Malignome auf. Die Unterschiede sind nicht 

statistisch signifikant. Zu bedenken ist die relative kurze Nachbeobachtungszeit. Das 

Risiko für Kieferosteronekrosen steigt bei längerer Behandlungs- bzw. 

Nachbeobachtungsdauer. Zur Prävention von Kieferosteonekrosen wird auf die 

entsprechende S3-Leitlinie (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/007-091.html) 

verwiesen. 

7.7 Bildgebung für das Therapiemonitoring beim mHSPC und mCRPC 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

298

7.7 Bildgebung für das Therapiemonitoring beim 

mHSPC und mCRPC 

7.75  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei Patienten mit einem metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinom sollte 

vor Therapiebeginn und zum Zeitpunkt des PSA-Nadirs eine konventionelle 

Bildgebung mittels Computertomographie (Abdomen/Thorax/Becken) und 

Knochenszintigraphie erfolgen. 

 

Konsens 

 

7.76  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei stabilem Krankheitsverlauf sollte alle 6-12 Monate eine erneute Bildgebung 

erfolgen. 

Unabhängig davon sollte eine Bildgebung erfolgen 

• Bei Verdacht auf klinischen Progress 

• Bei PSA-Progress (Kriterien siehe Hintergrundtext) 

 

Konsens 

 

7.77  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei Patienten mit einem metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom 

sollte alle 3-6 Monate eine konventionelle Bildgebung mittels 

Computertomographie (Abdomen/Thorax/Becken) und Knochenszintigraphie 

erfolgen. 

Unabhängig davon sollte eine Bildgebung erfolgen 

• Bei Verdacht auf klinischen Progress 

• Bei PSA-Progress (Kriterien siehe Hintergrundtext) 

 

Konsens 

 

 

7.7 Bildgebung für das Therapiemonitoring beim mHSPC und mCRPC 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

299

7.78  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2025 

Empfehlungsgrad 

Alternativ zur konventionellen Bildgebung kann eine PSMA-PET/CT durchgeführt 

werden. 

Evidenzlevel 

2++, 

2+ 

[1190], [1191] 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.75 und Empfehlung 7.76 

Für die Empfehlungen zur Bildgebungsmodalität und Frequenz beim metastasierten 

Prostatakarzinom wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Die 

Literatursuche brachte keine systematische Übersichtsarbeit hervor, die sowohl mit 

der Fragestellung, den Vergleichsgruppen und den definierten Endpunkten 

übereinstimmte. Daher wurden als indirekte Evidenz vier systematische Reviews 

eingeschlossen [1192], [1193], [1190], [1194], von denen eines [1190] eine 

Metaanalyse zum Vergleich PSMA-PET, PET/CT oder PET/MRI vs. PSA durchführte. Eine 

ergänzende Suche nach RCTs wurde nicht vorgenommen, da sich während der 

Aufbereitung der Übersichtsarbeiten herausstellte, dass zum jetzigen Zeitpunkt die 

Fragestellung bisher nicht mithilfe von RCTs untersucht wurde. Allerdings erfolgte 

eine Sichtung und Übernahme von Empfehlungen aus vorhandenen Leitlinien (ASCO, 

ESMO, EAU) sowie der Einschluss indirekter Evidenz aus RCTs und systematischen 

Reviews zu medikamentösen Therapien beim mHSPC und mCRPC. 

Zu Empfehlung 7.77 

In einer aktuellen Metaanalyse der Zulassungsstudien beim mHSPC zeigte sich, dass 

die mediane Zeit bis zur radiographischen Progression über alle Studien bei 2,4 

Jahren liegt [1195]. Dabei wurde bei knapp 25 % der Patienten der radiographische 

Progress bereits innerhalb des ersten Jahres detektiert. Dabei ist zu berücksichtigen, 

dass bei einem relevanten Teil der Patienten beim mHSPC ein radiographischer 

Progress bereits vor einem definierten PSA-Progress gemäß PCWG-Kriterien auftreten 

kann. In der TITAN-Studie mit Apalutamid war dies bei 52 % der Patienten mit einem 

radiografischen Progress der Fall [1196], in der ARCHES-Studie mit Enzalutamid bei 

67 % der Patienten mit einem radiografischen Progress [1001]. 

Es existieren keine Daten aus RCTs, in denen der Einfluss der Bildgebungsmodalität 

und deren Frequenz auf onkologische Endpunkte hin untersucht wurde. Eine 

Leitlinienadaptation ist darüber hinaus nur bedingt möglich. Die Leitlinien der AUA 

und der ESMO geben keine expliziten Empfehlungen zur Bildgebungsmodalität 

und/oder Frequenz der Bildgebung beim metastasierten Prostatakarzinom. Die ASCO-

Leitlinie empfiehlt ein regelmäßiges konventionelles Staging, ohne das Intervall näher 

zu spezifizieren. Dabei bezieht sich die Leitlinie auf die Empfehlungen der APCCC 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

300

2017, in der 51 % des Panels für das mHSPC eine Bildgebung zur Baseline, beim PSA-

Nadir und zum Zeitpunkt der Progression empfiehlt (PSA-Progression und/oder 

klinischer Progress). Eine regelmäßige Bildgebung alle 3-6 Monate wurde von 31 % 

des Panels favorisiert. Beim mCRPC wurde von der Mehrheit des Panels (54 %) für eine 

regelmäßige Bildgebung alle 3-6 Monate gestimmt [1197]. 

Die EAU-Leitlinie empfiehlt beim mCRPC eine Bildgebung zumindest alle 6 Monate 

und bezieht sich dabei auf eine Abstimmung bei der APCCC-Konferenz 2015 [1198]. 

Unabhängig von der regelmäßig durchgeführten Bildgebung hat bei Verdacht auf 

einen Progress der Erkrankung (klinischer Progress oder PSA-Progress) eine 

Bildgebung zu erfolgen. 

Der PSA-Progress wird in den einzelnen Studien teilweise unterschiedlich definiert, 

beruht im Grundsatz aber auf den Empfehlungen der Prostate Cancer Working Group 

3 [324]. Ein PSA-Progress nach initialem PSA-Abfall unter Therapie wird dabei als 

Anstieg ≥ 25 % und ≥ 2 ng/mL über den Nadir mit einer Wiederholung der PSA-

Messung mindestens 3 Wochen später definiert. In Fällen ohne initialen PSA-Abfall 

reicht ein Anstieg ≥ 25 % und ≥ 2 ng/mL nach 12 Wochen unter Therapie über den 

Baseline-PSA aus, um einen PSA-Progress zu definieren. 

Zu Empfehlung 7.78 

Neben dem Standard der konventionellen Bildgebung kann auch eine Next-

Generation-Bildgebung mittels PSMA-PET/CT durchgeführt werden. Die Evidenz aus 

der systematischen Literaturrecherche erbrachte, dass das PSMA-PET sensitiver als die 

konventionelle Bildgebung beim metastasierten Prostatakarzinom ist [1192], [1199], 

[1190], [1200]. Dabei zeigte sich, dass in ca. 25 % der Fälle eine Diskordanz zwischen 

dem PSA-Ansprechen und dem Ansprechen in der PSMA-PET besteht [1190]. Ein 

Ansprechen in der PSMA-PET korreliert jedoch mit einer verlängerten Zeit bis zum 

radiographischen Progress und Gesamtüberleben [1201], [1190]. 

7.8 Supportivtherapie 

Mit den heute verfügbaren medikamentösen und zytostatischen Systemtherapien sind 

erhebliche Lebensverlängerungen beim PSA-Rezidiv nach kurativ intendierter 

Lokaltherapie wie auch in metastasierten Stadien des Prostatakarzinoms möglich. 

Auch wenn in metastasierten Stadien keine Heilung mehr möglich ist, können 

beträchtliche Lebenszeitverlängerungen erreicht werden. Diese Therapien gehen oft 

mit unerwünschten Wirkungen einher, sodass eine supportive Therapie oft notwendig 

ist, um Einschränkungen der Lebensqualität abzumildern oder zu minimieren. 

7.8.1 Definition 

Unter Supportivtherapie werden unterstützende Maßnahmen verstanden, die die 

Sicherheit und Verträglichkeit systemischer Therapien, operativer Eingriffe, 

strahlentherapeutischer Behandlungen und/oder einer Radionuklidbehandlung beim 

Prostatakarzinom verbessern. 

Supportive Maßnahmen gehören unverzichtbar zum onkologischen 

Behandlungskonzept mit dem Ziel der Prävention und Behandlung von 

unerwünschten Wirkungen der Krebstherapie. Wesentliches Ziel der Supportivtherapie 

ist es, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten oder zu verbessern und auch 

moderne Therapiestrategien möglichst ohne Abbruch, Dosisreduktion oder 

Intervallverlängerung durchführen zu können. 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

301

Supportive Maßnahmen können sich auf das Management von physischen und/oder 

psychischen Symptomen oder auf die Behandlung von Nebenwirkungen über den 

gesamten Behandlungsprozess und Krankheitsverlauf beziehen, beginnend mit der 

Diagnose über die Tumortherapie bis hin zur Nachsorge. 

Dieses Kapitel mit den Empfehlungen und Hintergrundtexten orientiert sich an der 

S3-Leitlinie ”Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen”, fokussiert aber auf 

relevante Inhalte für die Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom. Für 

weiterführende Informationen zu Hintergründen und Datenlage wird auf diese S3-

Leitlinie verwiesen. Dort sind vor allem ergänzend zu den hier gemachten 

Empfehlungen die nachfolgend genannten Themen mit den Hintergrundtexten für die 

Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom relevant: 

• Medikamentös induzierte Übelkeit und Erbrechen 

• Strahlentherapie - induzierte Übelkeit und Erbrechen 

• Neutropenie, febrile Neutropenie, Infektionen 

• Anämie 

• Neurotoxizität. 

7.8.2 Allgemeine supportive Maßnahmen 

7.79  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Die Patienten sollen auf die Notwendigkeit körperlicher Aktivität während der 

onkologischen Therapie hingewiesen werden, da diese sich positiv auf die 

körperliche Fitness, die Verträglichkeit der Therapie und die Ausführung täglicher 

Aktivitäten (activities of daily living -ADL) auswirkt. 

 

Starker Konsens 

 

7.80  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten mit Prostatakrebs sollte eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen 

Anteil pflanzlicher Lebensmittel empfohlen werden. Darüber hinaus gibt es keine 

ausreichende Evidenz für spezifische Empfehlungen zur Ernährung beim 

Prostatakarzinom – weder für die Prävention noch zur Beeinflussung des 

Erkrankungsverlaufes. 

 

Starker Konsens 

 

7.81  Konsensbasiertes Statement neu 2025 

EK 

Es gibt keine ausreichende Evidenz zum Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln 

beim Prostatakarzinom – weder für die Prävention noch zur Beeinflussung des 

Erkrankungsverlaufes. 

 

Starker Konsens 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

302

 

7.82  Konsensbasiertes Statement neu 2025 

EK 

Es gibt keine ausreichende Evidenz zum Einsatz komplementärer medizinischer 

Methoden für die Prävention oder die Beeinflussung des Erkrankungsverlaufes. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.79 

Der präventive Einfluss von regelmäßiger körperlicher Aktivität zur Vorbeugung von 

diversen Tumorerkrankungen konnte bereits in einer Vielzahl epidemiologischer 

Studien klar aufgezeigt werden [1202]. 

Besonders gut belegt ist die tumorpräventive Wirkung von Bewegung und Sport bei 

Kolon-, Mamma-, Prostata-, Lungen- und Endometriumkarzinomen. Metaanalysen 

zufolge lässt sich das Risiko für die Entstehung einer dieser Tumorentitäten durch 

einen körperlich aktiven Lebensstil um etwa 20–40 % verringern [1203], [1204], 

[1205], [1206], [1207]. Aber auch für andere Krebsarten gibt es eine zunehmende 

Zahl an Untersuchungen, die auf einen vorbeugenden Effekt durch ausreichende 

Bewegung hindeuten [1208]. Die meisten Studien weisen auf eine Dosis-Wirkungs-

Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und dem Erkrankungsrisiko hin und 

verdeutlichen eine starke inverse Beziehung zwischen dem Bewegungsumfang und 

der Risikoreduktion für diese malignen Erkrankungen [1206], [1209], [1210]. 

Von hoher prognostischer Bedeutung ist die kardiorespiratorische Fitness, die ein 

objektiver und reproduzierbarer Marker für den Aktivitätsstatus ist. Der Grad der 

kardiorespiratorischen Fitness ist von der Leistungsfähigkeit der respiratorischen, 

kardiovaskulären und muskulären Systeme abhängig und wird durch die Bestimmung 

der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO 2 max) bei spiroergometrischen 

Untersuchungen quantifiziert. 

So zeigte sich beispielsweise in einer großen prospektiven Kohortenstudie, dass 

Personen, die anhand ihrer kardiorespiratorischen Fitness in das unterste Quartil des 

beobachteten Kollektivs kategorisiert wurden, ein fast 50% höheres Risiko aufwiesen, 

an einer Krebserkrankung zu sterben, als Personen aus dem höchsten Quartil [1211]. 

Eine Metaanalyse von Bourke et al. (2016) über 16 RCTs erfasste Fatigue, 

Lebensqualität und mögliche Nebenwirkungen von physischer Aktivität bei Patienten 

mit einem Prostatakarzinom [1212]. Darin wurden signifikante positive Wirkungen 

von körperlicher Aktivität festgestellt. 

Zu Empfehlung 7.80 

Auch beim Prostatakarzinom spielt die Ernährung eine Rolle bei der Prävention und 

dem Verlauf der Erkrankung. Epidemiologische Studien legen nahe, dass eine 

mediterrane Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und 

gesunden Fetten wie Olivenöl ist, mit einem niedrigeren Risiko für die Entwicklung 

von Prostatakrebs verbunden ist [1213]. 

7.8 Supportivtherapie 

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303

Lycopin, ein in Tomaten enthaltenes Antioxidans, das entzündungshemmende 

Eigenschaften hat, hemmt möglicherweise das Tumorwachstum beim 

Prostatakarzinom [1214]. Ebenso könnte eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D 

und Omega-3-Fettsäuren vorteilhaft sein, da diese die Zellgesundheit fördern und 

entzündungshemmend wirken [1215]. 

Eine hohe Aufnahme von rotem Fleisch und gesättigten Fettsäuren ist dagegen mit 

einem erhöhten Risiko assoziiert [1216]. Auch ein übermäßiger Konsum von 

Milchprodukten und Calcium wurde in einigen Studien mit einem erhöhten Risiko für 

die Entwicklung aggressiver Formen von Prostatakrebs verbunden [1217]. 

Insgesamt wird empfohlen, eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil 

pflanzlicher Lebensmittel zu bevorzugen und stark verarbeitete sowie fett- und 

zuckerreiche Lebensmittel zu vermeiden. Allerdings gibt es derzeit auch weiterhin 

keine Evidenz für eine prostataspezifische Diät – weder zur Prävention, noch zur 

Beeinflussung des Krankheitsverlaufes. 

Zu Statement 7.81 

Für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln im Zusammenhang mit 

Prostatakrebs gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Die SELECT-Studie (Selenium 

and Vitamin E Cancer Prevention Trial) zeigte, dass die Einnahme von Vitamin E das 

Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln sogar erhöhen kann, und dass die 

Einnahme von Selen keine präventive Wirkung hatte [1218]. 

Omega-3-Fettsäuren, die als entzündungshemmend gelten, haben keine präventive 

Wirkung; Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Spiegel an Omega-3-Fettsäuren 

sogar mit einem gering erhöhten Risiko für die Entwicklung aggressiver 

Prostatakrebsformen assoziiert sein könnte [1219]. 

Vitamin D und Lycopin (aus Tomatenprodukten) haben möglicherweise positive 

Effekte auf die Prostatagesundheit, jedoch ist die Datenlage für eindeutige 

Empfehlungen nicht ausreichend [1220]. In einer Fall-Kontroll-Studie von van Gils et 

al. (2002) war eine geringe Lycopineinnahme nur in Kombination mit einer Schwäche 

der DNA-Basenexzisionsreparatur (BER) mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs 

assoziiert [1221]. 

Als generelle Empfehlung gilt, die benötigten Nährstoffe und Spurenelemente über 

eine ausgewogene Ernährung aufzunehmen, da hohe Dosen von 

Nahrungsergänzungsmittel auch Risiken bergen können. 

Zu Statement 7.82 

Unter dem Begriff Komplementärmedizin, auch als Alternativmedizin oder 

Paramedizin bezeichnet, versteht man eine Vielzahl von Behandlungsmethoden und 

diagnostischen Konzepten, die sich als Alternative oder Ergänzung zur 

wissenschaftlich begründeten Medizin („Schulmedizin“) verstehen. 

Zu den alternativmedizinischen Behandlungsmethoden gehören Naturheilverfahren, 

Körpertherapieverfahren, manche Entspannungsverfahren, Homöopathie, 

Osteopathie, Eigenbluttherapie, anthroposophische Medizin und traditionelle 

chinesische Medizin. Für die alternativmedizinischen Therapien kann weder ein 

wissenschaftlich plausibler Wirkmechanismus nachgewiesen werden, noch eine 

7.8 Supportivtherapie 

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304

Wirkung, die über einen Placeboeffekt hinausgeht. Einige Verfahren der 

Alternativmedizin lassen sich auch den Pseudowissenschaften zuordnen. 

Viele Patienten haben den Wunsch, durch eigene Maßnahmen zur Bewältigung ihrer 

Erkrankung beizutragen. Fast die Hälfte aller Krebspatienten nimmt Methoden der 

Alternativmedizin in Anspruch, besonders in den letzten Krankheitsphasen [1222]. 

Eine Erklärung für die Attraktivität der alternativen Medizin liegt auch in der häufig 

negativen Bewertung der medikamentösen Tumortherapien. Im Gegensatz dazu 

werden nicht-evidenzbasierte Alternativmethoden oft als ‚sanft, natürlich und frei von 

Nebenwirkungen‘ empfunden. 

Gefährlich wird die Zuwendung zur Komplementärmedizin, wenn gleichzeitig 

erforderliche wirksame Behandlungen verweigert werden, was nicht selten bei 

Bestrahlungen und Chemotherapien der Fall ist [1223]. 

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Komplementärmedizin durch Krebspatienten 

besteht deshalb Forschungsbedarf, um den Nutzen solcher Methoden besser zu 

bewerten. Dies geschieht zum Beispiel durch das KOKON (interdisziplinäres 

Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie), gefördert von der 

Deutschen Krebshilfe. 

Bislang ist die evidenzbasierte Datenlage zum Einsatz komplementärer Methoden 

beim Prostatakarzinom sehr begrenzt. Dennoch gibt es einige randomisierte Studien, 

die den Einsatz einiger Methoden im Zusammenhang mit der Behandlung eines 

Prostatakarzinoms untersucht haben: 

Elektroakupunktur zur Reduktion postoperativer Schmerzen 

Ntritsou et al. (2014) randomisierten 70 Patienten vor radikaler Prostatektomie in 

zwei Gruppen, welche zusätzlich zur standardisierten postoperativen 

Schmerztherapie präoperativ entweder mit Elektroakupunktur oder mit Sham-

Akupunktur behandelt wurden. Bestimmt wurden im postoperativen Verlauf Schmerz 

und Analgetikaverbrauch sowie Angst. Bis 24 Stunden nach OP zeigten sich in Bezug 

auf die Angst keine Gruppenunterschiede, allerdings eine signifikante Reduktion der 

Schmerzintensität in der Verum-Gruppe [1224]. 

Reiki (Anwendung von ‚Energiefeldern‘) bei externer Strahlentherapie 

In einer Studie zur externen Radiotherapie wurden 54 Patienten über 12 Wochen 

nachbeobachtet. Die Gruppe war dreiarmig randomisiert: ein Arm mit Reiki, ein 

Vergleichsarm mit Relaxation Response Therapy /Kognitiver Restrukturierung und ein 

Kontrollarm ohne weitere Intervention. In Bezug auf Angst und Depressivität zeigten 

sich zwischen den Behandlungsarmen keine signifikanten Unterschiede [1225]. 

Für weitere Informationen zum Einsatz komplementärer Methoden wird auf die S3- 

Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, 

Version 2.0 – Mai 2024, AWMF-Registernummer: 032-055OL, verwiesen. 

7.8 Supportivtherapie 

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305

7.8.3 Spezifische supportive Behandlung häufiger unerwünschter 

therapiebedingter Wirkungen 

7.8.3.1 Lokale Therapie – Radikale Prostatektomie 

7.83  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2025 

EK 

Die häufigsten unerwünschten Folgen nach radikaler Prostatektomie sollen wie 

folgt behandelt werden: 

• erektile Dysfunktion: siehe Empfehlungen im Kapitel 8 

• Inkontinenz: siehe Empfehlungen im Kapitel 8 

• Anastomosenstriktur (siehe Hintergrundtext): konservative oder operative 

Behandlung möglich 

• Lymphozelen: siehe Empfehlung 7.84 bis Empfehlung 7.86 

 

Starker Konsens 

 

Lymphozelen 

7.84, 7.85, 

7.86 

Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert modifiziert 2025 : 

7.84, 7.85 

neu 2025 : 7.86 

EK 

7.84 Nach Lymphadenektomie sollte eine Ultraschalluntersuchung - ggf. mit 

Dopplerflowmessung - postoperativ zur Diagnostik von Lymphozelen 

erfolgen. 

EK 

7.85 Lymphozelen nach Lymphadenektomie sollen behandelt werden, wenn sie 

symptomatisch und/oder gefäßkomprimierend sind. 

EK 

7.86 Asymptomatische und nicht gefäßkomprimierende Lymphozelen sollen 

ohne Intervention weiter kontrolliert werden. 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.83 

Die häufigsten unerwünschten Folgen nach radikaler Prostatektomie sind die erektile 

Dysfunktion, eine Inkontinenz unterschiedlichen Ausmaßes und 

Anastomosenstrikturen. Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion und einer 

Inkontinenz wird auf Kapitel 8 dieser Leitlinie verwiesen. 

Anastomosenstriktur 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

306

Die Häufigkeit von Anastomosenstrikturen nach radikaler Prostatektomie wird in der 

Literatur mit 0,5 bis 9% angegeben [895], [1226], für Deutschland wird die Häufigkeit 

zwischen 2-5% angegeben [1227]. Therapieoptionen sind Bougierung der Urethra, 

auch wiederholt, oder verschiedene operative Verfahren (Anastomosenschlitzungen, 

plastische Rekonstruktion). 

Weitere seltene unerwünschte Wirkungen nach radikaler Prostatektomie können als 

passager erhöhte Stuhlfrequenz oder Stuhlinkontinenz auftreten. Hierbei soll eine 

symptomatische Behandlung erfolgen. 

Für die Bewertung des Schweregrades von unerwünschten Wirkungen nach radikaler 

Prostatektomie kann die Clavien-Dindo-Klassifikation genutzt werden [1228]. 

Lymphozelen 

Zu Empfehlung 7.84 bis Empfehlung 7.86 

Lymphozelen nach Lymphadenektomie treten in klinischen Serien mit einer Häufigkeit 

von ca. 10-18 % auf. Bei systematischer sonographischer Suche liegt die Häufigkeit 

bei über 30% [1229]. Die Häufigkeit korreliert mit dem Ausmaß der 

Lymphadenektomie [1230], [1231]. Auch ist das Auftreten operateurabhängig [1230]. 

Lymphozelen können die großen Venen im Becken komprimieren und damit den 

venösen Fluss in den Beckengefäßen beeinträchtigen; sie können damit 

thromboembolische Ereignisse auslösen (OR 2,8; [1229]. Postoperativ sollte deshalb 

sonographisch auf das mögliche Vorliegen von Lymphozelen untersucht werden und 

im Nachweisfall mittels Duplexsonographie der venöse Fluss in den Beckengefäßen 

geprüft werden. Da Lymphozelen postoperativ auch zeitverzögert auftreten oder sich 

vergrößern können sind mehr als eine Untersuchung sinnvoll. Auch können 

Lymphozelen sich infizieren und zu Entzündungssymptomen führen. 

Bei hämodynamischer Relevanz oder Auftreten anderer Symptome soll eine 

Lymphozele entlastet werden, in der Regel durch sonografisch gestützte Drainage 

[1229]. 

7.8.3.2 Lokale Therapie - Strahlentherapie 

Im Rahmen der lokalen Strahlentherapie der Prostata kann es zu typischen 

unerwünschten Wirkungen kommen, die im Folgenden separat behandelt werden. 

Akute Dermatitis: 

Die akute Radiodermatitis entsteht durch die Schädigung von Hautzellen und 

Kapillaren und reicht von leichter Rötung bis hin zu ausgeprägten Entzündungen und 

Ulzerationen. Die empfohlenen Behandlungen basieren überwiegend auf 

Erfahrungswerten. Topische Kortikosteroide, wie Hydrocortison oder Mometason, 

lindern Entzündung und Juckreiz [1232]. Auch feuchtigkeitsspendende Cremes mit 

Inhaltsstoffen wie Aloe vera pflegen die Haut und fördern die Regeneration [1233]. 

Zusätzlich können nicht-adhäsive Wundverbände bei stärkeren Läsionen eingesetzt 

werden, um Infektionen vorzubeugen. Bei ausgeprägten Schmerzen können 

systemische Analgetika oder entzündungshemmende Medikamente notwendig sein 

[1234]. 

Es wird empfohlen, irritierende Stoffe wie parfümierte Pflegeprodukte zu vermeiden 

und die bestrahlte Haut vor mechanischer Belastung sowie Sonnenlicht zu schützen. 

7.8 Supportivtherapie 

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307

Neuere Ansätze wie die Anwendung von Honig-basierten Präparaten oder 

Silikonverbänden zeigen in ersten Studien Ergebnisse [1235]. 

Für die Prophylaxe einer Radiodermatitis gilt: eine prophylaktische topische 

Anwendung von Trolamin, Aloe vera oder Sucralfat oder die orale Gabe von Sucralfat 

oder Acetylsalicylsäure zur Verhinderung einer Radiodermatitis wird allgemein nicht 

empfohlen. Bei Risikopatienten (Hautdosis > 50 Gy, Hautfalten, Adipositas, Raucher) 

sollten zur Vermeidung einer Radiodermatitis Grad 2-3 topische Glukokortikoide 

eingesetzt werden. Hyaluronsäurehaltige Cremes sollten weder zur Prophylaxe noch 

zur Therapie einer Radiodermatitis angewendet werden [1081]. 

Akute Proktitis 

Die Symptomatik der strahlenbedingten Proktitis ist vielfältig: erhöhte Stuhlfrequenz, 

Gefühl inkompletter Stuhlentleerung, verstärkte Flatulenz, fehlende Wahrnehmung 

von soliden und gasförmigen Stuhlinhalten, frustranes Pressen, unwillkürliche 

Zuckungen oder Krämpfe beim Stuhlgang, anorektale oder linksseitige 

Bauchschmerzen, rektale Blutungen oder Schleimabgang. 

Für die Behandlung der akuten strahlenbedingten Proktitis mit topischem Sucralfat, 

Butyrat oder Hydrocortison wurde die Wirksamkeit in zwei randomisierten Studien mit 

allerdings kleinen Patientenzahlen von 20 [1236] bzw. 134 Patienten [1237] 

nachgewiesen. Für die rektale Anwendung von Butyrat liegt keine ausreichende 

Evidenz vor. 

Das Risiko einer strahlenbedingten Diarrhoe hängt von der Größe des Zielvolumens 

ab. Klinisch steht die Behandlung der Folgen einer strahlenbedingten Enteropathie 

mit Ausgleich von Elektrolyten und Flüssigkeit im Vordergrund. Zur weiteren 

Behandlung der akuten strahlenbedingten Diarrhoe liegen RCTs vor, die eine klinische 

Wirksamkeit mehrerer Substanzen zeigen [900]. Die akute strahlenbedingte Diarrhoe 

kann demnach sowohl mit Loperamid [1238] als auch mit Octreotid [1239] behandelt 

werden. 

In einem placebokontrollierten RCT wurde die prophylaktische Wirksamkeit von 

topischem Beclometason Diproprionat (BDP) auf strahleninduzierte Rektumsymptome 

geprüft [1240]. Topisches Topisches Beclometason Diproprionat halbierte dabei die 

Rate an rektalen Blutungen, reduzierte den endoskopisch bestimmten Mucositisgrad 

(Vienna Rectoscopy Score) und verbesserte die darmspezifische Symptomatik und 

Lebensqualität (Simple Clinical Colitis Activity Index, Inflammatory Bowel Disease 

Quality of Life Index). Die Gesamtheit der rektalen unerwünschten Wirkungen war 

jedoch unverändert. 

Bei fehlendem Ansprechen auf Tinctura opii oder Loperamid kann eine Therapie mit 

Octreotid erfolgen; dies ist off-label. 

In einem ähnlichen RCT zur topischen Sucralfattherapie ergab sich kein Unterschied 

in der Häufigkeit, der Zeit bis zum Auftreten oder der Dauer einer strahleninduzierten 

Proktitis sowie der subjektiven Symptomatik. Bei einer Nachbeobachtungszeit von 

fünf Jahren bestand auch in der Häufigkeit der chronischen Strahlenproktitis kein 

Unterschied [1241]. 

Da sich die Bestrahlungstechniken und Dosisvorgaben kontinuierlich verbessert 

haben, ist eine präzise Angabe der Inzidenzraten für die aktuellen Therapiekonzepte 

hinsichtlich akuter wie chronischer Proktitis schwierig. Marras et al. gaben die 

7.8 Supportivtherapie 

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308

Inzidenz der akuten Proktitis mit 35%, die der chronischen Proktitis mit 12%. an 

[1242], wobei vor allem die Inzidenz der chronischen Proktitis durch den Einsatz 

modernerer Strahlentechniken, wie der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) 

nach Pan et al. auf etwa 5% gesenkt werden kann [1243]. 

Aus einem weiteren systematischen Review [1244] geht hervor, dass es wenig Evidenz 

gibt, um spezielle Ernährungskonzepte bei strahleninduzierten chronischen 

gastrointestinalen Symptomen zu empfehlen. Dies gilt auch für die akute 

strahlenbedingte Toxizität. Die Behandlung der späten strahlenbedingten 

Proktopathie ist deshalb individuell symptomorientiert vorzunehmen. 

Übelkeit 

Auch bei der Strahlentherapie kann es in Abhängigkeit von der bestrahlten Region 

(Bestrahlung ossärer Metastasen, zerebraler Metastasen oder Weichteilmetastasen) zu 

Übelkeit kommen, der durch prophylaktische Maßnahmen begegnet werden kann. 

Auch hier kommen 5-HT3-Rezeptorantagonisten und Dexamethason zum Einsatz. 

Die antiemetische Therapie muss sich am emetogenen Risiko der jeweiligen 

Strahlentherapie orientieren; dies ist umso größer, je größer die der Strahlung 

ausgesetzte Körperregion ist. 

Tabelle 31: Zusammenfassung der antiemetischen Prophylaxe 

Emesis-Risiko Bestrahlte Körperregion Antiemetische Prophylaxe 

Moderat Oberes Abdomen, Brustwirbelsäule/ 

Lendenwirbelsäule, Neuroachse in 

Abhängigkeit von der Technik 

5-HT3-RA und Dexamethason 

Gering Becken, Hirnschädel, Hals-Nasen-Ohren-

Bereich 

5-HT3-RA oder Rescue-Therapie 

Minimal Extremitäten, Brust Keine Routineprophylaxe 

 

Müdigkeit und Abgeschlagenheit: 

Auch während und nach einer Strahlentherapie kommt es oft zu Fatigue-Beschwerden 

[1245], [1246]. Meist beginnt diese in den ersten Wochen nach Beginn der 

Bestrahlung, bleibt dann stabil und geht nach dem Ende der Behandlung zurück. Eine 

persistierende Fatiguesymptomatik kann jedoch in bis zu 18% der Fälle auftreten 

[1247]. Zur Behandlung von Müdigkeit und Abgeschlagenheit nach Strahlentherapie 

kann aus der Studienlage keine Standardtherapie abgeleitet werden. 

Anämie: 

Je nach Lokalisation und Zielvolumen einer Strahlentherapie kann diese eine Anämie 

verursachen oder verstärken. Dies ist für das Prostatakarzinom in bis zu 32% der Fälle 

beschrieben [1248]. Daher sollten die entsprechenden Laborparameter vor, während 

und nach einer Strahlentherapie kontrolliert werden. 

Chronische Strahlenproktitis: 

7.8 Supportivtherapie 

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309

7.87  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Zur Behandlung der chronischen Strahlenproktitis kann aus der Studienlage keine 

Standardtherapie abgeleitet werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.87 

Das Risiko einer radiogenen Spätreaktion am Rektum nimmt mit dem Volumen des 

Rektums, das eine bestimmte Dosis erhält, zu. Das Risiko einer chronischen 

Strahlenproktitis steigt mit dem Expositionsvolumen des Rektums und hängt von 

Fraktionierung und Bestrahlungstechnik ab [1249]. 

Genaue Angaben zur aktuellen Häufigkeit der akuten wie chronischen 

Strahlenproktitis sind schwierig, da Bestrahlungstechniken häufig geändert und 

verbessert werden. Eine behandlungsbedürftige akute Proktitis tritt in 18% der Fälle 

bei dosiseskalierten oder multimodalen Therapieverfahren auf, rektale Blutungen in 

ca.25% der Fälle und eine chronische Proktitis verschiedener Ausprägungen in bis zu 

50 % [1250]; [1251]. 

Für diese Form der Proktopathie gibt es nach Studienlage keine Standardtherapie. In 

einem Cochrane Review wurden sechs RCTs aufgeführt, die aber nicht Placebo-

kontrolliert waren. Untersucht wurden topisches Sucralfat, Metronidazol, 

Hydrocortison, Betamethason, Leichtketten-Fettsäuren sowie lokale Wärmetherapie, 

jedoch ohne ausgeprägte Wirksamkeit [1250]. Die Behandlung muss deshalb 

individuell und symptomorientiert erfolgen. Aufgrund empirischer Erfahrungen 

werden topisches Beclomethason Dipropionat und Sucralfat angewendet. 

Nach Ausschluss anderer Ursachen ist die Therapie der nicht blutenden chronischen 

Strahlenproktitis unspezifisch und besteht in Abhängigkeit von der Symptomatik aus 

einer Kombination von diätetischen, physikalischen oder medikamentösen 

Maßnahmen [1252]. Eine Beurteilung der Wirksamkeit der topischen Therapie muss 

individuell erfolgen. Die Behandlungsdauer muss mindestens 8 Wochen betragen, um 

die Wirksamkeit sicher beurteilen zu können. 

Diätetische Maßnahmen beeinflussen die akuten und chronischen strahlenbedingten 

gastrointestinalen Auswirkungen nicht [1244]. 

Eine rektale Biopsie kann zu chronischer Ulkus- und Fistelbildung führen und sollte 

nicht durchgeführt werden. 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

310

7.8.4 Unerwünschte Wirkungen der Hormonentzugstherapie 

7.88  Konsensbasierte Empfehlung modifiziert 2025 

EK 

Patienten sollen über die typischen und häufigen unerwünschten Wirkungen der 

hormon-ablativen Therapie sowie deren Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt 

werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.88 

Die hormonelle Therapie erfolgt im Wesentlichen durch Kastration (operativ oder 

medikamentös) oder über die Gabe von Antiandrogenen. Gegebenenfalls erfolgt auch 

die Kombination beider Konzepte im Sinne einer kompletten oder maximalen 

Androgenblockade (siehe Kapitel 6.6 und Kapitel 7.3). Die unerwünschten Wirkungen 

und ihre Behandlungsmöglichkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle 32 

zusammengefasst und werden im Folgenden erläutert. 

Hitzewallungen 

Hitzewallungen sind die häufigste Nebenwirkung der Kastration, können den 

Patienten z. T. extrem belasten und die Lebensqualität entsprechend mindern. Zur 

Behandlung von Hitzewallungen gibt es mehrere Optionen: Cyproteronacetat in einer 

Dosierung von 50 mg 2 x 1 Tbl. pro Tag oder 300 mg i.m. alle zwei Wochen. Weitere 

hormonelle Therapieoptionen sind die Gabe von Östrogenen und Progesteron. 

Darüber hinaus können Clonidin oder Antidepressiva eingesetzt werden. Bei der 

Indikationsstellung sind jeweils die vom Hersteller angegebenen Nebenwirkungen 

bzw. Kontraindikationen zu beachten [1253], [1254]. 

Osteoporose 

Bereits bei „hormon-naiven“ Patienten mit Prostatakarzinom kann die Knochendichte 

erniedrigt sein [1255]. Insbesondere bei Langzeitanwendung von LHRH-Analoga 

besteht ein hohes Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln. Das Frakturrisiko 

(Ermüdungsbruch, Low-Trauma-Fracture) steigt nach mehr als einjähriger Behandlung 

deutlich an [1255], [1256], [1257]. Bei der Diskussion einer medikamentösen 

Behandlung sollten Risiken und mögliche Vorteile für den Patienten abgewogen 

werden. Bei der Auswahl der Medikamente ist die Zulassung zur Behandlung zu 

berücksichtigen [1258], [1259]. 

Die Diagnostik, Prophylaxe und Therapie der Osteoporose ist ausführlich in der S3-

Leitlinie „Supportive Therapie“ beschrieben (www.leitlinienprogramm-

onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/). 

Gewichtszunahme, metabolische Veränderungen, kardiovaskuläre Erkrankungen 

Über den durch Kastration verursachten Hypogonadismus kommt es zu 

Veränderungen des Metabolismus, einer Reduktion der Muskelmasse, 

Gewichtszunahme, Lipidstoffwechselstörungen, Insulinresistenz, Hyperglykämie und 

7.8 Supportivtherapie 

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311

auf dieser Grundlage möglicherweise zu einer erhöhten Inzidenz kardiovaskulärer 

Erkrankungen [1260], [1261], [1262], [1263]). Die Auswirkungen dieser 

Veränderungen auf die Lebensqualität oder Lebenserwartung sind bislang nicht 

ausreichend untersucht. Die Androgendeprivationstherapie stellt einen Risikofaktor 

für kardiovaskuläre Krankheiten und Typ-2 Diabetes dar. 

Anämie 

Eine Anämie führt zu Leistungsverlust und Schwächezuständen (Fatigue-Syndrom). Sie 

belastet damit die Lebensqualität des Patienten erheblich. Die Anämie als eine 

Nebenwirkung der androgenablativen Behandlung korreliert mit der Dauer der 

Behandlung sowie mit der Lebenserwartung der Patienten [1264]. Die Behandlung 

besteht symptomabhängig in der Transfusion von Erythrozytenkonzentraten und der 

Gabe von Erythropoietinen. Erythropoietine haben in prospektiv randomisierten 

Studien einen Effekt auf die Anämie gezeigt [1265], [1266]. In jüngerer Zeit haben 

Studien Hinweise auf eine Stimulation des Tumorwachstums durch Erythropoietine 

gezeigt. Obwohl sich für das Prostatakarzinom kein Hinweis auf den Zusammenhang 

zwischen Erythropoietin-Gabe und Tumorprogression ergeben hat [1267], sollte die 

Indikation zur Gabe von Erythropoietinen mit Zurückhaltung erfolgen. 

Weiterführend sind Diagnostik und Therapie der Tumortherapie induzierten Anämie 

in der S3-Leitlinie „Supportive Therapie“ beschrieben (www.leitlinienprogramm-

onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/). 

Gynäkomastie/Gynäkodynie 

Gynäkodynie und/oder Gynäkomastie treten ohne Prophylaxe bei etwa jedem zweiten 

Patienten unter Antiandrogentherapie (z. B. Bicalutamid) auf [1268]. Sie führen bei 

einem Teil der Patienten zum Therapieabbruch. Dementsprechend sollten supportive 

Maßnahmen ergriffen werden. Die prophylaktische Bestrahlung vor Einleitung einer 

antiandrogenen Therapie gilt als wirksame Therapie [1269], [1270]. 

In einem prospektiv randomisierten Vergleich war die Behandlung mit Tamoxifen der 

Strahlentherapie überlegen [1271]. Tamoxifen ist jedoch für diese Indikation nicht 

zugelassen. 

 

7.8 Supportivtherapie 

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312

Tabelle 32: Typische und häufige Nebenwirkungen einer hormon-ablativen Therapie und 

Möglichkeiten der Prophylaxe und Behandlung 

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)  Prophylaxe/Behandlung 

Kastration 

Libidoverlust keine 

Erektile Dysfunktion Phosphodiesterasehemmer (PDE5-Hemmer), 

intrakavernöse Injektionen (ICI, SKAT), MUSE 

Vakuumpumpen, Penisimplantate 

Hitzewallungen (55-80 % aller Patienten 

während der hormonablativen Therapie) 

Cyproteronacetat, Antidepressiva (Venlafaxin), 

Clonidin 

Gynäkomastie und Brustschmerz: 50 % bei 

kompletter Androgenblockade (CAB), 10-20 % 

nach Kastration) 

Prophylaktische Bestrahlung, Mastektomie, 

Tamoxifen (die Verordnung von Tamoxifen 

entspricht einem off-label-use) 

Zunahme des Körperfetts körperliche Aktivität/Sport, Ernährungsberatung 

Muskelabbau körperliche Aktivität/Sport 

Anämie (schwere Form in 13 % der CAB-

Patienten) 

Transfusion bei symptomatischer Anämie, 

Erythropoese-stimulierende Substanzen 

(Erythropoietin u. a.) unter sorgfältiger 

Abwägung der Risiken 

Reduktion der Knochendichte körperliche Aktivität/Sport, Kalzium + Vitamin 

D, Bisphosphonate / RANK-Ligand Antikörper 

bei Osteoporosenachweis 

Abnahme der kognitiven Fähigkeiten Gehirntraining 

Östrogene 

Erhöhung des Risikos für kardiovaskuläre 

Ereignisse (akuter Myokardinfarkt, chronische 

Herzinsuffizienz, zerebrovaskuläre Ereignisse, 

Tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) 

parenterale Gabe, ggf. Antikoagulation 

Steroidale Antiandrogene 

Hauptnebenwirkungen der Wirkstoffgruppe: 

Libidoverlust, erektile Dysfunktion, selten 

Gynäkomastie 

Erektile Dysfunktion s.o. 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

313

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)  Prophylaxe/Behandlung 

Nichtsteroidale Antiandrogene 

Hauptnebenwirkungen der Wirkstoffgruppe: 

Gynäkomastie (49-66 %), Brustschmerz (40-72 

%), Hitzewallungen (9-13 %) 

Prophylaktische Bestrahlung der Brustdrüse, 

Tamoxifen bzw. Aromatase-Inhibitoren (die 

Verordnung von Tamoxifen entspricht einem 

off-label-use) 

Quelle: [464] 

 

7.8.5 Unerwünschte Wirkungen der Androgenrezeptor-Signalweg 

Inhibitoren (ARPI) bzw. Abirateron 

7.89  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger 

unerwünschter Wirkungen der kombinierten Behandlung mit einer 

Androgendeprivationstherapie und einem Androgenrezeptor-Signalweg Inhibitor 

bzw. Abirateron aufgeklärt werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.89 

Androgenrezeptor-Signalweg Inhibitoren (ARPIs) bzw. Abirateron werden heute 

vielfach in Kombinationen mit anderen systemischen Therapien angewendet, da 

verschiedene Zulassungsstudien eine bessere Wirksamkeit von 

Kombinationstherapien gezeigt haben (duale Therapie, Tripeltherapie). 

So können die ARPIs Enzalutamid, Apalutamid, Darolutamid) sowie 

Abirateron/Prednis(ol)on bei verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms als 

Monotherapie bzw. in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) 

eingesetzt werden. 

Des Weiteren kommen sie in Kombinationen mit Inhibitoren der Poly(ADP-ribose)-

Polymerasen (PARPIs) zur Anwendung: Olaparib (mit Abirateron), Niraparib (mit 

Enzalutamid), Talazoparib (mit Abirateron). Der ARPI Darolutamid kann auch in 

Kombination mit ADT und Docetaxel angewendet werden (siehe Kapitel 7). 

Die unerwünschten Wirkungen dualer Therapie und der Tripeltherapien sind in der 

Regel stärker ausgeprägt und häufiger als bei Monotherapien [1272]. Die Auswahl der 

jeweiligen Kombinationstherapien hängt dabei auch vom Nebenwirkungsprofil sowie 

den individuellen Komorbiditäten, möglichen Arzneimittel-Interaktionen sowie den 

Präferenzen von Arzt und Patient ab. Einige der häufigen unerwünschten Wirkungen 

von ARPIs sind Veränderungen der Leberwerte, Hypertonie und bei Abirateron 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

314

Mineralokorikoidüberproduktion mit Hypokaliämie und Ödembildung sowie Steroid-

induzierter Diabetes. Andere Nebenwirkungen können kardialer Art sein und werden 

im Punkt ‚Kardiotoxizität‘ behandelt. 

Bei Behandlung mit ARPIs/Abirateron (und ADT) wurden 

Fatigue/Erschöpfungszustände, Stürze, Frakturen, kognitive Einschränkungen und 

vereinzelt auch Krampfanfälle beschrieben [986], [987], [988], [989]. Für 

unerwünschte Reaktionen der Haut, siehe entsprechender Abschnitt. Fälle von 

Hypothyreose wurden bei der Behandlung mit Apalutamid dokumentiert. 

Im Allgemeinen ist die Lebensqualität unter diesen Kombinationstherapien jedoch gut 

[1273], [974], [1274], [1272]. 

Nebenwirkungen, die unter Therapie mit den jeweiligen Medikamenten in den 

zulassungsrelevanten Studien auftraten, sind in den entsprechenden Kapiteln einzeln 

aufgeführt (Kapitel 7.3, Kapitel 7.4). 

Ossäre Komplikationen 

Bei ARPI-Therapie sind Stürze und Frakturen ein häufiges unerwünschtes Ereignis. Vor 

Einführung von ARPIs bzw. Abirateron verblieben Patienten für ein relativ kurzes 

Zeitintervall im mHSPC-Stadium, bevor sie einen Progress zum mCRPC erfuhren. Die 

Patienten erhalten nun im mHSPC Stadium bereits eine länger andauernde Therapie 

mit ADT und ARPIs, sodass sich bereits in diesem Stadium eine Osteoporose 

entwickeln kann. Experten gehen daher davon aus, dass eine Osteoporoseprophylaxe 

auch bereits in mHSPC-Stadium sinnvoll sein kann [1275]. Daher sind eine präventive 

Gabe von Inhibitoren des RANK-Liganden (Denosumab) oder Bisphosphonaten (u.a. 

Zolendronsäure) oder alternativ jährliche Knochendichtemessungen mit dann ggf. 

nachfolgender Therapie entsprechend der Leitlinien zu diskutieren. Calcium und 

Vitamin D3 sind zusätzliche mögliche supportive Maßnahmen. 

Weitere Hinweise zur Behandlung liefert außerdem die S3-Leitlinie „Supportive 

Therapie bei onkologischen PatientInnen“ (www.leitlinienprogramm-

onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie). 

Für Empfehlungen zur Osteoprotektion im Zusammenhang mit der Therapie von 

Knochenmetastasen (bei vorheriger Androgendeprivationstherapie) siehe Empfehlung 

7.73 bis Empfehlung 7.74). 

Kardiotoxizität 

Hypertonie ist sowohl für die Therapie mit Apalutamid, Enzalutamid und Abirateron 

sehr häufig beschrieben (≥10%), während dieses Risiko bei Darolutamid geringer zu 

sein scheint. Unter Apalutamid und Abirateron traten außerdem sehr häufig 

Hyperglykämien durch Insulinresistenz auf. Des Weiteren ist eine Verlängerung der 

QT-Zeit als Nebenwirkung der ADT beschrieben [1276], [986], [987], [988], [989]. 

Patienten mit einer klinisch relevanten kardiovaskulären Erkrankung in den 

vorausgegangenen sechs Monaten waren von den klinischen Zulassungsstudien der 

ARPIs und Abirateron ausgeschlossen worden. Daher ist die Sicherheit dieser 

Therapien bei diesen Patienten nicht erwiesen. Eine Aufklärung der Patienten 

hinsichtlich relevanter Risikofaktoren wie Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie 

oder anderen relevanten metabolischen Störungen ist deshalb anzuraten [1277]. 

7.8 Supportivtherapie 

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315

Deshalb ist bei Patienten mit kardialen Komorbiditäten Vorsicht geboten. Zur 

Diagnostik vor Beginn einer möglicherweise mit kardialen Risiken behafteten Therapie 

werden deshalb neben Anamnese und klinischer Untersuchung ein 12-Kanal EKG 

sowie die Überprüfung von Nierenfunktion, HbA1C und Lipidprofil empfohlen (nicht 

bei Patienten <40 Jahren und ohne Risikoprofil) [siehe Leitlinie Supportivtherapie]. Für 

ein zusätzlich empfohlenes kardiovaskuläres Monitoring unter Therapie, die 

Behandlung einer kardialen Dysfunktion sowie eine kardiologische Nachsorge finden 

sich detaillierte Empfehlungen in der S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei 

onkologischen PatientInnen“. 

Unerwünschte Reaktionen der Haut 

Für Apalutamid wurden sehr häufig Ausschläge (>10%) berichtet, für Abirateron und 

Darolutamid immerhin häufig (>1%). Für Enzalutamid ist die Häufigkeit von 

Hautausschlägen nicht genau bekannt: in den Studien wurden keine Hautausschläge 

berichtet, es gab jedoch nach Markteinführung entsprechende Meldungen. 

Für Apalutamid wurden weitere schwerwiegende unerwünschte Reaktionen der Haut 

berichtet: mit Eosinophilie und systemischen Symptomen verbundene Ausschläge 

(Drug reaction with eosinophilia and systemic symptoms, DRESS) sowie Fälle von 

Stevens-Johnson Syndrom (toxische epidermale Nekrolyse), die tödlich verlaufen 

können [1278]; [1279]. Auch für Enzalutamid wurden weitere schwere Hautreaktionen 

inklusive von Stevens-Johnson Syndrom berichtet. Die Patienten sollten deshalb auf 

Anzeichen und Symptome von DRESS oder Stevens-Johnson Syndrom hingewiesen 

werden. Wenn diese Symptome beobachtet werden, muss die Therapie sofort 

abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Bei Bestätigung der Komplikationen darf 

die Therapie nicht wiederaufgenommen werden. 

Grundsätzlich besteht die Behandlung bei Hauttoxizität in der Unterbrechung der 

Therapie, der Anwendung topischer und/oder systemischer Glukokortikoide und 

intensiver schonender Hautpflege. 

Für Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Tumortherapie-induzierten Hauttoxizität 

siehe auch S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ 

(www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie). 

Hepatotoxizität 

Für Darolutamid wurden Fälle von arzneimittelinduzierten Leberschäden (drug-

induced liver injuries) berichtet. Bei Auftreten von erhöhten Leberwerten, die auf eine 

idiosynkratische arzneimittelinduzierte Leberschädigung hinweisen, soll die 

Behandlung mit Darolutamid beendet werden. 

Auch unter Abirateron kann es zu Störungen der Leberfunktion kommen. Falls eine 

solche mit Erhöhung der Transaminasen auftritt (Anstieg über das 5-Fache der oberen 

Grenze des Normbereichs), soll die Behandlung ebenfalls beendet werden. Nach 

Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswerte kann eine die Behandlung mit 

reduzierter Dosis (500 mg statt 1000 mg einmal täglich) wieder aufgenommen 

werden. Dann ist eine regelmäßige Kontrolle der Transaminasen erforderlich (drei 

Monate alle zwei Wochen, anschließend einmal monatlich). Tritt die Störung der 

Leberfunktion unter reduzierter Dosis erneut auf, soll die Behandlung beendet 

werden. Auch wenn bei der ersten Reaktion sehr ausgeprägte Funktionsstörungen 

auftreten (Anstieg der Transaminasen auf das ≥20-fache der oberen Grenzwerte), 

muss die Behandlung dauerhaft beendet werden. 

7.8 Supportivtherapie 

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316

Dosisanpassung 

Wenn eine Toxizität ≥Grad 3 oder eine nicht tolerierbare unerwünschte Wirkung 

auftritt, sollte die von Einnahme von APRIs bzw. Abirateron zunächst unterbrochen 

werden. Sind die Symptome auf ≤Grad 1 oder den ursprünglichen Schweregrad 

abgeklungen, kann zum üblichen Einnahmeplan zurückgekehrtt werden, ggfs. mit 

einer verringerten Dosierung [1280], [1281]. 

Tabelle 33: Standarddosierungen und mögliche Dosisreduktionen bei Auftreten unerwünschter 

Wirkungen 

 Standarddosierung Reduzierte Dosierungen 

Apalutamid 240mg 1x täglich 180mg 1x täglich 120mg 1x täglich 

Darolutamid 600mg 2x täglich 300mg 2x täglich 

 

Enzalutamid 160mg 1x täglich 120mg 1x täglich 80mg 1x täglich 

Abirateron + 

Prednis(ol)on 

1000mg 1x täglich + 5mg 

täglich (mHSPC) bzw. 10mg 

täglich (mCRPC) 

500mg 1x täglich + 5mg 

täglich (mHSPC) bzw. 

10mg täglich (mCRPC) 

 

 

 

7.8 Supportivtherapie 

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317

7.8.6 Spezifische unerwünschte Wirkungen der Chemotherapie mit 

Taxanen 

Bei der systemischen Therapie des Prostatakarzinoms kommen die Taxane Docetaxel 

und Cabazitaxel in unterschiedlichen Behandlungssituationen und Kombinationen 

zum Einsatz. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen werden im Folgenden separat 

abgehandelt. Die Therapien der häufigsten Taxan-induzierten unerwünschten 

Wirkungen werden gemeinsam abgehandelt. 

Das Potential, unerwünschte Wirkungen zu induzieren, ist jedoch unterschiedlich. 

Docetaxel führt insgesamt seltener zu unerwünschten Wirkungen. Dies mag aber 

auch daran liegen, dass Docetaxel als Erstlinienchemotherapie beim Prostatakarzinom 

angewandt wird, während Cabazitaxel erst bei Progress nach Docetaxel eingesetzt 

wird. 

Zur supportiven Behandlung unerwünschter Wirkungen der Chemotherapie mit 

Taxanen wird auch auf die S3-Leitlinie „Supportive Therapie“ verwiesen 

(www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/). 

7.90  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger 

unerwünschter Wirkungen der Behandlung mit Docetaxel aufgeklärt werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.91  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger 

unerwünschter Wirkungen der Behandlung mit Cabazitaxel aufgeklärt werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.92  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei systemischer Therapie mit Taxanen sollen regelmäßige Blutbildkontrollen vor 

und nach der Behandlung erfolgen. 

 

Starker Konsens 

 

 

7.8 Supportivtherapie 

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318

7.93  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei systemischer Therapie mit Cabazitaxel kann G-CSF prophylaktisch gegeben 

werden, um das Risiko einer symptomatischen Neutropenie zu verringern. 

 

Starker Konsens 

 

7.94  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Eine Untersuchung des neurologischen Status soll vor Einleitung einer potentiell 

neurotoxischen Tumortherapie zur Erhebung des Ausgangsbefundes und 

Identifizierung von Risikopatienten erfolgen. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.90 

Chemotherapie mit Docetaxel 

Die Erstlinien-Chemotherapie mit Docetaxel wird vor allem entweder in Kombination 

mit ADT aufgrund der CHAARTED-Studie [973] oder als Triple-Therapie aufgrund der 

ARASENS- und der PEACE-1-Studien) [978], [979] im metastasierten hormonsensitiven 

Stadium eingesetzt oder in weiter fortgeschrittenen Stadien nach Progression einer 

Kombinationstherapie von ADT/ARPI oder ADT/Abirateron. 

Bei der Therapie des mCRPC mit Docetaxel ist bei gleichzeitiger Gabe von Prednison 

oder Prednisolon das empfohlene Regime für die Prämedikation mit Dexamethason 8 

mg oral, jeweils 12 Stunden, 3 Stunden und 1 Stunde vor der Infusion von Docetaxel. 

Bei der Therapie des mHSPC wie auch des mCRPC wird unabhängig von einer 

gleichzeitigen Gabe von Prednison/Prednisolon eine Prämedikation mit 

Dexamethason empfohlen (Dexamethason 8 mg p.o. 12, 3 und eine Stunde vor der 

Infusion von Docetaxel). 

Die häufigsten Nebenwirkungen von Docetaxel sind Neutropenie, Anämie, Alopezie, 

Übelkeit, Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis, Diarrhoe, Asthenie und Veränderungen der 

Fingernägel. 

Onychodystrophie/Onycholyse 

Eine spezifische und häufige Nebenwirkung der Therapie mit Docetaxel sind 

Onychodystrophie und Onycholyse [1282]. Diese Nebenwirkung an den Nägeln von 

Händen und Füßen tritt häufiger bei der wöchentlichen als bei der dreiwöchentlichen 

Gabe auf. In zwei kontrollierten Studien konnte gezeigt werden, dass durch lokale 

Kälteapplikation (ggfs. mit speziellen Handschuhen) sowohl die Häufigkeit als auch 

das Ausmaß dieser Nebenwirkung reduziert werden kann [1283], [1284]. 

Zu Empfehlung 7.91 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

319

Chemotherapie mit Cabazitaxel 

Eine Chemotherapie mit Cabazitaxel wird im mCRPC-Stadium der Erkrankung nach 

einer vorangegangenen Therapie mit Docetaxel eingesetzt [1066]. Die Sicherheit von 

Cabazitaxel in Kombination mit Prednison oder Prednisolon wurde in drei 

randomisierten, offenen, kontrollierten Studien (TROPIC, PROSELICA und CARD) bei 

insgesamt 1.092 Patienten mit mCRPC geprüft, die mit 25 mg/m² Cabazitaxel einmal 

alle 3 Wochen behandelt wurden [1066], [1075], [1076]. Die Patienten erhielten im 

Median 6 bis 7 Zyklen Cabazitaxel. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen aller 

Schweregrade aus der gepoolten Analyse dieser drei Studien waren: Anämie (99,0 %), 

Leukopenie (93,0 %), Neutropenie (87,9 %), Thrombozytopenie (41,1 %), Diarrhö (42,1 

%), Fatigue (25,0 %) und Asthenie (15,4 %). Die häufigsten Nebenwirkungen ≥ Grad 3, 

die bei mindestens 5 % der Patienten auftraten, waren Neutropenie (73,1 %), 

Leukopenie (59,5 %), Anämie (12,0 %), febrile Neutropenie (8,0 %) und Diarrhö (4,7 %). 

Ein Abbruch der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen erfolgte in allen drei 

Cabazitaxel-Studien relativ häufig, in knapp 20% der Fälle (18,3 % in TROPIC, 19,5 % 

in PROSELICA und 19,8 % in CARD) [1066], [1075], [1076]. Die häufigsten 

Nebenwirkungen (> 1,0 %), die zum Abbruch der Behandlung mit Cabazitaxel führten, 

waren Hämaturie, Fatigue und Neutropenie. 

Zu Empfehlung 7.92 

Anämie 

Anämie ist bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom häufig und kann 

durch die Erkrankung sowie infolge der verschiedenen Therapien auftreten. 

Blutbildkontrollen sind deshalb notwendig und ggf. eine Behandlung der Anämie, da 

diese die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität deutlich reduziert. Bei ausgeprägter 

Anämie (Hb < 8 g/dL) sind Bluttransfusionen zur raschen Verbesserung der 

Sauerstoffversorgung indiziert. 

Zu Empfehlung 7.93 

Neutropenie 

In der Zulassungsstudie zu Cabazitaxel beim CRPC trat eine Neutropenie Grad 3/4 

nach CTCAE bei 82 % der Patienten auf [1066]. Nach der Therapie sind regelmäßige 

Blutbildkontrollen erforderlich. Beim Auftreten von Infektzeichen müssen 

unverzüglich Diagnostik und eine antibiotische Therapie eingeleitet werden. Die 

prophylaktische Gabe von Antibiotika oder von hämatopoetischen 

Wachstumsfaktoren ist im ersten Chemotherapiezyklus nicht zwingend erforderlich 

[1285], [1286]. 

In der CABASTY-Studie, die die Verträglichkeit und Wirksamkeit von zwei Cabazitaxel-

Dosierungsschemata bei älteren Patienten (≥65 Jahre) mit mCRPC nach 

vorangegangener Docetaxel-Therapie untersuchte, wurden die Patienten in zwei 

Behandlungsarme randomisiert: Cabazitaxel 25 mg/m² alle 3 Wochen (q3w) plus 

Prednison und G-CSF versus Cabazitaxel 16 mg/m² alle 2 Wochen (q2w) plus 

Prednison und G-CSF. Die Studie konnte zeigen, dass die Rate von Neutropenien Grad 

≥3 und/oder neutropenischen Komplikationen im q3w-Arm signifikant höher als im 

q2w-Arm (62,9% vs. 5,1%; p<0,001) auftraten. Auch andere schwere unerwünschte 

Ereignisse (Grad ≥3) traten im q3w-Arm häufiger auf (72,9% vs. 58,2 %). Es gab keine 

signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen hinsichtlich des 

7.8 Supportivtherapie 

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320

medianen Gesamtüberlebens (OS), des medianen radiologischen progressionsfreien 

Überlebens (rPFS), des PSA-Ansprechens (≥50 %) und des objektiven 

Tumoransprechens. 

Aus diesem Grunde könnte das zweiwöchentliche Cabazitaxel-Schema (16 mg/m² 

q2w) in Kombination mit G-CSF wegen der deutlich geringeren Rate an schweren 

Neutropenien und neutropenischen Komplikationen bei vergleichbarer Wirksamkeit 

im Vergleich zum dreiwöchentlichen Schema (25 mg/m² q3w) eine vorteilhafte 

Therapieoption für ältere mCRPC-Patienten darstellen. 

Tabelle 34: Empfohlene Dosisänderungen im Falle von Nebenwirkungen bei mit Cabazitaxel 

behandelten Patienten 

Nebenwirkungen Dosisänderung 

Länger anhaltende Neutropenie ≥ Grad 3 (länger 

als 1 Woche) trotz entsprechender Behandlung 

einschließlich G-CSF 

Behandlung bis zum Erreichen einer 

Neutrophilenzahl von > 1.500 Zellen/mm³ 

aussetzen, dann Cabazitaxel-Dosis von 25 

mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren 

Febrile Neutropenie oder neutropenische 

Infektion 

Behandlung bis zum Erreichen einer 

Verbesserung oder einer Normalisierung und 

einer Neutrophilenzahl von > 1.500 Zellen/mm³ 

aussetzen, dann Cabazitaxel-Dosis von 25 

mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren 

 

Diarrhoe 

Neben der Behandlung durch Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution sollte bei 

Diarrhö ≥ Grad 3 oder anhaltender Diarrhö trotz entsprechender Maßnahmen die 

Behandlung bis zur Normalisierung ausgesetzt werden und eine erneute Aufnahme 

der Therapie dann mit reduzierter Dosis von 20 mg/m² wieder begonnen werden. 

Übelkeit und Erbrechen 

Docetaxel und Cabazitaxel gehören in die Gruppe der Chemotherapeutika mit 

niedrigem emetogenem Potential (Auftreten von Übelkeit und/oder Erbrechen ohne 

Prophylaxe in 10-30% der Fälle). Internationale Leitlinien [1287], [1288], [1289] 

empfehlen für diese Chemotherapeutika übereinstimmend die prophylaktische Gabe 

von Dexamethason (8 mg/24 h) zur Vermeidung sofort auftretender Übelkeit. 

Alternativ oder bei Kontraindikationen gegen Dexamethason ist die Gabe von 

Metoclopramid indiziert [1287]. Bei Therapieversagen von Dexamethason ist bei der 

nächstfolgenden Chemotherapie die prophylaktische Gabe von 5HT3-Rezeptor-

Antagonisten indiziert, bei weiterem Therapieversagen die Kombination mit NK1- 

Rezeptorantagonisten. Eine Prophylaxe von verzögerter Übelkeit bzw. Erbrechen 

(Auftreten >24h nach Applikation der Chemotherapie) wird in den drei Leitlinien 

übereinstimmend als nicht erforderlich erachtet [1290]. 

 

 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

321

Tabelle 35: 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten (5-HT3-RA) 

5-HT3-RA Empfohlene Dosis intravenös Empfohlene Dosis oral 

Granisetron* 1 mg 2 mg 

Ondansetron 8 mg 16 mg 

Palonosetron 0,25 mg 0,5 mg 

Tropisetron 5 mg 5 mg 

*auch als transdermales Pflaster mit 3,1 mg/24 h im Handel. 

 

Bei Anwendung der 5-HT3-RA sind folgende Grundsätze zu beachten 

(www.mascc.org): 

• die geringste wirksame Dosis ist ausreichend, 

• die tägliche Einmalgabe ist ausreichend, 

• eine orale Gabe ist der intravenösen Gabe unter Berücksichtigung der 

Bioverfügbarkeit gleichwertig. 

Neurokinin1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA) 

NK1-Rezeptorantagonisten sind besonders wirksam in der Prophylaxe von 

verzögerter Übelkeit und Erbrechen unter medikamentöser Tumortherapie [1291]. Die 

empfohlenen Dosierungen der drei in Europa zugelassenen NK1-

Rezeptorantagonisten sind der Tabelle 36 aufgeführt. 

Tabelle 36: NK1-Rezeptor-Antagonisten 

NK1-RA Applikation Empfohlene Dosis Tag 

Aprepitant oral 125 mg 1 

80 mg 2-3 

Fosaprepitant intravenös 150 mg 1 

1 Netupitant + 

Palonosetron (NEPA) 

oral 300 mg + 0,5 mg 1 

1 in fixer Kombination mit Palonosetron 0,5 mg 

 

Zu Empfehlung 7.94 

Vor der Einleitung einer potentiell neurotoxischen Tumortherapie mit Taxanen soll 

die Untersuchung des neurologischen Status erfolgen. Zur Erfassung einer peripheren 

Neuropathie stehen verschiedene klinische Messmethoden zur Verfügung, die eine 

7.8 Supportivtherapie 

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322

Beurteilung der sensorischen, motorischen und autonomen Funktionen ermöglichen. 

Gegebenenfalls ist eine fachärztliche neurologische Untersuchung anzuraten. 

Orientierend können klinische Untersuchungen und neurologische Scores eingesetzt 

werden. Zur klinischen Untersuchung geeignet sind sensorische Tests zur Beurteilung 

des Empfindens für Berührung, Schmerz, Temperatur und Vibration (Monofilament-

Test, Semmes-Weinstein) zur Erkennung eines verminderten Berührungsempfindens, 

besonders bei diabetischer Neuropathie, Stimmgabeltest (128 Hz) für die 

Vibrationswahrnehmung zur Beurteilung von distalen Neuropathien sowie motorische 

Tests (Überprüfung der Muskelkraft, der Muskeleigenreflexe und der Koordination). 

Als klinische Scores eignen sich der Neuropathy Disability Score oder das Michigan 

Neuropathy Screening Instrument zur semiquantitativen Erfassung klinischer Zeichen 

und Symptome sowie der Total Neuropathy Score, der kombiniert klinische, 

sensorische und elektrische Parameter erfasst. 

Prophylaxe 

Zur Prophylaxe der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie gibt es weder 

medikamentöse noch sonstige wirksame Verfahren [1292]. Somit hat eine frühe 

Diagnose besonderes Gewicht [1293]. Die Anwendung von Kryotherapie oder 

Kompressionstherapie kann erfolgen, eine positive Evidenzlage ist nicht vorhanden. 

Zur Vermeidung eines Funktionsverlustes infolge einer Taxan-induzierten 

Polyneuropathie kann prophylaktisch ein regelmäßiges Funktionstraining erfolgen. 

Therapie der Chemotherapie-induzierten peripheren Polyneuropathie (CIPN) 

Die Neurotoxizität im Zusammenhang mit der Therapie der Patienten mit einem 

Prostatakarzinom ist meist die Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie 

(CIPN). 

Hierbei handelt es sich um eine periphere Neuropathie, welche sowohl motorisch als 

auch sensorisch ausgeprägt sein kann. Die Symptome sind vielfältig. Häufig ist es auf 

leichte Parästhesien, Hypästhesie und Hyperästhesie beschränkt, betrifft meist Hände 

und Füße, z. T. kann ein oberflächlicher, brennender oder stechender 

neuropathischer Schmerz auftreten. Eine Beeinträchtigung des Vibrationsempfindens 

und des Lagesinns (Tiefensensibilität) können hinzukommen. Des Weiteren kann der 

neuropathische Schmerz die Lebensqualität des Patienten deutlich beeinträchtigen. 

Selten zeigt sich eine motorische Neuropathie der proximalen Muskelgruppen. 

Zu den Risikofaktoren für das Auftreten einer Chemotherapie-induzierten 

Polyneuropathie gehören u.a. eine bereits bestehende Neuropathie z.B. bei Diabetes, 

Niereninsuffizienz oder Alkolholabusus sowie ein erhöhtes Alter [1294]. 

Nach Abschluss der Chemotherapie bilden sich die Symptome meist innerhalb einiger 

Monate zurück. Die Therapie einer schmerzhaften Polyneuropathie kann mit 

Duloxetin erfolgen, die Wirksamkeit ist aber begrenzt [1292]. 

Tritt unter der Therapie eine periphere Neuropathie ≥ Grad 2 auf, muss die 

Chemotherapie bis zur Verbesserung ausgesetzt werden, anschließend kann bei 

weiter bestehender Therapienotwendigkeit die Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² auf 

20 mg/m² reduziert werden. 

Darüber hinaus sei auf die Empfehlungen der jeweils gültigen S3-Leitlinie „Supportive 

Therapie bei onkologischen PatientInnen” verwiesen. 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

323

Mukositis 

Die allgemeinen Empfehlungen zur Chemotherapie-induzierten Mukositis betonen 

den prophylaktischen Wert einer sorgfältigen Mundhygiene [1295]. Beim Auftreten 

einer schweren Mukositis ist die Gabe von Analgetika einschließlich Morphinen 

indiziert. Eine spezifische, evidenzbasierte Prophylaxe der Docetaxel-induzierten 

Mukositis gibt es nicht. Analog zur Behandlung der 5FU-induzierten Mukositis kann 

das Lutschen von Eiswürfeln empfohlen werden. 

7.8.7 Spezifische unerwünschte Wirkungen der systemischen 

Therapie mit Inhibitoren der Poly-(ADP-ribose)-Polymerasen 

(PARPi) 

7.95  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten sollen über die typischen und häufigen unerwünschten Wirkungen der 

Behandlung mit einem Poly-(ADP-Ribose)-Polymerase (PARP)-Inhibitor sowie deren 

Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.95 

Drei Inhibitoren der Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPi) sind beim mCRPC in 

Kombination mit einer Androgendeprivation (ADT) zugelassen (Olaparib, Niraparib 

und Talazoparib), mehrheitlich in Kombination zusätzlich mit einem ARPI (siehe 

Kapitel 7.4): 

Olaparib: bei Vorliegen von BRCA1/2-Mutationen und nach Progress nach ARPI bzw. 

Abirateron oder in Kombination mit Abirateron/Prednisolon, wenn eine 

Chemotherapie nicht indiziert ist, 

Niraparib + Abirateron/Prednis(ol)on: bei Vorliegen von BRCA1/2-Mutationen, wenn 

eine Chemotherapie nicht indiziert ist, 

Talazoparib + Enzalutamid: wenn eine Chemotherapie nicht indiziert ist. 

Die Nebenwirkungen, die unter Therapie mit den PARP-Inhibitoren in den 

Zulassungsstudien auftraten, sind in Kapitel 7.4 ausgewiesen. 

Hämatologische Toxizität 

Das Nebenwirkungsspektrum der PARPI ist von hämatologischer Toxizität geprägt 

(Anämie, Neutropenie und Thrombozytopenie). Diese treten auch häufig in den 

Schweregraden ≥3 gemäß CTCAE-Klassifikation auf. 

Zur Behandlung der Anämie kommen Erythrozytentransfusionen und Erythropoietine 

zur Anwendung. Bei febrilen Neutropenien wird Granulozyten-Kolonie-stimulierender 

Faktor (G-CSF) eingesetzt. Eine primäre Prophylaxe mit G-CSF wird nicht empfohlen, 

dafür aber regelmäßige Blutbildkontrollen. 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

324

Dosisanpassung 

Informationen zu möglichen Dosisreduktionen zum Management von 

Nebenwirkungen sind den jeweiligen Fachinformationen zu entnehmen. Einen 

Überblick gibt Tabelle 37. 

Tabelle 37: Standarddosierungen und mögliche Dosisreduktionen zum Management von 

Nebenwirkungen bei Therapie mit PARP-Inhibitoren 

 

Dosierung PARPI ARPI 

Olaparib 

Monotherapie 

Standard 300mg 2x täglich - 

Reduziert 1 250mg 2x täglich - 

Reduziert 2 200mg 2x täglich - 

Olaparib + Abirateron Standard 300mg 2x täglich 1000mg 1x täglich 1) 

Reduziert 1 250mg 2x täglich 2)  500mg 1x täglich 1),2) 

Reduziert 2 200mg 2x täglich 2)  - 

Niraparib + Abirateron Standard 200mg 1x täglich 1000mg 1x täglich 3) 

Reduziert 1 100mg 1x täglich 4)  1000mg 1x täglich 3),4) 

Talazoparib + 

Enzalutamid 

Standard 0,5mg 1x täglich 160 mg 1x täglich 

Reduziert 1 0,35mg 1x täglich 2)  120 mg 1x täglich 2) 

Reduziert 2 0,25mg 1x täglich 2)  80 mg 1x täglich 2) 

Reduziert 3 0,1mg 1x täglich 2)  - 

1) In Kombination mit Abirateron 5mg 2x täglich 2) Die Dosisreduktionen der beiden Medikamente können unabhängig 

voneinander vorgenommen werden. Die entsprechenden Fachinformationen sind zu beachten. 3) In Kombination mit 

Prednis(ol)on 10mg täglich 4) Für das zugelassene Kombinationspräparat aus Niraparib und Abirateron stehen Tabletten 

niedrigerer Stärke zur Verfügung, welche eine verringerte Dosis von Niraparib, jedoch nicht von Abirateron enthalten. Eine 

Reduktion der Dosis von Abirateron ist entsprechend nicht vorgesehen. 

 

 

 

 

7.8 Supportivtherapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

325

7.8.8 Unerwünschte Wirkungen der Radioligandentherapie 

Bei der Therapie mit Radioliganden kann es zu typischen unerwünschten Wirkungen 

kommen, die gezielt therapiert werden können. 

7.96  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten sollen über die typischen und häufigen unerwünschten Wirkungen der 

Behandlung mit einem PSMA-Radioliganden sowie deren 

Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. 

 

Starker Konsens 

 

7.97  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Patienten sollten vor Beginn einer PSMA-Ligandentherapie eine medikamentöse 

Antiemese mit 5-HT ₃ -Antagonisten mit oder ohne Dexamethason erhalten. 

 

Starker Konsens 

 

7.98  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Die Behandlung von Mundtrockenheit (Xerostomie) soll symptomorientiert mit 

topischen Maßnahmen erfolgen. Eine systemische Therapie kann erforderlich 

sein. 

 

Starker Konsens 

 

7.99  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Die Behandlung hämatotoxischer unerwünschter Wirkungen soll 

symptomorientiert erfolgen. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.97 

Übelkeit 

Die prophylaktische Gabe von 5-HT ₃ -Antagonisten (z. B. Ondansetron, Granisetron) 

wird zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen als häufiger unerwünschter Wirkung 

der PSMA-Radioligandentherapie empfohlen. 5-HT ₃ -Antagonisten blockieren selektiv 

Serotoninrezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem. Dadurch verhindern 

7.8 Supportivtherapie 

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326

sie die Aktivierung des zentralen Brechzentrums durch im Gastrointestinaltrakt unter 

der Therapie freigesetztes Serotonin. Zur Prophylaxe wird üblicherweise eine 

Einzeldosis eines 5-HT ₃ -Antagonisten etwa 30–60 Minuten vor der Verabreichung der 

Radioligandentherapie gegeben. Bei unzureichender Wirkung kann zusätzlich 

Dexamethason gegeben werden. 

Studien zeigen, dass 5-HT ₃ -Antagonisten eine hohe Wirksamkeit bei der Prävention 

akuter Übelkeit haben und gut verträglich sind. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen 

oder Verstopfung sind in der Regel mild und treten selten auf. 

Zu Empfehlung 7.98 

Mundtrockenheit 

Mundtrockenheit (Xerostomie) ist eine häufige Nebenwirkung der PSMA-

Radioligandentherapie, insbesondere bei Behandlungen mit [ 177 Lu]-PSMA, da 

Speicheldrüsen eine relative hohe PSMA-Expression haben und somit Strahlung 

absorbieren. Die Behandlung der Mundtrockenheit zielt auf die Symptomlinderung 

und den Erhalt der Speicheldrüsenfunktion ab. Die Behandlung sollte individuell 

symptomorientiert angepasst werden. 

Zur topischen Behandlung kommen Speichelersatzmittel (Gele oder Sprays auf 

Glycerin- oder Hyaluronsäurebasis) zur Anwendung. Zur Stimulation des 

Speichelflusses können zuckerfreie Kaugummis oder Lutschtabletten eingesetzt 

werden (z. B. mit Xylitol). Zur systemischen Behandlung kann das Anticholinergikum 

Pilocarpin, das die Speichelproduktion anregt, in ausgeprägten Fällen angewendet 

werden. Nebenwirkungen von Pilocarpin wie Schwitzen oder Herzrasen sind möglich. 

Unter der PSMA-Radioligandentherapie kann ein Strahlenschutz für die Speicheldrüsen 

mit Aminosäureninfusionen durchgeführt werden. In Studien wurde gezeigt, dass die 

Infusion von Aminosäuren während der Therapie die Strahlenbelastung der 

Speicheldrüsen reduziert. Zusätzlich kann eine Kühlung der Speicheldrüsen mit 

Eisbeuteln die Strahlenaufnahme reduzieren. Eine ausreichende Hydratation ist 

ebenfalls wichtig. 

Langfristig ist eine gute orale Pflege durch regelmäßige Zahnreinigung mit 

fluoridhaltiger Zahnpasta hilfreich, um das Kariesrisiko durch Mundtrockenheit zu 

minimieren. Auch die Einbeziehung des behandelnden Zahnarztes kann hilfreich sein. 

Eine Diätanpassung mit Vermeidung von irritierenden Substanzen wie Alkohol und 

scharfen Gewürzen wird empfohlen. 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

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327

Zu Empfehlung 7.99 

Hämatotoxische unerwünschte Wirkungen 

Anämie, Leukopenie oder Thrombozytopenie sind häufige unerwünschte Wirkungen 

der Radioligandentherapie (RLT), insbesondere beim Einsatz von [ 177 Lu]-PSMA oder 

[ 177 Lu]-Dotatate. Die Effekte basieren auf der Strahlenexposition des Knochenmarks. 

Die Therapie umfasst präventive und supportive Maßnahmen sowie die Überwachung 

und ggfs. Anpassung der Behandlung: 

Bei ausgeprägter Anämie (Hb < 8 g/dL) wird zur Verbesserung der 

Sauerstoffversorgung die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten empfohlen. 

Erythropoetin kann in ausgewählten Fällen bei Anämie eingesetzt werden. Bei 

ausgeprägter Thrombozytopenie (< 20.000/μL) wird die Gabe von 

Thromboyztenkonzentraten empfohlen. G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender 

Faktor) fördert die Granulozytenproduktion bei Neutropenie, um Infektionsrisiken zu 

reduzieren. Regelmäßige Blutbildkontrollen vor, während und nach der Therapie sind 

notwendig. Eine Reduktion oder Anpassung der Radioligandendosis bei wiederholten 

hämatologischen Nebenwirkungen kann erforderlich sein. Vitamin B12 und Folsäure 

können unterstützend bei megaloblastärer Anämie gegeben werden. Bei febriler 

Neutropenie soll die sofortige Gabe von Antibiotika und Antimykotika erfolgen, um 

lebensbedrohliche Infektionen zu verhindern. 

Prognose und Risikoabschätzung 

Die Ausprägung hämatologischer Nebenwirkungen hängt von Faktoren wie der 

kumulativen Radioligandendosis, dem Allgemeinzustand des Patienten und einer 

möglichen Vortherapie (z. B. Chemotherapie) ab. Patienten mit eingeschränkter 

Knochenmarkreserve sind besonders gefährdet und benötigen eine engmaschige 

Überwachung. 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

Dieses Kapitel mit den jeweils gekennzeichneten Statements und Hintergrundtexten 

orientiert sich an der S3-Leitlinie Palliativmedizin [www.leitlinienprogramm-

onkologie.de/leitlinien/palliativmedizin]. Es grenzt sich jedoch von den 

Empfehlungen zur allgemeinen palliativmedizinischen Versorgung bei onkologischen 

Patienten mit anderen Tumorentitäten ab, da im Rahmen der palliativmedizinischen 

Versorgung von Patienten mit einem Prostatakarzinom und ihren Angehörigen 

aufgrund der längeren Lebenserwartung beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom mit 

heutigen systemischen Therapien andere Konzepte zur Betreuung und Versorgung 

bedeutsam sind. 

Die beiden folgenden Auszüge aus der S3-Leitlinie Palliativmedizin geben hierzu den 

Rahmen: 

„Das Grundanliegen der Palliativversorgung ist die Verbesserung bzw. Erhaltung der 

Lebensqualität von Patienten und Angehörigen durch Linderung und Prävention von 

Leiden, trotz nicht-heilbarer Erkrankung. Damit verbunden ist […] eine Grundhaltung 

aller an der Behandlung Beteiligten, die durch die ganzheitliche Wahrnehmung der 

Patienten und ihrer Angehörigen [...] sowie (dem) Annehmen des Sterbens und des 

Todes als Teil des Lebens gekennzeichnet ist. Die Lebenswelt der Betroffenen wird 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

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328

ganzheitlich in den vier Dimensionen – physisch, psychisch, sozial und spirituell – 

wahrgenommen.“ 

„Die Wertewelten und Ziele der Patienten und ihrer Angehörigen sind Grundlage 

jeglichen Palliativversorgungsangebotes, unabhängig von der Differenzierung in 

allgemeine und spezialisierte Palliativversorgung. Dieses Angebot entspricht einer an 

(den) Patientenbedürfnissen orientierten allgemeinen Versorgung. Palliativversorgung 

und krankheitsmodifizierende Maßnahmen können gleichzeitig indiziert sein. Im 

Verlauf eines progredienten Krankheitsprozesses verlagert sich der 

Behandlungsansatz jedoch zunehmend in Richtung der Palliativversorgung [1296].“ 

Die Qualitäts- und Zertifizierungsanforderungen an teilnehmende Verbünde, Kliniken 

oder Zentren, wie sie beispielsweise durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) 

festgelegt sind, fordern die Anbindung an eine Palliativmedizinische Versorgung als 

Teil der interdisziplinären Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener 

systemischer Tumorerkrankung. 

Diese Form der Versorgung ist allerdings nicht Gegenstand dieses Kapitels. Die in 

diesem Kapitel zugrunde gelegten Behandlungs- und Versorgungskonzepte können 

und sollen die palliativmedizinische Versorgung, wie sie durch die Palliativmedizin 

geleistet wird, nicht ersetzen. Aus diesem Grunde ist die folgende Definition der 

Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation zur Klarstellung und Abgrenzung 

erforderlich: 

7.9.1 Definition 

7.100  Konsensbasiertes Statement neu 2025 

EK 

Im Zentrum der uro-onkologischen Versorgung in der nicht-kurativen 

Therapiesituation steht die Verbesserung der Lebensqualität durch effektive 

Behandlung von typischen belastenden Symptomen bei Patienten mit 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom als Teil der interdisziplinären Versorgung, zu 

der auch die palliativmedizinische Versorgung gehören kann. 

 

Starker Konsens 

 

7.9.2 Zielsetzung 

7.101  Konsensbasiertes Statement modifiziert 2025 

EK 

Ziel der Behandlung in der nicht-kurativen Therapiesituation ist es, eine effektive 

Behandlung häufiger Symptome bei Patienten mit fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom zur Verbesserung der Lebensqualität durchzuführen. 

 

Starker Konsens 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

329

7.9.3 Diagnostik 

7.102  Konsensbasierte Empfehlung geprüft 2025 

EK 

Körperliche und psychische Beschwerden wie Angst, Unruhe, Depression, 

Dyspnoe, Schwäche und Fatigue sollen regelmäßig erhoben werden und 

angemessen betreut und behandelt werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.102 

Die fortschreitende Tumorerkrankung bringt körperliche und ggf. psychische 

Schwäche sowie möglicherweise auch ein Erschöpfungssyndrom (Fatigue) mit sich. 

Zum Umgang mit diesen Einschränkungen sollen Gespräche mit den Patienten und 

deren Angehörigen geführt werden, die die Möglichkeiten und Grenzen 

therapeutischer Interventionen aufzeigen und auf die angemessene Alltagsgestaltung 

fokussieren. Reversible Ursachen körperlicher oder psychischer Beschwerden sollen 

diagnostiziert und angemessen behandelt werden. 

7.9.4 Allgemeine Maßnahmen 

7.103, 7.104 Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert: 7.104; 

Evidenzbasiert: 7.103 

modifiziert 2025 

: 7.103 

neu 2025 : 7.104 

7.103 Die Möglichkeiten der palliativmedizinischen 

Versorgung sollen mit dem Patienten und seinen 

Angehörigen umfassend besprochen werden und es 

sollten im Sinne einer „Early integration of palliative 

care“ frühzeitig im Krankheitsverlauf 

Unterstützungsoptionen angeboten werden. 

1-, 2- 

[1297], [1298] 

EK 7.104 Der Zeitpunkt der Ergänzung der Regelversorgung 

durch eine Palliativversorgung hängt in erster Linie 

vom Bedürfnis des Patienten und dem individuellen 

Krankheitsverlauf ab. 

 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

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330

7.105, 7.106 Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert modifiziert 2025 

EK 

7.105 Die Festlegung der medizinischen Behandlungsstrategie soll 

interdisziplinär und multiprofessionell erfolgen. 

EK 

7.106 Dem Patienten sollte Zugang zu einem interdisziplinären 

Behandlungsteam angeboten werden (einschließlich psychosozial bzw. 

psychoonkologisch sowie palliativmedizinisch geschultem Fachpersonal). 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.103 und Statement 7.104 

In einer retrospektiven Studie zur Palliativversorgung bei Patienten mit 

fortgeschrittener Tumorerkrankung konnte gezeigt werden, dass eine frühzeitige 

palliative Betreuung die Lebensqualität verbessert, psychische Belastungen reduziert 

und die Schmerztherapie verbessert [1298]. Zudem führte die Integration zu einer 

Verringerung nicht notwendiger medizinischer Interventionen in der letzten 

Lebensphase. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer engen 

Zusammenarbeit zwischen Onkologie- und Palliativteams. In einer kontrollierten, 

randomisierten Studie wurde ebenfalls die Wirksamkeit einer frühen 

Palliativversorgung bei metastasierter Tumorerkrankung untersucht. Die Ergebnisse 

zeigten, dass eine integrative palliative Betreuung die Lebensqualität signifikant 

verbessert, ohne die Überlebenszeit negativ zu beeinflussen [1297]. Eine weitere 

Untersuchung analysierte den Einfluss von regelmäßiger Bewegung und 

psychosozialer Unterstützung und konnte zeigen, dass Bewegung und 

psychologische Begleitung Stress und depressive Symptome reduzieren können und 

so die Resilienz und das allgemeine Wohlbefinden gestärkt werden [1299]. 

Weitere Symptome der fortschreitenden Tumorerkrankung können ebenfalls 

körperlicher oder psychischer Natur sein. Art und Umfang der Beschwerden sind 

regelmäßig zu untersuchen und zu erfragen. Für die jeweils angemessene Therapie 

wird auf die hausärztliche Leitlinie zur Palliativversorgung verwiesen. 

7.9.5 Spezifische Maßnahmen 

Im Folgenden werden die häufigen spezifischen Tumorsymptome beim 

fortgeschrittenen Prostatakarzinom dargestellt. Für weitere detaillierte Informationen 

zu Hintergründen und Datenlage wird auf die S3-Leitlinie ”Palliativmedizin” [*] 

verwiesen. Dort sind vor allem ergänzend die folgenden Abschnitte und Themen mit 

den jeweiligen Hintergrundtexten für die Betreuung von Patienten mit 

Prostatakarzinom relevant: 

• Tumorschmerz, 

• Fatigue, 

• Gewichtsverlust/Ernährungsstörungen, 

• Sexualität, 

• Depression, 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

331

• Angst, 

• Organbezogene Symptome – Harnverhalt und Harnstauung, 

• Therapiebegrenzung und Versorgungsstrukturen. 

 

Tumorschmerzen 

7.107, 7.108, 

7.109 

Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert modifiziert 2025 : 

7.107, 7.108 

neu 2025 : 7.109 

EK 

7.107 Die medikamentöse Tumorschmerztherapie soll nach den Empfehlungen 

der europäischen EAPC/Caraceni-Leitlinie sowie im Einzelnen nach den 

Empfehlungen der jeweils gültigen S3-Leitlinie „Palliativmedizin für 

Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ erfolgen. 

EK 

7.108 Im Rahmen der Schmerztherapie sollen nichtmedikamentöse 

physikalische (u. a. Lagerung, Lymphdrainage, aktivierende Pflege) und 

psychosoziale (psychologischer, ggf. seelsorgerischer Beistand) 

Maßnahmen erwogen werden. 

EK 

7.109 Tumorspezifische Maßnahmen (z. B. Strahlentherapie, operative 

Verfahren, medikamentöse Tumortherapien) haben ebenfalls einen 

Stellenwert in der Tumorschmerztherapie. 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

7.110, 7.111 Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert neu 2025 

EK 

7.110 Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Fatigue soll 

differentialdiagnostisch überprüft werden, ob die Symptomatik durch 

eine behandelbare Ursache (z.B. Anämie, Depression oder Medikamenten-

nebenwirkungen) verursacht wird. 

EK 

7.111 Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Fatigue sollte 

eine patientenzentrierte angemessene Bewegungs- und Trainingstherapie 

empfohlen werden. 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

332

7.112  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2025 

Empfehlungsgrad 

Zur besseren Erfassung, Objektivierung und Vergleichbarkeit körperlicher und 

psychischer Beschwerden sollten standardisierte Fragebögen eingesetzt werden. 

Evidenzlevel 

[1300], [1301] 

 

Starker Konsens 

 

7.113  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann es durch die Krankheit 

und/oder Therapiebedingt zu Gewichtsverlust und Ernährungsstörungen 

kommen. 

Ein multidisziplinärer Ansatz, einschließlich medizinischer, ernährungs-

physiologischer und psychosozialer Interventionen kann notwendig werden, um 

durch frühzeitige Diagnose und Intervention Lebensqualität und Therapieerfolg 

zu verbessern. 

 

Starker Konsens 

 

7.114  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Ein Gesprächsangebot über Fragen der Sexualität sollte im Rahmen der Betreuung 

von Patienten mit Prostatakarzinom erfolgen. 

 

Starker Konsens 

 

7.115  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Bei Patienten mit einem nicht-heilbaren Prostatakarzinom sollte die Erfassung und 

Behandlung einer Depression Teil der Betreuung sein. 

 

Starker Konsens 

 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

333

7.116  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Angst ist bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom weit verbreitet 

und erfordert eine frühzeitige Erkennung und gezielte Interventionen. Ein 

multidisziplinärer Ansatz aus medizinischer, psychologischer und sozialer 

Betreuung kann helfen, die Angst zu reduzieren und die Lebensqualität zu 

verbessern. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.107 bis Empfehlung 7.109 

Die WHO hat für die pharmakologische und radiotherapeutische Behandlung von 

Tumorschmerz bei Heranwachsenden und Erwachsenen evidenzbasierte Leitlinien 

entwickelt und anlässlich des World Cancer Day im Februar 2019 veröffentlicht 

(www.who.int/ncds/management/palliative-care/cancer-pain-guidelines/en/). 

Im Vergleich zu den älteren Versionen der WHO-Richtlinien zur 

Tumorschmerzbehandlung sind die neuen Richtlinien anders formuliert. So ist das 

WHO-Stufenschema nur noch im Anhang zu finden und in den Leitlinien wird nicht 

mehr unterschieden zwischen WHO-Stufe-II und WHO-Stufe-III Opioiden. Neben 

Morphin werden Hydromorphon und Oxycodon empfohlen. Für die Einstellung der 

Opioidtherapie können nach den Empfehlungen nicht-retardierte oder retardierte 

Applikationsformen gewählt werden, auf jeden Fall aber sollte die Dauermedikation 

durch eine schnellwirkende Bedarfsmedikation ergänzt werden. Die Empfehlungen 

entsprechen denen dieser Leitlinie. 

Darüber hinaus finden sich auch in der „DSG-Praxisleitlinie Tumorschmerz“ der 

Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. relevante Empfehlungen zur 

Schmerztherapie (https://dgs-praxisleitlinien.de/wp-

content/uploads/2022/12/PLL_Tumorschmerz_V3.pdf). 

Zu Empfehlung 7.110 und Empfehlung 7.111 

Eine Metaanalyse von 16 randomisierten klinischen Studien erfasste Fatigue, 

Lebensqualität und mögliche Nebenwirkungen von physischer Aktivität bei Patienten 

mit einem Prostatakarzinom. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass körperlich 

aktivierende Interventionen die krebsspezifische Lebensqualität, Fatigue und Fitness 

verbessern [1212]. In einem systematischen Review wurde Janjua et al. die 

Wirksamkeit von körperlicher Aktivität bei der Bewältigung von krebsbedingter 

Fatigue bestätigt [1302]. Die Leitlinien des American College of Physicians 

adressieren allgemeine Aspekte der Behandlung von Fatigue bei Erwachsenen und 

betonen einen multidisziplinären Ansatz. Darüber hinaus werden Vorschläge für 

Intensität und Dauer des Trainings bei Fatigue basierend auf der aktuellen Datenlage 

formuliert: positive Effekte zeigen sich bei einem Trainingsprogramm von mindestens 

12 Wochen für moderates Aerobic-Training (3-mal pro Woche), moderates 

Widerstandstraining (2-mal pro Woche) und einer Kombination aus beiden 

Trainingsformen (2-3-mal pro Woche) [1303]. 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

334

Besonders hervorgehoben werden patientenzentrierte Strategien zur Identifizierung 

und Behandlung zugrundeliegender Ursachen sowie nicht-medikamentöse 

Maßnahmen. Fatigue sollte deshalb immer differenzialdiagnostisch abgeklärt werden, 

um somatische Ursachen wie Anämie, Schilddrüsenerkrankungen, Schlafstörungen, 

Depression oder andere chronische Krankheiten auszuschließen. Dabei sollen 

psychosoziale Faktoren und Lebensstilkomponenten (z. B. Ernährung, Bewegung, 

Stress) berücksichtigt werden. Moderate Bewegung wie Yoga, Walking oder 

Physiotherapie zeigte eine signifikante Verbesserung von Fatigue-Symptomen, 

insbesondere bei chronischen Erkrankungen und Krebs und sollen empfohlen 

werden. Effektiv bei durch psychische Belastungen verursachter Fatigue sind 

kognitive Verhaltenstherapien, Schlafhygiene und Stressmanagement. Diese müssen 

individuell angepasst werden. Medikamentöse Stimulanzien (z. B. Modafinil) werden 

nur in ausgewählten Fällen empfohlen, z.B. bei Patienten mit Fatigue aufgrund von 

Multipler Sklerose oder sehr ausgeprägtem chronischem Fatigue-Syndrom. Die 

Integration von körperlicher Aktivität und psychologischer Unterstützung ist 

elementar. 

Zu Empfehlung 7.112 

Die Erfassung von Beschwerden in der Betreuung onkologischen Patienten ist - auch 

bei Patienten mit Prostatakarzinom - zentraler Bestandteil der Patientenversorgung 

und wird häufig durch validierte Fragebögen unterstützt. Beispielhaft sei hier auf 

einige gängige Instrumente verwiesen: 

Fatigue 

Eine Reihe von Fragebögen wurde zur Erfassung von Fatigue entwickelt. Einige dieser 

Fragebögen sind sehr ausführlich, wie zum Beispiel der Functional Assessment of 

Cancer Therapy – Fatigue (FACT-F: www.facit.org/FACITOrg/Questionnaires) mit 47 

Items, allerdings können hier auch die 13 Items der Fatigue-Unterskala als einzelner 

Fragebogen eingesetzt werden [1304]). Das Piper Fatigue Inventory umfasst 22 Items 

[1305], das Multidimensional Fatigue Inventory 20 Items [1306]. 

Einige Instrumente wie zum Beispiel die Fatigue-Unterskala des FACT differenzieren 

nicht zwischen den verschiedenen Dimensionen von Fatigue. Das Brief Fatigue 

Inventory (BFI) von Mendoza et al. wurde nach der gleichen Methodik wie das Brief 

Pain Inventory (BFI) von Cleeland et al. entwickelt [1301], [1307]. Das BFI erfasst 

Intensität und Beeinträchtigung durch Fatigue mit nur neun Fragen nach der 

Intensität. Der EORTC QLQ-C30 beinhaltet eine Unterskala mit drei Items zu Fatigue 

[1300]. EORTC-QLQ-C30, FACT-F und Brief Fatigue Inventory sind in vielen Sprachen 

übersetzt und liegen auch als validierte Versionen in deutscher Sprache vor. 

Schmerz 

Die Erfassung der Beeinträchtigung durch Schmerzen in der Betreuung von Patienten 

mit Prostatakarzinom ist wichtiger Bestandteil der Patientenversorgung und kann 

durch validierte Fragebögen unterstützt werden. Beispielhaft sei hier auf einige 

gängige Instrumente verwiesen. Diese Fragebögen ermöglichen eine systematische 

und valide Schmerzerfassung, die sowohl für die klinische Praxis als auch für die 

Forschung geeignet ist. 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

335

Brief Pain Inventory (BPI) 

Der Brief Fatigue Inventory erfasst sowohl die Intensität als auch die Beeinträchtigung 

durch Schmerzen im Alltag. Besonders nützlich bei onkologischen Patienten [1307]. 

Die erfassten Dimensionen sind Schmerzstärke, Schmerzlokalisation und Einfluss des 

Schmerzes auf Lebensbereiche (z. B. Arbeit, Schlaf, Stimmung). 

Numerical Rating Scale (NRS) & Visual Analog Scale (VAS) 

Die Numerical Rating Scale und die Visual Analog Scale sind besonders im klinischen 

Alltag gut einsetzbare und einfach zu handhabende Instrumente zur schnellen 

Erfassung der Schmerzintensität [1308]. Die Numerical Rating Scale hat eine Skala 

von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz). In der Visual Analog 

Scale wird auf einer Linie vom Patienten der Schmerz an einer Stelle zwischen „kein 

Schmerz“ und „stärkster Schmerz“ markiert. 

McGill Pain Questionnaire (MPQ) 

Hierbei handelt es sich um einen umfassenden Fragebogen zur qualitativen und 

quantitativen Beurteilung von Schmerzen [1309]. Das McGill Pain Questionnaire 

verwendet Deskriptoren, die den Charakter des Schmerzes erfassen mit den 

Dimensionen sensorische, affektive und evaluative Schmerzdimensionen. 

Pain Disability Index (PDI) 

Der Pain Disability Index bewertet die durch Schmerzen verursachte Beeinträchtigung 

in verschiedenen Lebensbereichen, wie z. B. Haushalt, Beruf, Erholung und soziale 

Aktivitäten [1310]. 

PainDETECT Questionnaire 

Dieser Fragebogen wurde speziell für die Differenzierung neuropathischer und nicht-

neuropathischer Schmerzen entwickelt. Oft wird er bei Patienten mit Tumor-

bedingten Nervenschmerzen verwendet [1311]. 

EORTC QLQ-C30 (Schmerzskala) 

Die Schmerzskala des EORTC QLQ-C30 ist Teil eines größeren Fragebogens zur 

Lebensqualität bei Krebspatienten [1300]. Die Schmerzskala erfasst sowohl 

Schmerzintensität als auch Schmerzinterferenzen. 

Zu Empfehlung 7.113 

Gewichtsverlust/Ernährungsstörungen 

Gewichtsverlust und Ernährungsstörungen bis hin zur Tumorkachexie sind häufige 

Probleme bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Diese Zustände 

können durch die Erkrankung selbst, Nebenwirkungen der Therapie und 

psychologische Faktoren wie Depression hervorgerufen werden. 

So führt die Androgendeprivationstherapie (ADT) zu metabolischen Veränderungen, 

die mit dem Verlust von Muskelmasse und Gewichtszunahme aufgrund von Zunahme 

der Fettmasse einhergehen können [1312]. Aber auch die unerwünschten Wirkungen 

der Chemotherapie und/oder der Radiotherapie mit Übelkeit, Erbrechen, 

Geschmacksveränderungen und Fatigue können die Nahrungsaufnahme und/oder –

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

336

verwertung beeinträchtigen [1313]. Dies kann zu reduzierter Lebensqualität führen, 

da Müdigkeit, Schwäche und funktionelle Einschränkungen verstärkt werden können. 

Darüber hinaus sprechen Patienten mit Kachexie oft schlechter auf die Therapien an 

[1314]. 

Zu den diagnostischen Werkzeugen, zählen neben der Berechnung des Body-Mass-

Index und dem Erfassen des Körpergewichts auch Instrumente wie der Subjektive 

Globaler Assessment-Score. Darüber hinaus können Laborparameter wie Albumin, C-

reaktives Protein und Leukozyten hilfreich sein, um Veränderungen frühzeitig zu 

erfassen [1315]. 

Als Ernährungsinterventionen kommen hochkalorische und eiweißreiche Ernährung 

und der Einsatz von enteraler oder parenteraler Ernährung bei schwerer Kachexie in 

Frage [1316]. Darüber hinaus kann die Ergänzung von Megestrolacetat zur 

Appetitanregung oder die Substitution von Omega-3-Fettsäuren zur Modulation 

entzündlicher Prozesse hilfreich sein [1317]. 

Allgemein hat auch die Förderung von körperlicher Aktivität zur Erhaltung der 

Muskelmasse einen relevanten Stellenwert [1318]. 

Eine psychoonkologische Begleitung bei möglicherweise begleitender Depression und 

Ängsten kann hilfreich sein, um das Ernährungsverhalten positiv zu beeinflussen 

[1319]. 

Zu Empfehlung 7.114 

Sexualität 

Fragen zur Sexualität und zur sexuellen Gesundheit sind grundsätzlich auch für 

Patienten, die eine onkologische Therapie erhalten, wichtig. Über diese Fragen 

herrscht bei Patienten und deren Partnern oft Verunsicherung. 

Taylor et al. untersuchten Erfahrungen von Patienten mit terminalen Erkrankungen in 

Bezug auf Sexualität und Intimität und konnten zeigen, dass Sexualität trotz 

Krankheit ein bedeutender Teil der Lebensqualität bleibt [1320]. Emotionale Nähe und 

körperliche Intimität werden dabei von den Patienten als zentral empfunden, sind 

jedoch häufig durch körperliche Einschränkungen oder gesellschaftliche Tabus 

beeinträchtigt. In einer narrativen Übersicht zur Sexualität von Krebspatienten in der 

Palliativversorgung berichteten Wang et al., dass sexuelle Probleme häufig sind, 

jedoch selten adressiert werden [1321]. Die Empfehlungen daraus waren die 

Integration sexueller Gesundheit in die palliative Betreuung sowie Schulungen für 

medizinisches Personal, um das Thema sensibel anzusprechen. 

In der Arbeit von Williams & Addis steht die oft fehlende Ansprache sexueller Themen 

in der Palliativpflege im Fokus [1322]. Auch dort wird die Notwendigkeit von 

Schulungen für das Pflegepersonal betont. Analysen der Kommunikation zwischen 

Patienten und Ärzten zu Sexualität nach Krebsdiagnosen zeigten die Diskrepanzen 

zwischen den Erwartungen von Patienten und den kommunikativen Fähigkeiten von 

Fachpersonal [1323]. Dies wird durch weitere Arbeiten bestätigt [1324], [1325]. 

Damiot macht deutlich, dass Sexualgesundheit bei Tumorpatienten auch in der nicht-

kurativen Phase der Erkrankung ein wichtiges Thema bleibt. Diese Arbeiten betonen 

nachdrücklich, dass Barrieren in der Kommunikation und fehlende Schulungen häufig 

eine adäquate Ansprache des Themas verhindern. Aus diesem Grunde besteht ein 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

337

dringender Bedarf an Aufklärung, Schulung des Gesundheitspersonals und der 

Integration dieses Themas in die Betreuung. 

Zu Empfehlung 7.115 

Depression 

Depression ist eine häufige, aber oft unterdiagnostizierte Komorbidität bei Patienten 

mit Prostatakarzinom. Ein frühzeitiges Erkennen und ein multidisziplinärer 

Behandlungsansatz sind entscheidend, um das psychische Wohlbefinden und die 

Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern. 

Depressionen sind bei Patienten mit Prostatakarzinom häufig und beeinflussen 

sowohl die Lebensqualität als auch den Therapieerfolg. Studien zeigen, dass 

psychische Belastungen wie Angst und Depression insbesondere nach der Diagnose 

und während der Therapie auftreten. So leiden etwa 15–30 % der Patienten mit 

Prostatakarzinom an klinisch relevanten Depressionen, wobei das Risiko im 

metastasierten Stadium der Erkrankung und unter Androgendeprivationstherapie 

höher ist [1326]. Die Reduktion von Testosteron durch ADT und die damit 

verbundenen kognitiven und emotionalen Veränderungen erhöhen das Risiko einer 

Depression [1327]. 

Zu den Risikofaktoren zählen sowohl krankheitsbezogene Belastungen, wie das 

Fortschreiten der Erkrankung oder die unerwünschten Wirkungen der Therapie als 

auch soziale Faktoren wie Einsamkeit und fehlende soziale Unterstützung [1328], 

[1329]. 

Eine unerkannte und unbehandelte Depression kann zu einem schlechteren 

Therapieerfolg, geringerer Adhärenz und verstärkter Fatigue sowie sozialer Isolation 

und geringerer körperlicher Aktivität führen [1330]. 

Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen neben der psychosozialen Unterstützung 

durch psychoonkologische Beratung/Betreuung und/oder Gruppeninterventionen 

auch der Einsatz von Antidepressiva bei ausgeprägter Depression sowie 

verhaltensbasierte Interventionen wie etwa achtsamkeitsbasierte Therapie. 

Zu Empfehlung 7.116 

Angst 

Angst ist eine häufige psychische Belastung für Patienten mit fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom und tritt oft in Kombination mit Depressionen auf. Sie beeinflusst 

die Lebensqualität, die Therapieadhärenz und das subjektive Wohlbefinden erheblich. 

Etwa 20–40 % der Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom berichten über 

moderate bis ausgeprägte Angst. Zu den Ursachen zählen Unsicherheit über den 

Krankheitsverlauf und das Überleben, unerwünschte Wirkungen der Therapie sowie 

Schmerzen und körperliche Einschränkungen [1328]. 

Zu den klinischen Auswirkungen von Angstzuständen zählen die psychosoziale 

Belastung, die häufig zu sozialem Rückzug und vermindertem emotionalem 

Wohlbefinden führt, sowie die mangelnde Therapieadhärenz, da Patienten mit 

Angstzuständen Therapien häufiger abbrechen oder zusätzliche unterstützende 

Maßnahmen eher meiden [1331]. 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

338

Aufklärung über Krankheitsverlauf und Therapieoptionen kann Angst reduzieren. 

Darüber hinaus bieten psychotherapeutische Ansätze wie die kognitive 

Verhaltenstherapie oder die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion wirksame 

Strategien, um Ängste zu mindern [1332]. Auch kann der kurzfristige Einsatz von 

Anxiolytika bei ausgeprägter Angst notwendig werden [1333]. 

Behandlung der tumorbedingten Harnstauung 

Eine akute symptomatische Harnstauung kann zu Fieber, Sepsis, Niereninsuffizienz 

bis zum Nierenversagen führen. Die Prognose ist dann schlechter als bei Patienten 

ohne Harntransportstörung (mittleres Überleben 42 vs. 59 Monate) [1334]. Eine 

Harnableitung ist aus ethischen Gründen nicht vergleichend mit einer abwartenden 

Strategie geprüft worden. Eine instrumentelle Harnableitung hat das Ziel, die 

Obstruktion zu beseitigen, um das Leben bei guter Lebensqualität zu verlängern. Die 

Art der Harnableitung wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Bei einem Vergleich 

zwischen innerer und äußerer Harnableitung zeigten sich bezüglich entzündlicher 

Komplikationen keine statistisch signifikanten Unterschiede [1335]. Es existieren 

spezifische Kriterien für die Indikation zur perkutanen Nephrostomie bzw. zur 

Stenteinlage [1336]. Ursachen für eine schlechte Stentfunktion sind ein reduzierter 

Harnfluss, die Ureterperistaltik und Inkrustationen [1337]. Zeichen der Fehlfunktion 

des Stents sind Harnstauung, Flankenschmerzen, Pyelonephritis und 

Kreatininerhöhung [1338]. Die perkutane Nephrostomie wird als sichere und effektive 

Methode der Harnableitung für die Mehrzahl der Patienten mit bestehender 

Harnleiterobstruktion bei Prostatakarzinom genannt [1339], [1338]. 

Im Hinblick auf die palliative Situation der Patienten und bei der hohen Versagerquote 

einer retrograden Sondierung, wegen der häufigen vom unteren Harntrakt 

ausgehenden Irritationen, wegen der nicht optimalen Drainage und der 

Migrationsgefahr des Stents wurde im Expertenkonsens empfohlen, vorzugsweise 

eine perkutane Drainage durchzuführen. Die zu erwartende Belästigung durch die 

äußere Harndrainage soll jedoch vorher jedem Patienten verdeutlicht werden [1340]. 

Wie bei jeder therapeutischen Maßnahme und insbesondere bei invasiven Eingriffen 

ist für die eine oder andere Therapieoption bzw. ein abwartendes oder allein 

supportives Vorgehen nach Aufklärung eine Entscheidung gemeinsam mit dem 

Patienten zu treffen [1341]. 

Im Falle eines kastrationsresistenten Tumors müssen sich die Beteiligten darüber im 

Klaren sein, dass es sich um eine terminale Situation handelt. Deshalb sollte 

zumindest bei bilateraler Obstruktion die Indikation zur Harnableitung nur dann 

gestellt werden, wenn sich der Patient in gutem Allgemeinzustand befindet und der 

Überlebenszeit eine höhere Bedeutung zumisst als der Lebensqualität [1342]. 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

339

7.9.6 Therapiebegrenzung 

7.117, 7.118, 

7.119 

Verknüpfte Empfehlungen: Konsensbasiert neu 2025 

EK 

7.117 Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung ist die Erfassung 

zu Vorstellungen und Wünschen im Hinblick auf die Therapieziele und 

eine Therapiebegrenzung wesentlicher Teil der Behandlung. 

EK 

7.118 Alle erforderlichen Maßnahmen sollen sich an den individuellen Therapie- 

und Lebenszielen des Patienten orientieren. 

EK 

7.119 Eine Therapiebegrenzung bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom zielt 

darauf ab, unnötige Belastungen zu vermeiden und den Fokus auf die 

Lebensqualität des Patienten zu legen. Sie erfordert einen 

multidisziplinären Ansatz, der medizinische, ethische und psychosoziale 

Aspekte berücksichtigt. 

Konsensstärke Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 7.117 bis Empfehlung 7.119 

Eine Therapiebegrenzung bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

umfasst Entscheidungen, bestimmte medizinische Maßnahmen nicht weiterzuführen 

oder nicht einzuleiten, wenn der Nutzen begrenzt und die Belastung für den Patienten 

hoch ist. Solche Entscheidungen sind essenziell in der palliativen Versorgung, um die 

Lebensqualität zu maximieren und Übertherapie zu vermeiden. 

Zu den Gründen einer Therapiebegrenzung zählen das Krankheitsstadium und die 

Prognose selbst, sowie im fortgeschrittenen Stadium palliative Behandlungsziele. 

Darüber hinaus können Therapien auch erhebliche unerwünschte Wirkungen 

verursachen, die den potenziellen Nutzen überwiegen. Zudem messen Patienten 

selbst oft der Lebensqualität einen höheren Stellenwert bei als einer 

Lebensverlängerung [1343]. 

Zu den wichtigen Aspekten bei der Entscheidungsfindung zählen die umfassende 

Aufklärung und Beratung des Patienten und seiner Angehörigen sowie die 

gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) mit dem konkreten Ziel, 

im Rahmen eines transparenten Dialogs zwischen Ärzten, Patienten und Angehörigen, 

Wünsche und Werte des Patienten zu berücksichtigen und die Begrenzung der 

Therapie zu planen. Dieses Advance Care Planning (ACP) schließt 

Patientenverfügungen und vorausschauende Planung ein und kann helfen, 

medizinische Entscheidungen im Einklang mit den Patientenpräferenzen zu treffen 

[1344]. Hierbei werden dann aggressive systemische Therapien in den späten Stadien 

der Erkrankung reduziert oder abgesetzt und intensivmedizinische Maßnahmen wie 

Reanimation, Beatmung oder Dialyse vor dem Hintergrund der individuellen Prognose 

und der Patientenpräferenz diskutiert [1345]. Herausfordernd ist dabei sowohl die 

Kommunikation, da schwierige Gespräche über Therapieziele und Prognose 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

340

Sensibilität und Erfahrung erfordern, als auch die Abwägung zwischen ärztlicher 

Fürsorgepflicht und Patientenautonomie [1346]. 

7.9.7 Versorgungsstrukturen 

7.120  Konsensbasierte Empfehlung neu 2025 

EK 

Sind zusätzliche Unterstützungsangebote oder eine Ergänzung der 

Regelversorgung durch eine Palliativversorgung geboten, soll der Patient 

umfassend über Betreuungsangebote informiert werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 7.120 

Die fachärztliche urologische Versorgung steht bei der Betreuung von Patienten mit 

Prostatakarzinom in allen Stadien der Erkrankung im Zentrum. Über zusätzliche 

Unterstützungsangebote oder eine Ergänzung der Regelversorgung durch eine 

Palliativversorgung sollen der Patient und seine Angehörigen frühzeitig im 

Krankheitsverlauf informiert werden. 

Zu den Betreuungsangeboten, die zur zusätzlichen Unterstützung angeboten werden 

können, zählen die folgenden Informationsquellen und Versorgungseinrichtungen: 

Selbsthilfegruppen, ambulante und stationäre Pflege, ambulante und stationäre 

Hospize, allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV), spezialisierte ambulante 

Palliativversorgung (SAPV), Palliativdienste im Krankenhaus und Palliativstationen. 

Diese Versorgungsstrukturen sind darauf ausgerichtet, die Betreuung von Patienten 

mit Prostatakarzinom umfassend und multidisziplinär zu gestalten. 

Selbsthilfegruppen 

Selbsthilfegruppen bieten Männern mit Prostatakarzinom eine wichtige Plattform für 

den Austausch von Erfahrungen und bieten emotionale Unterstützung [1347]. Sie 

helfen Patienten, die Diagnose und Behandlung besser zu bewältigen, indem sie 

Informationen bereitstellen und Isolation verringern. In diesen Gruppen können auch 

Angehörige Unterstützung finden. Vorteile der Teilnahme an Selbsthilfegruppen sind 

Förderung von Eigeninitiative und Empowerment, eine Verbesserung der psychischen 

Gesundheit und Lebensqualität sowie die Unterstützung bei Entscheidungsfindung 

und Krankheitsbewältigung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Prostatakrebs-Selbsthilfe 

e.V. (BPS) mit ihren regionalen Untergruppen bietet Informationsmaterial, 

Veranstaltungen und Netzwerke für Betroffene.Selbsthilfegruppen ergänzen die 

medizinische Versorgung, fördern psychosoziales Wohlbefinden und bieten eine 

wertvolle Ressource für Männer mit Prostatakarzinom und ihre Angehörigen. 

 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

341

Palliativversorgung 

Die Palliativversorgung ist essenziell für Patienten mit metastasiertem oder 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom [1348] (S3-Leitlinie Palliativmedizin). Ziel ist die 

Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Knochenschäden und psychischen 

Belastungen. Sowohl ambulante als auch stationäre Palliativangebote stehen zur 

Verfügung und werden häufig durch Hospizdienste ergänzt. 

Rehabilitative Versorgung 

Rehabilitation nach Therapie ist wichtig, um körperliche, psychische und soziale 

Funktionen zu verbessern [1349]. Schwerpunkte sind die Behandlung von 

Inkontinenz, Fatigue und erektiler Dysfunktion und die Wiedereingliederung in den 

Alltag. Spezialisierte Rehakliniken bieten Programme an, die individuell auf 

Prostatakarzinom-Patienten abgestimmt sind (siehe Deutsche Rentenversicherung). 

Psychoonkologische Betreuung 

Psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten und Angehörige bei der 

Bewältigung von emotionalen Belastungen wie Angst, Depression oder sozialer 

Isolation, da diese häufige Symptome darstellen [1350]. Diese Versorgung wird durch 

spezialisierte Psychologen, Sozialarbeiter oder Beratungsstellen angeboten und ist 

integraler Bestandteil der ganzheitlichen Krebsversorgung (S3-Leitlinie 

Psychoonkologie). 

Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) 

Die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) ist ein grundlegendes Angebot 

für die Betreuung onkologischer Patienten, darunter auch Patienten mit 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Sie richtet sich an Patienten mit stabilen 

Symptomen, die keine spezialisierte Betreuung benötigen. Ziel der AAPV ist es, die 

Lebensqualität durch symptomorientierte Versorgung, psychosoziale Unterstützung 

und Koordination der Versorgung zu verbessern. Zu den Leistungen zählen 

Schmerzmanagement und die Linderung belastender Symptome (z. B. Fatigue, 

Dyspnoe) sowie die Unterstützung bei psychosozialen und spirituellen Bedürfnissen 

[1351], (S3-Leitlinie Palliativmedizin). Die AAPV stellt sicher, dass onkologische 

Patienten umfassend und individuell in ihrem häuslichen Umfeld versorgt werden und 

legt dabei besonderen Wert auf Würde und Autonomie. 

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) 

Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist ein Angebot für Patienten 

mit schwersten Symptomen und einem hohen Versorgungsbedarf im terminalen 

Stadium. Ziel der SAPV ist es, ein würdiges Leben bis zum Lebensende im häuslichen 

Umfeld zu ermöglichen [1351]. Zu den Leistungen zählen neben einem umfassenden 

Symptommanagement bei Schmerzen, Dyspnoe, Übelkeit und anderen belastenden 

Beschwerden auch die psychosoziale und spirituelle Unterstützung für Patienten und 

Angehörige. Eine ständige Erreichbarkeit eines multidisziplinären Teams aus 

Palliativärzten, Pflegekräften und weiteren Fachkräften ist dabei gewährleistet. 

Der Zugang zur SAPV geschieht durch ärztliche Verordnung und richtet sich an 

Patienten im Terminalstadium und/oder komplexen Symptomen und 

hohem/komplexem Pflegebedarf. Die SAPV ermöglicht es, Krankenhausaufenthalte zu 

vermeiden und Patienten in ihrem gewohnten Umfeld gut zu versorgen. Sie ergänzt 

7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

342

die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) und fördert ein ganzheitliches 

Betreuungskonzept. Damit ist die SAPV ein zentrales Element der Palliativversorgung 

und gewährleistet eine hochwertige Betreuung bei komplexen palliativen 

Bedürfnissen (S3-Leitlinie Palliativmedizin). 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

343

8 Rehabilitation 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

8.1  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2018 

Empfehlungsgrad 

Patienten nach lokaler Therapie sollen über eine fachspezifische Rehabilitation 

insbesondere in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB) informiert werden. 

Expertenkonsens basierend auf Empfehlungen Empfehlung 8.4, Empfehlung 8.5 

und Statement 8.7. 

Evidenzlevel 

1+, 1- 

 

 

Konsens 

 

8.2  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

a. Die Zielsetzung der Rehabilitation nach radikaler Prostatektomie besteht: 

• in der Therapie der postoperativen Funktionsstörungen, insbesondere der 

Harninkontinenz und erektilen Dysfunktion; 

• in der Wiederherstellung der physischen und psychischen 

Leistungsfähigkeit; 

• in der Wiederbefähigung zur Teilhabe am normalen gesellschaftlichen 

Leben und, 

• soweit der Patient noch im Berufsleben steht, in dem Erhalt oder der 

Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. 

b. Die Zielsetzung der Rehabilitation nach Strahlentherapie besteht: 

• in der Therapie der postradiogenen Funktionsstörungen, insbesondere von 

Funktionsstörungen von Blase und Darm erektiler Dysfunktion; 

• in der Wiederherstellung der physischen und psychischen 

Leistungsfähigkeit; 

• in der Wiederbefähigung zur Teilhabe am normalen gesellschaftlichen 

Leben und; 

• soweit der Patient noch im Berufsleben steht, in dem Erhalt oder der 

Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

344

8.3  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Die Rehabilitation sollte fachurologisch, bei entsprechender Komorbidität der 

Patienten multidisziplinär und mit Hilfe multimodaler Therapiekonzepte erfolgen. 

Evidenzlevel 

Expertenmeinung 

 

Konsens 

 

8.4  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Die postoperative Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie soll mit Hilfe 

multimodaler Konzepte therapiert werden. Im Mittelpunkt des Kontinenztrainings 

bei Belastungsinkontinenz soll die Physiotherapie stehen. Andere Formen der 

Inkontinenz sollen evaluiert und ggf. entsprechend behandelt werden. 

Evidenzlevel 

1+ 

[1352], [1353], [1354], [1355], [1356] 

 

Starker Konsens 

 

8.5  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2018 

Empfehlungsgrad 

a) Zur Therapie der erektilen Dysfunktion nach kurativer Therapie können PDE-5-

Inhibitoren, Vakuumerektionshilfesysteme, intrakavernöse Injektionen oder 

intraurethrale Prostaglandine (Aldoprostadil) in Kombination mit 

physiotherapeutischem ED-Training eingesetzt werden. 

b) Zur Therapie der erektilen Dysfunktion sollte zunächst ein PDE-5-Inhibitor 

eingesetzt werden. Bei Ineffektivität der PDE-5-Inhibitor-Therapie sollten 

intrakavernöse Injektionen oder intraurethrale Prostaglandine (Aldoprostadil) oder 

Vakuumerektionshilfesysteme unter Berücksichtigung der Patientenpräferenz in 

Kombination mit physiotherapeutischem ED-Training erwogen werden. 

Evidenzlevel 

1-, 4 

[1357], [1358], [1359] 

1-: Physiotherapeutisches ED-Training 

4: Medikamentöse und Hilfsmittel-Therapie (Expertenkonsens) 

 

Starker Konsens 

 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

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345

8.6  Evidenzbasierte Empfehlung modifiziert 2018 

Empfehlungsgrad 

Der Bedarf einer psychoonkologischen Betreuung zur Unterstützung der 

Krankheitsverarbeitung soll geprüft und entsprechende Maßnahmen sollen ggf. 

angeboten werden. 

Siehe auch S3-Leitlinie Psychoonkologie. 

Evidenzlevel 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 8.1 und Statement 8.2 

Im IX. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB IX) wird das Recht auf 

Rehabilitationsleistungen gesetzlich geregelt. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch 

auf Leistungen zur Teilhabe (§ 4) mit dem Ziel, bestehende oder drohende 

Behinderung, Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit 

abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, Verschlimmerung zu verhüten, Folgen zu 

mildern, andere Sozialleistungen zu vermeiden/zu mindern, die Teilhabe am 

Arbeitsleben und am Leben in der Gesellschaft zu sichern oder zu erleichtern, die 

persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern und eine möglichst selbstständige 

und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. 

Die Effektivität eines differenzierten multimodalen Therapiekonzepts ist für die 

stationäre fachspezifische uroonkologische Rehabilitation durch eine prospektive 

Studie belegt. Insgesamt werden sämtliche Parameter der körperlichen 

Leistungsfähigkeit, sämtliche psychosozialen Skalen des 

Lebensqualitätsmessinstruments QLQ-C30 der EORTC, sämtliche 

Inkontinenzparameter und die Beeinträchtigung durch die erektile Dysfunktion durch 

eine stationäre Anschlussheilbehandlung signifikant gebessert [1360]. Mit 

ambulanten Konzepten wurde diese Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen. Ein 

randomisierter Vergleich stationärer und ambulanter Rehabilitation steht aus. 

Zu Empfehlung 8.3 

Der Arbeitskreis Rehabilitation urologischer und nephrologischer Erkrankungen der 

Akademie der Deutschen Urologen hat notwendige strukturelle Voraussetzungen 

(personelle, räumliche und technische Ausstattung) und Merkmale der Prozessqualität 

zur Durchführung urologischer Rehabilitationsmaßnahmen formuliert, um die 

Ergebnisqualität zu sichern [1361]. Urologische Fachkompetenz ist erforderlich 

hinsichtlich therapeutischer Optionen und Nachbehandlungskonzepte, da 

postinterventionelle Funktionsstörungen und behandlungsspezifische Komplikationen 

einer unmittelbaren fachärztlichen Behandlung bedürfen. Da die Primärinformationen 

zur Krebserkrankung und den therapeutischen Optionen häufig noch im Stadium des 

„akuten Schocks“ erfolgen, werden sie oft nur partiell aufgenommen. In der 

stationären Rehabilitation haben Vorträge, Gesprächskreise, Einzelgespräche mit 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

346

Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern auch die Aufgabe einer Nacharbeitung und 

Verarbeitung der Informationen im Sinne einer Konsolidierung, Einordnung, 

Bewertung, Erlebnisverarbeitung und Perspektivengewinnung. 

Gesundheitserzieherische und psychoedukative Gesichtspunkte werden nicht mit dem 

„erhobenen Zeigefinger“, sondern als attraktive Option, wieder selbst handelndes 

Subjekt zu werden, integriert. Im Rahmen der Ermutigung zur Partizipation können 

auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermittelt werden, mit denen vielfach eine gute 

Zusammenarbeit besteht. Der Informationsbedarf der Rehabilitanden im AHB-

Verfahren nach radikaler Prostatektomie wird auf einer Goal Attainment Scale (von 0 = 

kein Informationsbedarf bis 6 = sehr starker Informationsbedarf) durch die 

konzertierten Maßnahmen innerhalb von drei bis vier Wochen von 3,03 auf 0,10 

signifikant gesenkt [1360]. 

Zu Empfehlung 8.4 

Die postoperative Harninkontinenz mindert zunächst entscheidend die Lebensqualität 

der Patienten. Grundlage des Rehabilitationsprozesses ist eine funktionale und 

psychosoziale Diagnostik, um eine zuverlässige reproduzierbare Quantifizierung der 

Funktionsstörungen und Beeinträchtigungen der Partizipation subjektiv und objektiv 

zu erreichen. Rehabilitationsspezifische Fragestellungen müssen dabei berücksichtigt 

werden: Inwieweit resultieren Fähigkeitsstörungen im Alltagsleben und im Beruf, 

welche Auswirkungen auf das Leistungsvermögen ergeben sich [1362]? Ein sinnvolles 

Therapiekonzept zur Beseitigung der postoperativen Harninkontinenz integriert den 

aktuellen Wissensstand zu Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des unteren 

Harntrakts des Mannes [1363], [1364]. Das spezielle physiotherapeutische 

Kontinenztraining sollte in Gruppen- und Einzelübungen erfolgen und dabei 

Komorbiditäten und Schmerzzustände berücksichtigen. Ein Cochrane Review 

identifiziert Evidenz moderater Qualität für den Nutzen des postoperativen 

Beckenbodentrainings im Vergleich zu einer Kontrollintervention ohne dasselbe nach 

einem Jahr (Inkontinenzraten 10 % vs. 32 %, RR 0,32, 95% KI 0,20–0,51) [1354]. Eine 

weitere Metaanalyse (Update-Recherche 2017) poolte Studien, in denen auch primär 

für Frauen entwickeltes Beckenbodentraining zum Einsatz kommt, das nicht auf die 

männliche Anatomie übertragbar ist und findet keine Wirksamkeit eines 

präoperativen Beckenbodentrainings als Ergänzung zum postoperativen Training 

[1355]. Bei höhergradiger postoperativer Inkontinenz zeigt eine 

blasenfunktionsstabilisierende Medikation zusätzlich zum Kontinenztraining 

signifikante Vorteile [1365]. Bevorzugt bei drittgradiger Harninkontinenz erfolgt 

zusätzlich eine Elektrostimulationstherapie [1366]. Eine Metaanalyse (Update-

Recherche 2017) konnte keinen Vorteil einer Elektrostimulation zusätzlich zum 

Beckenbodentraining finden [1356]. Ein Cochrane-Review analysierte verschiedene 

konservative Interventionen, einschließlich der oben genannten, und konnte ebenfalls 

keinen Vorteil hinsichtlich der Inkontinenzraten finden – unabhängig von der 

Therapie besserten sich die Symptome. im Zeitverlauf. Der Review identifizierte Daten 

aus kleinen Studien, die darauf hindeuten, dass Elektrostimulation oder externe 

Magnetinnervation oder Kombinationen möglicherweise effektiv sind [1354]. Bei 

unzureichender Besserung der Harninkontinenz kommt das endoskopische Video-

Biofeedback-Sphinktertraining zum Einsatz, um ein optimales Training zu 

gewährleisten [1367]. In einer randomisierten dreiarmigen prospektiven Studie bei 

drittgradig inkontinenten Patienten konnte die signifikante Wirksamkeit der 

Elektrostimulation in Ergänzung zum Kontinenztraining in Abhängigkeit von der 

tatsächlichen Gerätenutzung beeindruckend bestätigt werden, wobei eine perineale 

Stimulation mit Oberflächenelektroden signifikante Vorteile gegenüber einer rektal 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

347

applizierten Sonde aufwies [1368]. Die Effektivität eines differenzierten multimodalen 

Therapiekonzepts ist für die stationäre fachspezifische uroonkologische 

Rehabilitation belegt. Insgesamt werden durch das multimodale Kontinenztraining im 

Rahmen einer stationären Rehabilitation sämtliche Inkontinenzparameter signifikant 

gebessert [1360]. 

Zu Empfehlung 8.5 

Ein Jahr postoperativ, nach zunehmender Wiederherstellung der Kontinenz und 

Lebensqualität, stellt die erektile Dysfunktion das primäre die Lebensqualität 

mindernde Problem dar, vor allem im Hinblick auf das eigene Selbstverständnis und 

die partnerschaftliche Beziehung. Dabei besteht eine Diskrepanz in der Einschätzung 

der Versorgung von Patienten mit erektiler Dysfunktion nach radikaler Prostatektomie 

in Deutschland durch den Urologen versus Patientenbefragung. Die Patienten sehen 

hier mehr Aufklärungs- und Therapiebedarf [1369], [1370]. Während einer stationären 

fachspezifischen urologischen Rehabilitation besteht ein hoher Beratungs- und 

Behandlungsbedarf bei erektiler Dysfunktion, unabhängig von Alter und 

verschiedenen Morbiditätsfaktoren. In einer Studie von Otto und Dombo nahmen 

nahezu alle Patienten (95 %) eine Erstberatung in Form eines Fachvortrags in 

Anspruch. Eine individuelle sexualmedizinische Beratung erfolgte bei 68 % der 

Patienten, wobei davon 71 % ein Hilfsmittel testeten. Wiederum 69 % dieser Patienten 

erzielten eine erfolgreiche Rehabilitation bezüglich ihrer erektilen Dysfunktion [1360]. 

Untersuchungen von Otto und Mitarbeitern zeigten bei 53 % der Patienten einen 

Therapiewunsch. Bei der Therapie bevorzugten 11 % die Vakuumerektionshilfe, 21 % 

die Schwellkörperautoinjektionstherapie und 74 % die Therapie mit einem 

Phosphodiesterase-5-Inhibitor. Ein unzureichender Effekt wurde bei 36 % der 

Patienten dokumentiert, ein guter Effekt bei 54 % des eigenen Patientengutes [1360]. 

Seit Einführung der anatomischen radikalen nervschonenden Prostatektomie konnte 

ein entscheidender Umbruch in der heutigen radikalen Operationstechnik eingeleitet 

werden. Mit diesem Operationsverfahren konnte die Inzidenz einer therapiebedingten 

Impotenz in spezialisierten Zentren von zuvor nahezu 100 % auf ca. 19 bis 40 % 

gesenkt werden. Durch die Einführung der selektiven PDE-5-Inhibitoren konnte ein 

Paradigmenwechsel in der Behandlung der erektilen Dysfunktion verzeichnet werden. 

Bei beidseitigem Erhalt der kavernösen Nervenbündel konnten 56 % der präoperativ 

potenten Männer ohne Hilfsmittel Geschlechtsverkehr durchführen. Addiert man die 

Männer, die positiv auf Phosphodiesterase-5-Inhibitoren ansprechen, werden in bis zu 

90 % Erfolge erzielt [1371], [1372], [1373], [1374], [1375], [1376]. 

Ergebnisse aus zwei kleinen randomisierten Studien (n=33 und n=52) lassen auf eine 

Besserung in verschiedenen Endpunkten einschließlich Wiedererlangung der Potenz 

durch spezielles physiotherapeutisches Training plus Elektrostimulation bzw. 

Biofeedback schließen [1377], [1378]. Auf Basis dieser Hinweise spricht die 

Autorengruppe auch für diese oder andere Kombinationen eine schwache Empfehlung 

aus. Die Entscheidung darüber, welches Hilfsmittel eingesetzt wird, ist individuell und 

auch von internistischen Begleiterkrankungen (KHK, Hypertonie und KHK) und deren 

medikamentöser Therapie abhängig, was eine enge Interdisziplinarität in der 

Rehabilitation einfordert. 

Die praktische Erprobung des Verfahrens unter urologischer Aufsicht während der 

stationären Rehabilitation ist wichtig. Des weiteren bestetht eine Präferenz für die 

medikamentöse Therapie zur Wiedergewinnung der erektilen Funktion und den 

zwischen-zeitlichen Erhalt der Schwellkörperelastizität [1360]. Frühere Studien 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

348

favorisierten eine niedrige, allabendliche Dosis eines Phosphodiesterase-5-Inhibitors 

zur Rehabilitation der erektilen Dysfunktion [1379], [1380]. Nach jüngster 

Studienlage scheint die bedarfsweise Einnahme des Phosphodiesterase-5-Inhibitors 

Vardenafil in der Effektivität zumindest gleichwertig zu sein [1381], [1382]. 

Entscheidend für die Wahl des individuell am besten geeigneten 

Behandlungsverfahrens ist neben der umfassenden Information über die bestehende 

Behandlungsoption die Möglichkeit, dieses Verfahren bis zu einem sicheren 

Beherrschen praktisch erproben zu können, um die in der Langzeitbeobachtung 

deutlich auftretende psychische Belastungsreaktion zu verhindern [1360], [1383]. 

Zu Empfehlung 8.6 

Die psychosoziale Versorgung von Karzinompatienten (und deren Angehörigen) wird 

als wichtiger Bestandteil einer umfassenden onkologischen Behandlung erachtet. 

Neben der Überlebenszeit stellt die Erhaltung oder Wiederherstellung der 

Lebensqualität von Patienten, die zum Teil krankheits- und behandlungsbedingt 

schwerwiegende Einschränkungen verarbeiten müssen, einen Schwerpunkt 

onkologischer Behandlung dar [1384], [1385]. Beeinträchtigungen betreffen vor allem 

folgende Bereiche: körperliche Probleme (Symptome, Schmerzen, Verlust der 

körperlichen Integrität), Funktionsstörungen (Einschränkung der Leistungsfähigkeit, 

Infragestellung sozialer Rollen), Emotionales Wohlbefinden, Sexualität/Intimität, 

Soziale Partizipation [1386], [1387]. 

Art und Ausmaß der individuellen Belastung sind dabei nicht nur von 

Krankheitsfaktoren abhängig, sondern auch von Person- und Umgebungsfaktoren wie 

individuellen Ressourcen, Krankheitsverarbeitungsstrategien und von dem Ausmaß an 

sozialer Unterstützung [1388]. Wesentlich ist die frühzeitige Diagnostik von aus 

Krankheit und Therapie resultierender oder gleichzeitig auftretender psychischer 

Störungen und deren Behandlung [1389] (siehe auch Hintergrundtext zu Empfehlung 

10.6). Empfehlungen zur Ermittlung des psychoonkologischen Betreuungsbedarfs 

und Informationen über geeignete Instrumente finden sich in der S3-Leitlinie 

„Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen 

Krebspatienten“ ([1390], http://www.leitlinien-programm-

onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie/). 

Besonders kritische Phasen im Krankheitsverlauf sind unter anderem die Beendigung 

der Primärbehandlung und die darauf folgende Zeit des Wartens auf einen 

langfristigen Therapieerfolg [1391]. In dieser Zeit bietet die Rehabilitation 

Unterstützung für Prostatakarzinompatienten. Angst, vor allem Progredienzangst, 

Depressivität und Anpassungsstörungen sind häufige psychische Begleitsymptome 

einer Krebserkrankung. Dabei ist die subjektive psychische Belastung durchaus 

unabhängig vom objektiven Befund [1392]. 

Das frühzeitige Erkennen psychischer Störungen in der onkologischen Versorgung 

und die Bereitstellung eines breitgefächerten und niedrigschwelligen psychosozialen 

Unterstützungsangebots ist von besonderer Bedeutung, weil co-morbide psychische 

Störungen bei Krebspatienten nicht nur deren Behandlung erschweren, sondern sich 

auch nachteilig auf die Compliance auswirken und zu schlechteren medizinischen 

Behandlungsergebnissen führen [1393]. Ein solches Angebot kann während der 

Rehabilitation ermöglicht werden [1394] und stellt möglicherweise aufgrund der 

Heimatferne und der dadurch geringer erlebten Kontrolle innerhalb des sozialen 

Umfeldes eine niederschwellige, die männliche Rolle weniger bedrohende und daher 

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie 

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349

leichter zu akzeptierende soziale Unterstützung für betroffene Patienten dar. Für 

Prostatakarzinompatienten kann eine solche psychosoziale Unterstützung, die mit 

einer sexualtherapeutischen Beratung verknüpft ist, eine wesentliche Hilfe zur 

Krankheitsverarbeitung darstellen [1395], [1396]. 

Eine Metaanalyse psychoonkologischer Studien zeigt, dass psychoonkologische 

Interventionen psychische Belastungen reduzieren und positive Effekte u. a. auf 

Angst, Depressionen, Hilflosigkeit, Schmerzen, berufliche Beeinträchtigung, 

körperliche und soziale Aktivitäten sowie die Lebensqualität haben (siehe [1389]). 

Darüber hinaus weist eine Studie von Küchler et al. einen Vorteil bei der 

Überlebenszeit von Karzinompatienten durch ein psychotherapeutisches 

Unterstützungsprogramm während ihrer Akutbehandlung nach [1397]. 

Die stationäre Rehabilitation ermöglicht für Prostatakarzinompatienten eine 

frühzeitige Bereitstellung psychoonkologischer Unterstützung, die im ambulanten 

Bereich wohnortnah aufgrund fehlender Kapazität und langer Wartezeiten nur selten 

gewährleistet ist [1398]. 

 

8.2 Rehabilitation für Patienten unter Hormonentzugstherapie 

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350

8.2 Rehabilitation für Patienten unter 

Hormonentzugstherapie 

8.7  Evidenzbasiertes Statement neu 2018 

Evidenzlevel 

Die Zielsetzung der Rehabilitation während Hormonentzugstherapie besteht 

• in der Therapie der Nebenwirkungen; 

• im Erhalt bzw. in der Wiederherstellung der physischen und psychischen 

Leistungsfähigkeit; 

• im Erhalt bzw. in der Wiederbefähigung zur Teilhabe am normalen 

gesellschaftlichen Leben und, 

• soweit der Patient noch im Berufsleben steht, im Erhalt oder der 

Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

8.8  Evidenzbasierte Empfehlung neu 2018 

Empfehlungsgrad 

Patienten unter Hormonentzugstherapie sollen rehabilitative Maßnahmen 

empfohlen werden, die Elemente der Bewegungstherapie enthalten. 

Evidenzlevel 

1+, 1- 

[1399], [1400], [1401] 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 8.7 und Empfehlung 8.8 

Auch während einer Hormonentzugstherapie können rehabilitative Maßnahmen 

indiziert sein. Die Zielsetzung für diese Patienten entspricht im Wesentlichen denen 

nach Prostatektomie und Strahlentherapie und umfasst außerdem die gezielte 

Behandlung der spezifischen Nebenwirkungen der Tumortherapie mittels 

Androgendeprivation (siehe Tabelle 32). 

Ziele einer medizinischen Trainings-/ Bewegungstherapie sind hier die Vermeidung 

bzw. Verringerung einer Fatigue, die Verbesserung der Körperkomposition (Fett-, 

Muskel-, Knochenmasse), die psychische Stabilisierung und damit eine Verbesserung 

der Lebensqualität unter Rücksichtnahme auf die jeweils bestehenden 

Einschränkungen und tumorbedingten Läsionen der Patienten. 

Die Evidenz zur Effektivität eines funktionsorientierten Trainingsprogramms auf die 

physische und psychische Leistungsfähigkeit der Patienten nach und während einer 

8.3 Rehabilitation für Patienten in der Palliativsituation 

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351

Androgendeprivation, nach Strahlentherapie sowie bei bestehender metastasierter 

Erkrankung bei Prostatakarzinom ist bislang schwach (heterogene Studien, geringe 

Stichprobengrößen). Dennoch ist in anderen Kontexten belegt, dass körperliche 

Aktivität in jedweder Form einen positiven Einfluss auf die sowohl physische als auch 

psychische Verfassung und damit auf die bekannten Folgen der 

Hormonentzugstherapie sowie auf die Lebensqualität hat. Die drei aktuellsten 

Übersichtsarbeiten auf der Basis randomisierter Studien zeigen bei eingeschränkter 

methodischer Qualität der eingeschlossenen Studien konsistent signifikante 

Verbesserungen in den Endpunkten Fatigue und Lebensqualität [1402], [1403], 

[1404]. 

8.3 Rehabilitation für Patienten in der Palliativsituation 

8.9  Konsensbasierte Empfehlung neu 2018 

EK 

Auch in der nicht-kurativen Situation sollten rehabilitative Maßnahmen 

symptomorientiert empfohlen werden. 

 

Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 8.9 

Die Erläuterungen zu den vorangegangenen Empfehlungen legen nahe, dass 

rehabilitative Maßnahmen nicht nur zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit vor 

der Erkrankung helfen, sondern auch für den Umgang mit einer nicht-heilbaren 

Erkrankung hilfreich sein können. Obgleich bislang keine Evidenz zum Nutzen 

rehabilitativer Maßnahmen in der palliativen Situation vorliegt, sollten auch diesen 

Patienten unter Berücksichtigung der individuellen Symptome entsprechende 

Verfahren empfohlen werden. 

9.1 Nachsorge nach lokaler kurativ intendierter Therapie 

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352

9 Nachsorge 

9.1 Nachsorge nach lokaler kurativ intendierter 

Therapie 

9.1  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

A/B 

a) Asymptomatische Patienten nach lokaler kurativ intendierter Therapie sollen 

innerhalb von zwölf Wochen nach Ende der Therapie eine Nachsorgeuntersuchung 

erhalten. 

(Empfehlungsgrad: A) 

b) Bei asymptomatischen Patienten sollten die Untersuchungen innerhalb der 

ersten zwei Jahre vierteljährlich, im 3. und 4. Jahr halbjährlich und vom 5. Jahr an 

in jährlichen Intervallen wiederholt werden. 

(Empfehlungsgrad: B) 

Evidenzlevel 

[900], [895], [903] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

9.2  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Bei asymptomatischen Patienten nach kurativ intendierter Therapie soll die 

Bestimmung des Serum-PSA-Werts zur Nachsorge eingesetzt werden. 

Evidenzlevel 

[900], [895], [903] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

9.3  Evidenzbasiertes Statement geprüft 2018 

Evidenzlevel 

Bei Patienten ohne biochemisches Rezidiv ist die DRU in der Nachsorge des 

Prostatakarzinoms nicht routinemäßig indiziert. 

[900], [895] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

9.1 Nachsorge nach lokaler kurativ intendierter Therapie 

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353

 

9.4  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Bildgebende Verfahren sollen nur dann eingesetzt werden, wenn therapeutische 

Maßnahmen möglich sind und/oder Symptome bestehen. 

Evidenzlevel 

[903] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 9.1 

Die Nachsorge ist integraler Bestandteil ärztlicher Fürsorge im Rahmen der Therapie: 

Deckung von Gesprächsbedarf des Patienten, Aufklärung und Führung des Patienten 

auf der einen Seite, auf der anderen Entdeckung eines Rezidivs in behandelbarem 

Stadium. 

Dabei hat der PSA-Wert für das Therapiemonitoring eine hervorragende Bedeutung. 

Nach lokaler Therapie sollte ein Basiswert innerhalb von sechs bis zwölf Wochen 

ermittelt werden, um weitere therapeutische Konsequenzen z. B. aus einem fehlenden 

PSA-Abfall nach radikaler Prostatektomie zu ziehen. 

Zu Empfehlung 9.2 

Die Diagnostik eines Rezidivs erfolgt primär durch den Nachweis eines PSA-Anstiegs, 

d. h. biochemisch. Ein PSA-Anstieg nach radikaler Prostatektomie oder kurativ 

intendierter Radiotherapie kann entweder durch ein Lokalrezidiv oder durch 

Metastasen bedingt sein. Die Lokalisation des Rezidivs ist nur dann von 

entscheidender Bedeutung, wenn eine lokale Rezidivtherapie für den Patienten in 

Frage kommt. Scheidet diese wegen eines hohen Komplikationsrisikos, gravierenden 

Begleiterkrankungen oder der Ablehnung des Patienten zu dieser Maßnahme aus, ist 

wegen der fehlenden Konsequenz keine Diagnostik notwendig. Im weiteren 

Krankheitsverlauf sollten Untersuchungen symptomorientiert erfolgen. 

Zu Statement 9.3 

Eine DRU hat einen Stellenwert in der Entdeckung und im Staging des 

Prostatakarzinoms. Dagegen ist die Methode in der Nachsorge nach radikaler 

Prostatektomie und radikaler Radiotherapie (perkutan und/oder Brachytherapie) 

überflüssig, da ein Rezidiv durch PSA-Anstieg weitaus früher und zuverlässiger 

anzeigt wird als durch die DRU. Deshalb sollen regelmäßige PSA-Kontrollen 

durchgeführt werden, um Rezidive auszuschließen. Regelmäßige DRU sollten auf 

Patienten mit Tumoren beschränkt werden, die kein PSA sezernieren [1405]. 

 

9.2 Testosteronsubstitution nach Prostatakarzinom 

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354

Zu Empfehlung 9.4 

Bei einem biochemischen Rezidiv können verschiedene bildgebende Verfahren mit 

unterschiedlicher Sensitivität und Spezifität zur Sicherung eines Lokalrezidivs 

eingesetzt werden. Konventionelle Verfahren wie CT und TRUS sind nur selten in der 

Lage, mit ausreichender diagnostischer Genauigkeit Rezidive zu lokalisieren. 

Aussagekräftiger ist die MRT (insbesondere mit endorektaler Spule), ergänzt durch 

die Magnetresonanzspektroskopie, da diese die extrakapsuläre Tumorausbreitung 

und Samenblaseninfiltration exzellent darstellen kann. Sie scheint deshalb die 

Methode der Wahl in der Diagnostik des Rezidivs zu sein [1406]. Zur Planung einer 

Salvagetherapie ist nach verschiedenen Publikationen die dynamische 

kontrastmittelgestützte MRT im Vergleich zur T2-Gewichtung besser in der Detektion 

und Lokalisation des Rezidivs in der peripheren Zone nach perkutaner Bestrahlung 

[1407]. 

Eine Rezidivtherapie ist umso erfolgreicher, je niedriger der ansteigende PSA-Wert ist. 

Da die Aussagekraft aller bildgebenden Verfahren von der Tumorgröße abhängig ist, 

ist diese bei relativ niedrigen PSA-Werten bzw. frühen Rezidiven limitiert (siehe auch 

Kapitel 4.3). 

9.2 Testosteronsubstitution nach Prostatakarzinom 

9.5  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Eine Testosteronsubstitution nach kurativer Therapie eines Patienten mit 

Prostatakarzinom und Zeichen von Hypogonadismus kann die Lebensqualität 

verbessern. 

(Statement) 

Der Einfluss auf das Rezidivrisiko ist aufgrund der Datenlage gegenwärtig unklar, 

deswegen sollte eine besondere Aufklärung und Überwachung des Patienten 

erfolgen. 

(Empfehlungsgrad: B) 

Evidenzlevel 

3, 4 

[1408], [1409], [1410] 

3: Statement 

4: Empfehlung (Expertenkonsens) 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Empfehlung Empfehlung 9.5 

Die Symptome des Testosteronmangels sind im Rahmen der verschiedenen 

Erkrankungen des Formenkreises des Hypogonadismus wohl bekannt. Urologen 

kennen auch die Effekte des Testosteronmangels als iatrogene Erkrankung im 

Rahmen der Androgenentzugstherapie zur Behandlung des PCa. So wurde 

festgestellt, dass die im Rahmen einer Therapie mit GnRH-Agonisten erreichten 

9.2 Testosteronsubstitution nach Prostatakarzinom 

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355

Testosteronwerte im Kastrationsbereich zu schwerer Osteoporose und erhöhtem 

Frakturrisiko [1411], zu einer erhöhten Inzidenz von Diabetes und kardiovaskulären 

Erkrankungen [1412] und zu einer erhöhten Mortalität durch Herzinfarkte [1413] 

führt. In einer Übersichtsarbeit kommen Pinthus et al. (2006) [1414] zu folgendem 

Schluss: „Cardiovascular disease is the most common cause of death in men with 

prostate carcinoma, more often than the malignancy itself”. Epidemiologische 

Untersuchungen an Patienten mit Klinefelter-Syndrom, die ab Beginn der dritten 

Lebensdekade meist einen Testosteronmangel aufweisen, zeigen eine erhöhte 

generelle Morbidität und Mortalität dieser Männer gegenüber der Normalbevölkerung 

[1415], [1416]. 

Diese objektivierbaren Befunde und der Leidensdruck der vielen unter dem 

Testosteronmangel leidenden Patienten, die wegen eines Prostatakarzinoms 

behandelt werden, werfen die Frage auf, ob PCa-Patienten nach erfolgreicher Therapie 

des Karzinoms mit kurativer Intention mit Testosteron substituiert werden können. 

Vor diesem Hintergrund haben Therapeuten in Einzelfällen nach erfolgreicher 

Therapie eines PCa (z. B. durch Kastration) und einem angemessenen rezidivfreien 

Intervall mit einer Behandlung mit Testosteron begonnen. Es liegen dazu drei 

publizierte Fallserien vor: Kaufman und Graydon (2004) [1417] berichten über sieben 

hypogonadale Patienten nach kurativer radikaler Prostatektomie, bei denen es unter 

Testosterontherapie nicht zu einem Rezidiv des PCa kam. Agarwal und Oefelein 

(2005) [1418] beschreiben zehn weitere derartige Patienten und Sarosdy (2007) 

[1419] berichtet von 31 PCa-Patienten, die 4,5 (0,5-8,5) Jahre nach Brachytherapie 

ohne Rückfall mit Testosteron behandelt wurden. Es wird nicht mitgeteilt, für wie 

lange die Testosteronsubstitution angewandt wurde. Die beschriebenen Fallserien 

können jedoch sowohl wegen ihrer Fallzahl als auch aufgrund des Fehlens einer 

Kontrollgruppe nicht die Evidenz liefern, dass eine Testosteronsubstitution nach 

kurativer Therapie unschädlich sei. 

Die Autoren dieser Leitlinie sehen die Notwendigkeit für eine Stellungnahme zur 

Testosteronsubstitution bei klinisch schwer symptomatischen Patienten mit 

nachgewiesenem Testosteronmangel nach kurativer Therapie eines 

Prostatakarzinoms. Da die Testosteronsubstitution für diese Patienten eine Reduktion 

von Symptomen und Risiken des Testosteronmangels und auch eine erhebliche 

Steigerung der Lebensqualität ermöglichen kann, sollte ihr Einsatz bei diesem 

Patientenkollektiv nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Aufgrund der 

unzureichenden Evidenz bezüglich des Auftretens von Rezidiven unter der Therapie 

sowie bei fehlender Zulassung von Testosteron bei Patienten mit einem PCa soll 

jedoch auf eine ausführliche Aufklärung und eine engmaschige Überwachung 

besonders geachtet werden. 

 

9.3 Follow-up unter hormonablativer Therapie 

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356

9.3 Follow-up unter hormonablativer Therapie 

9.6  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Im Rahmen drei- bis sechsmonatiger Kontrolluntersuchungen unter 

hormonablativer Therapie sollten eine Anamnese und körperliche Untersuchung 

sowie eine Bestimmung des PSA-Werts eingesetzt werden. 

Evidenzlevel 

[903] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

9.7  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Über zusätzliche Labordiagnostik (z. B. Hämoglobin-, AP-Bestimmung) sollte 

individuell und in Abhängigkeit von der klinischen Situation und Symptomatik 

entschieden werden. 

Evidenzlevel 

[895] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

9.8  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Über Bildgebung zur Verlaufskontrolle soll in Abhängigkeit von Symptomatik und 

möglichen therapeutischen Konsequenzen entschieden werden. Bei fehlender 

Symptomatik ist eine bildgebende Diagnostik nicht erforderlich. 

Evidenzlevel 

[895] 

Expertenmeinung 


Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Empfehlung 9.6 und Empfehlung 9.7 

Um ein Ansprechen der Hormondeprivation zu beurteilen, ist eine regelmäßige 

Kontrolle erforderlich. Die Anamnese und Untersuchung dienen sowohl der Evaluation 

des klinischen Befundes als auch der Diagnose möglicher Nebenwirkungen der 

hormonablativen Therapie (zu UAW der hormonablativen Therapie und deren 

9.3 Follow-up unter hormonablativer Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

357

Therapie siehe Tabelle 32 hier in Kapitel 7.8). Nebenwirkungen können so früh 

erkannt und therapiert werden. 

Ein dreimonatiges Untersuchungsintervall hat sich bewährt, dieses kann individuell 

auch verändert werden. Für die weitere Verlaufsbeobachtung ist die Bestimmung des 

PSA-Nadirs von Bedeutung [1420], [1421]. 

Bei der Interpretation der PSA-Befunde ist neben der biologischen, präanalytischen 

und analytischen Variabilität vor allem die methodenabhängige Variabilität zu 

berücksichtigen. Verschiedene zertifizierte Labormethoden können sich um bis zu 30 

% unterscheiden. Zusätzlich werden bei Ringversuchen Abweichungen innerhalb einer 

Methode von ± 25 % akzeptiert [109]. Für Verlaufsuntersuchungen ist grundsätzlich 

dieselbe Methode (Hersteller, Analyseplattform) zu verwenden. Nicht zertifizierte, 

semiquantitative und Point-of-Care-Testing-Methoden (z. B. Lateralflow-Tests) sind für 

Verlaufsuntersuchungen nicht geeignet. 

Wichtig sind in jedem Fall die Erhebung der aktuellen Anamnese zur Feststellung 

neuer oder von Veränderungen bestehender Symptome (z. B. Knochenschmerzen). 

Darüber hinaus ist die Erhebung des körperlichen Status (z. B. Hautkolorit, 

Gewichtsveränderungen) notwendig. 

Die digital-rektale Untersuchung ist bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

unter Umständen sinnvoll. Ansonsten ist eine digital-rektale Untersuchung bei 

Patienten unter hormonablativer Therapie nicht immer notwendig, sondern 

symptomorientiert vorzunehmen. In jedem Fall erforderlich ist die Kontrolle des PSA-

Werts, um das Ansprechen auf die hormonablative Therapie und die weitere 

Wirksamkeit dieser Maßnahme zu kontrollieren. Ergänzend kann eine Bestimmung 

des Serumtestosteronwertes bei Nichtansprechen notwendig sein. 

Bei stabiler Erkrankung nach verifizierter wirksamer Einleitung der hormonablativen 

Therapie kann besonders in der Frühphase dieser Erkrankungsphase die Häufigkeit 

der Kontrolluntersuchungen auch reduziert werden, sollte aber mindestens zweimal 

jährlich erfolgen. Andere routinemäßig in der Nachsorge durchgeführten 

Laboruntersuchungen haben keinen gesicherten diagnostischen oder therapeutisch 

relevanten Effekt [1422], [1423]. 

In der Nachsorge unter hormonablativer Therapie sollte im Falle eines nicht 

zufriedenstellenden Ansprechens des PSA-Werts der Testosteronspiegel bestimmt 

werden, um das Erreichen eines Kastrationsspiegels zu überprüfen. 

 Bei palliativer Anwendung einer systemischen Therapie können zusätzliche 

Laborparameter Aufschluss geben über: 

• Anämie (Hämoglobinbestimmung); 

• Knochenmarksreserve, v. a. im Falle einer Hormonresistenz (Thrombo- und 

Leukozyten); 

• Nierenfunktionsstörung (Kreatinin und Harnstoff); 

• Hypercalciämie (Serumkalzium), v. a. bei Vorliegen von Knochenmetastasen. 

Zu Empfehlung 9.8 

Die Anwendung von Bildgebung (wie Knochenszintigraphie, CT, MRT, Röntgen) soll 

nicht routinemäßig erfolgen. Den Patienten sollen nicht erforderliche Untersuchungen 

erspart bleiben. Die Indikation zur Anwendung von Bildgebung soll gezielt mit einer 

9.3 Follow-up unter hormonablativer Therapie 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

358

konkreten Fragestellung vorgenommen werden und nur dann zur Anwendung 

kommen, wenn therapeutische Konsequenzen zu erwarten sind. Die Anwendung von 

Bildgebung für eine reine Verlaufskontrolle ist in diesem Krankheitsstadium nicht 

sinnvoll. Indikationen zur Bildgebung sind Änderungen des klinischen Zustandes 

(Symptomzunahme, Änderung des Allgemeinzustandes) und/oder neu aufgetretene 

Symptome, die unter Umständen weitere Behandlungen erfordern können (z. B. 

starke, lokalisierte Knochenschmerzen). 

10.1 Aufklärung und Beratung 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

359

10 Psychosoziale Aspekte und 

Lebensqualität 

10.1 Aufklärung und Beratung 

10.1  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Dem Patienten soll angeboten werden, seine Partnerin/seinen Partner an 

Aufklärungs- und Beratungsgesprächen teilhaben zu lassen. 

Evidenzlevel 

[900], [1424], [1425], [1426], [1427] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

10.2  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Im ärztlichen Gespräch soll der Patient über alle in dieser Leitlinie beschriebenen 

relevanten Therapieoptionen, deren Erfolgsaussichten und deren mögliche 

Auswirkungen informiert werden. Insbesondere soll auf die Auswirkungen auf 

sein körperliches Erscheinungsbild, sein Sexualleben (Impotenz), seine Harn- und 

Stuhlkontrolle (Inkontinenz) und Aspekte des männlichen Selbstverständnisses 

(Selbstbild) eingegangen werden. 

Evidenzlevel 

[900], [1424], [1428], [1429], [1430], [1395] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

10.3  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Im ärztlichen Gespräch sollen die individuellen Präferenzen, Bedürfnisse, Sorgen 

und Ängste des Patienten eruiert und berücksichtigt werden. Wenn ein Patient 

dafür mehrere Gespräche benötigt, soll das Angebot zu weiteren Gesprächen 

bestehen. 

Evidenzlevel 

[900], [1424], [1428], [1429], [1430], [1395] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

10.1 Aufklärung und Beratung 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

360

10.4  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Der Patient soll auf die evidenzbasierten Patientenleitlinien zum Prostatakarzinom 

hingewiesen werden. 

Evidenzlevel 

[900], [1424], [1428], [1429], [1431] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

10.5  Konsensbasierte Empfehlung geprüft 2018 

EK 

Der Patient soll durch ebenso qualifizierte wie allgemeinverständliche 

Informationen zur Therapieentscheidung befähigt werden. 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zusammenfassung der Evidenzlage 

Die Publikationen zum Stellenwert der Erfassung von Lebensqualität, Einbindung von 

psychoonkologischer Betreuung und von Selbsthilfe sind vorwiegend nicht als 

randomisierte Studien durchgeführt worden. Die Aussagen sind daher zumeist als 

Expertenkonsens formuliert. 

Zu Empfehlung 10.1 

Letztlich entscheidet der Patient selbst darüber, ob und welche Informationen über 

den persönlichen Gesundheitszustand an Dritte weitergegeben werden sollen. 

Aufgrund der Tatsache, dass die Mehrzahl der Therapieoptionen zu einer 

Einschränkung von sexueller Aktivität und auch zu einer Veränderung des 

körperlichen Erscheinungsbildes führen kann, haben Diagnose und Therapie eines 

Prostatakarzinoms Konsequenzen für die Partnerschaft. Zudem ist bekannt, dass 

Partnerinnen/Partner von PCa-Patienten ebenfalls ein starkes Informationsbedürfnis 

haben [1432] und z. T. stärker unter der Diagnose leiden als die Patienten selbst 

[1433], [1434]. Partner kennen die Probleme und mögliche 

Verarbeitungsmechanismen der Patienten gut [1435] und treiben z. T. den 

physischen und psychischen Problemlösungsprozess aktiver voran als die Betroffenen 

selbst [1436]. Hinzu kommt die allgemeine Tatsache, dass der Schock der Diagnose 

und die Vielzahl von neuen Eindrücken eine Informationsaufnahme beim Patienten 

behindert und ein anwesender Partner dies möglicherweise kompensieren kann. 

Zu Empfehlung 10.2 bis Empfehlung 10.5 

Die Aufklärung gehört zu den Basisprinzipien der Good-Clinical-Practice-Grundsätze. 

Patienten mit Prostatakarzinom haben ein ausgeprägtes Informationsbedürfnis und 

10.1 Aufklärung und Beratung 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

361

versuchen aktiv Informationen über ihre Erkrankung und mögliche Therapieoptionen 

zu sammeln [1437]. Die Informationsbedürfnisse variieren dabei sehr stark von 

Patient zu Patient [1395], [1438], sodass eine den Bedürfnissen angepasste 

Information angestrebt werden sollte. 

Die Vermittlung von Behandlungsnutzen und -risiken durch den Arzt soll den 

Patienten bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Als Nutzen und Risiken sollen 

dabei vorrangig die Auswirkungen einer Maßnahme auf Lebenszeit und 

Lebensqualität des Patienten beschrieben werden (Berücksichtigung 

patientenrelevanter Endpunkte). Die Darstellung von Wahrscheinlichkeiten sollte in 

absoluten Zahlen erfolgen: „Jeder zehnte Patient“ oder „zehn von hundert Patienten“ 

statt 10 %. Die Bezugsgrößen sollten klar genannt werden. Die Anzahl der Patienten, 

die behandelt werden müssen, damit ein Patient von der Behandlung profitiert 

(number needed to treat = NNT) ist eine patientenverständliche Darstellung, das 

relative Risiko und die relative Risikoreduktion sind hingegen schwer nachvollziehbar 

und sollten vermieden werden. 

Nach Untersuchungen von Crawford und Mitarbeitern sind für PCa-Patienten 

Informationen über die Erhaltung der Lebensqualität (45 %), Lebensverlängerung (29 

%) und Krankheitsverlangsamung (13 %) die wichtigsten Aufklärungsinhalte [1439]. 

Weitere wichtige Informationen für Männer mit Prostatakarzinom können sein: 

• basale anatomische und pathologische Fakten, die es den Patienten und ihren 

Angehörigen ermöglichen, das Krankheitsbild und dessen klinische 

Implikationen zu verstehen; 

• Ziele, Risiken und mögliche Konsequenzen diagnostischer Maßnahmen; 

• mögliche Krankheitsfolgen und Progressionsrisiko; 

• Therapieoptionen inklusive Angaben zu Effekt auf Überleben und Symptome, 

Nutzen und Risiken, Kurz- und Langzeittoxizität, Unsicherheiten in der 

Datenlage; 

• Argumente für und wider eine sofortige oder verzögerte lokale Therapie; 

• Auswirkungen der Therapie auf Lebensqualität und Partnerschaft; 

• Begründung für Therapieoptionen, die nicht in Frage kommen; 

• Informationen über Ansprechpartner in Urologie, Onkologie, 

Strahlentherapie, Palliativtherapie u. a.; 

• weitere Informationsquellen, Möglichkeiten zur Selbsthilfe und 

Unterstützungsangebote. (aus [1440]) 

Untersuchungen zeigen, dass die behandelnden Ärzte häufig die funktionellen 

Einschränkungen und Symptomausprägungen anders einschätzen als ihre Patienten 

[1441]. Das individuelle Patientenfeedback ist für das Gelingen der Aufklärung 

entscheidend [1442]. 

Zu Empfehlung 10.3 

Individualisierte Aufklärungen, die sich am Informationsbedürfnis und den 

Präferenzen des einzelnen Patienten orientieren, erlauben den Patienten einen 

aktiveren Part im therapeutischen Entscheidungsprozess und vermindern so den 

psychologischen Distress [1443]. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie von Davison 

et al. 2003 [1444], in der Patienten die Gelegenheit hatten, ihr Informationsbedürfnis 

und ihre Präferenzen computergesteuert zu ermitteln und zum Aufklärungsgespräch 

mitzubringen. Untersuchungen von Fischer und Mitarbeitern [1445] deuten darauf 

10.2 Psychosoziale Unterstützung 

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362

hin, dass jüngere Patienten stärker in Entscheidungen eingebunden werden möchten 

und höhere Anforderungen an Aufklärung und Entscheidungsfindung stellen [1445]. 

Zu Empfehlung 10.4 

Von Patienten als wichtig erachtete und gewünschte Aufklärungsinhalte unterliegen 

starken interindividuellen Unterschieden, sodass die Erstellung eines 

Standardaufklärungskatalogs nicht sinnvoll erscheint [1446], [1447]. Es ist daher 

auch wahrscheinlich, dass im Aufklärungsgespräch nicht alle für den Patienten 

wichtigen Inhalte zur Sprache kommen. Crawford und Mitarbeiter befragten in einer 

größeren Analyse Patienten und Urologen zum Aufklärungsgespräch. Während nach 

dem Eindruck der befragten Urologen bei allen Aufklärungsgesprächen (100 %) die 

bedeutsamsten Themen besprochen wurden (Therapieoptionen, Watchful-Waiting 

(WW), Lebenserwartung, Patientenpräferenzen, Kosten, Einschränkung der 

Sexualfunktion), hatten nur 20 % der aufgeklärten Patienten diesen Eindruck [1448]. 

Der Verweis auf andere Informationsquellen stellt eine Möglichkeit dar, über das 

ärztliche Aufklärungsgespräch hinaus Informationen zu erhalten. Die 

evidenzbasierten Patientenleitlinien werden von Autoren der vorliegenden ärztlichen 

Leitlinie in Zusammenarbeit mit Patientenvertretern erstellt und orientieren sich an 

deren Inhalt. Das unabhängige Patienteninformationsportal http://www.patienten-

information.de wird von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher 

Bundesvereinigung betrieben und ermöglicht sowohl einen Überblick über zahlreiche 

Patienteninformationen zum Thema als auch eine transparente Qualitätsbewertung 

der Informationen, sodass der Patient sich über die Seriosität und Zuverlässigkeit der 

angebotenen Informationen selbst ein Bild machen kann. 

10.2 Psychosoziale Unterstützung 

10.6  Evidenzbasiertes Statement modifiziert 2018 

Evidenzlevel 

Standardisierte Fragebögen ermöglichen die Erfassung und Quantifizierung der 

Lebensqualität. 

[900], [1427], [1449], [1450], [1451], [1395] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

10.7  Konsensbasierte Empfehlung geprüft 2018 

EK 

Dem Patienten sollte eine psychosoziale und psychoonkologische Unterstützung 

bei psychischen, sexuellen oder partnerschaftlichen Problemen angeboten werden 

(siehe S3-Leitlinie Psychoonkologie). 

 

Starker Konsens 

 

10.2 Psychosoziale Unterstützung 

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363

10.8  Evidenzbasierte Empfehlung geprüft 2018 

Empfehlungsgrad 

Der Patient soll auf die Möglichkeit hingewiesen werden, sich mit einer 

Selbsthilfegruppe in Verbindung zu setzen. Die Internetseite des 

Bundesverbandes Prostatakrebs-Selbsthilfe https://www.prostatakrebs-bps.de/ 

enthält die Adressen aller bundesdeutschen Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen. 

Evidenzlevel 

[1429], [1452] 

Expertenmeinung 

 

Starker Konsens 

 

Hintergrundinformationen 

Zu Statement 10.6 und Empfehlung 10.7 

Primäre Zielsetzung der psychoonkologischen Diagnostik ist das frühzeitige Erkennen 

psychischer, familiärer und sozialer Belastungen, psychischer und psychosomatischer 

Symptome und der Krankheitsverarbeitung insbesondere in Hinblick auf die Folgen 

der Krebserkrankung und der Behandlungsmaßnahmen. Die psychoonkologische 

Diagnostik stellt neben der Art der Belastung auch deren Schweregrad, den Zeitpunkt 

des Auftretens sowie den Verlauf der Belastung fest. Sie zielt auch auf die Erfassung 

individueller und sozialer Ressourcen und der Lebensqualität wie auch auf die 

Erfassung der subjektiven Behandlungsbedürftigkeit und die Behandlungsmotivation. 

Lebensqualität und deren Erfassung 

Psychosoziale Belastungen, Symptome und Funktionseinschränkungen werden unter 

dem Konzept der Lebensqualität zusammengefasst [1453]. Das Konzept der 

gesundheitsbezogenen Lebensqualität umfasst ein breites Spektrum von Aspekten 

wie körperliche Beschwerden, funktionelle Fähigkeiten, Aktivitäten, familiäres 

Wohlbefinden, seelisches Wohlbefinden, Behandlungszufriedenheit, 

Sexualität/Körperbild, soziale Funktion und Zufriedenheit [1454]. Nach heutigem 

Verständnis ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität ein multidimensionales 

subjektives und dynamisches Konstrukt [1455] mit mindestens drei Dimensionen: 

körperliche Funktionen/Symptome, psychische und geistige Funktionen sowie soziale 

Funktionen. In den medizinischen Wissenschaften wird Lebensqualität definiert als 

das Handlungsvermögen und das subjektive Wohlbefinden im somatischen, im 

psychischen und im sozialen Bereich [1456]. Die Zielgröße Lebensqualität rückt bei 

der Beurteilung therapeutischer Maßnahmen in der Medizin immer mehr in den 

Vordergrund und kann die Aussagekraft klinischer Studien über traditionelle klinische 

Endpunkte hinaus um komplexe und patientenrelevante Endpunkte erweitern [1455], 

[1456], [1457]. Ein Großteil der Patienten mit einem Prostatakarzinom wird im 

höheren Lebensalter diagnostiziert. Für diese Patienten kann die Lebensqualität sogar 

eine höhere Bedeutung erlangen als klassische „harte“ Endpunkte wie z. B. die reine 

Überlebenszeit. 

Messinstrumente 

10.2 Psychosoziale Unterstützung 

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364

In der Erfassung der Lebensqualität werden die Patienten mit Hilfe von 

standardisierten Fragebögen zu verschiedenen Symptomen, Beschwerden oder 

subjektiven Einschränkungen der Funktionalität befragt. Zur Beurteilung der 

funktionellen Ergebnisse und der Lebensqualität werden im Rahmen der 

Qualitätsanalyse und in klinischen Studien verstärkt patientenbezogene Daten durch 

standardisierte und validierte Fragebögen erhoben. Die von Patientenseite erhaltenen 

Daten (Patient reported outcome measures) werden dabei zur nationalen und 

internationalen Ergebnismessung verwendet. Aus diesem Grund ist 2012 das 

gemeinnützige „International Consortium for Health Outcomes Measurement“ 

(ICHOM) gegründet worden (http://www.ichom.org). Bezogen auf das lokalisierte 

Prostatakarzinom existiert hier ein bereits etabliertes Datenset, welches zur 

Ergebnismessung eingesetzt werden kann [1458]. 

Kernstück der Ergebnismessung bildet hierbei der „Expanded Prostate Cancer Index 

Composite“ in der 26 Fragen-Version (EPIC-26) [1459]. Die Grundlage des EPIC war 

der UCLA-Prostate Cancer Index (PCI), der bereits 1995 erstellt wurde. Dieser wurde 

erweitert und zum universell einsetzbaren Fragebogen für alle 

Behandlungsmodalitäten des Prostatakarzinoms umgearbeitet und validiert. Es 

werden dabei folgende Domänen abgefragt: 

• Kontinenz 

• Irrititive/Obstruktive Symptome 

• Darmfunktion 

• Sexualfunktion 

• Hormonelle Symptome 

Mittels des EPIC-26 als Teil des ICHOM Standard Sets wird eine Vergleichsmöglichkeit 

hinsichtlich der kurativen Erfolge der jeweiligen Therapien und der Effekt auf die 

Gesundheit und Lebensqualität der Patienten geschaffen [1460]. Im Rahmen der 

Zertifizierung von Prostatakrebszentren wird sowohl von der Deutschen 

Krebsgesellschaft (DKG) als auch vom Dachverband der Prostatazentren Deutschlands 

(http://www.dvpz.de) die Verwendung des ICHOM Standard Sets empfohlen. 

Häufig wird auf europäischer Ebene ebenfalls das modulare Messkonzept der 

European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC, 

http://groups.e-ortc.be/qol/) verwendet. Hierbei erfolgt in der Regel eine 

Basiserhebung über einen Kernfragebogen (EORTC QlQ C30) [1461], der die 

Lebensqualität differenziert und multidimensional erfasst. Spezifische Probleme bei 

verschiedenen Diagnosegruppen, besonderen Behandlungsformen oder die 

Vertiefung bestimmter Symptome oder anderer Teilaspekte der Lebensqualität 

werden über Module erfasst, für Prostatakarzinom das Modul PR-25 [1462] zur 

Verfügung. Das amerikanische Pendant zum EORTC ist das FACIT-Instrumentarium 

(http://www.facit.org/), bestehend aus dem Kernbogen FACT-G und 

Prostatakarzinom-Modul FACT-P. 

Methodische Aspekte 

Alle genannten Fragebögen haben einen aufwendigen Entwicklungsprozess 

durchlaufen. Die Messgütekriterien Reliabilität, Validität und Sensitivität wurden in 

psychometrischen Studien überprüft. EPIC-26, EORTC und FACT finden auch vielfach 

in internationalen Multicenterstudien Verwendung. Dies ist möglich, da die Bögen 

(vom englischen Original ausgehend) in mehrere dutzend Sprachen übersetzt wurden. 

10.2 Psychosoziale Unterstützung 

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365

Das Übersetzungsprocedere ist an definierte methodische Standards gebunden und 

folgt einem Forward-Backward-Format [1463] , [1464]. 

Anwendungsperspektiven 

Bei der Entwicklung von Fragebögen zur Lebensqualität stand deren Einsatz in 

klinischen Studien im Vordergrund. Durch computergestützte Verfahren in der 

Lebensqualitätserfassung ergeben sich neue Möglichkeiten des Einsatzes auch in der 

klinischen Routine. Eine konsequente Nutzung dieser Möglichkeit wird zur 

Verbesserung der Behandlungsergebnisse des lokalisierten Prostatakarzinoms 

beitragen. 

Psychosoziale Probleme 

Psychosoziale Probleme sind unter Prostatakarzinompatienten häufig [1465]. Nach 

Untersuchungen von Steginga et al. (2000) hat ein Drittel der Prostatakarzinom-

Patienten ein mäßig bis stark ausgeprägtes Hilfsbedürfnis bezüglich psychologischer 

und sexueller Probleme sowie im Hinblick auf die Orientierung im Gesundheitssystem 

und bezüglich Gesundheitsinformationen. 

Prostatakarzinom-Patienten neigen dazu, Beschwerden zu verschweigen oder nicht 

deren volles Ausmaß zu berichten [1466]. Dies resultiert aus dem Wunsch nach der 

Fortführung eines „normalen Lebens“, aus Angst vor Stigmatisierung und 

Hilfsbedürftigkeit und aus der Sorge, das soziale Umfeld zu belasten [1467]. Dieser 

Tendenz zur Vermeidung „aktiver Copingstrategien“ kann durch eine aktive 

Nachfrage begegnet werden. Roesch et al. (2005) konnten zeigen, dass ein „aktives 

Coping“ positive psychische und physische Effekte hat und ein günstiger 

prognostischer Marker für die Rückkehr zur normalen Alltagsaktivität ist [1468]. 

Detaillierte Empfehlungen sowie Hintergrundinformationen zur psychoonkologischen 

Begleitung und Betreuung der Patienten finden sich in der S3 Leitlinie 

„Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen 

Krebspatienten“ [1390], http://www.leitlinienprogramm-

onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie/. 

Zu Empfehlung 10.7 

Die Krebsdiagnose und damit verbundene Ängste betreffen nicht nur den Patienten, 

sondern ganz besonders die unmittelbare Partnerin/den unmittelbaren Partner. Zu 

diesen generell für alle Krebserkrankungen geltenden Problemen kommen beim 

Prostatakarzinom spezifische Schwierigkeiten in Form von sexuellen Störungen, 

Veränderung des körperlichen Erscheinungsbildes, Harn- und Stuhlinkontinenz hinzu, 

die eine schwere Belastung der Beziehung nach sich ziehen können (siehe oben). Es 

ist daher wünschenswert, mögliche aufkommende Probleme auch bei der Partnerin/ 

dem Partner aufzufangen und entsprechende therapeutische Interventionen 

anzubieten (für detaillierte Empfehlungen und Informationen siehe ebenfalls [1390], 

http://www.leitlinienpro-gramm-onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie/). 

Zu Empfehlung 10.8 

Neben den eigenen Erfahrungen von Patienten konnten Gray et al. [1469] in 

qualitativen Studien nachweisen, dass die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe die 

Kenntnisse über Erkrankung und Therapien verbessern, das Gespräch über schwierige 

Themen ermöglicht, die persönliche und soziale Aktivität und die Fähigkeit 

10.2 Psychosoziale Unterstützung 

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366

verbessert, mit der Familie über die Erkrankung zu sprechen bzw. sie in den 

Verarbeitungsprozess einzubeziehen. 

85 bis 90 % der Patienten sehen Selbsthilfegruppen für Information und emotionale 

Unterstützung als wichtig an [1470].

 

11 Qualitätsindikatoren 

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367

11 Qualitätsindikatoren 

Qualitätsindikatoren sind Messgrößen, deren Erhebung der Beurteilung der Qualität 

der zugrunde liegenden Strukturen, Prozesse bzw. Ergebnisse dient. 

Qualitätsindikatoren sind ein wichtiges Instrument des Qualitätsmanagements [1471]. 

Ziel ihres Einsatzes ist die stetige Verbesserung der Versorgung, indem die 

Ergebnisse der Versorgung dargestellt, kritisch reflektiert und wenn nötig verbessert 

werden. Die vorliegende Auswahl von Qualitätsindikatoren wurde gemäß der 

Methodik des Leitlinienprogramms Onkologie erstellt [1472]. Für den 

Ableitungsprozess konstituierte sich eine „Arbeitsgruppe Qualitätsindikatoren“ (AG 

QI). Diese erstellte das finale Set der Qualitätsindikatoren auf Grundlage der 13 

bereits bestehenden Qualitätsindikatoren der Leitlinie Prostatakarzinom 2021, der 

neuen starken Empfehlungen („soll“) der aktualisierten Leitlinie Prostatakarzinom 

sowie der Ergebnisse der Recherche nach bestehenden internationalen 

Qualitätsindikatoren. Ergebnisse der bereits bestehenden Qualitätsindikatoren aus 

den zertifizierten Krebszentren lagen vor und wurden der AG QI präsentiert. Die 

genaue Vorgehensweise und die Zusammensetzung der AG QI sind im Leitlinienreport 

[1473] dargelegt. 

Nach zwei Online-Sitzungen dieser AG wurde ein neuer Qualitätsindikatoren (QI) 

definiert und angenommen, vier vorbestehende QI wurden gestrichen und drei 

vorbestehende QI modifiziert. Das finale Set besteht somit aus 10 QI (QIs 2, 3, 5, 6 

und 12 unbesetzt). 

Vier der zehn Qualitätsindikatoren (QI 4, 7, 9 und 13) sind mit dem onkologischen 

Basisdatensatz der Krebsregister (inkl. Modul Prostatakarzinom) zu dokumentieren 

(Stand: 07/2025). 

Tabelle 38: Qualitätsindikatoren 

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

QI 1: Befundbericht Stanzbiopsie (modifiziert 2025) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit Befundbericht mit 

Angabe von: 

• Lokalisation u. 

Anzahl Karzinom-

positiver Gewebeproben 

im Verhältnis zu den 

entnommenen 

Stanzen. 

• Quantitative 

Abschätzung d. 

Tumorausdehnung (in 

mm) 

Empfehlung 5.8 (neu 2024) 

Eine intraduktale 

Tumorkomponente (IDC-P nach 

WHO-Definition) soll in der 

Diagnose erwähnt werden. 

Empfehlung 5.9 (modifiziert 

2025) 

Bei einem Gleason-Score von 7 

(WHO/ISUP 

Graduierungsgruppen/Grade 

Groups 2-3) sollen cribriforme 

Tumorkomponenten im 

Kommentar erwähnt werden. 

 

5.8./5.9/ 5.11 

EK, starker Konsens 

 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

vollständiger Befundbericht nach 

Stanzbiospie. 

Meldeanlass: 

Pathologiemeldung 

 

11 Qualitätsindikatoren 

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368

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

• Gleason-Score 

gemäß aktueller ISUP 

/WHO Klassifikation 

• Angabe des Gesamt-

Gleason-Scores 

gemäß aktueller ISUP 

/WHO Klassifikation 

• Vorhandensein 

intraduktale 

Tumorkomponente (ja/ 

nein) (für Gleason-Score 

7) 

• cribriforme 

Tumorkomponente 

(ja/nein) (für Gleason-

Score 7) 

Nenner 

Alle Patienten mit 

Erstdiagnose 

Prostatakarzinom und 

Stanzbiopsie 

Empfehlung 5.11 (modifiziert 

2024) 

Bei positivem Karzinomnachweis 

sollen folgende Informationen 

vom Pathologen an den 

Einsendenden übermittelt 

werden: 

• Anzahl und Lokalisation 

Karzinom-positiver 

Gewebeproben. 

• Quantitative 

Abschätzung der 

Tumorausdehnung (in 

mm); 

• Gleason-Score gemäß 

aktueller ISUP/WHO-

Klassifikation; 

• wenn beurteilbar, sollen 

Perineuralscheideninfilt

ration (Pn1), eine 

Kapselinfiltration, ein 

kapselüberschreitendes 

Wachstum und eine 

Samenblaseninfiltration 

angegeben werden; 

• bei gezielten Biopsien 

mit mehreren Stanzen 

aus einem 

bildgebenden Herd 

werden diese im 

Gleason-Score 

zusammengefasst 

• bei systematischen 

Biopsien werden pro 

Stanze die 

Tumorausdehnung und 

der Gleason-Score 

bestimmt. 

QI 2: unbesetzt 

QI 3: unbesetzt 

QI 4: Strahlentherapie und hormonablative Therapie bei lokal begrenztem 

Prostatakarzinom mit hohem Risiko (modifiziert 2021) 

11 Qualitätsindikatoren 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

369

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit zusätzlicher neo-

/adjuvanter 

hormonablativer 

Therapie 

Nenner 

Alle Patienten mit 

Erstdiagnose eines 

Prostatakarzinoms T1-2 

N0 M0 mit hohem 

Risiko und perkutaner 

Strahlentherapie 

Empfehlung 6.30 (modifiziert 

2025) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom 

des hohen Risikoprofils soll eine 

perkutane Strahlentherapie (IMRT 

+ IGRT) angeboten werden. 

Empfehlung 6.31 (modifiziert 

2025) 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des hohen 

Risikoprofils sollen zusätzlich 

zur perkutanen Strahlentherapie 

(IMRT + IGRT) eine adjuvante 

hormonablative Therapie 

erhalten. 

Empfehlung 6.32 (modifiziert 

2025) 

Die hormonablative Therapie soll 

mindestens 24 Monate, besser 

36 Monate dauern. Diese kann 

bis zu 6 Monate vor der 

Strahlentherapie beginnen. 

Empfehlung 6.33 (modifiziert 

2025) 

Die Entscheidung über die Dauer 

der hormonablativen Therapie 

soll individuell in Abhängigkeit 

von Komorbidität und 

Verträglichkeit getroffen werden. 

Empfehlungen 6.30/31/32: 

EG A, LoE 2+, 1+ 

 

Empfehlung 6.33: 

Konsensbasierte Empfehlung 

(EK, starker Konsens) 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

adjuvante hormonablative 

Therapie bei lokalbegrenztem 

Prostatakarzinom mit hohem 

Risiko und perkutaner 

Strahlentherapie 

Anmerkungen: Hohes Risiko = 

PSA > 20 ng/ml und/oder 

Gleason-Score = 8 und/oder cT-

Kategorie 2c; perkutane 

Strahlentherapie= definitive 

Strahlentherapie 

Meldeanlass: 

Therapiemeldung 

QI 5: unbesetzt 

QI 6: unbesetzt 

QI 7: Salvage-Radiotherapie bei rezidiviertem Prostatakarzinom (seit 2014) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit Beginn der SRT und 

bei PSA<0,5ng/ml 

Nenner 

Empfehlung 7.18 (geprüft 2021) 

a.   Die Salvage-

Strahlentherapie soll möglichst 

frühzeitig beginnen (PSA vor SRT 

<0,5 ng/ml). 

a) EG A, LoE 2++ 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

Beginn der SRT bei PSA 

<0,5ng/ml 

11 Qualitätsindikatoren 

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370

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

Alle Patienten Z.n. RPE 

und PSA-Rezidiv und SRT 

Meldeanlass: 

Therapiemeldung 

QI 8: Prävention von Kieferosteonekrosen (seit 2014) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit zahnärztlicher 

Untersuchung vor Beginn 

der Therapie 

Nenner 

Alle Patienten mit 

Prostatakarzinom und 

Bisphosphonat o. 

Denosumab-Therapie 

Empfehlung 7.74 (geprüft 2018) 

Zur Prävention von 

Kieferosteonekrosen soll vor der 

Gabe von Bisphosphonaten oder 

Denosumab 

• eine zahnärztliche 

Untersuchung und ggf. 

erforderliche 

zahnärztliche Sanierung 

sowie 

• eine Unterweisung und 

Motivation des 

Patienten zu 

überdurchschnittlicher 

Mundhygiene 

stattfinden. 

 

EG A, LoE 3 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

zahnärztliche Untersuchung vor 

Beginn der Bisphosphonat o. 

Denosumab-Therapie 

Meldeanlass: 

Therapiemeldung 

QI 9: Postoperative Komplikationen nach Radikaler Prostatektomie (modifiziert 

2025) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit Komplikation Clavien-

Dindo Grad III oder IV 

innerhalb der ersten 6 

Monate nach radikaler 

Prostatektomie (RPE) 

Nenner 

Alle Patienten mit 

Erstdiagnose 

Prostatakarzinom (M0) 

und radikaler 

Prostatektomie (RPE) 

 

In Anlehnung an einen 

entsprechenden ICHOM-Indikator. 

Entspricht dem Ziel der 

Leitlinie: Erfassung der 

postoperativen Komplikationen 

Qualitätsziel: Möglichst selten 

Clavien-Dindo Grade III oder IV 

nach RPE bei lokalisiertem 

Prostatakarzinom 

Anmerkungen: Klassifikation 

nach Clavien-Dindo: 

Grad III Komplikationen, bei 

denen eine chirurgische, 

endoskopische oder 

radiologische Intervention 

notwendig ist: 

 (IIIa ohne Vollnarkose, IIIb mit 

Vollnarkose) 

11 Qualitätsindikatoren 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

371

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

Grad IV Lebensbedrohliche 

Komplikationen, die eine 

intensivmedizinische Behandlung 

verlangen: (IVa Dysfunktion eines 

Organs, IVb Dysfunktion 

mehrerer Organe) 

Meldeanlass: 

Verlaufsmeldung 

QI 10: Komplikationen nach definitiver Strahlentherapie (modifiziert 2021) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit Komplikation CTCAE 

Grade III oder IV innerhalb 

der 

ersten 12 Monate nach 

Ende nach Ende der 

Strahlentherapie 

Nenner 

Alle Patienten mit 

Erstdiagnose 

Prostatakarzinom und 

definitiver 

Strahlentherapie 

 

In Anlehnung an einen 

entsprechenden ICHOM-Indikator. 

Entspricht dem Ziel der 

Leitlinie: Erfassung der 

Komplikationen nach definitiver 

Strahlentherapie. 

Qualitätsziel: Möglichst selten 

CTCAE Grade III oder IV nach 

definitiver Strahlentherapie 

Meldeanlass: 

Verlaufsmeldung 

Anmerkungen: Quelle für 

Klassifikation: National Institutes 

of Health (NIH) and National 

Cancer Institute (NCI), Common 

Terminology Criteria for Adverse 

Events (CTCAE). Version 5.0 

2017. [cited: 2025-07-11]. 

https://dctd.cancer.gov/research

/ctep-trials/for-sites/adverse-

events 

QI 11: Gezielte Biopsie (neu 2021) 

Zähler 

Männer des Nenners mit 

gezielter Biopsie (laut 

Pathologiebefund) der 

suspekten 

Herde 

Nenner 

Empfehlung 4.17 (modifiziert 

2025) 

Die in der MRT beschriebenen 

Karzinom-suspekten Herde (PI-

RADS 4 und 5) sollen durch die 

Entnahme von 2-3 Zylindern pro 

Herd gezielt biopsiert werden. 

EG A, LoE 2++ 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

gezielte Biopsie bei Männern mit 

PI-RADS 4 oder 5 im mpMRT 

Anmerkungen: Gezielte Biopsie = 

Angabe pro Stanze; Angabe 

durch Biopsie durchführenden 

Behandelnden u/o Angabe im 

Pathologiebericht 

11 Qualitätsindikatoren 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

372

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

Alle Männer mit PI-RADS 4 

oder 5 im mpMRT und 

Biopsie 

Meldeanlass: 

Pathologiemeldung 

QI 12: unbesetzt 

QI 13: Androgendeprivationstherapie oder Bicalutamid bei hohem 

Progressionsrisiko (neu 2021) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit zusätzlicher 

Androgendeprivationsther

apie (ADT) oder 

Bicalutamid 

Nenner 

Alle Patienten mit PSA-

Rezidiv und Salvage-

Strahlentherapie und PSA 

vor SRT 

>0,7ng/ml 

Empfehlung 7.15 (neu 2021) 

Patienten mit hohem 

Progressionsrisiko (PSA vor SRT 

>0,7 ng/ml) soll zusätzlich zur 

perkutanen Salvage-

Strahlentherapie (SRT) eine 

Androgendeprivationstherapie 

(ADT) oder Bicalutamid 

angeboten werden. 

EG A, LoE 1- 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

Androgendeprivationstherapie 

(ADT) oder Bicalutamid zusätzlich 

zur Salvage-Strahlentherapie bei 

hohem Progressionsrisiko 

Meldeanlass: 

Therapiemeldung 

QI 14: Aktive Überwachung bei lokalisiertem Prostatakarzinom mit niedrigem 

Risiko (modifiziert 2025) 

Zähler 

Patienten des Nenners 

mit Aktiver Überwachung 

Nenner 

Alle Patienten mit 

Erstdiagnose eines lokal 

begrenzten 

Prostatakarzinoms des 

niedrigen Risikoprofils 

(Gruppe ISUP 1 und low-

risk nach d´Amico-

Kriterien) 

Empfehlung 6.6 (modifiziert 

2024, geprüft 2025) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom 

des niedrigen Risikoprofils (ISUP 

Gruppe 1 und low risk nach 

D’Amico-Kriterien) sollen aktiv 

überwacht werden. 

Konsensbasierte Empfehlung 

(EK, starker Konsens) 

Qualitätsziel: Möglichst häufig 

AS bei Pat. mit 

Erstdiagnose eines lokalisierten 

Prostatakarzinoms und niedrigem 

Risiko. 

Meldeanlass: 

Therapiemeldung 

QI 15: BRCA 1/2-Analyse bei progredientem, metastasiertem 

kastrationsresistentem Prostatakarzinom nach ARPI-Therapie (modifiziert 2025) 

Zähler Empfehlung 7.42 (neu 2024) EG A, LoE 1- 

11 Qualitätsindikatoren 

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373

Qualitätsindikator Referenz-Empfehlung Evidenzgrundlage / weitere 

Informationen 

Patienten des Nenners 

mit Sequenzierung 

(Keimbahn u./o. 

somatisch) von Genen 

der homologen DNS-

Rekombinationsreparatur 

(mind. BRCA 1/2), vor 

Einleitung der 

nächsten systemischen 

Therapie (sofern noch 

keine Sequenzierung 

vorliegt). 

Nenner 

Alle Patienten mit 

metastasiertem 

kastrationsresistentem 

Prostatakarzinom nach 

ARPI-Therapie 

Falls keine positiven Ergebnisse 

einer früher durchgeführten 

Keimbahntestung vorliegen, soll 

vor Einleitung einer 

systemischen Therapie des 

metastasierten, 

kastrationsresistenten 

Prostatakarzinom die 

Sequenzierung (Keimbahn, 

somatisch) von Genen, die in der 

Reparatur der homologen DNS-

Rekombination (homologen 

Rekombinationsreparatur (HRR)) 

eine Rolle spielen, durchgeführt 

werden. 

Qualitätsziel: Möglichst viele 

Pat. mit mCRPC und 

Sequenzierung von Genen der 

homologen DNS- 

Rekombinationsreparatur 

(BRCA1/2) vor Einleitung der 

systemischen Therapie. 

Meldeanlass: 

Therapiemeldung 

 

12 Forschungsfragen 

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374

12 Forschungsfragen 

Die Leitliniengruppe sieht in vielen Bereichen Forschungsbedarf. Im Rahmen einer 

Bedarfsanalyse zu dieser Aktualisierung wurden die Nutzer der Leitlinie um konkrete 

Forschungsfragen gebeten. Hier aufgeführt sind nach Auswahl durch die 

Steuergruppe diejenigen Fragen, die unmittelbar die Leitlinie selbst oder in der 

Leitlinie besprochene Themen betreffen. Fragen der Grundlagenforschung wurden 

nicht berücksichtigt. 

1. Versorgungsforschung 

Es ist nicht geklärt, inwieweit die Leitlinieninhalte zur Anwendung kommen und 

welchen Einfluss dies auf die Versorgung hat. 

Die Leitliniengruppe befürwortet deshalb die Entwicklung von 

Evaluationsprogrammen der Leitlinienanwendung, in welche auch die Perspektive der 

Betroffenen einbezogen wird. Insbesondere die Mitglieder der Steuergruppe und die 

Patientenvertreter stehen bei der Konzeption von Evaluationsstudien gerne beratend 

zur Verfügung. Dies beinhaltet auch gesundheitsökonomische Analysen der 

verschiedenen Primärtherapieverfahren sowie (sektorübergreifender) 

Versorgungspfade. Regionale oder sektorale Herausforderungen sowie die Qualität 

der Versorgung werden ebenso als relevante Bestandteile der Evaluation gesehen. 

2. Epidemiologie 

Die Leitliniengruppe befürwortet Studien zur Inzidenz und Prävalenz der 

unterschiedlichen Formen des Prostatakarzinoms sowie zur Häufigkeit des Einsatzes 

der unterschiedlichen Therapieformen. Zudem wird eine Relevanz gesehen bei der 

Einschätzung sekundär entwickelter Krebserkrankungen nach Therapiebeginn, wobei 

Einflussfaktoren und Präventionsmöglichkeiten und -erfolge hervorgehoben werden. 

3. Pathologisch-anatomische Diagnostik 

Die Leitliniengruppe befürwortet Studien zur Sicherung der Biopsiebewertung und zu 

Markern für die Aggressivitätsbeurteilung der Karzinome. 

Für Patienten mit familiärer Tumordisposition wird Forschungsbedarf hinsichtlich der 

unterschiedlichen Früherkennungsmaßnahmen gesehen, um im Rahmen der 

Prävention einer Prostatakarzinomerkrankung konkretere Empfehlungen formulieren 

zu können. 

4. Diagnostik und Therapie des lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen 

Prostatakarzinoms 

Die Leitliniengruppe befürwortet Studien zu bildgebenden Verfahren, insbesondere 

Ultraschall- und MRT-Techniken, in denen vergleichbare technische Standards 

eingesetzt und validiert werden und die klinisch relevante Endpunkte haben. 

Die Leitliniengruppe sieht Forschungsbedarf hinsichtlich geeigneter 

Komorbiditätsklassifikationen zur Entscheidungsfindung im Hinblick auf 

Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms. 

5. Diagnostik und Therapie des Rezidivs 

12 Forschungsfragen 

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375

Die Leitliniengruppe sieht vorrangig Forschungsbedarf hinsichtlich folgender Fragen: 

• Nutzen der PET/CT bei einem biochemischen Rezidiv (PSA-Wert >1 ng/ml) vor 

einer Salvage-Strahlentherapie oder vor einer Salvage-Lymphadenektomie 

• Nutzen und Schaden der operativen Therapie eines Rezidivs nach perkutaner 

Strahlentherapie 

• Stellenwert der HIFU bei der Behandlung des Rezidivs 

• Therapie der regionalen Lymphknotenprogression 

6. Diagnostik und Therapie des metastasierten, kastrationsresistenten 

Prostatakarzinom 

Die Leitliniengruppe sieht Forschungsbedarf zu folgenden Themen: 

• Bildgebung zur Diagnostik von Metastasen 

• Sequenztherapie verschiedener Therapieoptionen 

• Head-to-head-Vergleiche der unterschiedlichen Therapieoptionen 

7. Die Leitlinie begleitende Dokumente und Tools 

Die Entwicklung, Evaluation und Weiterentwicklung von Praxishilfen sowie 

Entscheidungshilfen für Betroffene wird durch die Leitliniengruppe als elementarer 

Bestandteil einer erfolgreichen Implementierung der Leitlinieninhalte gesehen. Die 

Produkte sollen dabei integraler Bestandteil der Leitlinie sein und beispielsweise auf 

Übersichtsdarstellungen und den Empfehlungen der Leitlinie beruhen. Daher wird die 

Evaluation, Weiterentwicklung und Bekanntmachung beispielsweise im Rahmen der 

Aus-, Fort- und Weiterbildung durch die Leitliniengruppe befürwortet. 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

376

13 Änderungen in der Version 8 

Tabelle 39: Änderungen der Empfehlungen von Version 7.0 zu 8.0 

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

4.1 neu 2025 

 

Zur Früherkennung von 

Prostatakarzinomen soll keine 

digital-rektale Untersuchung 

erfolgen. 

4.1 4.2 modifiziert 

2025 

Besteht ein Anlass, über 

Früherkennung zum 

Prostatakarzinom zu informieren, 

sollen Männer ergebnisoffen über 

die Vor- und Nachteile beraten 

werden, insbesondere über die 

Aussagekraft von positiven und 

negativen Testergebnissen, 

Überdiagnosen sowie über 

gegebenenfalls erforderliche weitere 

Maßnahmen. (modifiziert 2021). 

Männer ab dem Alter von 45 Jahren 

mit einer Lebenserwartung von 

mindestens 10 Jahren, die eine 

Prostatakarzinom-Früherkennung 

wünschen, sollen ergebnisoffen über 

die Vor- und Nachteile beraten 

werden (siehe Tabelle 4). 

4.2 4.3 modifiziert 

2025 

Männern, die nach der Aufklärung 

eine Früherkennungsuntersuchung 

wünschen, soll das Bestimmen des 

PSA-Wertes als 

Untersuchungsmethode angeboten 

werden. Zusätzlich kann eine digital-

rektale Untersuchung durchgeführt 

werden. (modifiziert 2021) 

Männern, die nach dieser Beratung 

weiter eine Früherkennung 

wünschen, soll die Bestimmung 

eines Prostata-spezifischen Antigen 

(PSA)-Wertes angeboten werden 

 

4.4 

 

 

Entsprechend der Höhe des PSA-

Wertes soll eine Risikozuordnung 

und eine risikoadaptierte 

Empfehlung zur 

Früherkennungsstrategie und 

weiteren Diagnostik erfolgen. 

Basis-PSA-Wert Risikozuordnung 

Empfehlung 

13 Änderungen in der Version 8 

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377

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

<1,5 ng/ml: niedriges Risiko: 5-

jährliche Intervalle 

1,5 ng/ml – 2,99 ng/ml: 

intermediäres Risiko: 2-jährliche 

Intervalle 

 ≥3 ng/ml (kontrolliert): hohes 

Risiko: Diagnostik 

4.4 4.5 modifiziert 

2025 

Ein erhöhter PSA-Wert soll unter 

Berücksichtigung von 

Einflussfaktoren kontrolliert werden. 

(geprüft 2021) 

Ein erhöhter PSA-Wert ≥3 ng/ml soll 

vor der weiteren Diagnostik unter 

Berücksichtigung von 

Einflussfaktoren innerhalb von 3 

Monaten kontrolliert werden. 

 

4.6 neu 2025 

 

Bei einem kontrolliert erhöhten PSA-

Wert ≥3 ng/ml soll eine urologische 

Konsultation erfolgen. Bestätigt sich 

dabei ein Risiko für ein 

Prostatakarzinom, soll eine 

Magnetresonanztomographie (MRT) 

der Prostata erfolgen. 

 

4.7 neu 2025 

 

Männern mit einer familiären 

Belastung (≥ ein erstgradig 

Verwandter) soll ein PSA-basiertes 

Screening ab einem Alter von 45 

Jahren angeboten werden. 

 

4.8 neu 2025 

 

Männern ab einem Alter von 40 

Jahren mit einer pathogenen 

Variante in den Genen BRCA2, MSH2 

oder MSH6 sollte eine Konsultation 

im Rahmen einer Risikosprechstunde 

angeboten werden. 

 

4.9 neu 2025 

13 Änderungen in der Version 8 

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378

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

Bei Vorliegen einer pathogenen 

Variante in den Genen BRCA2, MSH2 

oder MSH6 sollen eine PSA-

Bestimmung und eine MRT der 

Prostata erfolgen. 

 

4.10 neu 2025 

 

Bei Vorliegen einer pathogenen 

Variante und PI-RADS 3-5 in der MRT 

und/oder einem PSA-Wert von ≥3 

ng/ml sollte eine MRT-Ultraschall-

Fusionsbiopsie der Prostata 

empfohlen werden. 

5.1 4.11 modifiziert 

2025 

Vor der Entscheidung zur Biopsie 

soll der Patient in ausreichendem 

zeitlichem Abstand zu dem Eingriff 

über potenziellen Nutzen, Risiken 

und Konsequenzen einer 

Prostatabiopsie ärztlich aufgeklärt 

werden. (geprüft 2018) 

Bei klinischem Verdacht auf ein 

Prostatakarzinom (erhöhter PSA-

Wert, Symptome) sollen Männer im 

Rahmen einer urologischen 

Konsultation über die Vor- und 

Nachteile einer Diagnostik und deren 

Konsequenzen beraten werden. 

Insbesondere soll über die 

Aussagekraft von positiven und 

negativen Testergebnissen, 

Überdiagnosen sowie über 

gegebenenfalls erforderliche weitere 

Maßnahmen informiert werden. 

 

4.12 neu 2025 

 

Eine MRT der Prostata im Rahmen 

der Primärdiagnostik soll ab einer 

bestätigten Erhöhung des PSA-Werts 

von >3 ng/ml und vor einer Biopsie 

erfolgen, sofern hieraus 

handlungsrelevante Konsequenzen 

resultieren. 

 

4.13 neu 2025 

 

Vor der Durchführung einer MRT der 

Prostata soll das individuelle Risiko 

zur Detektion eines 

13 Änderungen in der Version 8 

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379

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Prostatakarzinoms unter 

Berücksichtigung des Alters, der 

Anamnese, der mutmaßlichen 

Lebenserwartung, der familiären 

Belastung, der digital-rektalen 

Untersuchung und der Ultraschall-

gestützten Bestimmung der PSA-

Dichte mit dem Patienten 

besprochen werden. 

 

4.14 neu 2025 

 

Bei klinischem Verdacht auf ein 

fortgeschrittenes Prostatakarzinom 

oder wenn eine Kontraindikation für 

eine MRT vorliegt, kann eine 

histologische Sicherung ohne 

vorangegangene MRT erfolgen. 

5.13 4.15 modifiziert 

2025 

Eine MRT der Prostata soll 

multiparametrisch (mpMRT) 

entsprechend den aktuellen 

Qualitätsstandards durchgeführt 

werden. (Zur Indikation siehe 5.15 

bis 5.18.) (geprüft 2021) 

Die Durchführung einer MRT soll 

entsprechend den aktuellen 

Qualitätsstandards und die 

Befundung durch einen für die MRT 

der Prostata zertifizierten 

Radiologen (Q2-Zertifikat der 

Deutsche Röntgengesellschaft) 

erfolgen. 

 

4.16 neu 2025 

 

Die Stanzbiopsie soll unter 

Berücksichtigung aller 

bildmorphologischen Information 

erfolgen. 

5.14 4.17 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a. Die in der mpMRT beschriebenen 

Karzinom-suspekten Herde sollen 

gezielt biopsiert werden. (modifiziert 

2021) 

Die in der MRT beschriebenen 

Karzinom-suspekten Herde (PI-RADS 

4 und 5) sollen durch die Entnahme 

von 2-3 Zylindern pro Herd gezielt 

biopsiert werden. 

13 Änderungen in der Version 8 

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380

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

4.18 neu 2025 

 

PI-RADS 3 Befunde in der MRT der 

Prostata sollen bei niedrigem 

individuellem Risiko nicht biopsiert 

werden. 

 

4.19 neu 2025 

 

Die gezielte Biopsie sollte über eine 

Software-basierte MRT/Ultraschall-

Fusionsbiopsie, oder als MRT-

gestützte Biopsie („in-bore“) 

erfolgen. 

5.14 4.20 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Zusätzlich zur mpMRT-gezielten 

Biopsie sollte im Rahmen der 

Erstbiopsie eine systematische 

Biopsie erfolgen. (modifiziert 2021) 

Zusätzlich zur MRT-gezielten Biopsie 

sollte im Rahmen der Erstbiopsie 

eine systematische Biopsie erfolgen. 

 

4.21 neu 2025 

 

Im Rahmen der Re-Biopsie nach 

tumorfreier Erstbiopsie kann auf eine 

zusätzliche systematische Biopsie 

verzichtet werden, wenn die 

systematische Biopsie initial 

durchgeführt wurde. 

 

4.22 neu 2025 

 

Eine periläsionale Biopsie (in der 

Penumbra der MRT-suspekten 

Läsion) kann durchgeführt werden. 

 

4.23 neu 2025 

 

Bei PI-RADS 1 und 2 Befunden soll 

keine Biopsie durchgeführt werden. 

13 Änderungen in der Version 8 

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381

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

5.9 4.24 modifiziert 

2025 

Die transrektale 

Ultraschalluntersuchung kann als 

ergänzende bildgebende Diagnostik 

eingesetzt werden, wenn sie den 

geltenden Qualitätsanforderungen 

genügt. (modifiziert 2018) 

Die transrektale 

Ultraschalluntersuchung, auch als 

Hochfrequenz-Ultraschall, kann als 

ergänzende bildgebende Diagnostik 

eingesetzt werden, wenn sie den 

geltenden Qualitätsanforderungen 

genügt. 

 

4.25 neu 2025 

 

Eine auf künstlicher Intelligenz-

basierte Ultraschall-Bildanalyse kann 

bei transrektal Ultraschall-gestützter 

Biopsie genutzt werden. 

5.10 bis 5.12 4.26 modifiziert 

2025 

5.10: Die kontrastverstärkte 

Ultraschalluntersuchung sollte nicht 

zur Primärdiagnostik eingesetzt 

werden. (geprüft 2018); 

5.11: Die Ultraschall-Elastographie 

soll nicht zur Primärdiagnostik 

eingesetzt werden. (geprüft 2018); 

5.12: Der computergestützte 

Ultraschall (Histoscanning) soll nicht 

zur Primärdiagnostik eingesetzt 

werden. (geprüft 2018) 

Andere Ultraschall-

Untersuchungsmethoden, wie der 

Kontrastmittel-verstärkte Ultraschall, 

Ultraschall-Elastographie und 

Histoscanning sollen nicht zur 

Primärdiagnostik eingesetzt werden. 

 

4.27 neu 2025 

 

Die erneute gezielte Biopsie kann 

auch in Form einer MRT „in-bore“-

Biopsie durchgeführt werden. 

5.17 4.28 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

a. Nach negativer systematischer 

Biopsie ohne vorherige mpMRT soll 

bei fortbestehendem Karzinom-

Verdacht eine Bildgebung mittels 

mpMRT, den geltenden 

Nach negativer systematischer 

Biopsie ohne vorherige MRT soll bei 

fortbestehendem Karzinom-Verdacht 

eine Bildgebung mittels MRT, den 

geltenden Qualitätsstandards 

entsprechend, erfolgen. 

13 Änderungen in der Version 8 

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382

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Qualitätsstandards entsprechend, 

erfolgen. (modifiziert 2021) 

nummern 

aufgeteilt 

5.17 4.29 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Nach negativer Rebiopsie soll bei 

gleichbleibenden klinischen 

Parametern (DRU und PSA) keine 

weitere invasive Intervention 

erfolgen. (modifiziert 2021) 

Nach negativer Re-Biopsie soll bei 

gleichbleibenden klinischen 

Parametern (PSA, PSA-Dichte) keine 

weitere invasive Intervention 

erfolgen. 

 

4.30 neu 2025 

 

Die Stanzbiopsie soll gezielt unter 

bildgebender Kontrolle unter 

Einbeziehung der 

Lokalisationsinformationen 

transperineal oder transrektal 

erfolgen. 

5.3 4.31 modifiziert 

2025 

Bei der Stanzbiopsie sollen in der 

Regel zehn bis zwölf Gewebezylinder 

entnommen werden. (geprüft 2018) 

Bei Durchführung einer 

systematischen Stanzbiopsie im 

Rahmen einer gezielten Biopsie oder 

wenn eine MRT nicht durchgeführt 

werden kann, sollen alle Sextanten 

der Prostata mit insgesamt zehn bis 

zwölf Gewebezylindern abgedeckt 

werden. 

5.4 4.32 modifiziert 

2025 

Die Stanzbiopsie soll unter 

Antibiotikaschutz erfolgen. (geprüft 

2018) 

Die transrektale Stanzbiopsie soll 

unter Antibiotikaprophylaxe 

erfolgen. 

 

4.33 neu 2025 

 

Bei Risikopatienten sollte ein 

Rektalabstrich erfolgen. 

 

4.34 neu 2025 

13 Änderungen in der Version 8 

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383

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

Povidon-Jod kann bei der 

transrektalen Biopsie angewendet 

werden. 

 

4.35 neu 2025 

 

Bei der transperinealen Stanzbiopsie 

kann auf eine Antibiotikaprophylaxe 

verzichtet werden. 

5.5 4.36 modifiziert2025 

Die lokale infiltrative Anästhesie 

sollte zur Verminderung des 

Schmerzempfindens während der 

Stanzbiopsie der Prostata 

vorgenommen werden. (modifiziert 

2018) 

Zur Verminderung des 

Schmerzempfindens während der 

Stanzbiopsie der Prostata soll eine 

Anästhesie vorgenommen werden. 

 

4.37 neu 2025 

 

Männern mit metastasiertem 

Prostatakarzinom soll eine 

Vorstellung in einer 

humangenetischen Sprechstunde 

und eine Keimbahn-Testung 

Prostatakarzinom-relevanter Gene 

angeboten werden. 

 

4.38 neu 2025 

 

Männer mit einem Prostatakarzinom 

und einem Hinweis auf ein familiäres 

Tumorrisikosyndrom (u.a. erblicher 

Brust-/Eierstockkrebs, Lynch-

Syndrom) soll eine Vorstellung in 

einer humangenetischen 

Sprechstunde und eine Keimbahn-

Testung angeboten werden. 

5.20 4.39 modifiziert 

2025 

Zur Bestimmung der klinischen T-

Kategorie soll der DRU-Befund 

herangezogen werden. Befunde von 

bereits durchgeführten 

Zur Bestimmung der klinischen T-

Kategorie sollen der digital-rektale 

Untersuchungsbefund und die 

13 Änderungen in der Version 8 

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384

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

bildgebenden Verfahren sollen 

berücksichtigt werden, wenn sie den 

geltenden Qualitätsstandards 

genügen. (geprüft 2018) 

Magnetresonanztomographie 

herangezogen werden. 

5.21 4.40 modifiziert 

2025 

Patienten mit Tumorkategorie cT1 

und low-risk-Parametern sollten 

keine bildgebenden Untersuchungen 

zum Staging (Sonografie, 

Skelettszintigrafie, CT, PET/CT) 

erhalten. (modifiziert 2018) 

Patienten mit Tumorkategorie cT1 

und low-risk-Parametern sollen nach 

Magnetresonanztomographie vor 

Biopsie keine bildgebenden 

Untersuchungen zum Staging 

(Skelettszintigrafie, 

Computertomographie, Positronen-

Emissions-

Tomographie/Computertomographie

) erhalten. 

5.22 4.41 modifiziert 

2025 

Für Patienten mit intermediärem 

Risiko können aufgrund der 

mangelnden Datenlage keine 

evidenzbasierten Empfehlungen zur 

Bildgebung im Rahmen des Stagings 

ausgesprochen werden. (geprüft 

2018) 

Für Patienten mit günstigem 

intermediärem Risiko (favorable 

intermediate risk) besteht ein 

geringes Risiko für Metastasen. 

Daher sollte von einer weiteren 

Ganzkörper-Staging-Bildgebung 

abgesehen werden. 

5.25 4.42 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a. Das PSMA-PET hat eine höhere 

Genauigkeit (accuracy) für den 

Nachweis von Prostatakarzinom-

Metastasen als die Kombination aus 

Computertomographie und 

Knochenszintigraphie. (Statement) 

(neu 2021) 

Die PSMA-PET-Bildgebung hat eine 

höhere Genauigkeit für den 

Nachweis von Prostatakarzinom-

Metastasen als die Kombination aus 

Computertomographie und 

Knochenszintigraphie. 

 

4.43 neu 2025 

 

Patienten mit einem unfavorable 

intermediate risk oder high risk/very 

high risk Prostatakarzinom sollen 

vor der Entscheidung über eine 

therapeutische Maßnahme ein 

Staging erhalten. 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

385

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

5.25 4.44 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Das PSMA-PET/CT kann beim 

High-Risk Prostatakarzinom 

(Gleason-Score 8-10 oder T-

Kategorie cT3/cT4 oder PSA ≥20 

ng/ml) zur Ausbreitungsdiagnostik 

eingesetzt werden. (neu 2021) 

Die PSMA-PET/CT soll beim 

Prostatakarzinom mit Risikofaktoren 

für eine Fernmetastasierung (ISUP 

GG ≥3 oder T-Kategorie cT3/cT4 

oder PSA ≥20 ng/ml) zur 

Ausbreitungsdiagnostik eingesetzt 

werden. 

5.27 4.45 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a) Nomogramme können zur 

Indikationsstellung einer Biopsie bei 

Verdacht auf Prostatakarzinom 

sowie bei nachgewiesenem 

Prostatakarzinom zur 

Stadieneinteilung und 

Prognoseeinschätzung 

herangezogen werden. (geprüft 

2018) 

Nomogramme können bei 

nachgewiesenem Prostatakarzinom 

zur Einschätzung der lokalen 

Ausbreitung und der Prognose 

herangezogen werden. 

5.27 4.46 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b) Im Falle der Verwendung sollen 

extern validierte Nomogramme 

benutzt werden. (geprüft 2018) 

Im Falle der Verwendung sollen 

extern validierte Nomogramme 

benutzt werden. 

5.43 5.9 modifiziert 

2025 

Bei Gleason-Scores von 7-8 

(WHO/ISUP 

Graduierungsgruppen/Grade Groups 

2-4) sollen cribriforme 

Tumorkomponenten im Kommentar 

erwähnt werden. (neu 2024) 

Bei einem Gleason-Score von 7 

(WHO/ISUP 

Graduierungsgruppen/Grade Groups 

2-3) sollen cribriforme 

Tumorkomponenten im Kommentar 

erwähnt werden. 

6.9 6.7 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

Der Tumor soll nach Beginn der 

Aktiven Überwachung und innerhalb 

der ersten 2 Jahre bei ISUP Gruppe 1 

Der Tumor soll nach Beginn der 

Aktiven Überwachung und innerhalb 

der ersten 2 Jahre bei ISUP-Gruppe 1 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

386

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

alle 6 Monate und bei ISUP Gruppe 2 

alle 3 Monate durch PSA-

Bestimmung kontrolliert werden. 

(modifiziert 2024) 

alle 6 Monate und bei ISUP-Gruppe 2 

alle 3 Monate durch PSA-Bestimmung 

kontrolliert werden. 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

6.9 6.8 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Erste Re-Biopsie [s. Flussdiagramm]: 

Bei Patienten mit initialer mpMRT 

soll eine erneute mpMRT mit 

gezielter und systematischer Biopsie 

nach 12-18 Monaten erfolgen. 

Bei Patienten ohne initiale mpMRT 

soll eine mpMRT mit gezielter und 

systematischer Biopsie innerhalb von 

6 Monaten erfolgen. (modifiziert 

2024) 

Erste Re-Biopsie (s. Abbildung 5): 

Bei Patienten mit initialer MRT soll 

eine erneute MRT der Prostata mit 

gezielter und systematischer Biopsie 

nach 12-18 Monaten erfolgen. 

Bei Patienten ohne initiale MRT der 

Prostata soll diese innerhalb von 6 

Monaten erfolgen. Im Fall einer 

Target-Läsion PI-RADS ≥3 soll eine 

gezielte Biopsie erfolgen. Liegt keine 

Target-Läsion vor, soll keine 

konfirmatorische Biopsie 

durchgeführt werden (s. Abbildung 

5). 

6.9 6.9 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Die mpMRT soll geltenden 

Qualitätsstandards entsprechen. 

(modifiziert 2024) 

Die MRT der Prostata soll geltenden 

Qualitätsstandards entsprechen. 

6.11 6.11 modifiziert 

2025 

Bei signifikantem PSA-Anstieg 

(Verdopplungszeit <3 Jahre) sollte 

eine erneute mpMRT mit gezielter 

und systematischer Re-Biopsie 

erfolgen. Eine alleinige Progression 

des PSA-Wertes und/oder einer 

mpMRT Läsion sollte nicht zum 

Abbruch der Aktiven Überwachung 

führen. 

Bei signifikantem PSA-Anstieg 

(Verdopplungszeit <3 Jahre) sollte 

eine erneute MRT mit gezielter und 

systematischer Re-Biopsie erfolgen. 

Eine alleinige Progression des PSA-

Wertes und/oder einer MRT-Läsion 

sollte nicht zum Abbruch der Aktiven 

Überwachung führen. 

Die Aktive Überwachung soll beendet 

werden, bei: 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

387

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Die Aktive Überwachung soll 

beendet werden, bei: 

 -Upgrading zu ISUP Gruppe 2 mit 

ungünstigem Risikoprofil* 

 -Upgrading zu >= ISUP Gruppe 3 

 -Lokal fortgeschrittenem 

Tumorstadium (≥cT3 und/oder cN+) 

*cribriformes oder intraduktales 

Wachstum, Anteil Gleason-Muster 4 

über 10 %. (modifiziert 2024) 

 -Upgrading zu ISUP-Gruppe 2 mit 

ungünstigem Risikoprofil* 

 -Upgrading zu >= ISUP-Gruppe 3 

 -Lokal fortgeschrittenem 

Tumorstadium (≥cT3 und/oder cN+) 

*cribriformes oder intraduktales 

Wachstum, signifikante Zunahme 

des Anteils Gleason-Muster 4. 

6.32 6.12 modifiziert 

2025 

Bei Patienten mit Prostatakarzinom 

und einem niedrigen Risiko (cT1c 

und PSA < 10 und Gleason ≤ 6) kann 

auf eine Lymphadenektomie 

verzichtet werden. (geprüft 2018) 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des niedrigen 

Risikoprofils (nach D’Amico 

beziehungsweise „very low risk“ und 

„low risk“ nach NCCN-Klassifikation) 

sollen keine Lymphadenektomie 

erhalten. 

6.7 6.13 modifiziert 

2025 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom der ISUP Gruppe 2 

und günstigem Risikoprofil können 

aktiv überwacht werden (Active 

Surveillance). Das günstige 

Risikoprofil beinhaltet kein 

cribriformes und/oder intraduktales 

Wachstum und einen Anteil Gleason-

Muster 4 unter 10%. (modifiziert 

2024) 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom der ISUP-Gruppe 2 

und günstigem Risikoprofil kann 

eine Aktive Überwachung angeboten 

werden. Das günstige Risikoprofil 

beinhaltet kein cribriformes 

und/oder intraduktales Wachstum 

und einen geringen Anteil Gleason-

Muster 4. 

 

6.15 neu 2025 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils und einer 

Lebenserwartung von über 10 Jahren 

soll eine radikale Prostatektomie 

angeboten werden. 

 

6.16 neu 2025 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

388

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des hohen 

Risikoprofils und einer 

Lebenserwartung von über 10 Jahren 

soll eine radikale Prostatektomie, 

gegebenenfalls als Teil einer 

multimodalen Therapie, angeboten 

werden. 

 

6.17 neu 2025 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils können eine 

ausgedehnte Lymphadenektomie 

erhalten. 

 

6.18 neu 2025 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom mit hohem oder 

sehr hohem Risiko (nach NCCN-

Klassifikation) und Patienten mit 

lokal fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom sollten im Rahmen 

einer radikalen Prostatektomie eine 

ausgedehnte Lymphadenektomie 

erhalten. 

6.19 6.19 modifiziert 

2025 

Die perkutane Dosis-eskalierende 

Strahlentherapie soll in IMRT-

Technik unter Einsatz bildgeführter 

Techniken (IGRT) durchgeführt 

werden. (neu 2018) 

Die perkutane Strahlentherapie soll 

in IMRT-Technik unter Einsatz 

bildgeführter Techniken (IGRT) 

durchgeführt werden. 

6.18 6.21 modifiziert 

2025 

Die perkutane Strahlentherapie ist 

eine primäre Therapieoption beim 

lokal begrenzten Prostatakarzinom 

aller Risikogruppen. (modifiziert 

2018) 

Patienten mit einem lokal 

begrenztem Prostatakarzinom des 

intermediären Risikoprofils soll eine 

perkutane Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) angeboten werden. 

6.72 6.22 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

389

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des mittleren 

Risikoprofils sollten zusätzlich zur 

perkutanen Strahlentherapie eine 

begleitend-adjuvante 

hormonablative Therapie von 4 bis 6 

Monaten erhalten. Diese kann vor 

der Strahlentherapie beginnen. 

Bei der Entscheidung für oder gegen 

eine zusätzliche Hormontherapie 

sollten zusätzliche Faktoren 

(insbesondere Gleason Score, 

Komorbidität) beachtet und mit dem 

Patienten diskutiert werden. 

(modifiziert 2018) 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils sollten zusätzlich zur 

perkutanen Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) eine begleitende 

hormonablative Therapie von 4 bis 6 

Monaten erhalten. Diese kann vor 

der Strahlentherapie beginnen. 

modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

6.72 6.23 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des mittleren 

Risikoprofils sollten zusätzlich zur 

perkutanen Strahlentherapie eine 

begleitend-adjuvante 

hormonablative Therapie von 4 bis 6 

Monaten erhalten.Diese kann vor der 

Strahlentherapie beginnen. 

Bei der Entscheidung für oder gegen 

eine zusätzliche Hormontherapie 

sollten zusätzliche Faktoren 

(insbesondere Gleason Score, 

Komorbidität) beachtet und mit dem 

Patienten diskutiert werden. 

(modifiziert 2018) 

Bei der Entscheidung für oder gegen 

eine zusätzliche Hormontherapie 

sollten zusätzliche Faktoren 

(insbesondere Gleason-Score, 

Komorbidität) beachtet und mit dem 

Patienten diskutiert werden. 


6.24 neu 2025 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils soll eine 

Standardfraktionierung (74 Gy bis 80 

Gy) oder eine moderate 

Hypofraktionierung (z. B. 3 Gy/60 

Gy; 2,5 Gy bis 70 Gy) angeboten 

werden. 

 

6.25 neu 2025 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

390

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

Zusätzlich sollte eine 

Androgendeprivationstherapie von 4-

6 Monaten Dauer eingesetzt werden. 

 

6.26 neu 2025 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils können mit einer 

extremen Hypofraktionierung (6,1 

Gy bis 42,7 Gy oder 7,25 / 8 Gy bis 

40 Gy) analog der HYPO-RT-Studie 

oder der PACE-B-Studie bestrahlt 

werden. 

 

6.27 neu 2025 

 

Vor einer Entscheidung für eine 

extreme Hypofraktionierung sollen 

Patienten über das Risiko einer 

erhöhten urogenitalen Toxizität der 

hypofraktionierten Bestrahlung 

gegenüber der 

Standardfraktionierung aufgeklärt 

werden. 

 

6.28 neu 2025 

 

Zusätzlich sollte eine 

Androgendeprivationstherapie von 4-

6 Monaten Dauer eingesetzt werden. 

6.24 6.29 modifiziert 

2025 

Es besteht kein Hinweis auf einen 

Patienten-relevanten Vorteil der 

Protonentherapie im Vergleich zur 

hochkonformalen Photonentherapie 

(IMRT) bei Patienten mit lokal 

begrenztem Prostatakarzinom. 

(modifiziert 2018) 

Bei Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils besteht kein Hinweis 

auf einen patientenrelevanten Vorteil 

der Protonentherapie im Vergleich 

zur Photonentherapie (IMRT + IGRT). 

6.18 6.30 modifiziert 

2025 

Die perkutane Strahlentherapie ist 

eine primäre Therapieoption beim 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

391

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

lokal begrenzten Prostatakarzinom 

aller Risikogruppen. (modifiziert 

2018) 

hohen Risikoprofils soll eine 

perkutane Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) angeboten werden. 

6.73 6.31 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a. Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des hohen 

Risikoprofils sollen zusätzlich zur 

perkutanen Strahlentherapie eine 

adjuvante hormonablative Therapie 

erhalten. Diese kann bis zu 6 

Monate vor der Strahlentherapie 

beginnen. (modifiziert 2018) 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des hohen 

Risikoprofils sollen zusätzlich zur 

perkutanen Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) eine adjuvante hormonablative 

Therapie erhalten. 

6.73 6.32 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Die hormonablative Therapie soll 

mindestens 24 Monate, besser 36 

Monate dauern. (modifiziert 2018) 

Die hormonablative Therapie soll 24 

bis 36 Monate dauern. Diese kann 

bis zu 6 Monate vor der 

Strahlentherapie beginnen. 

6.73 6.33 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

c. Bei Patienten mit lokal 

begrenztem Prostatakarzinom des 

hohen Risikoprofils soll die 

Entscheidung über die Dauer der 

hormonablativen Therapie 

individuell insbesondere in 

Abhängigkeit von Komorbidität und 

Verträglichkeit getroffen werden. 

(modifiziert 2018) 

Die Entscheidung über die Dauer der 

hormonablativen Therapie soll 

individuell in Abhängigkeit von 

Komorbidität und Verträglichkeit 

getroffen werden. 

 

6.34 neu 2025 

 

Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des hohen 

Risikoprofils soll eine 

Standardfraktionierung (74 Gy bis 80 

Gy) oder eine moderate 

Hypofraktionierung (z. B. 3,0 Gy / 

13 Änderungen in der Version 8 

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392

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

60,0 Gy; 2,5 Gy / 70,0 Gy) 

angeboten werden. 

 

6.35 neu 2025 

 

Zusätzlich soll eine 

Androgendeprivationstherapie von 

24 bis 36 Monaten Dauer eingesetzt 

werden. 

 

6.36 neu 2025 

 

Patienten mit lokal 

begrenztemProstatakarzinom des 

hohen Risikoprofils können mit einer 

perkutanen Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) mit integrierter Dosiserhöhung 

der dominanten intraprostatischen 

Läsion in der mpMRT (analog FLAME-

Studie) bestrahlt werden. 

 

6.37 neu 2025 

 

Zusätzlich soll eine 

Androgendeprivationstherapie von 

24 bis 36 Monaten Dauer eingesetzt 

werden. 

 

6.38 neu 2025 

 

Bei Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom des hohen 

Risikoprofils besteht kein Hinweis 

auf einen patientenrelevanten Vorteil 

der Protonentherapie im Vergleich 

zur Photonentherapie (IMRT + IGRT). 

 

 

 

6.39 neu 2025 

 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

günstigen intermediären 

Risikoprofils (nach NCCN) soll eine 

13 Änderungen in der Version 8 

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393

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

LDR-Brachytherapie angeboten 

werden. 

 

6.40 neu 2025 

 

Die LDR-Brachytherapie soll bei lokal 

begrenztem Prostatakarzinom des 

günstigen intermediären 

Risikoprofils (nach NCCN) als 

Monotherapie (ohne perkutane 

Strahlentherapie) durchgeführt 

werden. 

6.27 6.41 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Beim lokal begrenzten 

Prostatakarzinom der intermediären 

bzw. hohen Risikogruppe kann eine 

primäre kombinierte perkutane 

Bestrahlung plus LDR/HDR-

Brachytherapie-Boost in Verbindung 

mit einer Kurzzeit- bzw. Langzeit-

Androgendeprivationstherapie (ADT) 

durchgeführt werden. (modifiziert 

2021) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

ungünstigen intermediären 

Risikoprofils (nach NCCN) sollte ein 

LDR-Brachytherapie-Boost in 

Verbindung mit einer perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) 

angeboten werden. 

6.27 6.42 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform verbundene 

signifikante Erhöhung der 

Spättoxizität (≥ Grad 3) aufgeklärt 

werden.(modifiziert 2021) 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform mögliche signifikante 

Erhöhung der Spättoxizität (≥Grad 3) 

aufgeklärt werden. 

6.27 6.43 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Eine Androgendeprivationstherapie 

(ADT) soll bei Einsatz der 

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen bei der perkutanen 

Strahlentherapie eingesetzt werden. 

(modifiziert 2021) 

Eine Androgendeprivationstherapie 

soll bei Einsatz der Brachytherapie 

analog zu den Empfehlungen der 

perkutanen Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) mit 4-6 Monaten Dauer 

eingesetzt werden. 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

394

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

6.27 6.44 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Beim lokal begrenzten 

Prostatakarzinom der intermediären 

bzw. hohen Risikogruppe kann eine 

primäre kombinierte perkutane 

Bestrahlung plus LDR/HDR-

Brachytherapie-Boost in Verbindung 

mit einer Kurzzeit- bzw. Langzeit-

Androgendeprivationstherapie (ADT) 

durchgeführt werden. (modifiziert 

2021) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

intermediären Risikoprofils sollte 

eine HDR Brachytherapie, kombiniert 

mit einer perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT), 

angeboten werden. 

6.27 6.45 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform verbundene 

signifikante Erhöhung der 

Spättoxizität (≥ Grad 3) aufgeklärt 

werden.(modifiziert 2021) 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform mögliche signifikante 

Erhöhung der Spättoxizität (≥Grad 3) 

aufgeklärt werden. 

6.27 6.46 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Eine Androgendeprivationstherapie 

(ADT) soll bei Einsatz der 

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen bei der perkutanen 

Strahlentherapie eingesetzt werden. 

(modifiziert 2021) 

Eine Androgendeprivationstherapie 

(4-6-Monate) soll bei Einsatz der 

HDR-Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen der perkutanen 

Strahlentherapie eingesetzt werden. 

6.29 6.47 modifiziert 

2025 

Die HDR-Brachytherapie, kombiniert 

mit der perkutanen Strahlentherapie, 

ist eine primäre Therapieoption bei 

Patienten mit Tumoren des mittleren 

und hohen Risikoprofils. 

Der Stellenwert einer zusätzlichen 

hormonablativen Therapie ist nicht 

geklärt. (geprüft 2021) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

hohen Risikoprofils sollte eine HDR 

Brachytherapie, kombiniert mit einer 

perkutanen Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT), angeboten werden. 

 

6.48 neu 2025 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

395

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform mögliche Erhöhung 

der Spättoxizität (≥ Grad 3) 

aufgeklärt werden. 

6.27 6.49 modifiziert 

2025 

c. Eine 

Androgendeprivationstherapie (ADT) 

soll bei Einsatz der Brachytherapie 

analog zu den Empfehlungen bei der 

perkutanen Strahlentherapie 

eingesetzt werden. (modifiziert 

2021) 

Eine Androgendeprivationstherapie 

sollte bei Einsatz der HDR-

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen bei der perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) mit 

24-36 Monaten Dauer eingesetzt 

werden. 

6.27 6.50 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Beim lokal begrenzten 

Prostatakarzinom der intermediären 

bzw. hohen Risikogruppe kann eine 

primäre kombinierte perkutane 

Bestrahlung plus LDR/HDR-

Brachytherapie-Boost in Verbindung 

mit einer Kurzzeit- bzw. Langzeit-

Androgendeprivationstherapie (ADT) 

durchgeführt werden. (modifiziert 

2021) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

hohen Risikoprofils kann ein LDR-

Brachytherapie-Boost in Verbindung 

mit einer perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) 

angeboten werden. 

6.27 6.51 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform verbundene 

signifikante Erhöhung der 

Spättoxizität (≥ Grad 3) aufgeklärt 

werden. (modifiziert 2021) 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform mögliche Erhöhung 

der Spättoxizität (≥ Grad 3) 

aufgeklärt werden. 

6.27 6.52 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

Eine Androgendeprivationstherapie 

(ADT) soll bei Einsatz der 

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen bei der perkutanen 

Strahlentherapie eingesetzt werden. 

(modifiziert 2021) 

Eine Androgendeprivationstherapie 

sollte bei Einsatz der LDR-

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen bei der perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) mit 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

396

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

24-36 Monaten Dauer eingesetzt 

werden. 

nummern 

aufgeteilt 

6.26 6.53 modifiziert 

2025 

Patienten mit einem 

Prostatakarzinom hohen Risikos 

sollen keine LDR- Monotherapie 

erhalten. (geprüft 2021) 

Patienten mit einem lokal 

begrenzten Prostatakarzinom des 

hohen Risikoprofils sollen keine LDR 

oder HDR-Brachytherapie als 

Monotherapie erhalten. 

 

6.54 neu 2025 

 

Patienten mit einer Lebenserwartung 

von über 10 Jahren und einem lokal 

fortgeschrittenen Prostatakarzinom 

oder einem lokal begrenzten 

Prostatakarzinom des sehr hohen 

Risikoprofils nach NCCN soll eine 

radikale Prostatektomie als Teil einer 

multimodalen Therapie angeboten 

werden. 

6.51 6.55 modifiziert 

2025 

Die perkutane Strahlentherapie in 

Kombination mit einer langfristigen 

hormonablativen Therapie von 

mindestens 24, besser 36 Monaten 

ist eine primäre Therapieoption für 

Patienten mit lokal 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom. 

(modifiziert 2018) 

Patienten mit lokal fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom soll eine perkutane 

Strahlentherapie (IMRT+IGRT) 

angeboten werden. 

6.51 6.56 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Die perkutane Strahlentherapie in 

Kombination mit einer langfristigen 

hormonablativen Therapie von 

mindestens 24, besser 36 Monaten 

ist eine primäre Therapieoption für 

Patienten mit lokal 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom. 

Patienten mit lokal fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom sollen zusätzlich 

zur perkutanen Strahlentherapie 

(IMRT + IGRT) eine hormonablative 

Therapie erhalten. 

6.51 6.57 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

397

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Die perkutane Strahlentherapie in 

Kombination mit einer langfristigen 

hormonablativen Therapie von 

mindestens 24, besser 36 Monaten 

ist eine primäre Therapieoption für 

Patienten mit lokal 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom. 

Die hormonablative Therapie soll 

mindestens 24 bis 36 Monate 

dauern. Diese kann bis zu 6 Monate 

vor der Strahlentherapie beginnen. 

modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

 

6.58 neu 2025 

 

Die Entscheidung über die Dauer der 

hormonablativen Therapie soll 

individuell in Abhängigkeit von 

Komorbidität und Verträglichkeit 

getroffen werden. 

 

6.59 neu 2025 

 

Wenn Patienten mit 

hormonsensitivem Prostatakarzinom 

des Stadiums Nx/N0 M0) mit zwei 

oder mehr Risikofaktoren (PSA>40 

ng/ml/T3/4 oder ISUP 4-5) eine 

Bestrahlung der Prostata und des 

pelvinen Lymphabflusses (IMRT + 

IGRT) erhalten, soll zusätzlich eine 

hormonablative Therapie mit GnRH-

Analogon (3 Jahre) und 

Abirateron/Prednison (2 Jahre) 

angeboten werden. 

 

6.60 neu 2025 

 

Patienten mit lokal fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom (cN0 M0 – PSMA-

PET/CT) (Risikofaktoren analog POP-

RT-Studie) kann zusätzlich zu einer 

Prostatabestrahlung (IMRT + IGRT) 

eine Bestrahlung der pelvinen 

Lymphabflussgebiete kombiniert mit 

einer Androgendeprivationstherapie 

(24 Monate) angeboten werden. 

6.57 6.62 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

398

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Bei Patienten mit lokal 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

der klinischen Kategorie cT3 ist die 

HDR-Brachytherapie kombiniert mit 

perkutaner Bestrahlung eine 

Therapieoption. Bei Tumoren der 

klinischen Kategorie cT4 ist die HDR-

Brachytherapie nicht indiziert. Für 

eine zusätzliche hormonablative 

Therapie gelten die gleichen 

Kriterien wie bei der alleinigen 

kombinierten Hormon-

Strahlentherapie. (geprüft 2021) 

Patienten mit lokal fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom der klinischen 

Kategorie cT3a kann eine HDR-

Brachytherapie kombiniert mit einer 

perkutanen Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT) angeboten werden. 

modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

6.57 6.63 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Bei Patienten mit lokal 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

der klinischen Kategorie cT3 ist die 

HDR-Brachytherapie kombiniert mit 

perkutaner Bestrahlung eine 

Therapieoption. Bei Tumoren der 

klinischen Kategorie cT4 ist die HDR-

Brachytherapie nicht indiziert. Für 

eine zusätzliche hormonablative 

Therapie gelten die gleichen 

Kriterien wie bei der alleinigen 

kombinierten Hormon-

Strahlentherapie. (geprüft 2021) 

Eine Androgendeprivationstherapie 

sollte bei Einsatz der HDR-

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen der perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) mit 

24 bis 36 Monaten Dauer eingesetzt 

werden. 

 

6.64 neu 2025 

 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform mögliche signifikante 

Erhöhung der Spättoxizität (≥ Grad 

3) aufgeklärt werden. 

 

6.65 neu 2025 

 

Patienten mit einem lokal 

fortgeschrittenen Prostatakarzinom 

der klinischen Kategorie cT3a kann 

ein LDR-Brachytherapie-Boost in 

Verbindung mit einer 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) 

angeboten werden. 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

399

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

6.66 neu 2025 

 

Patienten sollen über die mit dieser 

Therapieform mögliche signifikante 

Erhöhung der Spättoxizität (≥ Grad 

3) aufgeklärt werden. 

 

6.67 neu 2025 

 

Eine Androgendeprivationstherapie 

sollte bei Einsatz der LDR-

Brachytherapie analog zu den 

Empfehlungen der perkutanen 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) mit 

24 bis 36 Monaten Dauer eingesetzt 

werden. 

 

6.70 neu 2025 

 

Wenn Patienten mit 

lymphknotenpositivem 

hormonsensitivem Prostatakarzinom 

(N1 M0) eine Bestrahlung der 

Prostata und des pelvinen 

Lymphabflusses (IMRT + IGRT) 

erhalten, soll zusätzlich eine 

hormonablative Therapie mit GnRH-

Analogon (3-Jahre) und 

Abirateron/Prednison (2 Jahre) 

angeboten werden. 

6.68 6.71 modifiziert 

2025 

Vor radikaler Prostatektomie soll 

keine neoadjuvante hormonablative 

Therapie bei klinisch lokal 

begrenztem Stadium durchgeführt 

werden. (geprüft 2018) 

Bei Patienten mit lokal begrenztem 

Prostatakarzinom aller Risikoprofile 

sollte vor radikaler Prostatektomie 

keine neoadjuvante antihormonelle 

Therapie erfolgen. 

6.61 6.72 modifiziert 

2025 

Als adjuvante perkutane 

Strahlentherapie wird die 

Strahlentherapie nach radikaler 

Prostatektomie nach Erreichen des 

Als adjuvante perkutane 

Strahlentherapie (IMRT + IGRT) wird 

die Strahlentherapie nach radikaler 

Prostatektomie nach Erreichen des 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

400

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

definierten PSA-Nullbereichs 

bezeichnet. 

(Zur Behandlung bei postoperativ 

persistierendem PSA-Wert siehe 

Kapitel 7.2. Zur Definition der PSA-

Progression siehe Kapitel 7.1.) 

(geprüft 2021) 

definierten PSA-Nullbereichs 

bezeichnet. 

(Zur Behandlung bei postoperativ 

persistierendem PSA-Wert siehe 

Kapitel 7.2) 

(Zur Definition der PSA-Progression 

siehe Kapitel 7.1) 

6.62 6.73 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

Die Indikation zur Adjuvanten 

Strahlentherapie beschränkt sich auf 

folgende Risikogruppen: 

a. Patienten mit einem lokal 

fortgeschrittenen Prostatakarzinom 

(pN0) mit hohem Risiko und den 

nachfolgenden Faktoren sollte eine 

adjuvante Strahlentherapie unter 

Aufklärung über Nutzen und Risiken 

als Option angeboten werden: 

pT3/pT4+R1 (positiver Schnittrand) 

+ Gleason Score 8-10 (ISUP 4-5). 

b. Patienten mit einem lokal 

fortgeschrittenen Prostatakarzinom 

(pN0) mit erhöhtem Risiko und den 

nachfolgenden Faktoren kann eine 

adjuvante Strahlentherapie unter 

Aufklärung über Nutzen und Risiken 

als Option angeboten werden: 

pT3/pT4+R0 (negativer Schnittrand) 

+ Gleason Score 8-10 (ISUP 4-5). 

(modifiziert (2021) 

Die Indikation zur adjuvanten 

Strahlentherapie (IMRT+IGRT) 

beschränkt sich auf folgende 

Risikogruppen: 

Patienten mit einem lokal 

fortgeschrittenen Prostatakarzinom 

(pN0) mit hohem Risiko und den 

nachfolgenden Faktoren sollte eine 

adjuvante Strahlentherapie 

(IMRT+IGRT) unter Aufklärung über 

Nutzen und Risiken als Option 

angeboten werden: pT3/pT4 

(unabhängig vom R-Status) + 

Gleason-Score 8-10 (ISUP 4-5). 

 

6.76 neu 2025 

 

Patienten mit histopathologisch 

nachgewiesenen 

Lymphknotenmetastasen kann eine 

adjuvante Hormontherapie oder eine 

adjuvante Hormontherapie plus 

adjuvante Strahlentherapie (IMRT + 

IGRT von Prostataloge und 

Lymphabflussgebiet) angeboten 

werden. 

13 Änderungen in der Version 8 

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401

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

6.90 neu 2025 

 

Watchful Waiting ist eine Strategie 

zur Vermeidung einer Therapie bei 

nicht symptomatischen Patienten mit 

Prostatakarzinom und mutmaßlich 

limitierter Lebenserwartung (z. B. 

aufgrund hohen Lebensalters 

und/oder größerer Komorbidität). 

 

6.91 neu 2025 

 

Während einer Watchful Waiting-

Strategie sollen keine anlassfreien 

krebsspezifischen 

Kontrolluntersuchungen wie z. B. 

Prostata-spezifische Antigen-Wert-

Bestimmungen oder eine Bildgebung 

durchgeführt werden. 

 

6.92 neu 2025 

 

Watchful Waiting sollte gewählt 

werden, wenn die Lebenserwartung 

des Betroffenen bei unter 10 Jahren 

liegt. Zur Abschätzung der 

Lebenserwartung sollte das 

Lebensalter, die Komorbidität, die 

Gebrechlichkeit und der mentale 

Status herangezogen werden. 

 

6.93 neu 2025 

 

Kommt es während des Watchful 

Waiting zu einer symptomatischen 

Progression, soll eine palliative 

Therapie erfolgen. 

5.29 7.6 modifiziert 

2025 

a. Im Rahmen einer 

Rezidivdiagnostik (nach primär 

kurativer Therapie, s. Empfehlung 

7.2 und 7.3) kann primär eine PET 

Hybrid-Bildgebung mit radioaktiv 

markierten PSMA-Liganden zur 

Für Patienten mit biochemischem 

Rezidiv (nach RP ab PSA ≥ 0,2 ng/ml 

oder nach RT Nadir +2 ng/ml) nach 

primär kurativer Therapie, (s. 

Empfehlung 7.2 und 7.3) soll primär 

eine PSMA-PET Hybrid-Bildgebung 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

402

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Beurteilung der Tumorausdehnung 

erfolgen, falls sich aus dem Befund 

eine therapeutische Konsequenz 

ergibt. 

b. Ein negatives PSMA-PET soll eine 

frühe Salvage-Therapie nicht 

verzögern. (geprüft 2018) 

zur Beurteilung der 

Tumorausbreitung erfolgen, falls 

sich aus dem Befund eine 

therapeutische Konsequenz ergibt. 

 

7.11 neu 2025 

 

Patienten mit high-risk 

biochemischem Rezidiv nach 

EMBARK sollte Enzalutamid als 

Monotherapie oder in Kombination 

mit einer 

Androgendeprivationstherapie (ADT) 

angeboten werden. 

 

7.12 neu 2025 

 

Vor Therapieeinleitung sollen die 

Patienten über Vor- und Nachteile 

einer Mono- bzw. 

Kombinationstherapie aufgeklärt 

werden. 

 

7.13 neu 2025 

 

Zuvor soll mit Patienten, die noch 

keine Strahlentherapie erhalten 

haben, eine potentiell kurative 

Strahlentherapie diskutiert werden 

(siehe Kapitel 7.2.2). 

7.26 7.30 modifiziert 

2025 

a. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

metastasiertem (M1) 

hormonsensitivem, 

Prostatakarzinom (mHSPC) soll 

zusätzlich zur Androgendeprivation 

eine Hormontherapie mit 

Apalutamid oder Enzalutamid 

angeboten werden. 

a. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom 

(mHSPC) soll zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine 

Hormontherapie mit Apalutamid 

oder Enzalutamid angeboten 

werden. (Empfehlungsgrad: A) 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

403

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

b. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

neu-diagnostiziertem (de novo), 

metastasierten (M1), 

hormonsensitiven, high-risk 

Prostatakarzinom (mHSPC) soll 

zusätzlich zur Androgendeprivation 

eine Hormontherapie mit Abirateron 

(plus Prednison / Prednisolon) 

angeboten werden. 

c. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

metastasiertem (M1) 

hormonsensitivem 

Prostatakarzinom, die für eine 

Docetaxel Chemotherapie geeignet 

sind, soll zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine 

Hormontherapie mit Darolutamid in 

Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel 

angeboten werden. 

d. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

neu-diagnostiziertem (de novo), 

metastasiertem (M1) 

hormonsensitivem Prostatakarzinom 

und hohem Tumorvolumen („high 

volume disease“), die für eine 

Docetaxel Chemotherapie geeignet 

sind, kann zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine 

Hormontherapie mit Abirateron (plus 

Prednison/Prednisolon) in 

Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel 

angeboten werden. (modifiziert 

2024) 

b. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom 

(mHSPC) sollte zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine 

Hormontherapie mit Darolutamid 

angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: B) <![if 

!supportLineBreakNewLine]> 

<![endif]> 

c. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

neu diagnostiziertem (de novo), 

metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem, high-risk 

Prostatakarzinom (mHSPC) soll 

zusätzlich zur Androgendeprivation 

eine Hormontherapie mit Abirateron 

(plus Prednison / Prednisolon) 

angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: A) 

 d. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom, 

die für eine Docetaxel-

Chemotherapie geeignet sind, soll 

zusätzlich zur Androgendeprivation 

eine Hormontherapie mit 

Darolutamid in Kombination mit 6 

Zyklen Docetaxel angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: A) <![if 

!supportLineBreakNewLine]> 

<![endif]> 

e. Patienten in gutem 

Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit 

neu-diagnostiziertem (de novo), 

metastasiertem (M1), 

hormonsensitivem Prostatakarzinom 

und hohem Tumorvolumen („high 

volume disease“), die für eine 

Docetaxel-Chemotherapie geeignet 

sind, kann zusätzlich zur 

Androgendeprivation eine 

Hormontherapie mit Abirateron (plus 

Prednison/Prednisolon) in 

Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

404

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

angeboten werden. 

(Empfehlungsgrad: 0) <![if 

!supportLineBreakNewLine]> 

<![endif]> 

7.27 7.31 modifiziert 

2025 

a. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Apalutamid, soll die Apalutamidgabe 

innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation 

beginnen. Die Therapie soll in einer 

Dosierung von 240 mg/Tag gegeben 

werden. 

b. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Enzalutamid, soll die 

Enzalutamidgabe innerhalb von 3 

Monaten nach Beginn der 

Androgendeprivation beginnen. Die 

Therapie soll in einer Dosierung von 

160 mg/Tag gegeben werden. 

c. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Abirateron, soll die Abiraterongabe 

innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation 

beginnen. Die Therapie soll in einer 

Dosierung von 1000 mg/Tag in 

Kombination mit Prednison oder 

Prednisolon (5 mg/Tag) gegeben 

werden. 

d. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Darolutamid, Docetaxel-

Chemotherapie und 

Androgendeprivation, soll die 

Darolutamid-Gabe in einer 

Dosierung von 2 x 600 mg/Tag 

innerhalb von 3 Monaten nach 

Einleitung der Androgendeprivation 

beginnen. Die Chemotherapie soll 

innerhalb von 6 Wochen nach erster 

a. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Apalutamid, soll die Apalutamid-

Gabe innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation 

beginnen. Die Therapie soll in einer 

Dosierung von 240 mg/Tag gegeben 

werden. 

b. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Enzalutamid, soll die Enzalutamid-

Gabe innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation 

beginnen. Die Therapie soll in einer 

Dosierung von 160 mg/Tag gegeben 

werden. 

 c. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Darolutamid, soll die Darolutamid-

Gabe innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation 

beginnen. Die Therapie soll in einer 

Dosierung von 600 mg zweimal 

täglich gegeben werden. <![if 

!supportLineBreakNewLine]> 

<![endif]> 

d. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Androgendeprivation und 

Abirateron, soll die Abirateron-Gabe 

innerhalb von 3 Monaten nach 

Beginn der Androgendeprivation 

beginnen. Die Therapie soll in einer 

Dosierung von 1000 mg/Tag in 

Kombination mit Prednison oder 

Prednisolon (5 mg/Tag) gegeben 

werden. <![if 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

405

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Darolutamid-Gabe beginnen; 

Docetaxel soll über 6 Zyklen alle 3 

Wochen in einer Dosierung von 75 

mg/m2 Körperoberfläche 

verabreicht werden. 

e. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Abirateron, Docetaxel-

Chemotherapie und 

Androgendeprivation, soll die 

Abirateron-Gabe in einer Dosierung 

von 1000 mg/Tag (plus 

Prednison/Prednisolon) innerhalb 

von 6 Wochen nach Einleitung der 

Androgendeprivation beginnen. Die 

Chemotherapie soll ab 6 Wochen 

nach Einleitung der 

Androgendeprivation beginnen; 

Docetaxel soll über 6 Zyklen alle 3 

Wochen in einer Dosierung von 75 

mg/m2 Körperoberfläche 

verabreicht werden. (modifiziert 

2024) 

!supportLineBreakNewLine]> 

<![endif]> 

e. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Darolutamid, Docetaxel-

Chemotherapie und 

Androgendeprivation, soll die 

Darolutamid-Gabe in einer Dosierung 

von 2 x 600 mg/Tag innerhalb von 3 

Monaten nach Einleitung der 

Androgendeprivation beginnen. Die 

Chemotherapie soll innerhalb von 6 

Wochen nach erster Darolutamid-

Gabe beginnen; Docetaxel soll über 

6 Zyklen alle 3 Wochen in einer 

Dosierung von 75 mg/m2 

Körperoberfläche verabreicht 

werden. 

 f. Bei Entscheidung für eine 

kombinierte Behandlung aus 

Abirateron, Docetaxel-

Chemotherapie und 

Androgendeprivation, soll die 

Abirateron-Gabe in einer Dosierung 

von 1000 mg/Tag (plus 

Prednison/Prednisolon) innerhalb 

von 6 Wochen nach Einleitung der 

Androgendeprivation beginnen. Die 

Chemotherapie soll ab 6 Wochen 

nach Einleitung der 

Androgendeprivation beginnen; 

Docetaxel soll über 6 Zyklen alle 3 

Wochen in einer Dosierung von 75 

mg/m2 Körperoberfläche verabreicht 

werden. 

 

7.51 neu 2025 

 

Patienten mit metastasierter, 

kastrationsresistenter, progredienter 

Erkrankung nach Therapie mit 

Abirateron oder einem 

Androgenrezeptor-Signalweg-

Inhibitor (Apalutamid, Darolutamid, 

Enzalutamid), die keine 

Chemotherapie bekommen können, 

kann Lutetium (177Lu) 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

406

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Vipivotidtetraxetan angeboten 

werden. 

7.56 7.61 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a. Patienten mit einem neu 

diagnostizierten, 

oligometastasierten 

Prostatakarzinom sollten zusätzlich 

zur systemischen Therapie eine 

perkutane Strahlentherapie der 

Prostata erhalten. (neu 2021) 

Patienten mit einem neu 

diagnostizierten, oligometastasierten 

Prostatakarzinom („low volume“ nach 

CHAARTED-Kriterien mit 

konventionellem Staging) kann 

zusätzlich zur systemischen 

Therapie (Androgendeprivation -

ADT/ARPI- simultan, Docetaxel 

sequentiell) eine perkutane 

Strahlentherapie der Prostata 

angeboten werden. 

 

7.62 neu 2025 

 

Patienten mit einem neu 

diagnostiziertem, hormonnaiven 

metastasierten Prostatakarzinom 

(mit konventionellem Staging) und 

hohem lokalen Progressionsrisiko 

kann zusätzlich zur systemischen 

Therapie eine perkutane 

Strahlentherapie der Prostata 

angeboten werden. 

7.56 7.63 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Die externe Strahlentherapie 

(EBRT) sollte hypofraktioniert 

verabreicht werden, die 

Strahlendosis sollte eine 

Äquivalenzdosis von 72 Gy in 2 Gy-

Standardfraktionierung nicht 

überschreiten. (neu 2021) 

Die externe Strahlentherapie (EBRT) 

sollte hypofraktioniert verabreicht 

werden, die Strahlendosis sollte eine 

Äquivalenzdosis von 74 Gy in 2 Gy-

Standardfraktionierung nicht 

überschreiten. 

 

7.75 neu 2025 

 

Bei Patienten mit einem 

metastasierten, hormonsensitiven 

Prostatakarzinom sollte vor 

Therapiebeginn und zum Zeitpunkt 

des PSA-Nadirs eine konventionelle 

Bildgebung mittels 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

407

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

Computertomographie 

(Abdomen/Thorax/Becken) und 

Knochenszintigraphie erfolgen. 

 

7.76 neu 2025 

 

Bei stabilem Krankheitsverlauf sollte 

alle 6-12 Monate eine erneute 

Bildgebung erfolgen. 

Unabhängig davon sollte eine 

Bildgebung erfolgen 

Bei Verdacht auf klinischen Progress 

Bei PSA-Progress (Kriterien siehe 

Hintergrundtext) 

 

7.77 neu 2025 

 

Bei Patienten mit einem 

metastasierten, 

kastrationsresistenten 

Prostatakarzinom sollte alle 3-6 

Monate eine konventionelle 

Bildgebung mittels 

Computertomographie 

(Abdomen/Thorax/Becken) und 

Knochenszintigraphie erfolgen. 

Unabhängig davon sollte eine 

Bildgebung erfolgen 

Bei Verdacht auf klinischen Progress 

Bei PSA-Progress (Kriterien siehe 

Hintergrundtext) 

 

7.78 neu 2025 

 

Alternativ zur konventionellen 

Bildgebung kann eine PSMA-PET/CT 

durchgeführt werden. 

 

7.79 neu 2025 

 

Die Patienten sollen auf die 

Notwendigkeit körperlicher Aktivität 

während der onkologischen Therapie 

hingewiesen werden, da diese sich 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

408

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

positiv auf die körperliche Fitness, 

die Verträglichkeit der Therapie und 

die Ausführung täglicher Aktivitäten 

(activities of daily living -ADL) 

auswirkt. 

 

7.80 neu 2025 

 

Patienten mit Prostatakrebs sollte 

eine ausgewogene Ernährung mit 

einem hohen Anteil pflanzlicher 

Lebensmittel empfohlen werden. 

Darüber hinaus gibt es keine 

ausreichende Evidenz für spezifische 

Empfehlungen zur Ernährung beim 

Prostatakarzinom – weder für die 

Prävention noch zur Beeinflussung 

des Erkrankungsverlaufes. 

 

7.81 neu 2025 

 

Es gibt keine ausreichende Evidenz 

zum Einsatz von 

Nahrungsergänzungsmitteln beim 

Prostatakarzinom – weder für die 

Prävention noch zur Beeinflussung 

des Erkrankungsverlaufes. 

 

7.82 neu 2025 

 

Es gibt keine ausreichende Evidenz 

zum Einsatz komplementärer 

medizinischer Methoden für die 

Prävention oder die Beeinflussung 

des Erkrankungsverlaufes. 

7.66 7.83 modifiziert 

2025 

Die häufigsten unerwünschten 

Folgen nach radikaler 

Prostatektomie sollen wie folgt 

behandelt werden: 

 -erektile Dysfunktion: siehe 

Empfehlungen im Kapitel 8 und im 

Kapitel 9; 

Die häufigsten unerwünschten 

Folgen nach radikaler Prostatektomie 

sollen wie folgt behandelt werden: 

 -erektile Dysfunktion: siehe 

Empfehlungen im Kapitel 8 

 -Inkontinenz: siehe Empfehlungen 

im Kapitel 8 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

409

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 -Inkontinenz: siehe Empfehlungen 

Kapitel 8 und im Kapitel 9; 

 -Urethrastriktur: konservative oder 

operative Behandlung möglich. 

(geprüft 2018) 

 -Anastomosenstriktur (siehe 

Hintergrundtext): konservative oder 

operative Behandlung möglich 

 -Lymphozelen: siehe Empfehlung 

7.83 bis Empfehlung 7.85 

7.67 7.84 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a. Nach Lymphadenektomie soll eine 

Ultraschalluntersuchung - ggf. plus 

Doppleflowmessung - zur Diagnostik 

von Lymphozelen erfolgen. (geprüft 

2018) 

Nach Lymphadenektomie sollte eine 

Ultraschalluntersuchung - ggf. mit 

Dopplerflowmessung - postoperativ 

zur Diagnostik von Lymphozelen 

erfolgen. 

7.67 7.85 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Lymphozelen nach 

Lymphadenektomie sollen behandelt 

werden, wenn sie symptomatisch 

oder gefäßkomprimierend sind. 

(geprüft 2018) 

Lymphozelen nach 

Lymphadenektomie sollen behandelt 

werden, wenn sie symptomatisch 

und/oder gefäßkomprimierend sind. 

 

7.86 neu 2025 

 

Asymptomatische und nicht 

gefäßkomprimierende Lymphozelen 

sollen ohne Intervention weiter 

kontrolliert werden. 

 

7.87 neu 2025 

 

Zur Behandlung der chronischen 

Strahlenproktitis kann aus der 

Studienlage keine Standardtherapie 

abgeleitet werden. 

7.70 7.88 modifiziert 

2025 

Patienten sollen über 

Behandlungsmöglichkeiten typischer 

und häufiger Nebenwirkungen der 

Patienten sollen über die typischen 

und häufigen unerwünschten 

Wirkungen der hormon-ablativen 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

410

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

hormonablativen Therapie aufgeklärt 

werden. (geprüft 2018) 

Therapie sowie deren 

Behandlungsmöglichkeiten 

aufgeklärt werden. 

 

7.89 neu 2025 

 

Patienten sollen über 

Behandlungsmöglichkeiten typischer 

und häufiger unerwünschter 

Wirkungen der kombinierten 

Behandlung mit einer 

Androgendeprivationstherapie und 

einem Androgenrezeptor-Signalweg 

Inhibitor bzw. Abirateron aufgeklärt 

werden. 

 

7.90 neu 2025 

 

Patienten sollen über 

Behandlungsmöglichkeiten typischer 

und häufiger unerwünschter 

Wirkungen der Behandlung mit 

Docetaxel aufgeklärt werden. 

 

7.91 neu 2025 

 

Patienten sollen über 

Behandlungsmöglichkeiten typischer 

und häufiger unerwünschter 

Wirkungen der Behandlung mit 

Cabazitaxel aufgeklärt werden. 

 

7.92 neu 2025 

 

Bei systemischer Therapie mit 

Taxanen sollen regelmäßige 

Blutbildkontrollen vor und nach der 

Behandlung erfolgen. 

 

7.93 neu 2025 

 

Bei systemischer Therapie mit 

Cabazitaxel kann G-CSF 

prophylaktisch gegeben werden, um 

das Risiko einer symptomatischen 

Neutropenie zu verringern. 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

411

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

7.94 neu 2025 

 

Eine Untersuchung des 

neurologischen Status soll vor 

Einleitung einer potentiell 

neurotoxischen Tumortherapie zur 

Erhebung des Ausgangsbefundes 

und Identifizierung von 

Risikopatienten erfolgen. 

 

7.95 neu 2025 

 

Patienten sollen über die typischen 

und häufigen unerwünschten 

Wirkungen der Behandlung mit 

einem Poly-(ADP-Ribose)-Polymerase 

(PARP)-Inhibitor sowie deren 

Behandlungsmöglichkeiten 

aufgeklärt werden. 

 

7.96 neu 2025 

 

Patienten sollen über die typischen 

und häufigen unerwünschten 

Wirkungen der Behandlung mit 

einem PSMA-Radioliganden sowie 

deren Behandlungsmöglichkeiten 

aufgeklärt werden. 

 

7.97 neu 2025 

 

Patienten sollten vor Beginn einer 

PSMA-Ligandentherapie eine 

medikamentöse Antiemese mit 5-

HT ₃ -Antagonisten mit oder ohne 

Dexamethason erhalten. 

 

7.98 neu 2025 

 

Die Behandlung von 

Mundtrockenheit (Xerostomie) soll 

symptomorientiert mit topischen 

Maßnahmen erfolgen. Eine 

systemische Therapie kann 

erforderlich sein. 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

412

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

7.99 neu 2025 

 

Die Behandlung hämatotoxischer 

unerwünschter Wirkungen soll 

symptomorientiert erfolgen. 

 

7.100 neu 2025 

 

Im Zentrum der uro-onkologischen 

Versorgung in der nicht-kurativen 

Therapiesituation steht die 

Verbesserung der Lebensqualität 

durch effektive Behandlung von 

typischen belastenden Symptomen 

bei Patienten mit fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom als Teil der 

interdisziplinären Versorgung zu der 

auch die palliativmedizinische 

Versorgung gehören kann. 

7.72 7.101 modifiziert 

2025 

Das Ziel von Palliativversorgung ist 

die Verbesserung der Lebensqualität 

durch effektive Behandlung von 

belastenden Symptomen, 

psychosoziale Begleitung und 

Unterstützung bei spirituellen 

Fragen. Häufige Symptome bei 

Patienten mit fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom sind Schmerzen, 

Fatigue, Gewichtsverlust, Angst, 

Depression und organbezogene 

Symptome (z. B. 

Lähmungserscheinungen und 

Harnverhalt). (geprüft 2018) 

Ziel der Behandlung in der nicht-

kurativen Therapiesituation ist es, 

eine effektive Behandlung häufiger 

Symptome bei Patienten mit 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

zur Verbesserung der Lebensqualität 

durchzuführen. 

7.73 7.103 modifiziert 

2025 

Die Möglichkeiten von 

Palliativversorgung sollen mit dem 

Patienten und seinen Angehörigen 

umfassend und frühzeitig 

besprochen werden. Hierzu gehören: 

a. Informationen über alle 

verfügbaren Betreuungsangebote 

Die Möglichkeiten der 

palliativmedizinischen Versorgung 

sollen mit dem Patienten und seinen 

Angehörigen umfassend besprochen 

werden und es sollten im Sinne einer 

„Early integration of palliative care“ 

frühzeitig im Krankheitsverlauf 

13 Änderungen in der Version 8 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

413

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

(Selbsthilfegruppen, ambulante 

Pflege, stationäre Pflege, ambulante 

Hospizdienste, stationäre Hospize, 

spezialisierte ambulante 

Palliativversorgung (SAPV), 

Palliativdienste im Krankenhaus, 

Palliativstationen). 

b. Informationen über alle 

Behandlungsmethoden. 

c. Erstellung eines umfassenden 

Behandlungsplans unter 

Berücksichtigung der persönlichen 

Präferenzen des Patienten. (geprüft 

2018) 

Unterstützungsoptionen angeboten 

werden. 

 

7.104 neu 2025 

 

Der Zeitpunkt der Ergänzung der 

Regelversorgung durch eine 

Palliativversorgung hängt in erster 

Linie vom Bedürfnis des Patienten 

und dem individuellen 

Krankheitsverlauf ab. 

7.74 7.105 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

a. Die Festlegung der medizinischen 

Behandlungsstrategie soll 

interdisziplinär und 

multiprofessionell erfolgen. 

Die Festlegung der medizinischen 

Behandlungsstrategie soll 

interdisziplinär und 

multiprofessionell erfolgen. 

7.74 7.106 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Dem Patienten sollte ein 

interdisziplinäres Behandlungsteam 

zur Verfügung stehen (einschließlich 

psychosozial bzw. 

psychoonkologisch sowie 

palliativmedizinisch geschultem 

Fachpersonal). (geprüft 2018) 

Dem Patienten sollte Zugang zu 

einem interdisziplinären 

Behandlungsteam angeboten werden 

(einschließlich psychosozial bzw. 

psychoonkologisch sowie 

palliativmedizinisch geschultem 

Fachpersonal). 

7.75 7.107 

13 Änderungen in der Version 8 

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414

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

a. Die medikamentöse Behandlung 

von Tumorschmerzen soll auf der 

Basis des Stufenschemas der WHO 

erfolgen.(geprüft 2018) 

Die medikamentöse 

Tumorschmerztherapie soll nach den 

Empfehlungen der europäischen 

EAPC/Caraceni-Leitlinie sowie im 

Einzelnen nach den Empfehlungen 

der jeweils gültigen S3-Leitlinie 

„Palliativmedizin für Patienten mit 

einer nicht heilbaren 

Krebserkrankung“ erfolgen. 

modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

7.75 7.108 modifiziert 

2025 

Hinweis: 

Empfehlung 

wurde in 

separate 

Empfehlungs-

nummern 

aufgeteilt 

b. Im Rahmen der palliativen 

Schmerztherapie sollen auch 

nichtmedikamentöse physikalische 

(u. a. Lagerung, Lymphdrainage, 

aktivierende Pflege) und 

psychosoziale (psychologischer, ggf. 

seelsorgerischer Beistand) 

Maßnahmen erwogen werden. 

(geprüft 2018) 

Im Rahmen der Schmerztherapie 

sollen nichtmedikamentöse 

physikalische (u. a. Lagerung, 

Lymphdrainage, aktivierende Pflege) 

und psychosoziale (psychologischer, 

ggf. seelsorgerischer Beistand) 

Maßnahmen erwogen werden. 

 

7.109 neu 2025 

 

Tumorspezifische Maßnahmen (z. B. 

Strahlentherapie, operative 

Verfahren, medikamentöse 

Tumortherapien) haben ebenfalls 

einen Stellenwert in der 

Tumorschmerztherapie. 

 

7.110 neu 2025 

 

Bei Patienten mit einer nicht-

heilbaren Krebserkrankung und 

Fatigue soll differentialdiagnostisch 

überprüft werden, ob die 

Symptomatik durch eine 

behandelbare Ursache (z.B. Anämie, 

Depression oder Medikamenten-

nebenwirkungen) verursacht wird. 

 

7.111 neu 2025 

 

Patienten mit einer nicht-heilbaren 

Krebserkrankung und Fatigue sollte 

13 Änderungen in der Version 8 

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415

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

eine patientenzentrierte 

angemessene Bewegungs- und 

Trainingstherapie empfohlen 

werden. 

 

7.112 neu 2025 

 

Zur besseren Erfassung, 

Objektivierung und Vergleichbarkeit 

körperlicher und psychischer 

Beschwerden sollten standardisierte 

Fragebögen eingesetzt werden. 

 

7.113 neu 2025 

 

Bei Patienten mit fortgeschrittenem 

Prostatakarzinom kann es durch die 

Krankheit und/oder Therapiebedingt 

zu Gewichtsverlust und 

Ernährungsstörungen kommen. 

Ein multidisziplinärer Ansatz, 

einschließlich medizinischer, 

ernährungs-physiologischer und 

psychosozialer Interventionen kann 

notwendig werden, um durch 

frühzeitige Diagnose und 

Intervention Lebensqualität und 

Therapieerfolg zu verbessern. 

 

7.114 neu 2025 

 

Ein Gesprächsangebot über Fragen 

der Sexualität sollte im Rahmen der 

Betreuung von Patienten mit 

Prostatakarzinom erfolgen. 

 

7.115 neu 2025 

 

Bei Patienten mit einem nicht-

heilbaren Prostatakarzinom sollte die 

Erfassung und Behandlung einer 

Depression Teil der Betreuung sein. 

 

7.116 neu 2025 

13 Änderungen in der Version 8 

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416

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

 

Angst ist bei Patienten mit 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

weit verbreitet und erfordert eine 

frühzeitige Erkennung und gezielte 

Interventionen. Ein multidisziplinärer 

Ansatz aus medizinischer, 

psychologischer und sozialer 

Betreuung kann helfen, die Angst zu 

reduzieren und die Lebensqualität zu 

verbessern. 

 

7.117 neu 2025 

 

Bei Patienten mit einer nicht-

heilbaren Krebserkrankung ist die 

Erfassung zu Vorstellungen und 

Wünschen im Hinblick auf die 

Therapieziele und eine 

Therapiebegrenzung wesentlicher 

Teil der Behandlung. 

 

7.118 neu 2025 

 

Alle erforderlichen Maßnahmen 

sollen sich an den individuellen 

Therapie- und Lebenszielen des 

Patienten orientieren. 

 

7.119 neu 2025 

 

Eine Therapiebegrenzung bei 

fortgeschrittenem Prostatakarzinom 

zielt darauf ab, unnötige 

Belastungen zu vermeiden und den 

Fokus auf die Lebensqualität des 

Patienten zu legen. Sie erfordert 

einen multidisziplinären Ansatz, der 

medizinische, ethische und 

psychosoziale Aspekte 

berücksichtigt. 

 

7.120 neu 2025 

 

Sind zusätzliche 

Unterstützungsangebote oder eine 

Ergänzung der Regelversorgung 

13 Änderungen in der Version 8 

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417

Version 7.0 Version 8.0 Änderung 

durch eine Palliativversorgung 

geboten, soll der Patient umfassend 

über Betreuungsangebote informiert 

werden. 

 

14 Tabellenverzeichnis 

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418

14 Tabellenverzeichnis 

Tabelle 1: Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen ............................................................. 14 

Tabelle 2: Arbeitsgruppen ................................................................................................................ 17 

Tabelle 3: Abkürzungen .................................................................................................................... 19 

Tabelle 4: Schema der Evidenzgraduierung nach SIGN ....................................................................... 28 

Tabelle 5: Schema der Empfehlungsgraduierung ............................................................................... 29 

Tabelle 6: Konsensstärke .................................................................................................................. 29 

Tabelle 7: Vor- und Nachteile eines PSA-basierten Prostatakarzinom-Screenings ................................ 48 

Tabelle 8: Sensitivität, Spezifität, positiver und negativer prädiktiver Wert für den Nachweis eines 

klinisch signifikanten Prostatakarzinoms in MRT, PSMA-PET und in der 

Kombination aus MRT und PSMA-PET ........................................................................ 72 

Tabelle 9: Risikogruppen nach D’Amico (D’Amico AV et al. 1998) ...................................................... 81 

Tabelle 10: Risikogruppeneinteilung (nach NCCN 1.2025; eigene Übersetzung) ................................. 81 

Tabelle 11: EAU-Risikoeinteilung für das lokal begrenzte und lokal fortgeschrittene 

Prostatakarzinom (nach EAU Guideline, LIMITED UPDATE APRIL 2024) ....................... 82 

Tabelle 12: Kriterien der Cambridge Prognostic Group (nach EAU 2024, eigene Übersetzung) ............ 83 

Tabelle 13: Häufigkeit der Risikoklassen und Anzahl notwendiger Bildgebungen nach 

Klassifikationssystem (PSMA-PET/CT; n = 2.630 Männer) (nach Luining 2024; 

eigene Übersetzung) ................................................................................................ 87 

Tabelle 14: Diagnostische Präzision bei der Detektion von Metastasen (primärer Endpunkt) ............... 90 

Tabelle 15: Gewicht der zum Charlson-Score beitragenden Begleiterkrankungen (Charlson et al. 

1987). Der Charlson-Score wird durch Addition der Punkte eines Patienten 

berechnet. ............................................................................................................. 113 

Tabelle 16: Klassifikation des Gesundheitszustandes der American Society of Anesthesiologists 

(ASA) (American Society of Anesthesiologists 2013) ................................................ 114 

Tabelle 17: Allgemeine Unterschiede zwischen LDR- und HDR-Brachytherapie .................................. 155 

Tabelle 18: Onkologische Endpunkte der großen Kohortenstudien (n>300) zu HIFU bei lokal 

begrenztem Prostatakarzinom................................................................................ 202 

Tabelle 19: Korrelation PSA-Werte und 68Ga-PMSA PET Positivität (nach EAU 2024, eigene 

Übersetzung) ......................................................................................................... 209 

Tabelle 20: Risikoeinteilung eines biochemischen Rezidivs (nach EAU 2024, eigene Übersetzung) ... 211 

Tabelle 21: Auszug aus den Ein- und Ausschlusskriterien der Zulassungsstudien der 

Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) sowie Abirateron ............................... 230 

Tabelle 22: Ergebnisse der RCT TITAN zur Kombinationstherapie mit Apalutamid ............................ 236 

14 Tabellenverzeichnis 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

419

Tabelle 23: Ergebnisse der RCT ARCHES zur Kombinationstherapie mit Enzalutamid ........................ 239 

Tabelle 24: Ergebnisse der RCT ARANOTE zur Kombinationstherapie mit Darolutamid ..................... 240 

Tabelle 25: Ergebnisse der RCT zur Kombinationstherapie mit Abirateron: ...................................... 242 

Tabelle 26: Ergebnisse der RCT ARASENS zur Dreifachtherapie aus ADT, Docetaxel und 

Darolutamid ........................................................................................................... 246 

Tabelle 27: Ergebnisse der RCT PEACE-1 zur Dreifachtherapie aus ADT, Docetaxel und Abirateron .. 250 

Tabelle 28: Ergebnisse der RCT PSMAfore zu Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan .......................... 272 

Tabelle 29: Kriterien für die Diagnose eines AVPC (früher anaplatisches Prostatakarzinom) nach A. 

Aparicio et al. 2013 ............................................................................................... 280 

Tabelle 30: Klinische Studien zum neuroendokrinen Prostatakarzinom (NEPC) und zu aggressiven 

Varianten eines Prostatakarzinoms (AVPC) .............................................................. 284 

Tabelle 31: Zusammenfassung der antiemetischen Prophylaxe ........................................................ 308 

Tabelle 32: Typische und häufige Nebenwirkungen einer hormon-ablativen Therapie und 

Möglichkeiten der Prophylaxe und Behandlung ....................................................... 312 

Tabelle 33: Standarddosierungen und mögliche Dosisreduktionen bei Auftreten unerwünschter 

Wirkungen ............................................................................................................. 316 

Tabelle 34: Empfohlene Dosisänderungen im Falle von Nebenwirkungen bei mit Cabazitaxel 

behandelten Patienten............................................................................................ 320 

Tabelle 35: 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten (5-HT3-RA) ...................................................................... 321 

Tabelle 36: NK1-Rezeptor-Antagonisten .......................................................................................... 321 

Tabelle 37: Standarddosierungen und mögliche Dosisreduktionen zum Management von 

Nebenwirkungen bei Therapie mit PARP-Inhibitoren ................................................ 324 

Tabelle 38: Qualitätsindikatoren ..................................................................................................... 367 

Tabelle 39: Änderungen der Empfehlungen von Version 7.0 zu 8.0 ................................................. 376 

 

15 Abbildungsverzeichnis 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

420

15 Abbildungsverzeichnis 

Abbildung 1: Theoretische Ergebnisse des effektiven und ineffektiven Screenings ............................. 42 

Abbildung 2: Algorithmus zur Früherkennung und Diagnostik des Prostatakarzinoms mit Verweis 

auf ausgewählte Empfehlungen ................................................................................ 53 

Abbildung 3: Gesamtüberleben und Metastasen-freies Überleben nach Risikoklassifikation (nach 

Ravi 2024) ............................................................................................................... 89 

Abbildung 4: Lokalisation des Prostatakarzinoms und der Metastasen nach PROMISE Version 2 

(nach Seifert 2023) ................................................................................................... 91 

Abbildung 5: Beispiele für PSMA-PET PROMISE Nomogramme zur Vorhersage des 

Gesamtüberlebens (nach Karpinski et al. 2024) ........................................................ 92 

Abbildung 6: Flussdiagramm Aktive Überwachung .......................................................................... 128 

Abbildung 7: Therapieoptionen beim lokal begrenzten Prostatakarzinom des intermediären 

Risikoprofils inkl. ausgewählter Informationen zur Ausführung entsprechend der 

Empfehlungen dieses Kapitels nach Empfehlungsgrad ............................................ 131 

Abbildung 8: Flussdiagramm zur Darstellung der gemäß 7.30 und 7.31 empfohlenen 

Therapieoptionen zur systemischen Therapie des mHSPC. ...................................... 235 

 

16 Literaturverzeichnis 

© Leitlinienprogramm Onkologie | Prostatakarzinom | Langversion - 8.1 | August 2025 

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